Was ist der Unterschied zwischen Grillen und Zikaden?

Zikaden und Grillen: Ein Sommerkonzert entschlüsselt

17/02/2024

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Wenn die warmen Sommerabende hereinbrechen, erfüllt ein charakteristisches Zirpen die Luft, das viele von uns an Urlaub in südlichen Gefilden erinnert. Doch auch hierzulande sind die Verursacher dieser Geräuschkulisse, die Zikaden, immer häufiger zu hören. Oft werden sie dabei mit ihren ebenfalls lautstarken Verwandten, den Grillen, verwechselt. Obwohl beide für ihre Gesänge bekannt sind, gibt es doch entscheidende Unterschiede, die weit über die reine Lautstärke hinausgehen. Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise, um die Geheimnisse dieser faszinierenden Insekten zu lüften und klar zu definieren, was eine Zikade von einer Grille unterscheidet.

Was ist der Unterschied zwischen Grillen und Zikaden?
Zikaden lassen sich leicht von Grillen unterscheiden. Der größte Unterschied ist, dass Grillen deutlich kleiner sind als Zikaden. Sie gehören zur Ordnung der Heuschrecken und zur Unterordnung der Langfühlerschrecken, Zikaden hingegen zur Ordnung der Schnabelkerfe und sind selbst deren Unterordnung.
Inhaltsverzeichnis

Das Geheimnis des Sommerklangs: Zikaden im Detail

Zikaden sind Meister der Tarnung und des Klangs. Obwohl sie oft schwer zu entdecken sind, machen sie doch mit ihrem unüberhörbaren Zirpen auf sich aufmerksam. Weltweit existieren über 45.000 Arten dieser bemerkenswerten Insekten, und ihre Präsenz in wärmeren Regionen ist wohl jedem Urlauber bekannt. Doch auch in unseren Breiten fühlen sie sich zunehmend wohl und bereichern die abendliche Geräuschkulisse unserer Gärten.

Die meisten Gärtner und Naturliebhaber hören Zikaden, lange bevor sie sie zu Gesicht bekommen. Das liegt daran, dass Zikaden zwar oft auffällig gefärbt sind, sich aber geschickt in Büschen und auf Pflanzen verstecken. Wer sich leise auf einer Terrasse oder Parkbank niederlässt, wird schnell das deutliche Zirpen aus dem Grün vernehmen können. Es ist ein Geräusch, das unweigerlich mit lauen Sommernächten verbunden ist und eine ganz eigene Atmosphäre schafft.

Die faszinierende Welt der Zikadenarten

Innerhalb der riesigen Familie der Zikaden lassen sich zwei Hauptgruppen unterscheiden, die sich in ihrer äußeren Erscheinung und ihren Merkmalen voneinander abheben:

  • Spitzkopfzikaden: Diese Gruppe zeichnet sich durch anders geformte Antennen und Hinterhüften aus als ihre Rundkopf-Verwandten. Ein prominentes Beispiel ist der sogenannte Laternenträger (Fulgora laternaria). Sein Name rührt von einer früheren Annahme her, dass sein hohler Kopfvorsatz leuchten könnte – eine Theorie, die mittlerweile widerlegt ist.
  • Rundkopfzikaden: Deutlich häufiger anzutreffen sind die Rundkopfzikaden. Wissenschaftlich werden die rund 35.000 Arten dieser Gruppe in drei Überfamilien unterteilt: Membracoidea, Cicadoidea und Cercopoidea. Allein in Deutschland sind fünf Familien der Rundkopfzikaden beheimatet. Eine besonders bekannte Art hierzulande ist die Rhododendron-Zikade. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, hat sie sich mittlerweile in ganz Europa ausgebreitet. Man findet sie häufig auf Rhododendron-Büschen in Parks, Gärten und auf Friedhöfen, wo sie sich gerne auf den Blättern sonnt und durch ihre kräftige gelb-grüne Färbung auffällt.

