Welche Fleischsorten gibt es zum Grillen?

Rindfleisch-Teilstücke: Der Ultimative Grill-Guide

18/06/2022

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Die Welt des Rindfleischs ist unglaublich vielfältig und bietet für jeden Geschmack und jede Zubereitungsart das passende Stück. Doch wer kennt sich wirklich aus im Dschungel der Teilstücke, von zartem Filet bis zum kräftigen Brisket? Ob Sie ein saftiges Steak grillen, einen herzhaften Braten zubereiten oder eine aromatische Suppe kochen möchten – die Wahl des richtigen Rindfleisch-Teilstücks ist entscheidend für den kulinarischen Erfolg. Was bei Großmutter noch als einfaches Suppenfleisch galt, landet heute bei echten Grillprofis als begehrtes Highlight auf dem Rost. Tauchen wir ein in die faszinierende Anatomie des Rindes und entdecken, welches Stück sich wofür am besten eignet.

Was ist das beste Steak vom Rind?
Die beliebtesten Steak vom Rind kommen aus dem Rinderrücken: Entrecote, Ribeye, Tomahawk, Rumpsteak, T-Bone und Porterhouse sind die bekanntesten Steak Cuts vom Rind und wegen ihres zarten Fleisches zum Grillen so beliebt. Als das Beste von Besten gelten die Steak aus dem Rinderfilet – unvergleichlich zart und feinfaserig.
Inhaltsverzeichnis

Grundlagen der Rindfleischkunde: Warum ist Rindfleisch nicht gleich Rindfleisch?

Die Qualität und Beschaffenheit von Rindfleisch variiert stark je nach dem Teilstück, aus dem es stammt. Ähnlich wie bei anderen Fleischsorten unterscheiden sich die einzelnen Fleischstücke hinsichtlich ihres Fettanteils, der Faserstruktur und ihrer Größe oder Form. Diese charakteristischen Merkmale bestimmen maßgeblich die optimale Zubereitungsart. Grundsätzlich lässt sich Rindfleisch in zwei Hauptkategorien unterteilen: Fleischstücke, die sich hervorragend zum Kurzbraten eignen, und solche, die durch langes Schmoren oder Kochen ihre volle Zartheit entfalten.

Der Unterschied zwischen kurzen und langen Fleischfasern

Die Qualität und Struktur der Fleischfasern ist der Schlüssel dazu, ob ein Stück Rindfleisch zum Kurzbraten oder eher als Schmorfleisch prädestiniert ist. Stark beanspruchte Muskeln, wie sie beispielsweise in den Beinen oder im Nacken des Rindes zu finden sind, weisen in der Regel grobe Fasern und einen höheren Anteil an Bindegewebe auf. Dieses Bindegewebe, das hauptsächlich aus Kollagen besteht, muss durch lange und langsame Hitzeeinwirkung in weiche Gelatine umgewandelt werden, um das Fleisch zart und schmackhaft zu machen. Solche Stücke eignen sich ideal für Braten, Schmorgerichte oder Gulasch.

Weniger beanspruchte Partien hingegen, wie der Rücken oder die Innenseiten der Keulen, besitzen feinere, kürzere Fasern und einen geringeren Bindegewebeanteil. Diese Teilstücke sind von Natur aus zarter und eignen sich perfekt für das schnelle Garen bei hohen Temperaturen, wie es beim Braten von Steaks der Fall ist. Hier steht die saftige Textur und der intensive Geschmack im Vordergrund, der durch die korrekte Kerntemperatur erreicht wird.

Neben der Faserstruktur spielt auch der Fettanteil eine entscheidende Rolle. Fett ist nicht nur ein ausgezeichneter Geschmacksträger, sondern sorgt auch dafür, dass das Fleisch während des Garprozesses schön saftig bleibt. Teilstücke wie der Nacken, die Brust oder der Bauchlappen sind oft stärker durchwachsen und bieten ein besonders intensives Aroma.

Die wichtigsten Teilstücke vom Rind und ihre Verwendung

Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Rindfleisch-Teilstücke nach ihrer bevorzugten Zubereitungsart gruppiert. Beachten Sie, dass einige Stücke vielseitig einsetzbar sind, aber ihre wahren Stärken in bestimmten Anwendungen zeigen.

