Was sind die vor- und Nachteile eines Steak vom Gasgrill?

Perfekte Steaks vom Grill: So gelingen sie!

16/07/2022

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Das Grillen eines Steaks ist für viele die wahre Königsdisziplin der sommerlichen Freiluftküche. Es geht nicht nur darum, Fleisch über Feuer zu legen, sondern vielmehr darum, ein Meisterwerk zu schaffen – ein Steak, das außen eine unwiderstehliche Kruste hat und innen zart, saftig und perfekt auf den Punkt gegart ist. Doch wie erreicht man diesen Zustand der Perfektion, wenn die gewohnte Pfanne durch den glühenden Rost ersetzt wird? Es gibt unzählige Mythen und Methoden, aber der Weg zum wahren Steak-Genuss erfordert das Beachten einiger grundlegender Regeln und das Vermeiden gängiger Fehler. Die Reise zum perfekten Steak beginnt lange bevor die erste Flamme lodert und die Holzkohle glüht.

Wie lange dauert es bis ein Steak am Grillrost hält?

Grundvoraussetzung für ein unvergleichliches Grillerlebnis ist stets die Qualität des Fleisches und die Präzision der Zubereitung. Wenn Sie sich auf einen besonderen Steak-Genuss freuen, müssen Sie einige entscheidende Schritte beachten, die wir Ihnen im Folgenden detailliert aufzeigen werden. Tauchen wir ein in die Welt der Aromen und Texturen, die nur ein perfekt gegrilltes Steak bieten kann!

Inhaltsverzeichnis

Die Wahl des perfekten Fleisches: Der Grundstein für Genuss

Die Zubereitung eines perfekten Steaks beginnt nicht am Grill, sondern bereits beim Einkauf. Nur mit dem richtigen Fleisch können Sie ein wirklich herausragendes Steak grillen. Qualität ist hier das A und O, und verschiedene Faktoren beeinflussen den späteren Geschmack und die Textur maßgeblich:

  • Reifezeit des Fleisches: Dies ist vielleicht der wichtigste Faktor. Rindfleisch muss nach der Schlachtung mindestens drei Wochen reifen, idealerweise sogar länger (Dry Aging). Dieser Prozess macht das Fleisch zarter und entwickelt komplexe Aromen.
  • Schlachtalter, Fütterung und Herkunft: Diese Aspekte beeinflussen die Marmorierung (Fettanteil im Muskelgewebe) und den Geschmack des Fleisches. Eine artgerechte Haltung und eine ausgewogene Fütterung sind entscheidend für ein hochwertiges Produkt.
  • Rasse: Einige Rinderrassen, wie Angus oder Wagyu, sind bekannt für ihre hervorragende Fleischqualität und Marmorierung.
  • Fleischdicke: Die optimale Fleischbreite für ein Steak liegt bei mindestens 4 Zentimetern. Dünnere Steaks trocknen schneller aus und lassen sich schwerer punktgenau garen. Die Scheiben sollten zudem nicht zu klein sein, um eine gute Kontrolle über den Garpunkt zu gewährleisten.

Fragen Sie bei Ihrem Metzger gezielt nach „gut abgehangenem Fleisch“. Er kann Sie beraten und Ihnen die besten Stücke für Ihr Grillvorhaben empfehlen. Folgende Fleischstücke eignen sich hervorragend für perfekte Steaks vom Grill:

  • Rumpsteak, Entrecôte, Ribeye und Roastbeef: Diese Stücke werden zwischen der Schulter und der Keule entnommen und zeichnen sich durch ihren intensiven Geschmack und oft eine schöne Marmorierung aus.
  • Filet: Das Filet ist reines Muskelfleisch, sehr zart und mager. Es ist das edelste und teuerste Stück, das aber weniger Eigengeschmack als marmoriertere Cuts besitzt.
  • Hüftsteak, Tafelspitz und T-Bone: Diese Stücke stammen aus dem hinteren Rinderrücken. Das T-Bone Steak ist besonders beliebt, da es sowohl Filet als auch Roastbeef enthält und durch seinen Knochen zusätzlichen Geschmack abgibt. Die Fettkruste verleiht diesen Steaks eine unverwechselbare Geschmacksnote und schützt sie vor dem Austrocknen.
  • Bürgermeisterstück (Tri-Tip): Eine sehr zarte und geschmackvolle Scheibe aus dem inneren Bereich der Hüftkeule.
  • Flank Steak: Ein eher flaches, aber sehr aromatisches Stück aus der hinteren Flanke, das quer zur Faser geschnitten werden sollte.

