Wie bereite ich Steaks in den Backofen vor?

Steak perfekt aus dem Ofen: Schritt für Schritt

29/06/2023

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Ein perfekt zubereitetes Steak ist für viele der Inbegriff kulinarischen Genusses. Doch wie gelingt es, dass das Fleisch außen eine wunderbar knusprige Kruste bekommt und innen zart, saftig und auf den Punkt gegart ist? Die Antwort liegt oft nicht nur in der Pfanne, sondern in einer cleveren Kombination aus scharfem Anbraten und dem anschließenden Garen im Backofen. Diese Methode, oft als "Ofen-Finish" bezeichnet, nimmt den Druck vom Koch und garantiert ein gleichmäßiges Ergebnis, das selbst anspruchsvolle Gaumen begeistert. Vergessen Sie die Angst vor zähem oder trockenem Fleisch – mit dieser Anleitung wird jedes Steak zu einem Meisterwerk.

Wie brate ich ein Rumpsteak in der Pfanne?
In eine durchschnittliche Pfanne mit Durchmesser von 24 cm bis 28 cm passen zwei Steaks, vielleicht auch nur eins. Nun das Rumpsteak in der Pfanne kräftig anbraten, etwa 90 Sekunden. Dann wenden und von der anderen Seite ebenfalls scharf anbraten. Es sollte eine kräftige braune Kruste bekommen.
Inhaltsverzeichnis

Die Wahl des richtigen Fleisches: Qualität ist entscheidend

Der Grundstein für ein hervorragendes Steak wird bereits beim Einkauf gelegt. Die Qualität des Fleisches ist hierbei absolut ausschlaggebend. Billigfleisch vom Discounter mag verlockend erscheinen, doch für ein wirklich genussvolles Steak-Erlebnis sollten Sie auf hochwertiges Fleisch vom Metzger Ihres Vertrauens setzen.

Ich persönlich bevorzuge es, ein ganzes Stück Roastbeef (3-4 kg) zu kaufen und es selbst zu parieren und in portionsgerechte Steaks zu schneiden. Das Parieren bedeutet in diesem Fall, das Roastbeef von überschüssiger Fettschicht und eventuellen Sehnen zu befreien. Anschließend schneiden Sie etwa zwei Finger dicke Scheiben – das entspricht pro Steak ungefähr 220 bis 250 Gramm. Diese Dicke ist ideal, um eine schöne Kruste zu entwickeln und gleichzeitig das Innere saftig zu halten.

Sollten Sie kein ganzes Roastbeef erwerben wollen oder können, lassen Sie sich beim Metzger Ihres Vertrauens fertig parierte und portionierte Steaks geben. Er kann Sie auch zu den besten Schnitten beraten, sei es Rumpsteak, Rib-Eye oder Filet. Achten Sie auf eine schöne Marmorierung – feine Fetteinlagerungen im Muskelgewebe, die dem Steak beim Braten Saftigkeit und Geschmack verleihen.

Vorbereitung ist alles: Der Weg zum perfekten Anbraten

Bevor das Steak die Pfanne erblickt, sind einige Vorbereitungsschritte essenziell. Heizen Sie zunächst Ihren Backofen auf exakt 80 Grad Celsius vor. Diese niedrige Temperatur ist entscheidend für das sanfte Nachgaren des Steaks und die anschließende Ruhephase. Während der Ofen auf Temperatur kommt, bereiten Sie die Pfanne vor.

Verwenden Sie eine schwere Pfanne, idealerweise aus Gusseisen, da diese die Hitze gut speichert und gleichmäßig abgibt. Erhitzen Sie nun das Öl in der Pfanne stark. Es sollte heiß genug sein, um das Steak sofort anzubraten, aber auf keinen Fall rauchen. Rauchendes Öl hat seinen Rauchpunkt überschritten, kann Bitterstoffe entwickeln und ist zudem ungesund. Ein neutrales, hoch erhitzbares Öl wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl eignet sich hierfür am besten.

Legen Sie die Steaks vorsichtig in die heiße Pfanne. Vermeiden Sie dabei die Verwendung einer Gabel oder das Drücken auf das Fleisch, da dies wertvolle Fleischsäfte herauspressen würde. Ein kleiner Trick für mehr Höhe und eine bessere Kruste: Drücken Sie die Ränder des Steaks leicht zusammen, sodass es etwas an Höhe gewinnt, bevor Sie es in die Pfanne legen.

