09/11/2021
Der Wels, auch als Waller bekannt, ist ein beeindruckender Bewohner unserer europäischen Süßwassergewässer. Doch trotz seiner Größe und Verbreitung herrscht oft Unsicherheit darüber, ob dieser Fisch überhaupt essbar ist und wie man ihn am besten zubereitet. Die gute Nachricht vorweg: Der Wels ist nicht nur essbar, sondern eine echte Delikatesse, die mit ihrem festen, grätenarmen Fleisch und milden Geschmack überzeugt. In diesem umfassenden Artikel tauchen wir tief in die Welt des Welses ein, beleuchten seine Besonderheiten und zeigen Ihnen, wie Sie diesen vielseitigen Fisch von der Reinigung bis zum fertigen Gericht perfekt zubereiten können.

- Was den Wels so besonders macht
- Ist der Wels essbar? Die klare Antwort
- Vorbereitung des Welses: Von der Schuppen bis zum Filet
- Kulinarische Vielfalt: Der Wels in der Küche
- Geschmacksprofil und Textur
- Wels kaufen und lagern
- Wels im Vergleich zu anderen Fischen
- Häufig gestellte Fragen zum Wels
- Fazit: Der Wels – Ein unterschätzter Genuss
Was den Wels so besonders macht
Der Wels (Silurus glanis) ist der größte Süßwasserfisch Europas und kann beachtliche Größen und Gewichte erreichen. Doch nicht nur seine imposante Erscheinung macht ihn besonders, sondern vor allem seine kulinarischen Eigenschaften:
- Festes, grätenarmes Fleisch: Im Gegensatz zu vielen anderen Süßwasserfischen besitzt der Wels sehr wenige Gräten, was ihn besonders angenehm zu essen macht. Sein Fleisch ist fest, weiß bis leicht rosa und zerfällt beim Garen nicht so leicht.
- Milder Geschmack: Der Geschmack des Welses ist angenehm mild, oft leicht nussig und nimmt die Aromen von Gewürzen und Marinaden hervorragend auf. Die oft befürchtete „modrige“ Note, die manchmal Fischen aus stehenden Gewässern zugeschrieben wird, ist bei Welsen aus sauberem, fließendem Wasser oder aus Aquakulturen in der Regel nicht vorhanden.
- Vielseitigkeit in der Küche: Ob gebraten, gebacken, geräuchert oder gegrillt – der Wels ist kulinarisch äußerst anpassungsfähig. Seine Textur hält verschiedenen Zubereitungsarten stand.
- Nachhaltigkeit: Welsbestände sind in vielen Regionen stabil, und es gibt zunehmend erfolgreiche Aquakulturen, die eine nachhaltige Fischerei und Zucht ermöglichen.
Ist der Wels essbar? Die klare Antwort
Ja, der Wels ist uneingeschränkt essbar und wird in vielen Kulturen als Speisefisch geschätzt. Die Skepsis rührt oft von seinem Aussehen her oder von der Tatsache, dass er ein Bodenbewohner ist. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die Wasserqualität, in der ein Wels lebt, den Geschmack maßgeblich beeinflusst. Fische aus sauberen, fließenden Gewässern oder professionellen Aquakulturen sind geschmacklich hervorragend. Welse ernähren sich von Kleintieren, Insektenlarven und kleineren Fischen, was zu ihrem gesunden Fleisch beiträgt.
Nährwert und Gesundheitliche Vorteile
Neben seinem vorzüglichen Geschmack bietet der Wels auch erhebliche gesundheitliche Vorteile. Er ist eine ausgezeichnete Quelle für hochwertiges Protein, das für Muskelaufbau und -reparatur unerlässlich ist. Zudem enthält er wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin D, B12, Selen und Phosphor. Besonders hervorzuheben ist sein Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und gut für Herz und Gehirn sind, auch wenn der Gehalt nicht so hoch ist wie bei fettreichen Meeresfischen.
