28/12/2022
Einfach drauflegen und abwarten? So grillt der Premium-Grillmeister aber nicht! Wer beim Grillen wirklich überzeugen und stets saftige, perfekt gegarte Ergebnisse erzielen möchte, muss ein entscheidendes Detail kennen und beherrschen: die Kerntemperatur. Sie ist der Schlüssel, damit es allen schmeckt und das Grillgut nicht nur köstlich, sondern auch sicher ist. Egal ob Rindersteak, Schweinelachs, zartes Lamm oder saftiges Geflügel – die ideale Kerntemperatur unterscheidet sich je nach Fleischsorte und gewünschter Garstufe erheblich. In diesem umfassenden Ratgeber tauchen wir tief in die Welt der Kerntemperaturen ein, geben Ihnen detaillierte Tabellen an die Hand und verraten Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie die richtige Grilltemperatur erreichen und Ihr nächstes Grillevent zu einem vollen Erfolg machen.

- Was ist die Kerntemperatur?
- Kerntemperatur und Garstufen: Der perfekte Garpunkt
- Kerntemperatur vs. Garzeit: Was ist der Unterschied?
- Warum die Kerntemperatur messen? Sicherheit und Perfektion
- Kerntemperatur richtig messen: So geht's!
- Kerntemperatur-Tabellen für jede Fleischsorte
- Die richtige Grilltemperatur erreichen
- Der Fingertest: Kerntemperatur ohne Thermometer?
- Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte zur Kerntemperatur
- Häufig gestellte Fragen zur Kerntemperatur
- Was ist der Hauptunterschied zwischen Kerntemperatur und Garzeit?
- Warum ist es so wichtig, die Kerntemperatur bei Geflügel zu messen?
- Kann ich ein Steak auch ohne Thermometer perfekt grillen?
- Was bedeutet "Low and Slow" im Zusammenhang mit Kerntemperatur?
- Kann die Kerntemperatur nach dem Entnehmen vom Grill noch ansteigen?
Was ist die Kerntemperatur?
Die Kerntemperatur ist die Temperatur, die im innersten Bereich eines Stücks Fleisch, Geflügel oder Fisch herrscht. Sie wird an der dicksten Stelle des Garguts gemessen und ist der wichtigste Indikator dafür, ob Ihr Fleisch den gewünschten Garpunkt erreicht hat und vor allem, ob es sicher zum Verzehr geeignet ist. Das Messen der Kerntemperatur mit einem speziellen Fleischthermometer ermöglicht präzises Garen und hilft, das Risiko von Lebensmittelinfektionen durch Bakterien wie Salmonellen zu minimieren.
Die optimale Kerntemperatur variiert nicht nur zwischen verschiedenen Fleischsorten, sondern auch je nach bevorzugter Garstufe. Während der eine sein Rindersteak am liebsten blutig genießt, bevorzugt der andere es medium oder gar durchgebraten. Zum Beispiel wird für Rindfleisch eine Kerntemperatur von 50-55°C für „blutig“ (rare), 60-65°C für „medium“ und 70-75°C für „durch“ (well done) empfohlen. Bei Geflügel hingegen sollte die Kerntemperatur stets mindestens 75°C betragen, um sicherzustellen, dass alle potenziellen Bakterien abgetötet werden.
Kerntemperatur und Garstufen: Der perfekte Garpunkt
Für Fleisch gibt es verschiedene Garstufen, die direkt einer bestimmten Kerntemperatur zugeordnet werden. Es ist entscheidend zu verstehen, dass diese Zuordnungen für jede Fleischsorte unterschiedlich sind, da die chemische Zusammensetzung und Struktur des Fleisches die Art und Weise beeinflussen, wie es auf Hitze reagiert und sich gart.
Das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Kerntemperatur und Garstufe ermöglicht es Ihnen, unabhängig von der Größe des Fleischstücks oder der Hitze des Grills, immer den exakten Garpunkt zu treffen. Es ist die wissenschaftliche Methode, um das Rätselraten beim Grillen zu beenden und jedes Mal Ergebnisse in Restaurantqualität zu erzielen.
