Was ist indirektes Grillen?

Perfekt Grillen: Direkt, Indirekt & Rückwärts

09/03/2025

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Grillen ist mehr als nur eine Zubereitungsart; es ist eine Leidenschaft, ein geselliges Ritual und für viele ein Höhepunkt des Sommers. Doch wer wirklich meisterhaft grillen möchte, stößt schnell auf Begriffe wie 'direktes' und 'indirektes' Grillen. Während das direkte Grillen die wohl bekannteste Methode ist – das Grillgut liegt unmittelbar über der Hitzequelle und gart schnell bei hohen Temperaturen – bietet das indirektes Grillen eine sanftere, schonendere Alternative, die zu unglaublich zarten und saftigen Ergebnissen führt. Es ist diese Kunst des langsamen Garens, die immer mehr Grillbegeisterte für sich entdecken. Aber wann kommt welche Methode zum Einsatz, und gibt es noch weitere Techniken, die das Grillerlebnis revolutionieren können? Tauchen wir ein in die Welt der Grillmethoden und entdecken, wie Sie Ihr Grillgut perfektionieren können.

Wie hoch sollte die Temperatur beim Grillen sein?
Die beste Temperatur zum Grillen von Fisch liegt zwischen 160-180°C. Es ist wichtig, die Temperatur nicht zu hoch werden zu lassen, da Fisch schnell verbrennen kann. Wenn du die Temperatur zu hoch wählst, kann der Fisch zu trocken werden. Ich empfehle dir, die Temperatur auf 170°C zu halten und den Fisch bei mittlerer Hitze zu grillen.
Inhaltsverzeichnis

Direktes Grillen: Schnell und Intensiv

Beim direktes Grillen ist die Temperatur hoch und die Garzeit kurz. Das Grillgut ist der Hitze direkt und ohne Umwege ausgesetzt. Diese Garmethode eignet sich besonders für dünne Steaks, Hamburger, Koteletts, Hähnchen- oder Putenbrüste, Fischfilets und Gemüsespieße – eben für Grillgut, das schnell gar ist und hohen Temperaturen ausgesetzt werden darf. Die Poren im Fleisch schließen sich durch die direkte Hitze sofort, und das Grillgut erhält von außen das beliebte, knusprige Branding – als Zeichen für echtes, richtiges Grillen.

So gehen Sie beim direkten Grillen vor: Zunächst sollten Sie Ihren Grill bei geschlossenem Deckel für ungefähr 10 bis 15 Minuten vorheizen. Halten Sie bei einem Holzkohlegrill den Lüftungsregler geöffnet. Die Holzkohle verteilen Sie gleichmäßig unter dem Grillrost, so dass Fleisch & Co. direkt von unten erhitzt werden können. Beim Gasgrill platzieren Sie Ihr Grillgut entsprechend auf dem Grillrost direkt über dem Gasbrenner. Für ein besseres Grillergebnis sollten Sie den Deckel bei beiden Grills geschlossen halten. Es empfiehlt sich zum Beispiel Würstchen immer direkt zu grillen.

Für dickere Steaks und ganze Fleischstücke hingegen eignet sich die indirekte Methode besser. Denn wegen der hohen Hitze würden sie beim direkten Grillen von außen verbrennen, während sie innen noch roh wären. Richtig grillen ist also immer vom Grillgut abhängig. Achten Sie beim direkten Grillen darauf, den Rost nicht zu überladen, damit die Hitze gleichmäßig zirkulieren kann und jedes Stück gut gart. Verwenden Sie eine Grillzange, um das Grillgut zu wenden, und vermeiden Sie Gabeln, die wertvolle Fleischsäfte austreten lassen.

Indirektes Grillen: Zartheit durch Geduld

Beim indirekten Grillen wird das Grillgut schonend und langsam gegart. Fleisch & Co. liegen dabei nicht direkt über der Holzkohle oder dem Gasbrenner, sondern indirekt daneben. Diese Art zu grillen eignet sich besonders für größere und dickere Fleischstücke, ganzes Geflügel oder Rippchen. Auch für Fisch und vegetarisches Grillgut ist das indirekte Grillen zu empfehlen, da die Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben und das Grillgut nicht austrocknet. Das Ergebnis ist ein unvergleichlich zartes und saftiges Grillgut, das gleichmäßig von allen Seiten gegart wird.

