Wie bereite ich Steaks zu?

Das Tomahawk Steak: Perfekt Grillen und Schneiden

17/05/2021

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Das Tomahawk Steak ist nicht nur ein Stück Fleisch; es ist ein Statement. Mit seinem langen, freigelegten Knochen ist es ein wahrer Blickfang auf jedem Grillfest und verspricht ein unvergleichliches Geschmackserlebnis. Dieses imposante Rib-Eye am Knochen, oft über ein Kilogramm schwer, ist für viele Grillliebhaber der Inbegriff des perfekten Steaks. Es vereint zarte Textur, intensive Aromen und eine beeindruckende Präsentation. Doch wie bereitet man dieses Prachtstück richtig zu und, noch wichtiger, wie schneidet man es anschließend so auf, dass es seine volle Pracht entfaltet und zum Genuss wird?

Die Zubereitung eines Tomahawk Steaks ist eine Kunst für sich, die Geduld und Präzision erfordert. Aber keine Sorge, mit der richtigen Anleitung wird Ihr nächstes Tomahawk-Erlebnis zu einem vollen Erfolg. Wir tauchen ein in die Welt des Grillens und des perfekten Anschnitts, damit Sie dieses außergewöhnliche Stück Fleisch in vollen Zügen genießen können.

Wie schneidet man ein gegrilltes Tomahawk Steak auf?
Das gegrillte Tomahawk Steak schneidet man am besten in knapp 1cm dicken Tranchen auf. Der riesige Knochen ist ein echter Hingucker und eignet sich bestens, um die Tranchen an ihm entlang anzurichten. Und weil es so schön ist, gleich noch ein paar Bilder ?
Inhaltsverzeichnis

Die Auswahl des perfekten Tomahawk Steaks

Bevor es ans Grillen geht, ist die Auswahl des Steaks entscheidend. Ein hochwertiges Tomahawk Steak zeichnet sich durch eine gute Marmorierung aus – feine Fettäderchen, die sich durch das Muskelfleisch ziehen und beim Garen schmelzen, wodurch das Fleisch saftig und geschmackvoll wird. Oft wird Tomahawk Steak als Dry-Aged-Variante angeboten, was bedeutet, dass es über einen längeren Zeitraum unter kontrollierten Bedingungen gereift ist. Dieser Prozess entzieht dem Fleisch Feuchtigkeit und konzentriert die Aromen, was zu einem intensiveren, nussigeren Geschmack führt. Das hier verwendete irische Rind aus der Kettyle Beef Manufaktur, das durch das patentierte Salt Moss Aging Verfahren 28 Tage in einem Salzstock gelagert wird, ist ein hervorragendes Beispiel für eine solche Veredelung. Diese besondere Reifemethode kann dem Fleisch eine einzigartige Geschmacksnote verleihen, die es von herkömmlich trocken gereiftem Fleisch unterscheidet.

Vorbereitung ist alles: Marinieren und Würzen

Ein gutes Steak braucht nicht viel, um zu glänzen, aber die richtige Würzung kann den Geschmack noch intensivieren. Während reines Salz und Pfeffer oft ausreichend sind, kann eine spezielle Gewürzmischung dem Tomahawk eine zusätzliche Dimension verleihen. Für das hier beschriebene Tomahawk Steak wurde beispielsweise eine "Mike's Rib-Eye Steak-Gewürzmischung" verwendet, die aus folgenden Zutaten besteht:

  • 2 TL grobes Meersalz
  • 1 TL grob-gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL getrockneter Oregano
  • 1/2 TL getrockneter Thymian
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • 1/2 TL frischer, fein gehackter Knoblauch

Das Steak wird zunächst leicht eingeölt, bevor die Würzmischung großzügig aufgetragen wird. Das Öl hilft dabei, dass die Gewürze besser am Fleisch haften und beim Grillen eine schöne Kruste entsteht. Nach dem Würzen sollte das Steak eine gute halbe Stunde bei Raumtemperatur ruhen. Dies ist wichtig, damit sich die Aromen entfalten können und das Fleisch gleichmäßiger gart, da es nicht direkt aus dem Kühlschrank auf den heißen Grill kommt. Während dieser Zeit können Sie den Grill vorbereiten und auf die gewünschte Temperatur bringen.