Die verschiedenen Garstufen im Detail
Besonders bei Rindfleisch wird zwischen mehreren Garstufen unterschieden, die jeweils ein einzigartiges Geschmackserlebnis und eine spezifische Textur bieten. Diese Garstufen können zwar auch auf andere Fleischsorten angewendet werden, die zugehörigen Kerntemperaturen weichen dann jedoch ab.
- Rare (auf Deutsch: Roh / Blau): Das Fleisch ist außen nur leicht angebraten und hat eine dünne Kruste. Im Inneren ist es größtenteils noch roh, oft kühl und dunkelrot. Dies ist nur für sehr hochwertige, frische Stücke dunklen Fleisches empfohlen. Die Kerntemperatur liegt bei etwa 50-55°C.
- Medium Rare (auf Deutsch: Blutig / Englisch): Hier ist das Fleisch außen stärker angebraten als bei „Rare“, aber im Inneren noch deutlich rosa und sehr saftig. Entgegen dem deutschen Begriff „blutig“ handelt es sich dabei nicht um Blut, sondern um Myoglobin, ein Protein, das Sauerstoff speichert und dem Fleisch seine rote Farbe verleiht. Die Kerntemperatur liegt bei etwa 55-60°C. Viele Steakliebhaber bevorzugen diese Garstufe.
- Medium (auf Deutsch: Rosa / Halb durch): Außen ist das Fleisch kräftig gebräunt und knusprig, während es im Inneren noch saftig und leicht rosa ist. Dies ist oft die beliebteste Garstufe, da sie eine gute Balance zwischen Zartheit und Saftigkeit bietet. Die Kerntemperatur liegt bei etwa 60-65°C.
- Medium Well (auf Deutsch: Halbrosa / Fast durch): Bei dieser Stufe ist das Fleisch fast vollständig durchgegart, mit nur noch einem Hauch von Rosa im Kern. Die Textur ist fester als bei Medium, aber immer noch saftig. Die Kerntemperatur liegt bei etwa 65-69°C.
- Well Done (auf Deutsch: Gut durchgebraten): Das Fleisch ist komplett durchgebraten und im Inneren grau oder braun. Es hat eine feste Textur und ist, wenn richtig zubereitet, immer noch saftig. Oft wird angenommen, dass Well Done trocken sein muss, aber auch ein durchgebratenes Steak kann bei korrekter Zubereitung und der richtigen Kerntemperatur zart und genießbar sein. Die Kerntemperatur liegt bei etwa 70°C oder höher.
Kerntemperatur vs. Garzeit: Was ist der Unterschied?
Oft werden die Begriffe Kerntemperatur und Garzeit miteinander verwechselt, doch sie beschreiben zwei unterschiedliche Aspekte des Garprozesses. Als Kerntemperatur wird, wie bereits erläutert, die Temperatur im Inneren des jeweiligen Fleisches bezeichnet. Sie ist das direkte Maß für den Garzustand, also ob Ihr Fleisch beispielsweise medium oder durchgegrillt ist.
Die Garzeit hingegen bestimmt, wie lange ein Stück Fleisch benötigt, um den gewünschten Garzustand – und damit die passende Kerntemperatur – zu erreichen. Die Garzeit ist eine Variable, die von zahlreichen Faktoren abhängt und daher nicht pauschal festgelegt werden kann. Es ist daher viel zuverlässiger, sich auf die Kerntemperatur als auf die Garzeit zu verlassen.
Diese Faktoren beeinflussen die Garzeit maßgeblich:
- Grilltemperatur und Umgebungshitze: Je höher die Temperatur im Grill, desto schneller gart das Fleisch. Eine Sizzle-Zone beispielsweise, die extrem hohe Temperaturen erreicht, gart Fleisch deutlich schneller an als gewöhnliche Brenner.
- Zubereitungsart: Direktes oder indirektes Grillen, Schmoren, Sous Vide – jede Methode hat ihre eigene Garzeitdynamik.
- Dicke des Fleisches: Dies ist ein wesentlicher Einflussfaktor. Je dicker das Fleischstück, desto länger benötigt die Hitze, um den Kern zu erreichen und die gewünschte Kerntemperatur einzustellen.