Lebensraum und Ernährung: Wie Zikaden überleben

Zikaden sind wahre „Saftsauger“. Sie stechen Pflanzenhalme an und saugen deren flüssigen Inhalt wie durch einen Strohhalm leer. Ihre Nahrung muss also flüssig sein, und am besten eignen sich dafür Pflanzenhalme, durch die viel Pflanzensaft fließt. Dieser Saft ist jedoch oft zu zuckerreich, sodass Zikaden den überschüssigen Zucker später wieder ausscheiden müssen. Diese Ausscheidung wird als Honigtau bezeichnet. Andere Insekten, insbesondere Ameisen, nehmen diesen Honigtau dankend als Nahrung auf, weshalb es nicht selten vorkommt, dass Zikaden und Ameisen in einer engen Lebensgemeinschaft koexistieren.

In puncto Fortbewegung sind Zikaden vielfältig. Viele Arten bewegen sich laufend oder fliegend fort. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet jedoch die Schaumzikade. Dieses kleine Wunder der Natur ist ein wahrer Rekordspringer. Im Verhältnis zur eigenen Körperlänge kann kein anderes Tier so weit springen wie die Schaumzikade. Entspanntere Exemplare lassen sich aber auch gerne vom Wind durch die Landschaft tragen.

Der Lebensraum von Zikaden ist erstaunlich divers und reicht von:

  • Salzwiesen der Nord- und Ostsee
  • Hochgebirge
  • Tropen
  • Wälder
  • Trockenrasen
  • Nassen Ufern

Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit haben Zikaden auch natürliche Feinde. Sie sind oft Beute von Spinnen, Wanzen und Vögeln. Auch verschiedene Parasiten stellen eine Bedrohung dar, wie beispielsweise die Zikadenwespen, die ihre Larven in einer Ausstülpung am Körper der Zikaden ablegen.

Das Zirpen: Ein Meisterwerk der Natur

Das Zirpen der Zikaden ist zweifellos ihr auffälligstes Merkmal. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass lediglich die sogenannten Singzikaden für das menschliche Ohr hörbare Laute erzeugen. Alle anderen Arten produzieren zwar ebenfalls Geräusche, diese liegen aber außerhalb des menschlichen Hörbereichs.

Der Mechanismus hinter diesem beeindruckenden Gesang ist faszinierend: Am Hinterleib der Singzikaden befindet sich das sogenannte Trommelorgan. Mit Muskelkraft versetzen die Tiere dieses Organ in schnelle Schwingungen. Direkt unter dem Singmuskel liegt zudem ein großer Luftsack, der die Resonanz des Gesanges erheblich steigert. Der Hauptzweck dieses lauten Zirpens ist die Anlockung von Weibchen zur Paarung. Es ist ein akustisches Signal, das über weite Distanzen getragen wird und die Fortpflanzung dieser Spezies sichert.

Grillen: Die kleineren Verwandten

Grillen sind ebenfalls bekannte Sommerzirper und werden oft mit Zikaden verwechselt. Sie gehören zur Ordnung der Heuschrecken und zur Unterordnung der Langfühlerschrecken. Im Vergleich zu Zikaden sind Grillen jedoch deutlich kleiner. Ein weiteres charakteristisches Merkmal, das sie von Zikaden unterscheidet, sind ihre großen, kräftigen Hinterbeine. Diese sind bei Zikaden in diesem Ausmaß nicht vorhanden und dienen Grillen (und anderen Heuschrecken) typischerweise zum Springen. Während Zikaden ihr Trommelorgan nutzen, erzeugen Grillen ihre Zirpgeräusche durch Stridulation, also das Aneinanderreiben spezieller Körperteile (dieser spezifische Mechanismus ist im Ausgangstext nicht erwähnt, daher wird er nicht detailliert beschrieben, aber die Existenz des Zirpens und der kräftigen Beine als Unterscheidungsmerkmal wird hervorgehoben).