Vorwiegend zum Kurzbraten geeignet

Diese Teilstücke zeichnen sich durch ihre Zartheit und feine Faserstruktur aus und sind ideal für die schnelle Zubereitung bei hoher Hitze, sei es in der Pfanne oder auf dem Grill. Sie sollten meistens rosa gebraten serviert werden, um ihre Zartheit voll zu entfalten.

5. Der Rücken: Die Heimat der Steak-Klassiker

Der Rücken des Rindes ist die Quelle einiger der begehrtesten und bekanntesten Steak-Cuts. Er gliedert sich hauptsächlich in drei Abschnitte:

  • Das Entrecôte (Zwischenrippenstück): Dieses Stück liegt vor dem Roastbeef und ist oft stärker durchwachsen, was ihm einen intensiven Geschmack verleiht. Es erfordert etwas Ruhe und Geduld bei der Zubereitung, um seine Saftigkeit zu bewahren.
  • Das Roastbeef (Mitte des Rückens): Mit einem Fettanteil von etwa 10% ist das Roastbeef wunderbar saftig und von feinen Fettäderchen durchzogen. Es ist ein Klassiker für Braten am Stück oder als Rumpsteak geschnitten.
  • Die Lende: Am hinteren Teil des Rückens gelegen und bis zur Hüfte reichend, ist die Lende mit nur 3-5% Fettanteil deutlich magerer. Sie eignet sich hervorragend zum Braten am Stück oder als dünn geschnittenes Steak aus der Pfanne. Aus dem Roastbeef und der Lende werden auch die berühmten T-Bone-Steaks und Porterhouse-Steaks geschnitten, die den Knochen und Teile beider Muskeln enthalten.

6. Das Filet: Das zarteste Stück vom Rind

Das Filet, auch Lende genannt, ist der unbestrittene König unter den Rindfleisch-Teilstücken, zumindest was seinen Preis und seine Zartheit angeht. Es ist extrem mager und besitzt nahezu kein Fett, was seinen vollfleischigen Geschmack betont. Die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielfältig:

  • Kurzgebratene Steaks: Ob aus der Pfanne oder vom Grill, Filetsteaks sind unvergleichlich zart.
  • Filetbraten: Als ganzes Stück bei Niedertemperatur im Ofen gegart, wird es zu einem wahren Festmahl.
  • Chateaubriand: Aus dem dicken Mittelstück geschnitten, oft für zwei Personen.
  • Tournedos: Bartgebratene, dickere Scheiben aus dem Filet.
  • Filet Mignons: Kleinere, zarte Scheiben aus dem dünneren Teil des Mittelstücks.
  • Filetspitze und Filetkopf: Perfekt geeignet für Gerichte wie Boeuf Stroganoff oder als Fleisch für Fondue.

7. Die Hüfte: Eine zarte Alternative

Die Hüfte, auch als Blume bekannt, schließt direkt an das Rückenstück der Lende an. Sie ist ein mageres, aber dennoch zartes Muskelfleisch und gilt als gute, günstigere Alternative zum Roastbeef. Aus der Hüfte werden gerne Hüftsteaks und Sirloinsteaks geschnitten, sie kann aber auch als ganzer Rinderbraten zubereitet werden. Am Ende der Hüfte, an einem Teil des Schwanzstücks, liegt der klassische Tafelspitz.

8. Die Keule: Vielseitig und groß

Die Keule ist das größte Teilstück vom Rind und bietet eine breite Palette an unterschiedlichen Fleischstrukturen und Verwendungsmöglichkeiten. Der vordere Teil der Keule wird oft als Kugel bezeichnet, während sich der große hintere Teil in Ober- und Unterschale gliedert.

  • Kugel (Vorderer Teil): Fein marmoriert und feinfaserig, ideal für magere Braten, die auch rosa serviert werden können.
  • Oberschale: Gilt als butterzartes Stück, hervorragend für Rouladen, Beefsteaks, zum Schmoren und Braten. Auch auf dem Grill sorgt dieses Fleisch für Vergnügen.
  • Unterschale: Nicht ganz so feinfaserig wie die Oberschale, aber immer noch bestens geeignet für Rouladen, Schmorbraten, Gulasch und Ragout.
  • Geschnetzeltes: Die Keule eignet sich hervorragend für Geschnetzeltes und ist ein Klassiker für Sauerbraten.