Die Kunst des Tomahawk-Grillens: Schritt für Schritt

Das Grillen eines Tomahawk Steaks erfordert eine Kombination aus direkter und indirekter Hitze. Das Ziel ist es, eine perfekte Kruste zu erzeugen – die sogenannte Maillard-Reaktion – und das Steak anschließend auf die gewünschte Kerntemperatur zu bringen. Hier ist der bewährte Ablauf:

  1. Anheizen des Grills: Stellen Sie sicher, dass Ihr Grill, idealerweise ein Holzkohlegrill wie eine Kugel, sehr heiß ist. Temperaturen von 250 Grad Celsius und aufwärts sind ideal für das Anbraten. Zwei gut gefüllte Kohlekörbe dienen als intensive Hitzequelle.
  2. Direktes Anbraten (Searing): Legen Sie das Tomahawk Steak direkt über die heiße Zone. Grillen Sie es etwa 60 Sekunden lang. Drehen Sie das Steak dann um 45 Grad und grillen Sie es weitere 60 Sekunden. Dieser Schritt erzeugt das charakteristische Rautenmuster (Branding) auf dem Fleisch und sorgt für intensive Röst-Aromen.
  3. Wenden und wiederholen: Wenden Sie das Steak und wiederholen Sie den Vorgang auf der anderen Seite: 60 Sekunden grillen, um 45 Grad drehen und weitere 60 Sekunden grillen.
  4. Indirektes Garen: Nachdem das Steak von allen Seiten scharf angebraten wurde, bewegen Sie es in den indirekten Bereich des Grills. Bei einem Kugelgrill bedeutet dies, einen der Kohlekörbe zu entfernen und das Steak über dem Bereich ohne Kohlen zu platzieren.
  5. Erreichen der Kerntemperatur: Lassen Sie das Steak im indirekten Bereich garen, bis es die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat. Für einen Gargrad von medium-rare (blutig-medium) sind das etwa 54 Grad Celsius. Dies kann je nach Dicke des Steaks und Grilltemperatur etwa 20 Minuten dauern. Ein Fleischthermometer ist hier unerlässlich, um den Gargrad präzise zu überwachen.
  6. Die Ruhephase: Sobald die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist, nehmen Sie das Steak vom Grill. Lassen Sie es für mindestens 10 Minuten ruhen, bevor Sie es anschneiden. Diese Ruhephase ist absolut entscheidend, da sich die Fleischsäfte währenddessen im gesamten Steak verteilen können. Würde man es sofort anschneiden, würden die Säfte einfach herauslaufen und das Steak wäre trocken. Das Ruhen lässt das Fleisch zarter und saftiger werden.

Kerntemperaturen für Ihr Tomahawk Steak

Die perfekte Kerntemperatur ist Geschmackssache, aber hier sind gängige Richtwerte:

GargradKerntemperaturBeschreibung
Rare (Blutig)ca. 48-52 °CInnen noch roh, stark rot, saftig
Medium-Rare (Blutig-Medium)ca. 53-56 °CInnen zartrosa, sehr saftig (oft bevorzugt für Tomahawk)
Medium (Medium)ca. 57-60 °CInnen rosa, gut durchgegart, noch saftig
Medium-Well (Halb durch)ca. 61-64 °CInnen leicht rosa, fast durchgegart
Well Done (Durch)ab 65 °CVollständig durchgegart, kaum noch rosa, weniger saftig

Das Geheimnis des perfekten Anschnitts und Anrichtens

Das Aufschneiden eines Tomahawk Steaks ist der letzte, aber entscheidende Schritt, um es perfekt zu präsentieren und zu genießen. Das riesige Knochenstück ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein hervorragendes Element, um die Tranchen elegant anzurichten. Hier sind die Schritte für den perfekten Anschnitt:

  1. Entfernen des Knochens: Legen Sie das Steak nach der Ruhephase auf ein Schneidebrett. Halten Sie den Knochen fest und schneiden Sie das Fleisch vorsichtig entlang des Knochens ab. Versuchen Sie, so wenig Fleisch wie möglich am Knochen zu lassen.
  2. Tranchieren gegen die Faser: Der Schlüssel zu zarten Steak-Tranchen ist das Schneiden gegen die Faserrichtung. Wenn Sie sich das Steak genau ansehen, werden Sie erkennen, dass die Muskelfasern in eine bestimmte Richtung verlaufen. Schneiden Sie quer dazu. Dies verkürzt die Fasern und macht jeden Bissen unglaublich zart und leicht zu kauen.
  3. Gleichmäßige Scheiben: Schneiden Sie das Fleisch in etwa 1 cm dicke Tranchen. Gleichmäßige Scheiben sehen nicht nur ansprechender aus, sondern gewährleisten auch, dass jede Portion gleichmäßig saftig und zart ist.
  4. Anrichten: Legen Sie die geschnittenen Tranchen wieder an den Knochen an, um die ursprüngliche Form des Tomahawk Steaks zu imitieren. Dies ist eine beeindruckende Art, das Steak zu präsentieren und lässt die Gäste die Größe und Pracht des Fleisches voll würdigen. Ein Hauch von grobem Meersalz oder frisch gemahlenem Pfeffer kann das Geschmackserlebnis zusätzlich abrunden.

Das Anrichten des Tomahawk Steaks ist Teil der Show und macht es zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auch wenn der Knochen einen Teil des Gewichts ausmacht, ist die visuelle Wirkung und der intensive Geschmack des Fleisches am Knochen die Investition wert. Es ist ein Fest für die Sinne, das man sich gerne einmal im Jahr gönnt.

Beilagen, die Ihr Tomahawk Steak begleiten

Ein so beeindruckendes Steak wie das Tomahawk verdient passende Beilagen, die es ergänzen, ohne zu überlagern. Klassische Optionen sind:

  • Ofenkartoffeln oder Grillkartoffeln: Einfach, aber effektiv. Mit Rosmarin und Knoblauch verfeinert, sind sie eine perfekte Ergänzung.
  • Gegrilltes Gemüse: Spargel, Maiskolben, Paprika oder Zucchini vom Grill passen hervorragend und bringen Frische auf den Teller.
  • Salat: Ein einfacher grüner Salat mit einem leichten Dressing kann das reichhaltige Fleisch gut ausgleichen.
  • Saucen: Während das Tomahawk Steak oft keine Sauce benötigt, können ein Kräuterbutter, eine Chimichurri oder eine klassische Pfeffersauce das Geschmackserlebnis abrunden.

Häufig gestellte Fragen zum Tomahawk Steak

Muss ich ein Tomahawk Steak marinieren?

Nein, nicht unbedingt. Ein hochwertiges Tomahawk Steak hat von Natur aus einen intensiven Geschmack. Salz und Pfeffer reichen oft aus. Eine Marinade oder Gewürzmischung kann jedoch zusätzliche Aromen hinzufügen und ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Kann ich ein Tomahawk Steak auch auf einem Gasgrill zubereiten?

Ja, absolut. Die Prinzipien sind die gleichen: scharfes Anbraten bei hoher direkter Hitze und anschließend indirektes Garen bei niedrigerer Temperatur. Stellen Sie sicher, dass Ihr Gasgrill die nötige Hitze für das Searing erreichen kann und über eine gute indirekte Zone verfügt.

Warum ist die Ruhephase so wichtig?

Die Ruhephase ermöglicht es den Fleischsäften, sich im gesamten Steak zu verteilen. Ohne diese Phase würden die Säfte beim Anschnitt einfach auslaufen, was zu einem trockeneren Steak führt. Die Ruhephase sorgt für ein saftigeres und zarteres Ergebnis.

Wie messe ich die Kerntemperatur richtig?

Stechen Sie das Fleischthermometer an der dicksten Stelle des Steaks ein, aber vermeiden Sie dabei den Knochen. Der Knochen leitet Wärme anders und könnte zu einer falschen Messung führen.

Ist das Tomahawk Steak das Geld wert?

Ein Tomahawk Steak ist oft teurer als andere Steaks, teilweise aufgrund des Knochens, der zum Gewicht beiträgt. Für viele Grillenthusiasten ist es jedoch ein einzigartiges Erlebnis in Bezug auf Geschmack, Saftigkeit und Präsentation, das den Preis rechtfertigt. Es ist ein Premium-Erlebnis, das man sich für besondere Anlässe gönnt.

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