12/02/2024
Das Grillen eines zarten Tenderloin Steaks ist für viele Grillmeister der Höhepunkt der sommerlichen Küche. Es verspricht nicht nur ein intensives Geschmackserlebnis, sondern auch eine unvergleichliche Zartheit, die auf der Zunge zergeht. Doch wie verwandelt man ein solch edles Stück Fleisch in ein wahres Meisterwerk auf dem Rost? Dieser umfassende Guide führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess und verrät Ihnen alle Geheimnisse, um Ihr Tenderloin perfekt zu grillen.

- Was ist Tenderloin? Der edle Cut im Detail
- Die richtige Fleischwahl: Tenderloin vom Rind
- Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg
- Der Grill und die Hitzezone
- Schritt für Schritt zum perfekten Tenderloin Steak
- Wichtige Tipps für ein zartes Ergebnis
- Alternativen: Tenderloin vom Schwein und Lamm
- Perfekte Beilagen zum Tenderloin
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Tenderloin? Der edle Cut im Detail
Der Begriff „Tenderloin“ ist ein amerikanischer Cut und bedeutet übersetzt „zarte Lende“. Dieser Name ist absolut Programm, denn das Fleisch aus diesem Bereich ist bekannt für seine außergewöhnliche Zartheit. Es handelt sich dabei um einen langen Muskelstrang, der sich im Lendenbereich des Tieres, unterhalb des Rückenmuskels und der Wirbelsäule, befindet. In Deutschland ist dieser Cut als Filet bekannt.
Tenderloin gibt es nicht nur vom Rind, sondern auch vom Schwein und Lamm. Rinderfilet lässt sich auf vielfältige Weise zubereiten: als klassisches Steak, als Chateaubriand oder auch für Gerichte wie Boeuf Stroganoff. Das Filetstück zählt zu den absolut besten und zartesten Zuschnitten, da der Muskel kaum beansprucht wird. Da der Muskel nach hinten hin schmal zuläuft, ergeben sich beim Zerteilen Fleischstücke mit unterschiedlichem Durchmesser. Der vordere, dickere Teil wird als Kopf bezeichnet, der hintere als Spitze. Dazwischen liegt das lange Mittelstück. Für das Grillen eignen sich neben dem Steak aus dem breitesten Teil auch die kleineren Tournedos aus dem schmalen Teil, die meist 80-100 g wiegen. Kreisrunde Stücke werden oft als Medaillons bezeichnet.
Ein Teil des Tenderloins spielt zudem bei zwei weiteren bekannten Steak-Cuts eine wichtige Rolle: dem T-Bone Steak und dem Porterhouse Steak. Beide Zuschnitte weisen in der Mitte einen T-förmigen Knochen auf, wobei sich auf einer Seite jeweils ein Stück des Filets befindet.
Die richtige Fleischwahl: Tenderloin vom Rind
Beim Kauf von Tenderloin ist ein wenig Vorsicht geboten, um die gewünschte Qualität und Zartheit zu gewährleisten. Achten Sie darauf, dass Sie echtes Tenderloin (Rinderfilet) erhalten. Es gibt auch „Chuck Tenderloin“, das aus der Schulter des Tieres stammt und eine andere Textur und Zartheit aufweist. Wenn Sie jedoch sicher sind, das richtige, hochwertige Rinderfilet in den Händen zu halten, dürfen Sie sich auf außerordentlich aromatische Steaks freuen.
Falls Sie eine gute Bezugsquelle für exzellentes Fleisch haben, können Sie statt einzelner Steaks auch ein ganzes Tenderloin kaufen. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Steaks vor dem Grillen selbst zuzuschneiden und so die Dicke perfekt anzupassen. Den Kopf und die schmalen Tips aus dem Endstück können Sie getrennt zubereiten, beispielsweise für Ragouts oder kleinere Spieße. Für das Zuschneiden empfiehlt sich ein sehr scharfes Messer, insbesondere wenn Sie das Fleischstück selbst parieren müssen. Exaktes Arbeiten verhindert, dass Sie zu viel vom zarten Muskelfleisch wegschneiden.
Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg
Die richtige Vorbereitung des Fleisches ist entscheidend für ein perfektes Grillergebnis. Nehmen Sie die Steaks etwa 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank. So können sie Raumtemperatur annehmen, was ein gleichmäßigeres Garen fördert. Kaltes Fleisch würde auf dem Grill einen Temperaturschock erleiden und außen zu schnell garen, während der Kern noch kalt bleibt.