- Ursprüngliche Temperatur des Fleisches: Ein Steak, das direkt aus dem Kühlschrank kommt, benötigt länger, um die Zieltemperatur zu erreichen, als ein Stück Fleisch, das vor dem Grillen Raumtemperatur angenommen hat.
Für viele Fleischsorten, insbesondere größere Braten oder Cuts mit viel Bindegewebe, ist es oft besser, sie schonend bei niedrigen Temperaturen zu garen (bekannt als „Low and Slow“), um sie besonders saftig und zart zu machen. Klassiker hierfür sind Rippchen oder Pulled Pork. Auch hier ist die Kerntemperatur der entscheidende Indikator für den Erfolg.
Warum die Kerntemperatur messen? Sicherheit und Perfektion
Das Messen der Kerntemperatur ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Sicherheit. Egal ob beim Grillen, Braten, Schmoren oder Sous-Vide-Garen – durch das präzise Messen der Kerntemperatur treffen Sie am einfachsten den richtigen Garpunkt. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da bestimmte Fleischsorten, insbesondere Geflügel, vollständig durchgegart werden müssen, um eventuell vorhandene Bakterien wie Salmonellen abzutöten. Die Devise lautet hier: Immer ganz durchbraten!
Darüber hinaus spielt die Kerntemperatur eine immense Rolle für die Textur und Saftigkeit Ihres Grillguts. Fleischsorten mit einem hohen Bindegewebeanteil und Sehnen, wie zum Beispiel ein Brisket oder Pulled Pork, müssen eine bestimmte Kerntemperatur (oft über 80°C) erreichen und diese über einen längeren Zeitraum halten, damit sich die harten Kollagenfasern in weiche Gelatine umwandeln können. Erst dann wird das Fleisch wunderbar weich und zart.
Es ist wichtig zu betonen, dass es „die optimale Kerntemperatur“ nicht gibt. Für verschiedene Fleischsorten und selbst unterschiedliche Cuts vom selben Tier gelten teilweise andere Werte. Grund dafür sind die unterschiedlichen Strukturen des jeweiligen Fleisches und die Art, wie Fett und Bindegewebe auf Hitze reagieren. Deshalb sind die folgenden Kerntemperatur-Tabellen so wertvoll für jeden Grillmeister.
Kerntemperatur richtig messen: So geht's!
Um eine genaue Messung zu erhalten, ist die richtige Platzierung des Fleischthermometers entscheidend. Das Messgerät sollte immer an der dicksten Stelle des Fleischstücks eingeführt werden und darauf geachtet werden, dass es keine Knochen berührt. Knochen leiten Hitze anders als Fleisch und können zu ungenauen Messwerten führen.
Eine gute Methode zur korrekten Platzierung ist, die ungefähre Dicke des Fleisches zu messen, indem Sie den Fühler des Thermometers daneben halten. Nehmen Sie davon die Hälfte und halten Sie einen Finger an diese Stelle des Fühlers. Stechen Sie dann den Fühler bis zu Ihrem Finger in das Fleisch ein, um sicherzustellen, dass Sie den exakten Mittelpunkt der dicksten Stelle treffen.
Welche Art von Grillthermometer Sie wählen, ist Geschmackssache. Moderne Funkthermometer wie das Meater+ oder das Grillfürst Funkthermometer sind äußerst praktisch, da sie die Kerntemperatur über eine Smartphone-App anzeigen und Ihnen so ermöglichen, die Temperatur auch aus der Ferne im Blick zu behalten. Sie verfügen oft über mehrere Fühler, um gleichzeitig die Kerntemperatur des Fleisches und die Umgebungstemperatur im Grill zu überwachen. Eine gute und oft deutlich günstigere Alternative sind einfache digitale Küchen- oder Bratenthermometer, die ebenfalls präzise Ergebnisse liefern.
Kerntemperatur-Tabellen für jede Fleischsorte
Um Ihnen den Überblick zu erleichtern und Sie für Ihr nächstes Grillevent bestens vorzubereiten, haben wir die wichtigsten Kerntemperaturen für verschiedene Fleischsorten und Cuts in übersichtlichen Tabellen zusammengefasst. Diese Tabellen sind Ihr unverzichtbarer Begleiter für eine Meisterleistung auf dem Teller.