Das Geheimnis der Kruste: Richtig anbraten

Das Anbraten ist der erste und wichtigste Schritt für die Entwicklung einer appetitlichen Kruste. Braten Sie die Steaks ohne zu wenden für 2,5 bis maximal 3 Minuten scharf an. In dieser Zeit sollte sich auf der Unterseite eine schöne, braune Kruste gebildet haben. Diese Kruste entsteht durch die Maillard-Reaktion, eine komplexe chemische Reaktion, die für die Röstaromen und die attraktive Farbe verantwortlich ist.

Nun ist es Zeit, die Steaks zu wenden. Sobald die erste Seite angebraten ist, können Sie diese großzügig mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Verwenden Sie hierfür am besten grobes Meersalz, da es eine schöne Textur auf dem Steak hinterlässt. Braten Sie die zweite Seite ebenfalls für 2,5 bis maximal 3 Minuten. Nach dieser Zeit nehmen Sie die Steaks aus der Pfanne und wickeln jedes einzeln fest in Alufolie ein. Wenn Sie keine Alufolie verwenden möchten, sind Pergamentpapier oder Backpapier ausgezeichnete Alternativen, insbesondere aus gesundheitlichen Gründen, wie auch die Zugabe von Zitronensaft empfohlen wird.

Die entscheidende Ruhephase im Ofen: Für Saftigkeit und Zartheit

Dieser Schritt ist das Herzstück der Zubereitung und der Schlüssel zu einem unglaublich zarten und saftigen Steak. Legen Sie die eingewickelten Steaks für 10 bis 15 Minuten in den auf 80 Grad vorgeheizten Backofen. Diese Ruhephase ist absolut entscheidend und darf keinesfalls übersprungen werden.

Während das Steak im Ofen ruht, verteilen sich die Fleischsäfte, die sich durch das scharfe Anbraten im Kern gesammelt haben, wieder gleichmäßig im gesamten Fleischstück. Das Ergebnis ist ein Steak, das von Rand zu Rand gleichmäßig saftig ist und nicht beim Anschnitt austrocknet. Die niedrige Ofentemperatur verhindert ein weiteres Garen des Fleisches, während es sich entspannt. Dies ist der Moment, in dem Sie entspannt eine Vorspeise genießen oder die Beilagen finalisieren können – es kann nichts mehr schiefgehen!

Kerntemperaturen für den perfekten Gargrad

Für Steak-Liebhaber, die ihren Gargrad präzise bestimmen möchten, ist ein Fleischthermometer unerlässlich. Stechen Sie es in die dickste Stelle des Steaks, ohne den Knochen zu berühren (falls vorhanden). Hier ist eine Übersicht der gängigen Gargrade und ihrer entsprechenden Kerntemperatur:

GargradBeschreibungKerntemperatur
Rare (Blutig)Innen rot, sehr saftigca. 48-52°C
Medium Rare (Englisch)Innen rosa-rot, saftigca. 53-56°C
Medium (Rosa)Innen rosa, durchgehend saftigca. 57-60°C
Medium Well (Halb durch)Kaum noch rosa, fast durchgegartca. 61-64°C
Well Done (Durch)Gänzlich durchgegart, braunab 65°C

Beachten Sie, dass die Temperatur im Steak nach dem Herausnehmen aus dem Ofen noch um 1-2 Grad ansteigen kann (Carry-Over-Effekt).

Der krönende Abschluss: Servieren und Genießen

Nach der Ruhezeit im Ofen befreien Sie die Steaks vorsichtig aus der Alufolie oder dem Backpapier. Der dunkle Fleischsaft, der sich in der Folie angesammelt hat – ein Zeichen für perfekt verteiltes Aroma und Saftigkeit – sollte unbedingt über die Steaks gegeben werden. Dieser Saft ist voller Geschmack und hält das Steak zusätzlich feucht.

Servieren Sie die Steaks sofort. Dazu passen klassische Beilagen wie selbstgemachte Kräuterbutter, zart gebratene Zwiebeln oder einfach nur eine Prise gutes Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer aus der Mühle. Auch ein frischer Salat oder Ofenkartoffeln runden das Gericht wunderbar ab.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Steak-Zubereitung

Warum ist die Fleischqualität so wichtig für ein gutes Steak?