Tupfen Sie das Fleisch anschließend gründlich mit Küchenpapier trocken. Eine trockene Oberfläche ist essenziell, um eine schöne Kruste (Maillard-Reaktion) zu erzielen. Feuchtigkeit würde auf dem Grill verdampfen und das Fleisch eher dämpfen als braten. Gegebenenfalls entfernen Sie Reste von Silberhaut oder überschüssigem Fett an der Fleischoberfläche mit einem scharfen Küchenmesser. Silberhaut zieht sich beim Erhitzen zusammen und macht das Steak zäh. Danach pinseln Sie die Steaks dünn mit etwas Olivenöl ein. Das Öl hilft, die Hitze auf das Fleisch zu übertragen und verhindert Anhaften am Rost, während es gleichzeitig die Krustenbildung unterstützt. Auf Salz wird zu diesem Zeitpunkt verzichtet, da es dem Fleisch vor dem Grillen Wasser entziehen könnte.
Der Grill und die Hitzezone
Heizen Sie Ihren Grill auf eine hohe direkte Hitze vor, idealerweise auf 220 °C – 250 °C. Ein heißer Grill ist notwendig, um die gewünschte Kruste und die Röstaromen zu erzeugen. Richten Sie zudem einen indirekten Bereich ein. Dies ist ein Bereich auf dem Grill, wo keine direkte Hitzequelle darunter liegt (z.B. Brenner aus oder Kohlen zur Seite geschoben). Der indirekte Bereich ist entscheidend für das Nachgaren und um das Steak auf die gewünschte Kerntemperatur zu bringen, ohne es außen zu verbrennen.
Schritt für Schritt zum perfekten Tenderloin Steak
Wenn der Grill die richtige Temperatur erreicht hat, legen Sie die vorbereiteten Steaks auf den Rost im direkten Bereich. Die Grillzeit richtet sich nach der Dicke des Steaks:
- Für ca. 3 cm dicke Steaks: Grillen Sie eine Seite 3-4 Minuten lang. Wenn Sie ein schönes Grillmuster bevorzugen, drehen Sie die Steaks nach der Hälfte der Zeit (also nach 1,5-2 Minuten) um 90 Grad. Danach wenden Sie sie und grillen die andere Seite ebenso lang (weitere 3-4 Minuten, bei Bedarf ebenfalls um 90 Grad drehen).
- Für ca. 2 cm dicke Steaks: Diese benötigen nur etwa 3 Minuten pro Seite.
- Für Steaks mit mehr als 3 cm Dicke: Planen Sie 5-6 Minuten pro Seite ein.
Anschließend ziehen Sie die Steaks in den indirekten Bereich und regeln die Temperatur des Grills auf etwa 130 °C zurück. Hier garen die Steaks langsam bis zur gewünschten Kerntemperatur durch. Dieser Schritt ist essenziell, um das Fleisch innen saftig und zart zu halten und gleichzeitig die gewünschte Garstufe zu erreichen, ohne die Außenseite zu verkohlen.
Kerntemperaturen für jede Garstufe
Die Kerntemperatur ist Ihr bester Freund beim Grillen von Steaks. Messen Sie diese mit einem Fleischthermometer, das Sie in die dickste Stelle des Steaks stecken, ohne den Knochen zu berühren. Hier sind die Richtwerte für Rinderfilet:
| Garstufe | Kerntemperatur | Beschreibung |
|---|---|---|
| Rare (Blutig) | 48 °C – 52 °C | Innen noch fast roh und sehr saftig |
| Medium Rare (Englisch) | 52 °C – 55 °C | Innen noch rosa, sehr saftig und zart |
| Medium (Rosa) | 55 °C – 60 °C | Innen rosa, durchgehend saftig |
| Medium Well (Halb durch) | 60 °C – 65 °C | Leicht rosa Kern, fester |
| Well Done (Durch) | ab 65 °C | Durchgegart, wenig Saft |
Sobald Ihre Steaks die gewünschte Kerntemperatur erreicht haben, nehmen Sie sie umgehend vom Grill. Es ist wichtig, sie nicht zu übergaren, da Tenderloin sonst schnell trocken und zäh werden kann. Vor dem Servieren bestreuen Sie die Steaks großzügig mit Salzflocken und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer. Das Salzen nach dem Grillen hilft, eine perfekte Kruste zu bewahren und das Aroma zu intensivieren.