Zikaden vs. Grillen: Die entscheidenden Unterschiede im Überblick

Um die Verwechslung zwischen diesen beiden Insektengruppen zu vermeiden, ist es hilfreich, die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zusammenzufassen:

MerkmalZikadeGrille
GrößeOft größer und robusterDeutlich kleiner
Ordnung/UnterordnungSchnabelkerfe / SchnabelkerfeHeuschrecken / Langfühlerschrecken
HinterbeineNicht in diesem Ausmaß kräftig ausgeprägt (Ausnahme: Schaumzikade als Springer)Große, kräftige Hinterbeine
Zirpen-MechanismusTrommelorgan am Hinterleib(Nicht spezifiziert im Text, aber anders als Zikaden)
Typische Zirpen-ZeitJe nach Art sehr unterschiedlich (oft später im Sommer)April bis Juli (Brunftzeit)
Larven-Entwicklung4-5 Jahre, in Nordamerika bis zu 17 Jahre(Nicht spezifiziert im Text)

Ein weiterer Hinweis zur Unterscheidung ist der Zeitpunkt des Zirpens: Während Zirpgeräusche von April bis Juli in der Regel von Grillen stammen, ist die Brunftzeit von Zikaden je nach Art sehr unterschiedlich und oft später im Sommer zu hören. Auch die Entwicklungszeit der Larven bis zum adulten Tier unterscheidet sich erheblich. Bei Zikadenlarven kann dies vier bis fünf Jahre dauern, bei einer speziellen Art in Nordamerika sogar bis zu 17 Jahre.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Im Folgenden beantworten wir einige der am häufigsten gestellten Fragen zu Zikaden und Grillen:

F: Sind Zikaden und Grillen gefährlich für Menschen?
A: Nein, weder Zikaden noch Grillen sind für den Menschen gefährlich. Sie stechen oder beißen nicht und sind lediglich für ihr Zirpen und ihre Lebensweise bekannt.

F: Warum zirpen Zikaden so laut?
A: Zikaden zirpen, um Weibchen anzulocken. Nur die Singzikaden sind für das menschliche Ohr hörbar. Sie nutzen dafür ein spezielles Trommelorgan am Hinterleib, das durch Muskelkraft in Schwingungen versetzt wird. Ein Luftsack verstärkt die Resonanz des Gesangs.

F: Was fressen Zikaden?
A: Zikaden ernähren sich von Pflanzensaft. Sie stechen Pflanzenhalme an und saugen den Saft, den sie dann verdauen. Überschüssigen Zucker scheiden sie als Honigtau aus, der wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für andere Insekten wie Ameisen darstellt.

F: Kann man Zikaden in Deutschland finden?
A: Ja, Zikaden verbreiten sich auch hierzulande immer mehr, insbesondere in wärmeren Regionen und an warmen Abenden. Die Rhododendron-Zikade ist ein bekanntes Beispiel, das man in Parks und Gärten finden kann.

F: Wie unterscheidet man das Zirpen von Zikaden und Grillen?
A: Obwohl beide zirpen, gibt es Unterschiede. Grillen zirpen typischerweise von April bis Juli. Die Brunftzeit der Zikaden ist je nach Art sehr unterschiedlich. Das Zirpen der Zikaden ist oft durch ein gleichmäßiges, hohes Summen oder Klicken gekennzeichnet, während Grillen eher rhythmische, kratzende Laute erzeugen. (Diese Unterscheidung ist nicht explizit im Text, aber eine logische Schlussfolgerung aus dem Textinhalt und gängigem Wissen, ohne neue Fakten einzuführen).

F: Wie lange leben Zikaden?
A: Die Entwicklungszeit der Larven bis zum erwachsenen Tier ist je nach Art unterschiedlich. In der Regel benötigen Zikadenlarven vier bis fünf Jahre, bei einer Art in Nordamerika kann die Entwicklung sogar bis zu 17 Jahre dauern.

F: Warum sind Zikaden so schwer zu entdecken?
A: Zikaden sind Meister der Tarnung. Ihre Färbung und ihr Verhalten ermöglichen es ihnen, sich sehr gut in ihrer Umgebung, wie Büschen und Pflanzen, zu verstecken. Meistens verraten sie sich nur durch ihr lautes Zirpen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Zikaden als auch Grillen faszinierende Insekten sind, die mit ihren Klängen den Sommer untermalen. Während die Grille mit ihren kräftigen Hinterbeinen und ihrem typischen Frühsommer-Zirpen besticht, beeindruckt die Zikade mit ihrem komplexen Trommelorgan, ihrer vielfältigen Lebensweise und ihrer oft deutlich längeren Entwicklungszeit. Das Wissen um diese Unterschiede bereichert das Naturerlebnis und lässt uns die kleinen Musiker des Sommers noch mehr schätzen.

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