Vorbereitung des Welses: Von der Schuppen bis zum Filet
Die richtige Vorbereitung ist entscheidend für den Genuss von Wels. Welse haben keine Schuppen, sondern eine schleimige Haut. Diese Schleimschicht sollte vor der Zubereitung entfernt werden. Dies kann durch Abspülen unter fließendem Wasser und kräftiges Abreiben mit Salz oder einer Bürste geschehen. Alternativ kann die Haut auch abgezogen werden, was besonders bei größeren Exemplaren empfehlenswert ist, da die Haut zäh werden kann.
Nach dem Entfernen des Schleims oder der Haut wird der Fisch ausgenommen und gründlich innen und außen gewaschen. Für die meisten Gerichte empfiehlt es sich, den Wels zu filetieren. Dies mag anfangs eine Herausforderung sein, aber mit etwas Übung gelingt es gut. Das Ergebnis sind grätenfreie Filets, die sich ideal für verschiedene Zubereitungsarten eignen.
Kulinarische Vielfalt: Der Wels in der Küche
Der Wels ist ein wahrer Verwandlungskünstler am Herd. Seine feste Fleischkonsistenz macht ihn ideal für viele Zubereitungsarten.
Wels auf dem Grill: Ein Highlight für Grillmeister
Gerade für Grillfans ist der Wels eine exzellente Wahl. Sein festes Fleisch zerfällt nicht so leicht wie das anderer Fische und nimmt Raucharomen wunderbar auf. Für das Grillen eignen sich Welsfilets oder auch quer geschnittene Welssteaks.
- Zubereitungstipps: Marinieren Sie die Welsstücke vor dem Grillen für mindestens 30 Minuten in einer Mischung aus Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, frischen Kräutern (Dill, Petersilie) und Gewürzen. Heizen Sie den Grill auf mittlere bis hohe Hitze vor. Ölen Sie den Rost gut ein, um Anhaften zu vermeiden.
- Grillzeit: Grillen Sie die Filets oder Steaks bei direkter Hitze für etwa 4-6 Minuten pro Seite, abhängig von der Dicke. Das Fleisch sollte undurchsichtig sein und sich leicht mit einer Gabel zerteilen lassen.
- Varianten: Probieren Sie Welsspieße mit Gemüse wie Paprika und Zwiebeln oder grillen Sie ganze, kleinere Welse in einer Fischzange. Eine Kräuterbutter oder eine leichte Zitronensauce passen hervorragend dazu.
Weitere beliebte Zubereitungsarten
- Braten: Welsfilets lassen sich hervorragend in der Pfanne braten. Panieren Sie die Filets für eine knusprige Kruste oder braten Sie sie pur in etwas Butter oder Öl goldbraun.
- Backen: Ganze, ausgenommene Welse oder Filets können im Ofen gebacken werden. Wickeln Sie Filets in Alufolie mit Gemüse und Kräutern für ein saftiges Ergebnis oder backen Sie einen ganzen Wels auf einem Gemüsebett.
- Räuchern: Geräucherter Wels ist eine besondere Delikatesse. Der Rauch verleiht dem festen Fleisch ein einzigartiges Aroma. Dies erfordert jedoch einen geeigneten Räucherofen.
- In der Suppe oder Eintopf: Welsfleisch eignet sich auch hervorragend für herzhafte Fischsuppen oder Eintöpfe, da es seine Form behält und viel Geschmack abgibt.
Geschmacksprofil und Textur
Der Wels hat ein mildes, reines Aroma, das oft als leicht erdig oder nussig beschrieben wird. Er ist weniger „fischig“ als viele Meeresfische, was ihn auch für Personen attraktiv macht, die sonst keinen Fisch mögen. Die Textur ist fest und fleischig, aber dennoch zart und saftig, wenn er richtig zubereitet wird. Nach dem Garen zerfällt er in schöne, große Flocken.

