Was sind die beliebtesten österreichischen Gerichte?

Österreichische Grillkultur: Mehr als nur Würstel!

06/07/2025

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Die österreichische Küche ist weltberühmt für ihre deftigen Speisen, ihre süßen Verführungen und ihre einzigartige Mischung aus alpiner Herzlichkeit und kaiserlicher Eleganz. Doch während viele bei österreichischen Gerichten sofort an Wiener Schnitzel, Tafelspitz oder Kaiserschmarrn denken, bietet die kulinarische Landschaft Österreichs auch erstaunlich viele Möglichkeiten für den Grill. Es ist an der Zeit, die Glut zu entfachen und zu entdecken, wie traditionelle österreichische Aromen auf dem Rost eine ganz neue Dimension annehmen können. Vergessen Sie alles, was Sie über gewöhnliches Grillen zu wissen glauben, denn wir begeben uns auf eine geschmackliche Reise in die Alpenrepublik, wo der Grill nicht nur ein Gerät, sondern ein Tor zu unvergleichlichem Genuss ist.

Was sind die beliebtesten österreichischen Gerichte?

Die Vielfalt der österreichischen Regionen spiegelt sich auch in ihren Speisen wider. Von den bodenständigen Gerichten Tirols bis zu den raffinierten Kreationen Wiens, überall gibt es kulinarische Schätze zu entdecken. Und genau diese Vielfalt macht Österreich zu einem so spannenden Ziel für alle, die gerne kochen und genießen – und natürlich auch für passionierte Griller. Denn viele der beliebtesten Zutaten und Zubereitungsarten lassen sich hervorragend an die Grillmethode anpassen oder sind sogar schon von Natur aus prädestiniert dafür, über offener Flamme veredelt zu werden. Es geht nicht nur darum, ein Stück Fleisch auf den Rost zu legen; es geht darum, die Seele der österreichischen Küche einzufangen und mit den rauchigen Aromen des Grills zu verschmelzen.

Inhaltsverzeichnis

Die Seele der österreichischen Küche am Grill

Die österreichische Küche ist tief in der Geschichte und den regionalen Gegebenheiten verwurzelt. Sie ist eine Küche, die nährt, wärmt und glücklich macht. Während viele Gerichte traditionell geschmort, gekocht oder gebacken werden, bieten gerade die Hauptzutaten wie hochwertiges Fleisch, würzige Würste und frisches Gemüse eine ideale Basis für kreative Grillabenteuer. Das Besondere an der österreichischen Grillkultur ist die Betonung auf Qualität und Geschmack. Hier wird nicht einfach gegrillt, hier wird zelebriert. Die Auswahl der richtigen Zutaten ist dabei das A und O, denn nur so können die charakteristischen Aromen optimal zur Geltung kommen.

Die Liebe zu guten Produkten ist in Österreich allgegenwärtig. Ob es das Alpenrind aus den saftigen Bergweiden ist, das Schweinefleisch von Bauernhöfen, die auf Nachhaltigkeit achten, oder die frischen Kräuter und Gemüse aus regionalem Anbau – die Herkunft zählt. Diese Philosophie übertragen wir nun auf den Grill. Wir schauen uns an, welche Klassiker sich besonders gut für den Rost eignen und wie man ihnen eine rauchige Note verleihen kann, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Es ist eine Gratwanderung zwischen Tradition und Innovation, die wir gemeinsam meistern werden.

Grillklassiker neu interpretiert: Von der Wurst bis zum Laib

Die Käsekrainer: Der unangefochtene Grillstar

Wenn es einen österreichischen Wurstklassiker gibt, der wie gemacht für den Grill ist, dann ist es die Käsekrainer. Diese Brühwurst, gefüllt mit kleinen Käsestückchen (meist Emmentaler), die beim Erhitzen schmelzen und für eine unwiderstehliche Saftigkeit sorgen, ist in Österreich von jedem Würstelstand bekannt. Auf dem Grill entfaltet sie ihr volles Aroma. Die Haut wird knusprig, der Käse tritt leicht aus und karamellisiert, was für eine zusätzliche Geschmacksexplosion sorgt. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Die Käsekrainer bei mittlerer Hitze rundherum grillen, bis sie schön braun und der Käse geschmolzen ist. Serviert wird sie klassisch mit scharfem oder süßem Senf, frisch geriebenem Kren (Meerrettich) und einer Scheibe Schwarzbrot oder einer Semmel. Manchmal auch mit Currypulver bestreut, als „Käsekrainer mit Curry“.

