Wie kann ich die Kerntemperatur meines Rinderfilets ablesen?

Rinderfilet Grillen: Der Perfekte Genuss

11/11/2021

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Während der Grillsaison landen unzählige Köstlichkeiten auf dem Rost, doch das Rinderfilet nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Es zählt zum echten Premium-Fleisch, da kein anderer Cut vom Rind eine solch unvergleichliche Zartheit bietet. Viele Hobbyköche schrecken jedoch vor der Zubereitung zurück, denn der perfekte Garpunkt ist beim Grillen eines Rinderfilets von entscheidender Bedeutung. Nur wenige Minuten mehr oder weniger auf dem Grill entscheiden darüber, ob das Anschnittergebnis Anlass zur Freude gibt oder ob man sich mit einer zähen „Schuhsohle“ begnügen muss. Doch keine Sorge: Mit den richtigen Tipps und Tricks gelingt dir die Rinderlende auf dem Rost garantiert perfekt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt oft in der genauen Kontrolle der Kerntemperatur.

Wie kann ich die Kerntemperatur meines Rinderfilets ablesen?
Ein Fleischthermometer, das die Kerntemperatur misst, schafft hier Abhilfe. Denn über die Temperatur im Inneren des Fleisches erfährst du auf einen Blick, wie gar es ist. Die Anwendung ist einfach: Einfach das Thermometer in die Mitte, am besten an der dicksten Stelle des Rinderfilets stecken, und schon kannst du die Temperatur ablesen.

Es ist weit weniger kompliziert, ein Rinderfilet am Stück oder in Form von Medaillons zu grillen, als viele annehmen. Dieser umfassende Guide führt dich Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, von der Auswahl des Fleisches bis zum Anschnitt des perfekt gegarten Filets.

Inhaltsverzeichnis

Rinderfilet Kaufen: Qualität Macht den Unterschied

Ein gutes Stück Fleisch sollte idealerweise auf der Zunge zergehen. Rinderfilet erfüllt dank seiner feinen Struktur dafür schon fast alle Voraussetzungen. Es ist das edelste Teilstück des Rindes, ein Muskelstrang in der Lendengegend. Da dieser Muskel kaum beansprucht wird, ist er fein-faserig, hat nur wenig Fett und weist oft eine schöne Marmorierung auf. Diese Eigenschaften tragen maßgeblich zur extremen Saftigkeit bei.

Voraussetzung ist natürlich, dass die Qualität stimmt. Es lohnt sich absolut, hier ein paar Euro mehr auszugeben und den Gang zum Metzger deines Vertrauens oder auf den Wochenmarkt anzutreten. Achte dabei idealerweise auf Bio-Qualität oder Fleisch aus artgerechter Haltung. Eine dunkelrote Farbe des Rinderfilets ist ein gutes Zeichen; sie deutet darauf hin, dass das Fleisch nach der Schlachtung ausreichend (zirka drei bis vier Wochen) abgehangen ist, wodurch die Muskelfasern schön mürbe werden.

Ein kleiner Tipp: Hervorragendes Bio-Fleisch kann man heutzutage auch bequem online bestellen. Einige Anbieter, wie zum Beispiel „Kauf ’ne Kuh“, verfolgen ein besonderes Konzept: Erst nachdem ein Rind vollständig „verkauft“ ist, wird es geschlachtet, wodurch das gesamte Tier verwertet werden kann. Überlege doch einmal, ob ein Black-Angus-Paket für Grill und Pfanne nicht genau das Richtige wäre.

Ganzes Filet oder Medaillons: Was ist Besser?

Nicht jedes Rind ist gleich, daher variiert auch das Filet in Größe, Dicke und Länge. Die Größe an sich sagt aber generell nichts über die Qualität aus. Du musst das Filet natürlich nicht im Ganzen verarbeiten. Einzelne Rinderfiletsteaks, wie das zarte Filet Mignon, werden aus der Mitte des Filets geschnitten und lassen sich ebenfalls hervorragend auf dem Grill zubereiten.