Setup für den Holzkohlegrill

Fürs indirekte Grillen benötigen Sie einen Holzkohlegrill, zum Beispiel einen Kugelgrill, der unbedingt einen Deckel haben sollte. Beim Holzkohlegrill muss ein Bereich kohlefrei bleiben, damit das Grillgut nicht der direkten Hitze ausgesetzt wird. Sie können die Kohle dafür zum Beispiel am Außenrand des Grills als Glutring anordnen. Alternativ lässt sich auch ein sogenanntes Bullauge legen, indem Sie einen Kohlehaufen in der Mitte positionieren und den äußeren Rand frei lassen; das Grillgut liegt dann auf dem äußeren Ring. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Ihren Grill zu dritteln. Dann können Sie entweder links und rechts Grillkohle verteilen, während die Mitte frei bleibt, oder nur ein äußeres Drittel mit Kohle bestücken und die restlichen zwei Drittel frei lassen. Für eine gute Luftzirkulation sollte sich der Lüftungsschieber über der indirekten Zone befinden, denn ein Holzkohlegrill braucht zum richtigen Grillen unbedingt Luft.

Setup für den Gasgrill

Bei einem Gasgrill befeuern Sie beim indirekten Grillen nicht alle Brenner, sondern lassen einen oder mehrere ausgeschaltet. Der indirekte Grillbereich befindet sich über den ausgeschalteten Brennern. Dort positionieren Sie am besten eine Tropfschale aus Aluminium, bevor Sie das Grillgut, das indirekt gegart werden soll, darüber auf den Grillrost legen. So können sich Fett, Öl und Marinaden in der Tropfschale sammeln, statt in den ausgeschalteten Brenner zu tropfen und ihn zu verschmutzen. Dasselbe können Sie natürlich beim Holzkohlegrill machen, um zu verhindern, dass Fleischsaft & Co. in die Glut tropfen und Rauchentwicklung verursachen. Wenn Sie richtig grillen wollen, bleibt auch beim Gasgrill der Deckel während des indirekten Grillens geschlossen. So strahlt die Hitze im Inneren von den Seitenwänden und dem Grilldeckel ab, verteilt sich gleichmäßig und kann von allen Seiten auf das Grillgut einwirken.

Garzeiten und Temperaturen beim indirekten Grillen

Da die Garzeiten beim indirekten Grillen länger sind, sollten Sie rechtzeitig mit dem Grillen beginnen, bevor der Hunger zu groß wird. Denn ganze Hähnchen, große Braten, Spareribs und Pulled Pork benötigen mehrere Stunden, bis sie fertig sind. Hier ein paar Richtwerte zu Grilltemperatur und Grilldauer:

  • Ein ganzes Hähnchen mit ca. 1,2 kg sollte bei 180 °C ungefähr 50 bis 60 Minuten indirekt garen.
  • Eine ganze Pute (5,5 bis 7 kg) benötigt bei 170 °C ungefähr 3 bis 4 Stunden bei indirekter Hitze.
  • Ein ganzer Fisch (ca. 400 g) ist bei 180 °C bereits nach 20 Minuten indirektem Grillen verzehrfertig.
  • Spareribs (1,5 bis 1,8 kg) benötigen bei 130 °C indirekter Hitze ca. 4 bis 5 Stunden.
  • Größere Bratenstücke wie Pulled Pork können bei 110-130°C auch 8-12 Stunden oder länger benötigen.

Beachten Sie, dass dies nur Richtwerte sind. Die genaue Garzeit hängt von der Größe und Beschaffenheit des Grillguts sowie der konstanten Hitzeführung ab. Ein zuverlässiges Fleischthermometer ist hierbei Ihr bester Freund, um die Kerntemperatur zu überwachen und den perfekten Garpunkt zu bestimmen.

Vergleich: Direkt vs. Indirekt

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, wann welche Methode die richtige ist, hier eine übersichtliche Gegenüberstellung:

MerkmalDirektes GrillenIndirektes Grillen
HitzequelleDirekt unter dem GrillgutNeben oder um das Grillgut herum
TemperaturHoch (ca. 200-300°C)Mittel bis niedrig (ca. 100-200°C)
GarzeitKurzLang
Geeignet fürDünne Steaks, Würstchen, Burger, Fischfilets, SpießeGroße Braten, ganzes Geflügel, Rippchen, Pulled Pork, Fisch, Gemüse
ErgebnisKnusprige Kruste, Branding, schneller GarprozessZart, saftig, gleichmäßig gegart, schonend
DeckelEmpfohlen für bessere HitzeverteilungAbsolut notwendig für Ofen-Effekt
ZubehörGrillzangeTropfschale, Fleischthermometer

Rückwärtsgrillen: Die Perfekte Kombination

Unter Rückwärtsgrillen versteht man langsames Garen bei niedrigen Temperaturen, gefolgt von heißem, schnellem Garen – also die Kombination von direktem und indirektem Grillen. Beliebt ist das Rückwärtsgaren vor allem zum Beispiel für dickere Steaks, Braten und Kartoffeln. Dafür legen Sie das Grillgut zunächst bei einer niedrigen Temperatur in die indirekte Zone des Grills und grillen es so lange, bis es fast fertig ist und die gewünschte Kerntemperatur (z.B. 2-3°C unter dem Zielwert für Steaks) erreicht hat. Dann kommt das Fleisch oder Gemüse kurz auf die direkte Zone bei hoher Temperatur, so dass die Außenseite knusprig wird und eine perfekte Kruste entsteht. Sobald die Kruste die gewünschte Optik hat, können Sie das Grillgut einmal wenden. Diese Methode ermöglicht eine unglaublich gleichmäßige Garung im Inneren und eine fantastische Kruste außen, ohne dass das Grillgut austrocknet oder verbrennt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Grillen

Warum ist ein Deckel beim Grillen so wichtig?