Ein Tipp für die perfekte Käsekrainer vom Grill: Stechen Sie die Wurst vor dem Grillen nicht ein! Das würde dazu führen, dass der Käse zu schnell austritt und die Wurst austrocknet. Lieber langsam und gleichmäßig grillen, damit der Käse im Inneren schmilzt und die Wurst saftig bleibt. Die Hitze sollte nicht zu hoch sein, um ein Anbrennen der äußeren Haut zu vermeiden, während der Käse im Inneren noch kalt ist.

Leberkäse vom Grill: Eine Überraschung für Kenner

Obwohl der Name „Leberkäse“ irreführend ist – er enthält weder Leber noch Käse (außer in speziellen Varianten) – ist dieser Fleischkäse ein fester Bestandteil der österreichischen Imbisskultur. Normalerweise wird er im Ofen gebacken und dann in dicke Scheiben geschnitten, die oft in einer Semmel serviert werden. Doch eine dicke Scheibe Leberkäse lässt sich auch hervorragend grillen! Die äußere Kruste wird dabei herrlich kross und rauchig, während das Innere saftig bleibt. Für das Grillen empfiehlt es sich, eine ca. 2-3 cm dicke Scheibe zu wählen. Diese wird dann bei direkter, mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun und knusprig gegrillt. Servieren Sie den gegrillten Leberkäse ebenfalls mit Senf und einer Semmel oder als Beilage zu gegrilltem Gemüse. Es ist eine unkonventionelle, aber äußerst lohnende Grillidee, die bei Ihren Gästen für Staunen sorgen wird.

Vom Spieß zum Genuss: Fleisch am österreichischen Grill

Schweinsbraten als Spießbraten: Der knusprige Traum

Der Schweinsbraten ist ein Herzstück der österreichischen Küche, bekannt für seine zarte Fleischstruktur und die unvergleichlich knusprige Kruste. Während er traditionell im Ofen zubereitet wird, bietet sich für große Stücke Schweinefleisch, insbesondere aus der Schulter oder dem Schopf, die Zubereitung am Drehspieß des Grills an. Ein Spießbraten vom Grill ist ein wahres Festmahl. Das langsame Drehen über indirekter Hitze sorgt für eine gleichmäßige Garung und eine unglaublich knusprige Schwarte. Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung: Die Schwarte muss rautenförmig eingeschnitten und kräftig mit Salz und Gewürzen wie Kümmel, Knoblauch und Majoran eingerieben werden. Während des Grillens kann man das Fleisch immer wieder mit Bier oder Salzwasser übergießen, um die Kruste noch knuspriger zu machen und das Fleisch saftig zu halten.

Die Garzeit hängt stark von der Größe des Bratens ab, kann aber mehrere Stunden dauern. Die Belohnung ist ein zarter, saftiger Braten mit einer knusprigen Kruste, die bei jedem Bissen knackt und schmilzt. Dazu passen Semmelknödel, Krautsalat oder ein deftiger Erdäpfelsalat (Kartoffelsalat).

Steaks vom Alpenrind: Authentischer Fleischgenuss

Österreich ist bekannt für die Qualität seines Rindfleischs. Ob ein zartes Beiried (Roastbeef), ein saftiges Rib-Eye oder ein klassisches T-Bone – Steaks vom österreichischen Alpenrind sind ein Genuss. Für das Grillen ist die Qualität des Fleisches entscheidend. Achten Sie auf eine gute Marmorierung und lassen Sie das Fleisch vor dem Grillen auf Raumtemperatur kommen. Salzen Sie es kurz vor dem Auflegen und grillen Sie es bei hoher direkter Hitze von jeder Seite scharf an, um Röstaromen zu entwickeln. Danach kann es bei indirekter Hitze auf die gewünschte Kerntemperatur gezogen werden. Ein gutes Steak vom Grill braucht nicht viel mehr als etwas Salz, Pfeffer und vielleicht ein wenig Kräuterbutter, um seinen vollen Geschmack zu entfalten.