Wichtige Tipps für ein zartes Ergebnis
Die Ruhezeit: Ein Muss für saftiges Fleisch
Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Schritt ist die Ruhezeit nach dem Grillen. Nehmen Sie die Steaks vom Grill und lassen Sie sie für 5-10 Minuten ruhen, locker mit Alufolie abgedeckt. Während des Grillens ziehen sich die Muskelfasern zusammen und die Säfte sammeln sich im Inneren des Fleisches. Die Ruhezeit ermöglicht es den Säften, sich wieder gleichmäßig im gesamten Steak zu verteilen, was zu einem zarteren und saftigeren Ergebnis führt. Schneiden Sie das Steak niemals sofort nach dem Grillen an, da sonst die wertvollen Säfte austreten würden.
Das ganze Filetstück grillen
Wenn Sie möchten, können Sie das gesamte Filetstück grillen, ohne es zu zerteilen. Allerdings müssen Sie in diesem Fall bei der Zubereitung besonders sorgfältig vorgehen. Der vordere Teil (Kopf) ist erheblich dicker als der hintere (Spitze). Deswegen ist es sinnvoll, das schmale Ende weiter weg von der direkten Hitzequelle zu garen als das breitere. Die Kerntemperatur müssen Sie während der gesamten Grillzeit an verschiedenen Stellen kontrollieren, damit das Fleisch optimal und gleichmäßig gart.
Küchengarn: Für die perfekte Form
Wenn das Fleisch sehr weich ist oder Sie möchten, dass die Steaks beim Grillen schön rund und in Form bleiben, verwenden Sie Küchengarn. Sie legen die Steaks flach hin und schnüren ein Stück Garn etwa in mittlerer Höhe um jedes Steak. So bleiben sie stabil und garen gleichmäßiger.
Alternativen: Tenderloin vom Schwein und Lamm
Der Muskelstrang, der sich so gut zu zarten Steaks verarbeiten lässt, ist nicht ausschließlich Rindern vorbehalten. Tenderloin vom Lamm oder Schwein finden Sie ebenfalls in den Angeboten von Metzgereien und bei Online-Händlern.
Schweinefilet vom Grill
Das Filetstück vom Schwein lässt sich besonders gut am Stück grillen. Vorher lässt man es längere Zeit in einer würzigen Marinade durchziehen, um es noch aromatischer zu machen und zart zu halten. Vor dem Servieren schneiden Sie das Fleisch in schmale Streifen. Es schmeckt zu klassischen Grillbeilagen wie Potato Wedges, Salat oder Grillgemüse ebenso gut wie als Fleischbelag für Sandwiches oder Burger. Die Kerntemperatur für Schweinefilet liegt bei 62-65 °C für eine leichte Rosafärbung.
Lammfilet vom Grill
Zarte Lammfilets vom Grill schmecken ebenfalls köstlich. Allerdings sind die Tenderloins vom Lamm erheblich kleiner als die entsprechenden Teilstücke vom Rind. Deswegen eignet sich Tenderloin vom Lamm oft besser für das Grillen im Ganzen oder in größeren Stücken. Als Alternative garen Sie sie zusammen mit anderen Zutaten in Stücken auf Spießen. In Bezug auf Gewürze und Kräuter bieten sich Knoblauch, Rosmarin, Thymian, Basilikum oder Koriander an, die hervorragend mit dem Eigengeschmack des Lammes harmonieren. Lammfilet ist bei 58-62 °C Kerntemperatur medium.
Perfekte Beilagen zum Tenderloin
Zum Tenderloin Steak passen viele Beilagen, die das Geschmackserlebnis abrunden und ergänzen. Hier sind einige Vorschläge:
Kartoffelvariationen
Wenn Sie sich für Kartoffeln entscheiden, haben Sie eine große Auswahl: Rosmarinkartoffeln, ein cremiges Püree, knusprige Grillkartoffeln oder auch ein Kartoffelgratin sind hervorragende Optionen. Süßkartoffelpommes bieten eine süßlichere Alternative.
Frische Salate
Salate bieten eine leichte und erfrischende Ergänzung. Tomaten harmonieren hervorragend mit dem zarten Rindfleisch. Ein bunter Tomatensalat aus roten, gelben, orangefarbenen und schwarzen Tomaten schmeckt nicht nur köstlich, er sieht auch gut aus. Alternativ kombinieren Sie Tomaten mit Chicorée, Rucola oder knackigem Blattsalat. Ein einfacher grüner Salat mit Vinaigrette ist ebenfalls eine gute Wahl.
Gegrilltes Gemüse
Falls Sie warmes Gemüse zum Steak bevorzugen, können Sie Maiskolben, Paprikaschoten, Spargel, Zucchini, Auberginen oder Blumenkohlscheiben direkt auf dem Grill zubereiten. Das gibt dem Gemüse zusätzliche Röstaromen, die perfekt zum gegrillten Fleisch passen.