Vorwiegend zum Schmoren und Kochen geeignet

Diese Teilstücke sind oft stärker durchwachsen, enthalten mehr Bindegewebe und erfordern daher eine längere, langsamere Zubereitung bei niedrigeren Temperaturen, um butterweich und zart zu werden. Sie sind ideal für herzhafte Eintöpfe, Gulasch, Brühen und klassische Braten.

1. Rinderbacken: Eine Delikatesse für Geduldige

Die Rinderbäckchen sind ein ganz besonderes und immer beliebteres Stück vom Rind. Als kräftiger Kaumuskel des Rindes sind sie stark von Sehnen, Fett und Bindegewebe durchzogen. Genau diese Eigenschaften machen sie nach stundenlangem Schmoren zu einer unvergleichlich zartschmelzenden Delikatesse. Durch die lange Garzeit wandeln sich Sehnen und Bindegewebe in Gelatine um, was dem Fleisch seine einzigartige Konsistenz und ein kräftiges, vollmundiges Aroma verleiht.

2. Nacken und Hals (Kamm): Robust und aromatisch

Der Nacken und Hals, oft als Kamm bezeichnet, ist ein kräftig durchwachsenes Muskelfleisch. Es eignet sich hervorragend zum Kochen und Schmoren, aber auch zum Grillen bei nicht zu großer Hitze oder zum Smoken. Je näher das Nackensteak an die hohe Rippe geschnitten wird, desto feiner marmoriert und weniger durchwachsen ist es. Dieses Stück ist ideal für herzhafte Eintöpfe, Gulasch oder langsam gegarte Braten.

3. Brust: Vielseitig für Suppe, Schmorbraten und BBQ

Die Rinderbrust ist ein vielseitiges Teilstück, das sich in mehrere Bereiche gliedert: die schmale Brustspitze, die Mittelbrust (Brustkern) und die dünne, breite Nachbrust. Brustspitze und Mittelbrust sind stärker durchwachsen und besitzen eine dicke Fettschicht, die dem Geschmack eine kräftige Note verleiht. Beide Stücke sind dank ihres hohen Fettanteils perfekt für kräftige Brühen und Suppen sowie für Schmorgerichte geeignet. Die Nachbrust ist ein flacheres, etwas magereres Stück, das bei Grillprofis als "Beef Brisket" im Smoker zubereitet wird.

4. Hohe Rippe und Hochrücken: Saftig und aromatisch

Das saftige Fleisch der hohen Rippe eignet sich perfekt zum Braten, Schmoren und Kochen. Es ist ein ideales Stück für Sauerbraten, deftige Eintopf- oder Gulaschgerichte. Das Fleisch ist zartfaserig und schön marmoriert. Wer ein saftiges Grillsteak mit aromatischem Fettanteil sucht, findet hier beste Stücke. Aus der Hochrippe, dem Stück, das vor dem Roastbeef liegt, wird unter anderem das berühmte Cote du Boeuf, das Kotelett, geschnitten.

9. Spannrippe, Dünnung und Bauchlappen: Die unterschätzten Stars

Traditionell wurden aus diesen Teilen vor allem kräftige Rindfleischsuppen, Kochfleisch und Eintöpfe zubereitet. Doch diese Stücke haben weit größere Qualitäten, die in der modernen Grillküche immer mehr geschätzt werden. Das Skirt Steak und das Flank Steak, beide aus der Dünnung geschnitten, sind extrem zarte (obwohl langfaserige) Fleischstücke, die sich hervorragend für den Grill eignen. Sie sind bekannt für ihr intensives Aroma und sollten quer zur Faser geschnitten werden, um ihre Zartheit zu maximieren.

10. Nachbrust: Der "Full Packer" für den Smoker

Die Nachbrust ist die Verlängerung des Brustkerns und befindet sich zwischen und hinter den Vorderläufen. Sie ist ein ideales Stück für Rollbraten und lässt sich hervorragend füllen. Gefüllte Rinderbrust ist eine Spezialität, die auch kalt aufgeschnitten köstlich schmeckt. Bei Grillprofis wird die Rinderbrust (oft als "Flat" und "Point" bezeichnet, zusammen als "Full Packer") als Beef Brisket im Smoker zubereitet. Die niedrigen Temperaturen von etwa 110 Grad und der geschlossene Deckel sind perfekt für die langsame Garmethode dieses Fleischstücks. Ein weiterer Klassiker aus Rinderbrust ist das weltberühmte New York Style Pastrami, das in Sandwiches mit saurer Gurke oder Sauerkraut serviert wird.