Gegrilltes Backhendl (inspiriert): Knusprig und würzig

Backhendl, das knusprig panierte und frittierte Hähnchen, ist ein weiterer österreichischer Klassiker. Obwohl es traditionell nicht gegrillt wird, kann man sich von den Aromen inspirieren lassen, um eine gegrillte Variante zu kreieren. Hähnchenteile wie Keulen oder Flügel können mariniert und dann auf dem Grill zubereitet werden. Eine Marinade mit Paprikapulver, Knoblauch, Majoran, Kümmel und etwas Öl fängt den Geist des Backhendls ein. Grillen Sie die marinierten Hähnchenteile zunächst bei mittlerer direkter Hitze an und garen Sie sie dann bei indirekter Hitze fertig, bis sie knusprig und durchgegart sind. Dies ist eine leichtere und rauchigere Alternative zum frittierten Original, die dennoch die typisch österreichischen Gewürze aufgreift.

Beilagen und Saucen: Das perfekte Ensemble

Kein Grillfest ist komplett ohne die passenden Beilagen und Saucen. Die österreichische Küche bietet hier eine Fülle an Möglichkeiten, die auch perfekt zum Gegrillten passen.

  • Erdäpfelsalat (Kartoffelsalat): Der österreichische Kartoffelsalat wird traditionell mit Essig, Öl, Zwiebeln und Brühe zubereitet, nicht mit Mayonnaise. Er ist frisch, leicht säuerlich und passt hervorragend zu deftigem Grillfleisch.
  • Krautsalat: Ein einfacher Krautsalat mit Kümmel, Essig und Öl ist eine weitere beliebte Beilage, die eine erfrischende Säurenote zum Gegrillten beiträgt.
  • Gegrilltes Gemüse: Paprika, Zucchini, Auberginen, Maiskolben oder Champignons lassen sich wunderbar grillen und sind eine gesunde und farbenfrohe Ergänzung. Mit etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und frischen Kräutern wie Thymian oder Rosmarin sind sie ein Genuss.
  • Senf und Kren: Diese beiden Würzsaucen dürfen bei keinem österreichischen Grillfest fehlen. Scharfer Estragonsenf oder süßer Kremser Senf sind unverzichtbar zu Würsteln und Fleisch. Frisch geriebener Kren oder Krensoße (Meerrettichsoße) bietet eine angenehme Schärfe und passt besonders gut zu Rindfleisch und Leberkäse.
  • Kräuterbutter: Eine selbstgemachte Kräuterbutter mit frischer Petersilie, Schnittlauch und Knoblauch schmilzt wunderbar auf einem heißen Steak oder gegrilltem Baguette.

Süße Noten vom Grill: Eine Überraschung

Obwohl die meisten österreichischen Desserts wie Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel nicht direkt auf dem Grill zubereitet werden, kann man sich von den fruchtigen Komponenten inspirieren lassen. Gegrillte Früchte wie Marillen (Aprikosen), Zwetschken (Pflaumen) oder Äpfel, leicht karamellisiert und vielleicht mit etwas Zimt oder Vanille verfeinert, können eine köstliche und leichtere Nachspeise vom Grill sein. Serviert mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Klecks Schlagobers (Sahne), runden sie das österreichische Grillmenü perfekt ab.

Tipps für das authentische österreichische Grillfest

Um Ihr österreichisches Grillfest zu einem vollen Erfolg zu machen, beachten Sie folgende Tipps:

  • Qualität der Zutaten: Investieren Sie in hochwertiges Fleisch und frische, regionale Produkte. Das ist der Schlüssel zum authentischen Geschmack.
  • Richtige Hitze: Achten Sie auf die richtige Grilltemperatur für die jeweiligen Lebensmittel. Für Steaks und Würste ist hohe direkte Hitze ideal, für größere Bratenstücke oder Hähnchen ist indirekte Hitze besser geeignet.
  • Marinaden: Für Schweinefleisch und Hähnchen sind Marinaden auf Basis von Öl, Essig, Knoblauch, Kümmel und Majoran typisch österreichisch und verleihen dem Fleisch eine wunderbare Würze.
  • Ruhezeit für Fleisch: Lassen Sie gegrilltes Fleisch nach dem Garen einige Minuten ruhen, damit sich die Säfte verteilen können und das Fleisch zarter wird.
  • Getränke: Servieren Sie dazu passend ein kühles österreichisches Bier (z.B. ein Märzen oder Lager) oder einen erfrischenden Grünen Veltliner, einen typisch österreichischen Weißwein, der hervorragend zu vielen Grillgerichten passt.
  • Gemütlichkeit: Ein österreichisches Grillfest ist immer auch ein geselliges Beisammensein. Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie die Gesellschaft und das gute Essen.