Die Qualität des Fleisches beeinflusst maßgeblich Geschmack, Textur und Saftigkeit. Hochwertiges Fleisch, oft mit einer feinen Marmorierung, enthält ausreichend intramuskuläres Fett, das beim Braten schmilzt und dem Steak seinen unvergleichlichen Geschmack und seine Zartheit verleiht. Billigfleisch hat oft weniger Fett und eine zähere Faserstruktur, was zu einem trockenen und weniger aromatischen Ergebnis führen kann.

Kann ich auch dünnere oder dickere Steaks mit dieser Methode zubereiten?

Ja, prinzipiell ist das möglich, aber Sie müssen die Brat- und Ruhezeiten anpassen. Bei dünneren Steaks (z.B. 1,5 cm) verkürzen sich die Anbratzeiten auf 1-2 Minuten pro Seite und die Ruhezeit im Ofen auf 5-8 Minuten. Bei sehr dicken Steaks (über 3 cm) können Sie die Anbratzeit leicht verlängern und die Ofenruhe auf 15-20 Minuten ausdehnen. Ein Fleischthermometer ist hier besonders hilfreich, um den gewünschten Gargrad zu treffen.

Was mache ich, wenn mein Steak zu zäh wird?

Ein zähes Steak ist oft die Folge von zu langem Garen oder dem Fehlen der Ruhephase. Wenn das Fleisch zu lange Hitze ausgesetzt ist, ziehen sich die Muskelfasern zusammen und pressen die Säfte heraus, was es trocken und zäh macht. Die Ruhephase im Ofen ist entscheidend, damit sich die Säfte wieder im gesamten Fleisch verteilen können und das Steak zart bleibt. Achten Sie auch darauf, das Fleisch nicht direkt aus dem Kühlschrank in die Pfanne zu legen – es sollte Zimmertemperatur haben.

Muss der Ofen wirklich auf genau 80 Grad eingestellt werden?

Die 80 Grad sind eine ideale Temperatur für das sanfte Nachgaren und die Ruhephase, da sie das Fleisch warm hält, ohne es weiter zu garen. Eine Abweichung von wenigen Grad (z.B. 70-90 Grad) ist in der Regel unkritisch, aber zu hohe Temperaturen würden das Steak weiterkochen. Ziel ist es, die Wärme im Inneren zu stabilisieren und die Säfte zu verteilen, nicht das Steak weiter zu braten.

Warum sollte ich das Steak erst nach dem ersten Wenden salzen und pfeffern?

Das Salzen vor dem Braten ist ein kontroverses Thema. Einige Köche salzen vorab, andere erst danach. Die hier beschriebene Methode des Salzens nach dem ersten Anbraten hat den Vorteil, dass das Salz nicht auf der heißen Pfannenoberfläche verbrennt und Bitterstoffe entwickeln kann. Zudem bildet sich die Kruste ungestört. Pfeffer verbrennt bei hohen Temperaturen leicht, daher ist das Würzen auf der bereits angebratenen Seite ideal.

Tipps für fortgeschrittene Steak-Liebhaber und die perfekte Geduld

  • Fleisch auf Zimmertemperatur bringen: Nehmen Sie das Steak mindestens 30 Minuten, besser 1 Stunde, vor dem Braten aus dem Kühlschrank. So gart es gleichmäßiger.
  • Trocken tupfen: Tupfen Sie das Steak vor dem Anbraten gründlich mit Küchenpapier trocken. Feuchtigkeit auf der Oberfläche verhindert die Bildung einer schönen Kruste.
  • Pfanne nicht überladen: Braten Sie nicht zu viele Steaks gleichzeitig in einer Pfanne. Dies senkt die Temperatur der Pfanne zu stark, und die Steaks würden eher kochen als braten. Braten Sie lieber in mehreren Durchgängen.
  • Butter und Kräuter in der Pfanne: Für zusätzliche Aromen können Sie in den letzten 30 Sekunden des Anbratens einen Löffel Butter und frische Kräuter wie Rosmarin oder Thymian in die Pfanne geben und das Steak damit übergießen (Arrosieren).
  • Die Bedeutung der Geduld: Die Ruhephase ist der wichtigste Schritt. Widerstehen Sie der Versuchung, das Steak früher aus dem Ofen zu nehmen. Diese Geduld zahlt sich in einem unvergleichlich zarten Ergebnis aus.

Mit dieser Methode und ein wenig Übung werden Sie bald in der Lage sein, Steaks zuzubereiten, die jedem Restaurantbesuch Konkurrenz machen. Genießen Sie den Prozess und vor allem das köstliche Ergebnis!

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