Ein Deckel verwandelt Ihren Grill in einen Konvektionsofen. Er sorgt dafür, dass die Hitze zirkuliert und das Grillgut von allen Seiten gleichmäßig gart, besonders wichtig beim indirekten Grillen. Auch beim direkten Grillen hilft er, die Temperatur hoch zu halten und die Garzeit zu verkürzen.

Welche Grilltemperatur ist ideal für indirektes Grillen?

Die ideale Temperatur für indirektes Grillen liegt meist zwischen 100°C und 200°C, abhängig vom Grillgut. Für typisches 'Low & Slow' wie Pulled Pork sind 110-130°C optimal, während für Geflügel oder Fisch oft höhere indirekte Temperaturen von 160-180°C verwendet werden.

Brauche ich spezielles Zubehör für indirektes Grillen?

Ein Grill mit Deckel ist die Grundvoraussetzung. Eine Tropfschale ist dringend empfohlen, um Fett aufzufangen und den Grill sauber zu halten. Ein gutes Fleischthermometer ist unerlässlich, um die Kerntemperatur zu überwachen und den perfekten Garpunkt zu treffen.

Kann ich indirektes Grillen auf jedem Grill anwenden?

Nein, indirektes Grillen ist nur auf Grills möglich, die einen Deckel haben und die Hitze speichern und zirkulieren lassen können. Offene Grills ohne Deckel sind dafür nicht geeignet, da die Hitze nicht kontrolliert werden kann und die Ofenwirkung fehlt.

Wie kontrolliere ich die Temperatur beim Holzkohlegrill?

Die Temperatur beim Holzkohlegrill wird hauptsächlich durch die Zuluft und Abluft reguliert. Öffnen Sie die Lüftungsschieber weiter, steigt die Temperatur (mehr Sauerstoff für die Kohle). Schließen Sie sie, sinkt die Temperatur. Auch die Menge der Kohle beeinflusst die Hitze.

Wie kontrolliere ich die Temperatur beim Gasgrill?

Beim Gasgrill regulieren Sie die Temperatur einfach über die Einstellung der Gasbrenner. Für indirektes Grillen schalten Sie bestimmte Brenner aus und lassen andere auf niedriger oder mittlerer Stufe laufen, um die gewünschte indirekte Temperatur zu erreichen.

Wie füge ich Rauchgeschmack hinzu?

Um Rauchgeschmack hinzuzufügen, können Sie Holzchips oder Holzchunks verwenden. Diese werden entweder direkt auf die glühende Kohle gelegt (bei Holzkohlegrills) oder in einer Smoker-Box über einem aktiven Brenner platziert (bei Gasgrills). Vor dem Gebrauch können die Holzchips gewässert werden, um eine längere Rauchentwicklung zu gewährleisten.

Wann ist mein Grillgut fertig?

Der beste Weg, um den Garpunkt zu bestimmen, ist die Verwendung eines Fleischthermometers. Die Kerntemperatur ist der verlässlichste Indikator. Beispiele für Kerntemperaturen: Rindfleisch medium 55-60°C, Schweinefleisch 70°C, Geflügel 74°C.

Muss ich das Fleisch nach dem Grillen ruhen lassen?

Ja, unbedingt! Lassen Sie Fleisch nach dem Grillen für 5-15 Minuten (je nach Größe) unter Alufolie ruhen. So können sich die Fleischsäfte, die sich während des Garens im Zentrum gesammelt haben, wieder im gesamten Fleisch verteilen. Das Ergebnis ist ein saftigeres und zarteres Stück Fleisch.

Egal, ob Sie ein schneller Steak-Liebhaber sind oder die Geduld für ein stundenlang gegartes Pulled Pork aufbringen: Das Verständnis der verschiedenen Grillmethoden – direkt, indirekt und rückwärts – öffnet Ihnen eine Welt voller kulinarischer Möglichkeiten. Jede Technik hat ihre Berechtigung und ihre spezifischen Vorteile, abhängig vom Grillgut und dem gewünschten Ergebnis. Mit dem richtigen Wissen und etwas Übung werden Sie nicht nur zum Meister am Rost, sondern auch Ihre Gäste immer wieder aufs Neue begeistern. Experimentieren Sie, haben Sie Spaß und vor allem: Lassen Sie es sich schmecken!

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