Österreichische Grillklassiker im Überblick

GerichtBeschreibungGrillmethodeTypische Beilagen
KäsekrainerBrühwurst mit KäsefüllungDirekte Hitze, langsam grillenSenf, Kren, Schwarzbrot/Semmel
LeberkäseFleischkäse aus Rind- und SchweinefleischDicke Scheiben, direkte Hitze, knusprig grillenSenf, Semmel
Schweinsbraten (Spießbraten)Schweinefleisch (Schopf/Schulter) mit knuspriger SchwarteIndirekte Hitze, Drehspieß, lange GarzeitSemmelknödel, Krautsalat, Erdäpfelsalat
Steak vom AlpenrindHochwertiges Rindfleisch (Beiried, Rib-Eye)Hohe direkte Hitze, dann indirekt garenKräuterbutter, Erdäpfelsalat, gegrilltes Gemüse
Gegrilltes Hähnchen (Backhendl-inspiriert)Marinierte Hähnchenteile mit typisch österreichischen GewürzenDirekte und indirekte HitzeErdäpfelsalat, Grüner Salat

Häufig gestellte Fragen zu österreichischen Grillgerichten

1. Kann man Wiener Schnitzel grillen?

Traditionell wird Wiener Schnitzel in viel Fett (Butterschmalz) goldbraun gebacken, nicht gegrillt. Die Panade würde auf dem Grill verbrennen und das Fleisch austrocknen. Wenn Sie den Geschmack eines panierten Schnitzels lieben, sollten Sie es klassisch zubereiten. Für den Grill bieten sich unverpanierte Fleischstücke wie dünne Schweine- oder Kalbsschnitzel an, die mariniert und kurz gegrillt werden können – das ist dann aber kein Wiener Schnitzel im klassischen Sinne.

2. Welche österreichische Wurst ist am besten für den Grill geeignet?

Die unangefochtene Nummer eins für den Grill ist die Käsekrainer. Ihre Füllung mit schmelzendem Käse und ihre robuste Haut machen sie ideal für den Rost. Auch andere Brühwürste oder scharfe Würste (wie z.B. Debreziner) eignen sich gut.

3. Gibt es vegetarische Grillgerichte, die typisch österreichisch sind?

Während die österreichische Küche sehr fleischlastig ist, gibt es dennoch Optionen. Neben gegrilltem Gemüse wie Paprika, Zucchini und Melanzani (Auberginen) sind auch gegrillte Pilze (z.B. große Kräuterseitlinge oder Portobello-Pilze) sehr beliebt. Man könnte auch einen „Kaspressknödel“ (Käseknödel) auf dem Grill erwärmen oder eine vegetarische Gemüselaibchen-Variante grillen, die an traditionelle Laibchen angelehnt ist. Ein gegrillter „Steirerkäse“ (Graukäse) wäre auch eine interessante, wenn auch kräftige, Option.

4. Welche Getränke passen gut zu einem österreichischen Grillfest?

Ein kühles österreichisches Bier ist die perfekte Begleitung zu den deftigen Grillgerichten. Beliebt sind Lagerbiere oder Märzen. Für Weinliebhaber ist ein Grüner Veltliner, ein leichter und pfeffriger Weißwein, eine ausgezeichnete Wahl, da er die oft kräftigen Aromen des Grillguts gut ergänzt. Auch Apfelmost oder Holunderblütensaft sind erfrischende alkoholfreie Alternativen.

5. Ist Grillen in Österreich im Sommer sehr verbreitet?

Ja, Grillen ist in Österreich, wie in vielen anderen Ländern auch, eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung im Sommer. Sobald das Wetter es zulässt, werden Gärten und Balkone zu Grillzonen. Es ist ein fester Bestandteil der sommerlichen Geselligkeit und bietet eine wunderbare Möglichkeit, Freunde und Familie zu versammeln und die Natur zu genießen.

Die österreichische Küche ist eine Schatzkammer voller Aromen und Traditionen, die nur darauf warten, auch auf Ihrem Grill entdeckt zu werden. Von der saftigen Käsekrainer über den knusprigen Spießbraten bis hin zu den passenden Beilagen und Saucen – das Potenzial ist riesig. Experimentieren Sie mit den Rezepten, lassen Sie sich von den regionalen Spezialitäten inspirieren und bringen Sie ein Stück alpiner Herzlichkeit auf Ihren Rost. Ein österreichisches Grillfest ist mehr als nur Essen; es ist ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht und die Freude am gemeinsamen Genuss zelebriert. Guten Appetit und viel Spaß beim Grillen!

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