Wie bereitet man Fleisch vom Tomahawk zu?

Das Tomahawk Steak: Perfektion vom Grill

15/08/2025

Rating: 4.39 (12893 votes)

Ein Tomahawk Steak vom Grill ist nicht einfach nur ein Stück Fleisch – es ist ein Statement. Es ist groß, es ist beeindruckend und es strahlt eine archaische Kraft aus, die jeden Grillmeister fasziniert. Benannt nach dem Kriegsbeil der nordamerikanischen Indianer, ist dieses Steak mit seinem langen, freigelegten Rippenknochen ein wahrer Blickfang und ein Fest für die Sinne. Es repräsentiert die Leidenschaft für hervorragende Qualität und den Wunsch nach einem unvergleichlichen Geschmackserlebnis. Wenn Sie das ultimative Grillvergnügen suchen, dann ist das Tomahawk Steak die perfekte Wahl. Es ist das „Männersteak“ schlechthin, bei dem keine Kompromisse eingegangen werden, wenn es um Saftigkeit, Zartheit und Aroma geht.

Wie schneidet man ein gegrilltes Tomahawk Steak auf?
Das gegrillte Tomahawk Steak schneidet man am besten in knapp 1cm dicken Tranchen auf. Der riesige Knochen ist ein echter Hingucker und eignet sich bestens, um die Tranchen an ihm entlang anzurichten. Und weil es so schön ist, gleich noch ein paar Bilder ?
Inhaltsverzeichnis

Was macht ein Tomahawk Steak so besonders?

Im Kern ist das Tomahawk Steak ein Rib-Eye Steak, das am Knochen belassen wurde – oft auch als „Bone-In Rib-Eye“ bezeichnet. Der entscheidende Unterschied liegt im Rippenknochen, der hier besonders lang gelassen wird, meist zwischen 15 und 20 Zentimeter. Dieser Knochen dient nicht nur als praktischer „Griff“, sondern hat auch einen signifikanten Einfluss auf den Geschmack und die Textur des Fleisches. Fleisch, das am Knochen gegart wird, neigt dazu, saftiger und aromatischer zu sein, da der Knochen während des Garprozesses Geschmack abgibt und als natürlicher Hitzepuffer wirkt. Die typische, feine Marmorierung des Rib-Eyes, also die Verteilung von intramuskulärem Fett, sorgt für die unglaubliche Zartheit und den intensiven Geschmack, der beim Schmelzen des Fettes freigesetzt wird.

Die Qualität des Fleisches spielt bei einem Tomahawk Steak eine entscheidende Rolle. Achten Sie auf eine tiefrote Farbe und eine gleichmäßige, feine Marmorierung. Fleisch von Rindern, die artgerecht auf der Weide gehalten und ohne Hormonzusätze aufgezogen wurden, wie beispielsweise US Beef, bietet hier oft die beste Grundlage für ein perfektes Ergebnis. Ein Tomahawk Steak wiegt typischerweise zwischen 1 kg und 1,5 kg und ist zwischen 4 und 6 cm dick, was eine sorgfältige Zubereitung erfordert, um es auf den Punkt zu garen.

Die „Reverse Sear“-Methode: Der Schlüssel zum perfekten Tomahawk

Angesichts der beachtlichen Dicke eines Tomahawk Steaks ist die „Reverse Sear“-Methode die ideale Zubereitungsart. Diese Technik, bei der das Steak zunächst indirekt bei niedriger Temperatur gegart und anschließend scharf angebraten wird, garantiert ein gleichmäßig gegartes, unglaublich saftiges Ergebnis mit einer perfekten Kruste. Der traditionelle Weg, ein dickes Steak nur direkt zu grillen, führt oft zu einem ungleichmäßigen Garzustand – außen verbrannt, innen noch roh – oder zu einem trockenen Ergebnis. Die Reverse-Sear-Methode minimiert diesen Effekt und maximiert den Genuss.