Rindfleisch
Ein richtiges Steak – damit verbinden die meisten Menschen ein Rindersteak. Jedes Teilstück vom Rind hat andere Eigenschaften und Besonderheiten, deshalb gibt es auch große Unterschiede bei der idealen Kerntemperatur von Rindersteaks und anderen Sorten. Beachten Sie, dass die hier angegebenen Werte Richtwerte sind und je nach individueller Vorliebe leicht variieren können.
| Rindfleisch | Medium Rare | Medium / Rosa | Well Done / Vollgar |
|---|---|---|---|
| Steak | 54 °C | 60 °C | – |
| Entrecôte | – | 56 °C | – |
| Rinderbrust / Brisket | – | – | 87-95 °C |
| Rinderfilet | 38-55 °C | 55-58 °C | – |
| Roastbeef | 53 °C | 55-60 °C | – |
| Rinderbraten | – | 72 °C | 82 °C |
| Rinderhack | – | 72 °C | 85 °C |
| T-Bone-Steak | 49 °C | 54-58 °C | – |
| Flank Steak | 48-55 °C | 56-59 °C | – |
| Tomahawk Steak | 48-54 °C | 56-59 °C | 60 °C |
Schweinefleisch
Der Pro-Kopf-Konsum von Schweinefleisch ist in Deutschland verglichen mit anderen Fleischsorten am höchsten. Interessanterweise muss Schweinefleisch heutzutage nicht mehr zwingend vollständig durchgegart werden, es kann auch medium oder well done gegessen werden. Einst bestand die Gefahr, dass sich Fadenwurm-Parasiten, die sogenannten Trichinen, in rohem Schweinefleisch befinden konnten. Das Risiko ist heutzutage dank strenger Kontrollen stark reduziert, aber für die meisten Cuts wird weiterhin eine höhere Kerntemperatur empfohlen, um die bestmögliche Textur und Sicherheit zu gewährleisten.
| Schweinefleisch | Medium / Rosa | Well Done / Vollgar |
|---|---|---|
| Schweinefilet | 58 °C | 65 °C |
| Schweinerücken/-lachs | 65-70 °C | 80-85 °C |
| Schweinenacken | 70-75 °C | 82 °C |
| Schweinekassler | 57 °C | – |
| Schweinemedallions | 65 °C | – |
| Schweinekotelett | – | 68 °C |
| Schweinehack | – | 75 °C |
| Schweinebraten | – | 80 °C |
| Pulled Pork | – | 87-95 °C |
Lammfleisch
Lammfleisch hat einen charakteristischen Geschmack und eine zarte Textur. Im Vergleich zu anderen Fleischarten hat Lammfleisch einen höheren Fettgehalt, nur Schweinefleisch enthält in der Regel mehr Fett. Am besten wird Lammfleisch bei einer niedrigeren Temperatur auf dem Grill gegart, oft um die 160°C, um zu verhindern, dass es trocken und zäh wird. Die höhere Kerntemperatur für Lammkeule im Vergleich zu Kotelett berücksichtigt die Größe und den Bindegewebeanteil.
| Lammfleisch | Medium / Rosa | Well Done / Vollgar |
|---|---|---|
| Lammkotelett/-karree | 55-57 °C | – |
| Lammkeule | 60 °C | 70-72 °C |
| Lammrücken | 60-62 °C | 68 °C |
Kalbfleisch
Kalbfleisch stammt von jungen Rindern, die höchstens 8 Monate alt sind. Das Fleisch ist daher sehr zart und heller als Rindfleisch. Aufgrund seiner Zartheit und des geringeren Fettgehalts kann es schnell austrocknen, weshalb präzises Garen mit Kerntemperaturmessung besonders wichtig ist.