11. Querrippe: Das klassische Suppen- und Kochfleisch

Die Querrippe zählt nicht zu den Premiumstücken, ist aber ein bewährtes Stück für die Hausmannskost. Sie eignet sich hervorragend als Koch- und Suppenfleisch oder für herzhafte Eintöpfe und deftiges Gulasch. Ihre Struktur erfordert eine längere Garzeit, um weich und genießbar zu werden.

12. Schulter (Rinderbug): Ein ausgezeichnetes Schmorfleisch

Die Schulter ist ein ausgezeichnetes Schmorfleisch, das aufgrund seiner zarten Fasern für geschmorten Rinderbraten ebenso geeignet ist wie für Rouladen, feines Rindsgulasch oder Gulaschsuppe. Auch der klassische Burgunderbraten, der in kräftiger Rotweinsauce zubereitet wird, stammt oft aus der Schulter. Sie ist vielseitig und bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für Gerichte, die von langer Garzeit profitieren.

Welche Rinderteile eignen sich für den Grill?

13. Beinfleisch: Für herzhafte Brühen und Ossobuco

Das Beinfleisch ist stark von Sehnen durchzogen und benötigt daher eine ausreichend lange Garzeit. Es ist der Hauptbestandteil von Beinscheiben, die mit ihrem Markknochen in der Mitte die Basis für das italienische Traditionsgericht Ossobuco bilden. Zerkleinert und vom Knochen gelöst eignet sich das Fleisch auch hervorragend für kerniges Gulasch und Ragout. Aus den Knochen, insbesondere Markknochen und Gelenkknochen, lassen sich zudem hervorragende kräftige Rinderbrühen einkochen.

Steak Cuts im Detail: Welches Steak für welchen Grillmeister?

Die Welt der Steaks ist riesig und bietet eine beeindruckende Vielfalt an Cuts, die jeden Grillabend zu einem Erlebnis machen können. Die beliebtesten Steaks stammen oft aus dem Rinderrücken, aber auch weniger bekannte Stücke gewinnen an Popularität.

Die beliebtesten Steak-Cuts vom Rinderrücken

Diese Steaks sind bekannt für ihre Zartheit und ihren feinen Geschmack:

  • Entrecôte / Ribeye: Stark marmoriert, saftig und aromatisch. Das Fettauge sorgt für besonderen Geschmack.
  • Rumpsteak / Striploin: Zartes Rückenfleisch, oft mit einem schönen Fettrand, der für Saftigkeit sorgt.
  • T-Bone Steak: Ein Klassiker, der Roastbeef und Filet durch einen T-förmigen Knochen trennt. Bietet zwei Geschmackswelten in einem Steak.
  • Porterhouse Steak: Ähnlich wie das T-Bone, aber mit einem größeren Filetanteil. Ein echtes Schwergewicht für den großen Hunger.
  • Tomahawk Steak: Ein Ribeye mit langem Knochen, der an eine Tomahawk-Axt erinnert. Beeindruckend in Optik und Geschmack.

Als das Beste vom Besten gelten die Steaks aus dem Rinderfilet – unvergleichlich zart und feinfaserig, ideal für Liebhaber purer Fleischzartheit.

Aromatische "New Butcher's Cuts"

Neben den Klassikern erobern immer mehr sogenannte "New Butcher's Cuts" die Grills und Küchen, die zwar eine gröbere Fleischstruktur haben, dafür aber unglaublich aromatisch sind. In Amerika sind sie längst feste Bestandteile der BBQ-Kultur und gewinnen auch in Deutschland zunehmend an Beliebtheit:

  • Flat Iron Steak: Aus der Rinderschulter geschnitten, sehr zart, wenn die Sehne entfernt wird, und intensiv im Geschmack.
  • Flank Steak: Aus der Dünnung, langfaserig, aber sehr aromatisch. Muss quer zur Faser geschnitten werden.
  • Skirt Steak: Ebenfalls aus der Dünnung, sehr intensiv im Geschmack, ideal für Fajitas oder als Steak pur.
  • Spider Steak: Ein kleines, feinfaseriges und stark marmoriertes Stück aus der Keule, das seinen Namen den spinnennetzartigen Fettäderchen verdankt. Eine echte Rarität.