Grill optimal vorbereiten: Hitze ist alles!

Perfekte Steaks gelingen Ihnen nur, wenn Ihr Grill die richtige Temperatur hat. Die Vorbereitung des Grills ist ebenso wichtig wie die Fleischauswahl:

  • Vorheizen: Egal ob Elektro- oder Gasgrill, heizen Sie ihn mindestens 10 bis 20 Minuten vor. Bei einem Holzkohlegrill müssen Sie die Grillkohle vorglühen, bis sie eine gleichmäßige weiße Glut entwickelt hat. Erst dann können Sie mit dem Grillen beginnen. Eine zu niedrige Temperatur führt dazu, dass das Fleisch eher kocht als brät und keine schöne Kruste entwickelt.
  • Rost einölen: Damit das Fleisch nicht am Rost kleben bleibt, pinseln Sie den Grillrost vor dem Auflegen des Steaks mit etwas Öl ein. Rapsöl ist hierfür optimal geeignet, da es hohe Temperaturen verträgt und geschmacksneutral ist.
  • Temperaturzonen: Für die Zubereitung von Steaks ist die Einrichtung von zwei Temperaturzonen entscheidend. Eine direkte, sehr heiße Zone für das scharfe Anbraten und eine indirekte, kühlere Zone zum Fertiggaren.

Wenn Sie leckere Steaks zubereiten wollen, ist das indirekte Grillen, beispielsweise in einem Kugelgrill, ideal. Sie platzieren die Kohlen lediglich auf einer Seite des Grills und warten, bis Sie auf der Grillkohle eine gleichmäßige, weiße Ascheschicht sehen. Dieses Setup ermöglicht es Ihnen, das Steak zuerst scharf anzubraten und dann in der indirekten Zone auf den Punkt zu garen. Hierbei kommt die sogenannte Maillard-Reaktion zum Tragen, die ab einer Temperatur von etwa 140 °C einsetzt und für die köstlichen Röstaromen und die appetitliche Bräunung des Steaks verantwortlich ist.

Die optimale Grilltechnik: Präzision zählt

Mit dem richtigen Fleisch und einem perfekt vorbereiteten Grill geht es nun an die Technik. Hier sind die entscheidenden Schritte:

  • Fleisch muss Zimmertemperatur haben: Damit Ihre Steaks gleichmäßig durchbraten, muss das Fleisch Zimmertemperatur besitzen. Nehmen Sie die Fleischscheiben deshalb mindestens 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank. Kaltes Fleisch würde den Grillrost abkühlen und ungleichmäßig garen.
  • Würzen: Ein perfekt gegrilltes Steak ist so schmackhaft, dass es kaum Marinade braucht. Es ist zu empfehlen, die Fleischscheiben erst nach dem Grillen mit etwas Pfeffer und Salz zu würzen. Pfeffer würde auf dem heißen Grill sofort verbrennen und das Fleisch bitter schmecken. Salz würde dem Fleisch die Feuchtigkeit entziehen, wenn es zu früh aufgetragen wird. Falls Sie dennoch Marinade verwenden möchten, lassen Sie diese unbedingt gut abtropfen, damit sie nicht in die Glut tropft und Rauch oder Flammen verursacht.
  • Grillrosthöhe: Der Abstand des Grillrostes ist entscheidend, damit Ihre Steaks während der Zubereitung nicht anbrennen. Da die Höhen bei den zahlreichen Grillmodellen variieren, müssen Sie die optimale Höheneinstellung durch Ausprobieren herausfinden. Bei Fleisch mit einem höheren Fettanteil müssen Sie besonders darauf achten, dass kein Fett in die Glut tropft, da dies zu offenen Flammen führen und Ihre Steaks verbrennen könnte.
  • Die Zwei-Zonen-Methode: Für dicke Fleischscheiben ist die Zwei-Zonen-Methode unerlässlich. Braten Sie die Steaks zuerst in der direkten, sehr heißen Zone (ca. 260–290 °C) auf beiden Seiten für etwa 2 Minuten scharf an, um eine schöne Kruste zu erzeugen. Das perfekte, unverwechselbare Kreuzmuster, welches Sie aus dem Steakhaus kennen, erreichen Sie, indem Sie die Fleischscheiben nach der Hälfte der Anbratzeit um 90 Grad drehen.
  • Indirektes Garen: Verschieben Sie die Steaks anschließend in die indirekte Zone (ca. 130–150 °C), um sie dort auf den gewünschten Garpunkt zu bringen. Dies verhindert das Verbrennen der Außenseite, während das Innere noch roh ist.
  • Wenden mit Zange: Wenden Sie die Fleischscheiben im Abstand von etwa 20 Sekunden, um eine gleichmäßige Hitzeverteilung und Saftverteilung zu gewährleisten. Nutzen Sie dazu eine Grillzange. Unter keinen Umständen dürfen Sie eine Gabel verwenden und in die Fleischscheiben stechen, da sonst wertvoller Fleischsaft austreten und verloren gehen würde.