| Kalbfleisch | Medium / Rosa | Well Done / Vollgar |
|---|---|---|
| Kalbsfilet | 60 °C | – |
| Kalbsbraten | 64 °C | 72 °C |
| Kalbskarree | 65-70 °C | – |
| Kalbsspareribs | – | 75 °C |
Geflügel
Geflügel, ob Huhn, Truthahn oder Ente, sollte immer vollständig durchgegart werden. Essen Sie Geflügel niemals roh oder medium rare! Geflügel ist sehr anfällig für eine Vielzahl von Keimen und Bakterien, insbesondere Salmonellen, weshalb es nur sicher zu essen ist, wenn es vollgar ist. Eine Ausnahme bildet hier lediglich die Entenbrust, die bei Liebhabern auch rosa genossen wird, aber dennoch eine höhere Kerntemperatur als Rindfleisch erfordert.
| Geflügel | Well Done / Vollgar |
|---|---|
| Hähnchenbrust | 72-74 °C |
| Ganzes Hähnchen | 80-84 °C |
| Truthahn | 80-85 °C |
| Gans | 80-90 °C |
| Pute | 85-90 °C |
| Entenbrust | 62-65 °C |
| Ganze Ente | 84-90 °C |
Die richtige Grilltemperatur erreichen
Neben der Kerntemperatur des Fleisches spielt auch die Grilltemperatur eine Rolle für das perfekte Grillergebnis. Für das scharfe Anbraten von Steaks eignet sich beispielsweise ein Infrarotbrenner mit 800 °C hervorragend, um eine knackige Kruste und intensive Röstaromen zu erzeugen. Danach wird das Steak auf dem gewöhnlichen Gasgrill bei niedrigerer, indirekter Hitze auf die gewünschte Kerntemperatur gegart.
Eine spezielle Sizzle-Zone ist für ein hervorragendes Steak jedoch nicht zwingend erforderlich. Auch wenn Sie ausschließlich mit einem Standardbrenner grillen, können Sie durch geschicktes Hitzemanagement und die Kontrolle der Kerntemperatur ein exzellentes Ergebnis erzielen. Moderne Gasgrills, wie sie in Tests für „runde Gasgrills“ oder „beste Gasgrills bis 500 Euro“ oft vorgestellt werden, bieten in der Regel eine sehr einfache und effiziente Temperaturkontrolle, die das Erreichen der richtigen Steak-Temperatur erleichtert.
Der Fingertest: Kerntemperatur ohne Thermometer?
Es gibt tatsächlich die Möglichkeit, die Garstufe eines Steaks mittels des sogenannten Fingertests zu beurteilen, ohne ein Thermometer zu verwenden. Dieser Test beruht auf dem Prinzip, dass sich rohes Fleisch anders anfühlt als ein medium oder durchgegrilltes Steak, wenn man darauf drückt. Je fester das Fleisch ist, desto weiter ist es gegart.
Um dieses Feingefühl zu trainieren, können Sie den Fingertest anwenden und danach zum Vergleich die Kerntemperatur mit einem Thermometer messen. So entwickeln Sie nach und nach ein Gespür für diese Methode. Allerdings erfordert der Fingertest einiges an Übung und vor allem Erfahrung. Er ist eine gute Ergänzung, aber keine hundertprozentige Ersatzmethode für ein präzises Fleischthermometer, besonders wenn es um die Sicherheit und das Erreichen eines exakten Garpunkts bei größeren Braten oder empfindlichen Fleischsorten geht. Auch erfahrene Griller verlassen sich bei wichtigen Stücken oft lieber auf die Technik als ausschließlich auf ihr eigenes Gefühl.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte zur Kerntemperatur
Beim Grillen sollte nicht nur die Temperatur im Grill, sondern vor allem auch die Kerntemperatur des Grillguts im Blick behalten werden. Nur so gelingt das Grillen auf den Punkt und Sie bringen eine wahre Meisterleistung auf den Teller. Um dies zu gewährleisten, beherzigen Sie diese drei entscheidenden Punkte:
- Messen Sie die Kerntemperatur an der richtigen Stelle: Immer in der Mitte bzw. an der dicksten Stelle des Fleisches, und vermeiden Sie den Kontakt mit Knochen. Dies gewährleistet die genaueste Messung des Garpunkts.