Wels kaufen und lagern
Achten Sie beim Kauf von Wels darauf, dass der Fisch frisch ist. Merkmale für frischen Fisch sind klare Augen, rote Kiemen (bei ganzen Fischen), festes, glänzendes Fleisch und ein neutraler, meeresähnlicher Geruch. Vermeiden Sie Fische, die einen starken, unangenehmen Geruch haben oder deren Fleisch weich und schlaff ist.
Frischer Wels sollte im Kühlschrank auf Eis gelagert und innerhalb von ein bis zwei Tagen verbraucht werden. Alternativ kann er auch eingefroren werden, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Wels im Vergleich zu anderen Fischen
Um die Besonderheit des Welses besser einzuordnen, werfen wir einen Blick auf seine Eigenschaften im Vergleich zu anderen beliebten Speisefischen:
| Fischart | Geschmack | Textur | Gräten | Typische Zubereitung |
|---|---|---|---|---|
| Wels | Mild, leicht nussig, rein | Fest, fleischig, saftig | Sehr wenige, große | Grillen, Braten, Backen, Räuchern |
| Zander | Mild, zart, fein | Zart, weiß, leicht zerfallend | Mittel | Braten, Pochieren |
| Karpfen | Erdig, kräftig | Weich, schuppig | Viele feine | Backen, Blau kochen |
| Lachs | Kräftig, ölig | Zart, fettreich | Wenige, große | Grillen, Braten, Backen, Sushi |
| Dorsch/Kabeljau | Mild, neutral | Fest, flockig, mager | Wenige, große | Dämpfen, Backen, Braten |
Häufig gestellte Fragen zum Wels
Schmeckt Wels modrig?
Nein, in der Regel nicht. Ein modriger Geschmack tritt meist nur bei Fischen auf, die aus sehr stehenden, schlammigen Gewässern stammen. Welse aus sauberen, fließenden Flüssen oder aus Aquakulturen haben einen reinen, milden Geschmack. Die Zubereitung und die Frische des Fisches spielen hier eine entscheidende Rolle.
Ist Wels gesund?
Ja, Wels ist sehr gesund. Er ist reich an hochwertigem Protein, arm an Fett und liefert wichtige Omega-3-Fettsäuren, Vitamine (z.B. D, B12) und Mineralstoffe wie Selen und Phosphor. Er ist eine ausgezeichnete Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung.
Wie bereite ich Wels am besten zu?
Das hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Für Grillliebhaber ist das Grillen von Welsfilets eine hervorragende Option. Auch das Braten in der Pfanne oder das Backen im Ofen sind sehr beliebte und einfache Methoden, die den milden Geschmack des Welses gut zur Geltung bringen.
Kann man Wels roh essen?
Es wird generell nicht empfohlen, Süßwasserfische wie den Wels roh zu verzehren. Süßwasserfische können Parasiten enthalten, die durch Erhitzen abgetötet werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte Wels immer ausreichend gegart werden.
Welche Beilagen passen gut zu Wels?
Zu Wels passen leichte Beilagen, die seinen milden Geschmack unterstreichen. Dazu gehören Salzkartoffeln, Rosmarinkartoffeln, frischer Salat, gedünstetes Gemüse (Spargel, Brokkoli, grüne Bohnen) oder eine leichte Zitronen-Dill-Sauce. Auch ein frisches Baguette ist eine gute Wahl.
Fazit: Der Wels – Ein unterschätzter Genuss
Der Wels ist weit mehr als nur ein großer Süßwasserfisch. Er ist ein kulinarischer Schatz, der mit seinem festen, grätenarmen Fleisch und seinem milden Geschmack überzeugt. Ob vom Grill, aus der Pfanne oder dem Ofen – seine Vielseitigkeit macht ihn zu einem idealen Speisefisch für verschiedenste Gerichte. Lassen Sie sich nicht von Vorurteilen abschrecken und entdecken Sie selbst, welch köstlicher Fisch der Wels ist. Probieren Sie ihn aus und bereichern Sie Ihren Speiseplan mit diesem besonderen Genuss aus unseren heimischen Gewässern!
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