Der Garpunkt: Königsdisziplin am Grill

Das Gelingen perfekter Steaks setzt voraus, dass Sie sich die dafür notwendige Zeit nehmen und den Garpunkt präzise bestimmen. Hierfür gibt es zwei bewährte Methoden:

Der Handballentest

Der Handballentest ist eine einfache und schnelle Methode, um den Garpunkt Ihres Steaks zu bestimmen, ohne es anschneiden zu müssen. Alles, was Sie dafür brauchen, ist Ihre Hand:

  • Englisch (Rare): Berühren Sie Ihren Daumen und Zeigefinger leicht. Drücken Sie mit dem Handballen auf die Stelle unter dem Daumen. Dies entspricht der Festigkeit eines „Rare“ gegarten Steaks.
  • Medium Rare: Berühren Sie Ihren Daumen und Mittelfinger. Der Druckpunkt unter dem Daumen entspricht nun einem „Medium Rare“ Steak.
  • Medium (Rosa): Berühren Sie Ihren Daumen und Ringfinger. Die Festigkeit unter dem Daumen ist nun die eines „Medium“ gegarten Steaks.
  • Well Done (Durchgegart): Berühren Sie Ihren Daumen und kleinen Finger. Der Druckpunkt unter dem Daumen ist nun am festesten und entspricht einem „Well Done“ Steak.

Die Kerntemperaturmessung

Die präziseste Methode zur Bestimmung des Garpunkts ist die Messung der Kerntemperatur mit einem Fleischthermometer. Stechen Sie das Thermometer seitlich in die dickste Stelle des Steaks, um eine genaue Messung zu erhalten. Hier sind die Garstufen und die entsprechenden Kerntemperaturen:

GarstufeTemperatur
Englisch (Rare)52 – 55 °C
Medium Rare55 – 57 °C
Medium (Rosa)57 – 60 °C
Medium Well60 – 64 °C
Well Done (Durchgegart)65 – 69 °C

Die Ruhephase: Das Geheimnis saftiger Steaks

Nachdem Sie Ihre Steaks exakt auf den Punkt gegart haben, ist ein entscheidender Schritt die Ruhezeit. Diese Phase ist absolut notwendig, damit sich die Fleischsäfte, die sich während des Grillens durch die Hitze im Zentrum des Steaks gesammelt haben, wieder gleichmäßig im gesamten Fleisch verteilen können. Würden Sie das Steak sofort anschneiden, würde ein großer Teil des Saftes auslaufen und das Steak trocken erscheinen lassen.

Lassen Sie die gegrillten Fleischscheiben für etwa 5 bis 10 Minuten ruhen. Dabei dürfen Sie die Steaks auf keinen Fall abdecken. Andernfalls würde der unter der Abdeckung gebildete Dampf die krosse Oberfläche des Grillgutes aufweichen und die gewünschte Knusprigkeit zunichtemachen. Die Ruhezeit sorgt dafür, dass das Steak beim Anschnitt wunderbar saftig bleibt.

Servieren und Genießen: Beilagen und Tipps

Ihre fertigen Steaks sind nun außen knusprig und innen wunderbar saftig und zart. Genuss vom Feinsten ist Ihnen garantiert! Bei der Auswahl der Beilagen sind Ihrer Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt. Die perfekt gegrillten Fleischscheiben lassen sich hervorragend anrichten mit:

  • Gekaufter oder selbst zubereiteter Steaksauce (z.B. Kräuterbutter, Café de Paris Butter, Chimichurri)
  • Frischem Baguette oder knusprigem Brot
  • Einem Klacks Kräuterbutter, der auf dem warmen Steak schmilzt
  • Einer Prise grobem Meersalz (z.B. Fleur de Sel) und frisch gemahlenem Pfeffer für den letzten Schliff
  • Gegrilltem Gemüse wie Spargel, Maiskolben oder Paprika
  • Einem frischen Salat