Das Prinzip ist einfach und doch genial: Durch das langsame Vorkochen bei niedriger Temperatur (ca. 100-120 °C) wird das Steak sanft und gleichmäßig bis zur gewünschten Kerntemperatur erhitzt. Dies ermöglicht es den Fleischfasern, sich zu entspannen und die Säfte im Inneren zu halten. Erst danach kommt das Steak auf den heißen Grill, um die begehrten Röstaromen und die Maillard-Reaktion zu erzeugen, die für die knackige Kruste und den intensiven Geschmack verantwortlich sind. Dieser zweistufige Prozess ist der Garant für ein butterzartes Inneres und eine unwiderstehlich knusprige Oberfläche.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Tomahawk Steak perfekt grillen

1. Vorbereitung des Steaks und des Grills

  • Nehmen Sie das Tomahawk Steak mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank, damit es Raumtemperatur annehmen kann. Dies fördert ein gleichmäßigeres Garen.
  • Salzen Sie das Steak großzügig auf beiden Seiten. Manche bevorzugen es, Pfeffer erst nach dem Grillen hinzuzufügen, um ein Verbrennen zu verhindern.
  • Bereiten Sie Ihren Grill für indirekte Hitze vor. Bei einem Gasgrill zünden Sie nur einen oder zwei Brenner an und lassen den Bereich über den ausgeschalteten Brennern frei. Bei einem Kohlegrill schieben Sie die Kohlen auf eine Seite, um eine direkte und eine indirekte Zone zu schaffen. Alternativ können Sie das Steak auch im Backofen vorgaren.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Grillrost sauber ist, um Anhaften zu vermeiden.

2. Das langsame Garen (Indirekte Hitze)

Legen Sie das gesalzene Tomahawk Steak auf den Rost in der indirekten Zone des Grills oder in eine Ofenform mit Rost im vorgeheizten Backofen (ca. 100-120 °C). Platzieren Sie einen Temperaturfühler mittig im dicksten Teil des Fleisches, aber fern vom Knochen, um präzise Messergebnisse zu erhalten. Der Knochen leitet Wärme anders und kann die Messung verfälschen.

Die Garzeit hängt stark von der Dicke des Steaks und der gewählten Gartemperatur ab. Für ein 5 cm dickes Steak bei 100 °C können Sie mit 2 bis 2,5 Stunden rechnen, bis es die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat. Geduld ist hier eine Tugend! Ziel ist es, eine Kerntemperatur von 52 °C (für Medium Rare) zu erreichen. Während dieser Zeit können Sie entspannt die Beilagen zubereiten.

3. Das scharfe Angrillen (Direkte Hitze)

Sobald das Steak die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat, nehmen Sie es vom Grill oder aus dem Ofen und entfernen Sie den Temperaturfühler. Heizen Sie den Grill nun auf maximale direkte Hitze vor, idealerweise auf 250-300 °C. Ein gusseiserner Rost kann hier zusätzlich helfen, perfekte Grillmuster zu erzeugen.

Legen Sie das Tomahawk Steak auf den heißen Rost und grillen Sie es scharf an. Das sogenannte „90-90-90-90-Prinzip“ ist hier sehr effektiv: Grillen Sie das Steak 90 Sekunden lang, drehen Sie es dann um 45 Grad, um ein schönes Grillmuster zu erzeugen, und grillen Sie weitere 90 Sekunden. Wenden Sie das Steak und wiederholen Sie den Vorgang auf der anderen Seite. Insgesamt sollte das scharfe Angrillen nicht länger als 4-6 Minuten dauern. Achten Sie darauf, dass keine Flammenbildung durch abtropfendes Fett entsteht.

4. Ruhen lassen und Servieren

Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Schritt ist das Ruhenlassen des Steaks. Nehmen Sie das Tomahawk vom Grill und lassen Sie es auf einem Schneidebrett oder Rost für 5-10 Minuten ruhen. Dies ermöglicht es den Fleischsäften, sich im gesamten Steak zu verteilen, was zu einem unglaublich saftigen Ergebnis führt. Decken Sie es locker mit Alufolie ab, um Wärmeverlust zu vermeiden, aber nicht zu fest, damit keine Kondensation entsteht.

Trennen Sie das Fleisch vom Knochen und schneiden Sie es quer zur Faser in Scheiben. Dies sorgt für maximale Zartheit bei jedem Bissen. Servieren Sie das Steak mit den vorbereiteten Beilagen und verfeinern Sie es nach Belieben mit etwas gutem Steakpfeffer und grobem Salz, wie Murray River Salzflocken. Der Eigengeschmack eines hochwertigen Tomahawk Steaks ist jedoch oft so intensiv und köstlich, dass es pur ein absoluter Genuss ist.

Empfohlene Kerntemperaturen für Rindersteaks

Die perfekte Kerntemperatur ist Geschmackssache, aber hier sind einige Richtwerte:

GarstufeKerntemperaturBeschreibung
Rare48-52 °CInnen roh, blutig, kühler Kern
Medium Rare52-55 °CInnen rosa, saftig, warmer Kern
Medium55-59 °CInnen leicht rosa, sehr saftig
Medium Well59-63 °CInnen kaum rosa, fester
Well Done> 63 °CDurchgegart, fest, trocken

Für das Tomahawk Steak wird meist eine Garstufe zwischen Rare und Medium Rare empfohlen, da hier die Saftigkeit und der Geschmack am besten zur Geltung kommen.