Ob du das Rinderfilet am Stück oder als Medaillon grillst, ist reine Geschmackssache. Wenn du dich für Medaillons entscheidest, gilt eine wichtige Regel: Je dicker, desto besser! Lass dir von deinem Metzger ruhig schöne, dicke Scheiben aus dem Filetstrang schneiden, die rund 5 bis 8 Zentimeter dick sind. Das klingt im ersten Moment vielleicht viel, aber das Fleisch verliert beim Garen an Flüssigkeit und damit an Masse. Außerdem erzielst du so eine perfekte Kruste und gleichzeitig einen wunderschönen rosa Kern. Sind die Steaks zu dünn, musst du meist auf eines von beiden verzichten – und das wäre bei dieser Fleischqualität mehr als schade.

Muss ich Rinderfilet Marinieren?

Die kurze Antwort lautet: Nö. Beim Rinderfilet solltest du auf eine aufwendige Marinade verzichten, da sie den feinen Eigengeschmack des Fleisches mit anderen, oft zu dominanten Aromen überdecken würde. Eine leichte Marinade aus Olivenöl und frischen Kräutern (wie Estragon, Oregano, Petersilie, Rosmarin und Thymian) sowie etwas Knoblauch kann das Fleischaroma jedoch perfekt zur Geltung bringen und dem Filet eine zusätzliche Geschmacksnote verleihen, ohne es zu übertönen. Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer sind oft schon völlig ausreichend.

Holzkohle oder Gasgrill: Auf Welchem Grill Gelingt Filet Perfekt?

Bei der Frage nach dem richtigen Grill scheiden sich die Geister: Die einen schwören auf den guten alten Holzkohlegrill mit seinem rauchigen Aroma, die anderen plädieren für die präzise Kontrolle eines Gasgrills.

Wichtig ist vor allem: Damit das Rinderfilet außen knusprig und innen schön zart wird, muss der Grill richtig Power haben und dem Fleisch ordentlich einheizen können. Temperaturen von 200 Grad sollte er locker erreichen, und 250 Grad sollten auch kein Problem sein. Ein Elektrogrill ist dem meist nicht gewachsen und wird daher zum Grillen von Rinderfilet nicht empfohlen.

Ein guter Gasgrill bietet den Vorteil, dass du die Temperatur viel besser kontrollieren und zum Nachgaren schnell(er) herunterregeln kannst. Mit Holzkohle ist das nicht ganz so einfach. Bis die gewünschte Hitze hier erreicht ist, dauert es schon mal 30 bis 40 Minuten. Um unterschiedliche Temperaturbereiche für direktes und indirektes Grillen zu bekommen, musst du dann wiederum die Mengen oder den Platz der Kohle verändern, zum Beispiel über eine entsprechende Wanne. Auch durchs Verstellen der Höhe des Rosts verringerst du die Hitze. Ein wenig aufwendiger ist das Grillen mit dem Holzkohlegrill daher schon.

Wer sich nicht zwischen Gas- und Holzkohlegrill entscheiden kann, greift einfach zu einem „Hybridgrill“, wie dem Char-Broil Gas2Coal. Er kann in nur 60 Sekunden vom Holzkohle- zum Gasgrill umgebaut werden und bietet so das Beste aus beiden Welten.

Die Kerntemperatur: Dein Schlüssel zum Erfolg

Blutig, medium oder well-done: Die Geschmäcker gehen beim Garpunkt von Fleisch weit auseinander. Umso schwieriger ist es, das Rinderfilet genau so hinzubekommen, wie man es eben gerne hätte. Hier schafft ein Fleischthermometer, das die Kerntemperatur misst, Abhilfe. Denn über die Temperatur im Inneren des Fleisches erfährst du auf einen Blick, wie gar es ist. Die Anwendung ist denkbar einfach: Einfach das Thermometer in die Mitte, am besten an der dicksten Stelle des Rinderfilets stecken, und schon kannst du die Temperatur ablesen. Es gibt zwar verschiedene Modelle und Preisklassen, aber im Grunde funktionieren alle nach demselben Prinzip.

Besonders praktisch sind Bluetooth-Grillthermometer, die dir die Kerntemperatur auch via App auf deinem Handy anzeigen. So kannst du den Garvorgang bequem überwachen, ohne ständig am Grill stehen zu müssen.