Wichtige Sicherheitshinweise und Fehlervermeidung

Beim Grillen geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um Sicherheit und Gesundheit. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Maillard-Reaktion vs. Verkohlung: Ab einer Temperatur von 140 °C setzt beim Fleisch die sogenannte Maillard-Reaktion ein, die für die aromatischen Röstaromen verantwortlich ist. Diese sind erwünscht und machen Grillspeisen zu etwas ganz Besonderem. Die ersten Verkohlungsprozesse sind jedoch bereits ab 180 °C zu beobachten. Dabei entstehen Acrylamide, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.
  • Extrem hohe Temperaturen: Aktuell ist es ein Trend, beim Grillen die Fleischscheiben kurz auf extrem hohe Temperaturen von bis zu 800 °C zu erhitzen (sogenannte Oberhitzegrills oder „Beef-Burner“). Davon sollten Sie als Hobbygriller besser Abstand nehmen und diese Art der Steakzubereitung professionellen Steakhäusern mit speziellen Hochleistungsgrills überlassen. Diese Grills sind für solche Temperaturen ausgelegt und verfügen über die nötigen Sicherheitsvorkehrungen.
  • Optimale Grilltemperaturen: Temperaturen ab 300 °C können Ihnen deshalb nur zum Ausbrennen Ihres Grills empfohlen werden, nicht aber zum Garen von Lebensmitteln über längere Zeit. Nachdem Sie die Fleischscheiben bei idealen Temperaturen zwischen 260 und 290 °C kurz scharf angebraten haben, garen Sie sie in der indirekten Zone bei 130 bis 150 °C auf den Punkt fertig.
  • Deckelthermometer: Die Temperatur in Ihrem Kugelgrill haben Sie mittels dem integrierten Deckelthermometer immer im Blick, was eine präzise Steuerung ermöglicht.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Steak grillen

Hier beantworten wir Ihnen die gängigsten Fragen rund um das Thema Steak grillen, um Ihnen die Unsicherheiten zu nehmen und Ihnen zu einem noch besseren Grillergebnis zu verhelfen.

Muss ich das Fleisch vor dem Grillen salzen?

Es wird empfohlen, das Fleisch erst nach dem Grillen zu salzen. Salz entzieht dem Fleisch Feuchtigkeit, was es trocken machen könnte, wenn es zu früh aufgetragen wird. Pfeffer würde auf dem heißen Grill verbrennen und dem Steak einen bitteren Geschmack verleihen. Salzen und pfeffern Sie Ihr Steak direkt vor dem Servieren, um den vollen Geschmack zu genießen.

Wie dick sollte ein Steak sein, um perfekt zu gelingen?

Für ein optimales Ergebnis sollte ein Steak eine Dicke von mindestens 4 Zentimetern haben. Dünnere Steaks garen zu schnell durch und es ist schwierig, den gewünschten Garpunkt, insbesondere Medium Rare oder Medium, zu erreichen. Die Dicke ermöglicht es, außen eine schöne Kruste zu bilden, während das Innere saftig bleibt.

Warum sollte ich zum Wenden des Steaks keine Gabel benutzen?

Das Stechen mit einer Gabel in das Steak würde dazu führen, dass wertvoller Fleischsaft austritt. Dieser Saft ist entscheidend für die Zartheit und den Geschmack des Steaks. Verwenden Sie stattdessen immer eine Grillzange, um das Steak zu wenden und sicherzustellen, dass alle Säfte im Fleisch bleiben.

Was ist die Maillard-Reaktion und warum ist sie wichtig?

Die Maillard-Reaktion ist eine chemische Reaktion, die bei hohen Temperaturen zwischen Aminosäuren und reduzierenden Zuckern im Fleisch stattfindet. Sie ist verantwortlich für die Bildung der köstlichen Röstaromen, die appetitliche Bräunung und die komplexe Geschmacksentwicklung auf der Oberfläche des Steaks. Sie beginnt bei etwa 140 °C und ist entscheidend für den typischen Grillgeschmack.

Wie lange muss ein Steak nach dem Grillen ruhen?

Ein Steak sollte nach dem Grillen etwa 5 bis 10 Minuten ruhen. Diese Ruhezeit ist entscheidend, damit sich die Fleischsäfte, die sich durch die Hitze im Zentrum des Steaks gesammelt haben, wieder gleichmäßig im gesamten Fleisch verteilen können. Dadurch bleibt das Steak beim Anschnitt wunderbar saftig und zart. Decken Sie das Steak während der Ruhezeit nicht ab, um die knusprige Kruste zu erhalten.

Mit diesen Tipps und Tricks steht Ihrem perfekten Steak-Erlebnis nichts mehr im Wege. Viel Spaß beim Grillen und guten Appetit!

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