Beilagen, die begeistern

Ein so beeindruckendes Steak verdient passende Begleiter. Klassische Folienkartoffeln sind eine hervorragende Wahl, besonders wenn sie mit einer cremigen Bacon-Butter serviert werden. Die salzige, rauchige Note des Specks in der Butter harmoniert wunderbar mit dem reichen Geschmack des Rindfleisches.

Weitere Ideen für Beilagen:

  • Gegrilltes Gemüse (Spargel, Maiskolben, Paprika)
  • Ein frischer grüner Salat mit Vinaigrette
  • Kräuterbutter oder verschiedene Saucen (Pfeffersauce, Chimichurri)
  • Knusprige Süßkartoffel-Pommes

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Tomahawk Steak

Warum ist das Tomahawk Steak so teuer?
Der Preis eines Tomahawk Steaks resultiert aus mehreren Faktoren: Es ist ein Zuschnitt aus dem hochwertigen Rib-Eye, der Knochenanteil bleibt intakt, was den Zuschnitt aufwendiger macht, und oft stammt es von speziell gezüchteten Rindern mit hoher Fleischqualität und Marmorierung. Zudem zahlen Sie für die beeindruckende Optik und das besondere Erlebnis.
Muss der Knochen dranbleiben?
Technisch gesehen nicht, aber der Knochen ist ein wesentlicher Bestandteil des Tomahawk Steaks. Er verleiht dem Steak nicht nur seine charakteristische Optik, sondern trägt auch zum Geschmack bei. Beim Garen am Knochen überträgt dieser Wärme und gibt Aromen an das umliegende Fleisch ab, was zu einem tieferen, intensiveren Geschmack führt. Ohne Knochen wäre es einfach ein dickes Rib-Eye Steak.
Kann ich ein Tomahawk Steak auch in der Pfanne zubereiten?
Aufgrund seiner Dicke ist die Pfanne allein für ein Tomahawk Steak nicht ideal, da es schwierig ist, es gleichmäßig durchzugaren, ohne die Außenseite zu verbrennen. Die Reverse-Sear-Methode, bei der das Steak im Ofen vorgegart und dann in einer sehr heißen Pfanne (am besten Gusseisen) scharf angebraten wird, ist jedoch eine hervorragende Alternative zum Grill, wenn Sie keinen Zugang zu einem Grill haben.
Wie erkenne ich ein gutes Tomahawk Steak?
Achten Sie auf eine leuchtend rote Farbe des Fleisches und eine feine, gleichmäßige Marmorierung (Fettäderchen), die wie Spinnennetze durch das Fleisch ziehen. Das Fett sollte weiß bis leicht gelblich sein. Der Knochen sollte sauber und nicht brüchig sein. Ein guter Metzger kann Ihnen auch Auskunft über die Herkunft und Rasse des Rindes geben.
Wie viel Steak brauche ich pro Person?
Ein Tomahawk Steak von 1,0 bis 1,2 kg reicht in der Regel für 3-4 Personen, besonders wenn es mit reichhaltigen Beilagen serviert wird. Es ist ein sehr mächtiges Stück Fleisch.

Fazit: Ein unvergessliches Grill-Erlebnis

Das Grillen eines Tomahawk Steaks ist mehr als nur Kochen; es ist ein Ritual, ein Ausdruck von Leidenschaft und Hingabe zum guten Essen. Auch wenn der Knochenanteil einen gewissen Teil des Gewichts ausmacht, den man nicht isst, so ist es genau dieser Knochen, der dem Steak seine unverwechselbare Identität und einen Teil seines tiefen Geschmacks verleiht. Es ist kein Steak für jeden Tag, aber für besondere Anlässe oder wenn Sie sich selbst und Ihre Liebsten mit einem wahrhaft epischen Grillgericht verwöhnen möchten, gibt es kaum etwas Besseres.

Mit der richtigen Technik, insbesondere der „Reverse Sear“-Methode, und ein wenig Geduld, werden Sie ein Tomahawk Steak zubereiten, das nicht nur optisch beeindruckt, sondern auch geschmacklich alle Erwartungen übertrifft: kerniger Fleischgeschmack, eine zarte, saftige Konsistenz und eine perfekte Kruste. Ein Meisterwerk vom Grill, das in Erinnerung bleibt.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Das Tomahawk Steak: Perfektion vom Grill kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Grillen besuchen.

Go up