Saucen, Buttersorten und Chutneys
Butter, Chutneys oder Würzsaucen runden das Menü ab und verleihen dem Steak eine zusätzliche Geschmacksebene. Knoblauch- oder Bärlauchbutter passen immer hervorragend zu gegrilltem Rindfleisch. Bei den Chutneys darf es fruchtig oder süßsauer sein: Birnen-, Tomaten-, Feigen- oder karamellisierte Zwiebel-Chutneys sind gute Optionen. In Bezug auf Saucen haben Sie die Auswahl zwischen klassischen Grillsaucen wie einem frischen Chimichurri, einer kräftigen Pfeffersauce oder warmen Saucen wie Rahm- oder Rotweinsauce.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Sirloin und Tenderloin?
Sirloin und Tenderloin sind beides Cuts aus dem Lendenbereich des Rindes, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Position, Textur und Zartheit:
| Merkmal | Tenderloin (Filet) | Sirloin (Roastbeef, Lende) |
|---|---|---|
| Position | Innerhalb der Lendenwirbel, ein langer, wenig beanspruchter Muskel. | Äußerer Lendenmuskel, liegt über dem Tenderloin. |
| Zartheit | Sehr zart, da der Muskel kaum beansprucht wird. Gilt als Premium-Cut. | Zart, aber nicht so zart wie Tenderloin. Kann etwas mehr Biss haben. |
| Geschmack | Feiner, milder Geschmack. | Kräftigerer, fleischigerer Geschmack. |
| Größe der Steaks | Kleinere, kompaktere Steaks (z.B. 200-300g). | Deutlich größere Steaks (können 1000-2000g schwer sein), oft aus dem hinteren Teil des Roastbeefs geschnitten. |
| Preis | In der Regel teurer, da es ein sehr begehrter und kleiner Muskel ist. | Günstiger als Tenderloin, aber immer noch ein hochwertiger Cut. |
Während das Tenderloin Steak zu den absoluten Premium Cuts zählt, ist das beim Sirloin Steak nicht der Fall. Trotzdem schmecken auch Sirloin Steaks hervorragend und bieten eine gute Alternative mit kräftigerem Geschmack.
Muss ich das Fleisch vor dem Grillen salzen?
Für Tenderloin Steaks, insbesondere wenn sie dünn sind oder Sie eine sehr knusprige Kruste wünschen, empfiehlt es sich, das Salz und den Pfeffer erst nach dem Grillen hinzuzufügen. Salzen vor dem Grillen kann dem Fleisch Feuchtigkeit entziehen und die Krustenbildung beeinträchtigen. Wenn Sie jedoch eine sehr dicke Kruste wünschen und das Steak auch innen gut gewürzt sein soll, können Sie das Fleisch auch 10-15 Minuten vor dem Grillen leicht salzen, damit das Salz etwas einziehen kann, oder es unmittelbar vor dem Grillen salzen.
Wie messe ich die Kerntemperatur richtig?
Verwenden Sie ein digitales Fleischthermometer. Stecken Sie die Spitze des Thermometers immer in die dickste Stelle des Steaks. Achten Sie darauf, dass die Spitze nicht auf einem Knochen oder zu nah an der Oberfläche aufliegt, da dies die Messung verfälschen könnte. Die Anzeige sollte sich stabilisieren, bevor Sie den Wert ablesen. Es ist ratsam, die Kerntemperatur regelmäßig zu überprüfen, besonders wenn das Steak dem gewünschten Garzustand nahekommt.
Mein Tenderloin ist zäh geworden – was lief falsch?
Wenn Ihr Tenderloin zäh geworden ist, gibt es meist zwei Hauptgründe: Es wurde entweder überkocht oder nicht ausreichend geruht. Tenderloin ist ein sehr mageres Fleisch, das schnell trocken und zäh wird, wenn es über die optimale Kerntemperatur hinaus gegart wird. Achten Sie daher unbedingt auf die Kerntemperatur und nehmen Sie das Steak rechtzeitig vom Grill. Zweitens, wenn das Steak nicht ausreichend geruht hat, bevor es angeschnitten wurde, treten die Fleischsäfte aus, was das Fleisch trocken und faserig erscheinen lässt. Halten Sie sich an die empfohlene Ruhezeit, um ein saftiges und zartes Ergebnis zu gewährleisten.
Mit diesen Tipps und Tricks steht Ihrem perfekten Tenderloin vom Grill nichts mehr im Wege. Genießen Sie das unvergleichlich zarte und aromatische Ergebnis Ihrer Grillkünste!
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