Garstufen und Kerntemperaturen für Rinderfilet

GarstufeKerntemperaturBeschreibung
Rare / Blutig48-52 °CSehr roher Kern, dunkelrot und saftig.
Medium Rare53-56 °CRosa bis roter Kern, sehr saftig und zart. (Oft bevorzugt)
Medium57-60 °CRosa Kern, fest und saftig.
Medium Well61-65 °CLeicht rosa Kern, gut durchgegart.
Well Doneab 66 °CDurchgegart, kein rosa Kern mehr, fester.

Schritt für Schritt: Rinderfilet am Stück Grillen

Genug der Theorie, jetzt geht’s an den Grill! Wir erklären Schritt für Schritt, wie du das Rinderfilet im Ganzen auf den Punkt perfekt grillst. Und das ist gar nicht so schwer – versprochen!

  1. Vorbereitung des Fleisches: Hol das Fleisch mindestens eine halbe Stunde, bevor es auf den Grill kommt, aus dem Kühlschrank, damit es Zimmertemperatur annehmen kann. Ein ganzes Rinderfilet muss außerdem vor dem Grillen pariert werden. Das bedeutet, Sehnen und die sogenannte Silberhaut werden entfernt. Dies kann aber auch dein Metzger erledigen.
  2. Binden des Filets: Im nächsten Schritt das Rinderfilet mit Bindfaden kompakt (nicht zu fest) zusammenbinden. Die Filetspitze sollte dabei umgeklappt werden, damit sie nicht zu trocken wird und die Rinderlende überall ungefähr die gleiche Dicke und Form bekommt. Dies ist wichtig, denn je gleichmäßiger die Höhe des Fleisches, umso leichter ist es, überall den gewünschten Garpunkt zu erreichen. Ein Muss ist es allerdings nicht. Tipp: Den Bindfaden vorher kurz in Wasser einweichen, damit er nicht verbrennt.
  3. Würzen: Das Fleisch großzügig mit grobem Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Optional kannst du das Fleisch vorher mit Olivenöl einreiben und um frische Kräuter wie Estragon, Oregano, Petersilie, Rosmarin und Thymian sowie Knoblauch ergänzen und diese ebenfalls auf dem vorbereiteten Rinderfiletstrang verteilen. Eine aufwendige Marinade ist, wie bereits erwähnt, nicht unbedingt notwendig.
  4. Grill vorbereiten: Den Grillrost eventuell noch einmal mit einer Grillbürste reinigen und den Grill auf rund 200 Grad Celsius vorheizen.
  5. Direktes Grillen: Das Rinderfilet bei direkter Hitze auf den Grill legen und alle vier Seiten jeweils 7 Minuten grillen. Schließe den Deckel des Grills zwischendurch. Am besten so wenig wie möglich drehen und wenden. Mit dieser Zeitangabe sollte es beim Aufschneiden schön rosa sein. Um sicherzugehen, miss die Kerntemperatur mit einem Thermometer nach.

Alternativ-Methode: Rinderfilet im Ganzen Indirekt Grillen

Du kannst das Rinderfilet natürlich auch indirekt grillen. Das braucht jedoch mehr Zeit, da das Fleisch viel langsamer gart und die Hitze gleichmäßiger verteilt wird. Eine beliebte Methode ist die Kombination aus direktem und indirektem Grillen:

Heize den Grill auf rund 250 Grad vor. Brate die Rinderlende dann je zwei Minuten von allen vier Seiten bei direkter Hitze scharf an, um eine schöne Kruste (Maillard-Reaktion) zu erzielen. Dann den Deckel öffnen, die Hitze auf 100 bis 150 Grad reduzieren und ein Grillthermometer in die Mitte der Rinderlende stecken. Lass das Filet bis zur gewünschten Kerntemperatur (zum Beispiel 56 Grad für medium rare) weiterziehen, drehe es zwischendurch einmal. Dieser indirekte Garvorgang dauert zirka weitere 30 Minuten, abhängig von der Dicke des Filets und der genauen Grilltemperatur.