Wichtig bei diesen Cuts: Das Fleisch sollte gut abgehangen bzw. lange gereift sein, damit es schön zart wird.

Qualität macht den Unterschied: BIO-Rindfleisch und Dry Aging

Die Wahl des richtigen Teilstücks ist nur ein Aspekt für ein perfektes Rindfleisch-Erlebnis. Auch die Herkunft und die Reifung des Fleisches spielen eine entscheidende Rolle für Geschmack und Zartheit.

BIO-Rindfleisch: Mehr als nur ein Siegel

Der höhere Preis für BIO-Rindfleisch lohnt sich in vielerlei Hinsicht. BIO-Haltung ist nicht nur für die Tiere selbst besser, sondern die artgerechte Haltung und Fütterung haben auch direkten Einfluss auf die Qualität und den Geschmack des Rindfleisches.

  • Artgerechte Haltung: BIO-Rinder haben deutlich mehr Platz als in der konventionellen Haltung und können sich frei bewegen. Der Kontakt zu Artgenossen ist wichtig, da Rinder Herdentiere sind.
  • Natürliche Fütterung: Mindestens 60% des Futters (ab 2023 sogar 70%) müssen aus eigenem oder regionalem Anbau stammen. Verfüttert wird hauptsächlich Raufutter wie Gras und Heu. Die Zufütterung von Kraftfutter ist streng limitiert (max. 15%). Diese langsame und natürliche Mast wirkt sich entscheidend auf die Fleischqualität, die Marmorierung und das Aroma aus.

Dry Aging: Die Kunst der Fleischreifung

Dry Aging ist die bekannteste und wohl geschmackvollste Methode, Rindfleisch reifen zu lassen. Dabei wird das Fleisch unter kontrollierten Bedingungen (konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit) über mehrere Wochen in einer speziellen Reifekammer oder einem Reifeschrank "abgehangen".

Die Vorteile des Dry Agings sind beeindruckend:

  • Zartheit: Biochemische Prozesse im Fleisch zersetzen die Fleischfasern, wodurch das Fleisch extrem mürbe, weich und zart wird.
  • Geschmacksintensivierung: Der Wasserverlust von bis zu 30% während der Reifung konzentriert die Aromen, was zu einem unvergleichlich intensiven und nussigen Geschmack führt.

Charakteristisch für Dry Aged Rindfleisch ist zudem eine intensive, dunkelrote Farbe. Eine andere Reifemethode ist das Wet Aging, bei dem das Fleisch in einem Vakuumbeutel im eigenen Saft reift. Hier gibt es keinen Gewichtsverlust, doch das Aroma kann nicht ganz mit dem des Dry Aged Rindfleisches mithalten.

Kobe Rind: Der Gipfel der Marmorierung

Das Kobe Rind ist eine besondere Erwähnung wert. Es besitzt das am stärksten marmorierte Fleisch aller Rinderassen, was zu einer unvergleichlichen Zartheit und einem einzigartigen, schmelzenden Geschmack führt. Für Feinschmecker ist der Unterschied zu anderen Rinderassen definitiv schmeckbar.

Zubereitungstipps und Empfehlungen: So wird Ihr Rindfleisch zum Genuss

Das Wissen um die Teilstücke ist der erste Schritt, die richtige Zubereitung der zweite. Hier sind einige Empfehlungen, wie Sie Rindfleisch unbedingt probieren sollten:

  • Dry-Aged-Rindfleisch: Erleben Sie die unglaubliche Zartheit und den intensiven Geschmack, der durch den Reifeprozess entsteht. Ein Muss für jeden Fleischliebhaber.
  • Klassiker und "New Cuts" grillen: Rib-Eye, Rumpsteak, Filet und Co sind zurecht beliebte Grillklassiker. Aber wagen Sie sich auch an Flat Iron, Flank oder Skirt Steak – diese weniger bekannten Cuts sind echte Geschmackserlebnisse. Achten Sie hier besonders auf gute Reifung und das Schneiden quer zur Faser.
  • Rindfleisch Low & Slow: Viele durchwachsene Cuts entfalten ihr volles Potenzial erst durch lange, schonende Garzeiten. Beef Brisket und Pulled Beef sind Paradebeispiele dafür. Zugegeben, sie brauchen Zeit, aber der butterweiche Genuss lohnt sich auf jeden Fall.
  • Kobe Rind: Wenn sich die Gelegenheit bietet, gönnen Sie sich ein Stück Kobe Rind. Die Marmorierung und der Schmelz sind einzigartig.
  • Sich verwöhnen lassen: Man muss nicht immer selbst am Grill stehen. In einem guten Steakhouse bekommen Sie leckere Rindersteaks perfekt gegart serviert – ganz ohne eigene Arbeit.