- Achten Sie auf die richtige Kerntemperatur für die jeweilige Fleischsorte und den Cut: Wie die Tabellen zeigen, gibt es hier große Unterschiede. Was für ein Rinderfilet perfekt ist, kann für ein Hähnchenstück gefährlich sein. Die Kenntnis dieser Werte ist der Schlüssel zu Geschmack und Sicherheit.
- Fragen Sie Ihre Gäste nach der bevorzugten Garstufe: Zwar liegen Sie mit einem medium gegrillten Steak bei den meisten richtig, aber fragen Sie Ihre Gäste trotzdem vorher, welche Garstufe sie haben möchten. So können Sie Aussagen wie „Ihh, das ist ja noch blutig.“ oder „Ein paar Minuten weniger und es wäre perfekt gewesen.“ vermeiden. Erklären Sie Ihren Gästen auch, dass ein rare oder medium gegrilltes Steak einfach saftiger ist, als ein durchgebratenes, da es noch mehr Fleischsaft enthält. Und denken Sie daran: Fleischsaft ist kein Blut! Das rote ist Myoglobin, ein natürliches Protein.
Häufig gestellte Fragen zur Kerntemperatur
Was ist der Hauptunterschied zwischen Kerntemperatur und Garzeit?
Die Kerntemperatur ist die gemessene Temperatur im Inneren des Fleisches und bestimmt direkt den aktuellen Garzustand (z.B. rare, medium, well done). Die Garzeit hingegen ist die Dauer, die das Fleisch benötigt, um diese gewünschte Kerntemperatur zu erreichen. Die Garzeit ist variabel und hängt von vielen Faktoren ab, während die Kerntemperatur der konstante Indikator für den Garpunkt ist.
Warum ist es so wichtig, die Kerntemperatur bei Geflügel zu messen?
Es ist von entscheidender Bedeutung, die Kerntemperatur bei Geflügel genau zu messen, da Geflügel sehr anfällig für Keime und Bakterien wie Salmonellen ist. Nur wenn Geflügel vollständig durchgegart ist (mindestens 75°C im Kern), können diese schädlichen Bakterien abgetötet werden, was die Lebensmittelsicherheit gewährleistet.
Kann ich ein Steak auch ohne Thermometer perfekt grillen?
Ja, es gibt den sogenannten Fingertest, der mit Übung und Erfahrung eine Einschätzung der Garstufe ohne Thermometer ermöglicht. Dabei wird die Festigkeit des Fleisches mit der Festigkeit bestimmter Fingerpositionen der Hand verglichen. Für präzise und wiederholbare Ergebnisse, insbesondere bei wichtigen Anlässen oder größeren Fleischstücken, ist die Verwendung eines Fleischthermometers jedoch immer die sicherste und genaueste Methode.
Was bedeutet "Low and Slow" im Zusammenhang mit Kerntemperatur?
"Low and Slow" ist eine Garmethode, bei der Fleisch bei niedriger Temperatur (Low) über einen längeren Zeitraum (Slow) gegart wird. Dies wird typischerweise für Cuts mit hohem Bindegewebeanteil wie Pulled Pork oder Brisket angewendet. Die Kerntemperatur ist hier entscheidend, um sicherzustellen, dass das Kollagen im Bindegewebe ausreichend Zeit hat, sich in zarte Gelatine umzuwandeln (oft bei Kerntemperaturen von 85°C bis 95°C), wodurch das Fleisch unglaublich zart und saftig wird.
Kann die Kerntemperatur nach dem Entnehmen vom Grill noch ansteigen?
Ja, das ist ein sehr wichtiges Phänomen, bekannt als "Carry-Over Cooking" oder Nachgaren. Nach dem Entnehmen des Fleisches vom Grill kann die Kerntemperatur aufgrund der Restwärme im Inneren noch um einige Grad ansteigen. Daher ist es ratsam, das Fleisch einige Grad unter der gewünschten Endkerntemperatur vom Grill zu nehmen und es vor dem Anschneiden ruhen zu lassen. Während dieser Ruhephase verteilt sich auch der Fleischsaft gleichmäßig, was zu einem saftigeren Ergebnis führt.
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