Nach dem Grillen ist ein entscheidender Schritt die Ruhezeit. Nimm das Filet vom Grill und lass es zirka 5 bis 10 Minuten ruhen. In dieser Zeit verteilt sich der Fleischsaft gleichmäßig im ganzen Rinderfilet und macht es noch zarter und saftiger.

Rinderfilet-Medaillons auf den Punkt Grillen

Möchtest du kein ganzes Rinderfilet am Stück grillen, kannst du natürlich auch einzelne Filetsteaks auf dem Rost zubereiten. Hierfür brauchst du eine Temperatur von rund 250 Grad, bevor es auf den Grill kommt. Pinsel das Medaillon von oben und unten mit Öl ein (zum Beispiel mit einem hitzebeständigen BBQ-Pinsel) und gib etwas Salz darauf.

Wichtige Info vorab: Ein Medaillon sollte nur einmal gewendet werden, um möglichst viel Saft im Fleisch zu halten. Also ab mit dem Fleisch auf den heißen Rost und pro Seite rund 2 bis 3 Minuten anbraten. Es sei denn, du willst ein perfektes Grillmuster auf dein Steak zaubern: Dafür musst du die Filetsteaks nach etwa 1,5 Minuten um 90 Grad drehen und dort weitere 1,5 Minuten grillen, bevor du sie wendest. Auch hier ist ein Fleischthermometer dein bester Freund, um die gewünschte Kerntemperatur zu erreichen.

Welche Beilagen Passen zum Gegrillten Rinderfilet?

Zum gegrillten Rinderfilet passen hervorragend klassische Beilagen wie eine würzige Backkartoffel (beziehungsweise Grillkartoffel), gegrilltes Gemüse oder ein frischer Salat. Wie wäre es mit gegrillten Maiskolben, die süßlich-rauchige Noten zum Fleisch hinzufügen?

Beim Salat solltest du auf schwere Salate mit Mayonnaise verzichten und stattdessen eher grüne Salate mit einem leichten Essig-Öl-Dressing und viel frischem Gemüse wählen. Gemüse aller Art (zum Beispiel Aubergine, Zucchini, Spargel, Paprika) lässt sich ebenfalls hervorragend grillen. Pinsel es vorher am besten mit etwas Olivenöl ein und würze es mit Salz und Pfeffer. Mehr braucht gutes Grillgemüse nicht, um den feinen Geschmack des Rinderfilets perfekt zu ergänzen.

Häufig Gestellte Fragen zum Rinderfilet Grillen

Muss ich das Rinderfilet vor dem Grillen parieren?

Ja, das Parieren des Rinderfilets, also das Entfernen von Sehnen und Silberhaut, ist empfehlenswert. Diese Teile würden beim Grillen zäh und ungenießbar werden. Dein Metzger kann diese Arbeit aber auch für dich übernehmen.

Wie lange muss ein Rinderfilet ruhen, nachdem es vom Grill genommen wurde?

Es ist entscheidend, das Rinderfilet nach dem Grillen für mindestens 5 bis 10 Minuten ruhen zu lassen. Während dieser Ruhezeit verteilen sich die Fleischsäfte, die sich beim Grillen im Kern gesammelt haben, wieder gleichmäßig im gesamten Stück. Das Ergebnis ist ein deutlich zarteres und saftigeres Filet.

Kann ich Rinderfilet auch auf einem Elektrogrill zubereiten?

Ein Elektrogrill erreicht in der Regel nicht die hohen Temperaturen (mindestens 200-250°C), die für das scharfe Anbraten und die Bildung einer schönen Kruste beim Rinderfilet notwendig sind. Daher wird er für die Zubereitung von Rinderfilet nicht empfohlen. Ein Holzkohle- oder Gasgrill ist hier die bessere Wahl.

Warum sollte ich bei Medaillons auf eine hohe Dicke achten?

Dicke Medaillons (5-8 cm) ermöglichen es, eine perfekte Kruste zu entwickeln, während das Innere noch schön rosa und saftig bleibt. Dünnere Steaks würden zu schnell durchgaren und trohe Ergebnis liefern, da die Flüssigkeit schnell entweicht.

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