Egal, für welches Teilstück oder welche Zubereitungsart Sie sich entscheiden, die Qualität des Fleisches und die Beachtung der richtigen Garmethode sind entscheidend für ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Viel Spaß beim Entdecken und Genießen der vielfältigen Welt des Rindfleischs!

Häufig gestellte Fragen zu Rindfleisch-Teilstücken

F: Was ist der Unterschied zwischen kurz- und langfaserigem Rindfleisch?
A: Kurzfaseriges Fleisch stammt von Muskeln, die wenig beansprucht werden (z.B. Rücken, Filet). Es ist von Natur aus zarter und ideal zum Kurzbraten. Langfaseriges Fleisch stammt von stärker beanspruchten Muskeln (z.B. Nacken, Brust, Keule), enthält mehr Bindegewebe und wird durch langes Schmoren oder Kochen zart.

F: Welches ist das beste Steak vom Rind?
A: Das "beste" Steak ist Geschmackssache. Viele halten Filetsteaks für die zartesten. Beliebte und geschmacksintensive Steaks aus dem Rücken sind Entrecôte/Ribeye, Rumpsteak, T-Bone und Porterhouse. Für ein intensiveres Aroma bei festerem Biss sind Flat Iron, Flank oder Skirt Steak hervorragend geeignet.

F: Warum ist Dry Aged Rindfleisch so besonders?
A: Dry Aging ist ein Reifeprozess, bei dem das Fleisch über Wochen an der Luft unter kontrollierten Bedingungen reift. Dies führt zu einer Zersetzung der Muskelfasern, wodurch das Fleisch extrem zart wird, und zu einer Konzentration der Aromen durch Wasserverlust, was einen intensiveren, nussigen Geschmack erzeugt.

F: Welches Rindfleischstück eignet sich am besten für Gulasch?
A: Für Gulasch eignen sich Teilstücke, die eine längere Garzeit benötigen, um zart zu werden und ihren vollen Geschmack zu entfalten. Dazu gehören der Nacken (Kamm), die Hohe Rippe, die Unterschale der Keule oder auch Beinfleisch. Diese Stücke enthalten ausreichend Bindegewebe, das beim Schmoren zu Gelatine wird und dem Gulasch eine wunderbare Konsistenz und Geschmackstiefe verleiht.

F: Kann man jedes Rindfleischstück grillen?
A: Nicht jedes Rindfleischstück ist ideal zum Grillen. Zum Kurzbraten auf dem Grill eignen sich besonders zarte, kurzfaserige Stücke wie Filet, Ribeye, Rumpsteak oder T-Bone. Langfaserige Stücke wie Brisket (Nachbrust), Flank oder Skirt Steak können ebenfalls gegrillt werden, erfordern aber oft spezielle Grillmethoden (z.B. Low & Slow) oder müssen quer zur Faser geschnitten werden, um zart zu sein.

F: Was bedeutet "marmorieren" bei Rindfleisch?
A: Marmorierung bezeichnet die feinen Fettäderchen, die sich im Muskelfleisch verteilen. Dieses intramuskuläre Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger und sorgt dafür, dass das Fleisch beim Garen saftig und zart bleibt. Eine gute Marmorierung ist ein Zeichen für hohe Fleischqualität.

F: Welches Fleischstück nimmt man für einen Sauerbraten?
A: Für Sauerbraten eignen sich traditionell Stücke, die durch langes Schmoren zart werden. Beliebte Teilstücke sind die Hohe Rippe, die Ober- oder Unterschale der Keule oder auch die Schulter. Diese Stücke nehmen die Marinade gut auf und entwickeln beim langen Garen ihr volles Aroma und eine wunderbar zarte Textur.

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