Wie bereite ich Rinderfilet im Backofen zu?

Rinderfilet Perfekt im Ofen Garen

06/08/2022

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Das Rinderfilet ist zweifellos eines der edelsten Stücke vom Rind. Seine Zartheit und der feine Geschmack machen es zu einem Highlight auf jedem Esstisch, sei es für besondere Anlässe oder einfach nur, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Die Zubereitung im Backofen ist eine der beliebtesten Methoden, um dieses exquisite Stück Fleisch perfekt auf den Punkt zu garen. Sie ermöglicht eine gleichmäßige Hitzeentwicklung und sorgt dafür, dass das Filet innen saftig und außen wunderbar gebräunt wird. Doch wie gelingt das wirklich perfekt? In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie ein Rinderfilet am Stück im Backofen zubereiten, damit es jedes Mal ein voller Erfolg wird.

Was ist ein gutes Rinderfilet?
Ein gutes Rinderfilet hat eine möglichst feine Marmorierung, wodurch es nach dem Grillen saftig und nicht trocken ist. Zudem soll das Fleisch ein angenehmes Eigenaroma haben und möglichst zart sein. Für beides ist es wichtig, dass das Rindfleisch eine Weile abhängt.
Inhaltsverzeichnis

Die perfekte Vorbereitung: Schlüssel zum Genuss

Bevor das Rinderfilet überhaupt in den Ofen wandert, sind einige wichtige Vorbereitungsschritte unerlässlich, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Diese Schritte tragen maßgeblich zur Zartheit und zum Geschmack des fertigen Gerichts bei.

Schritt 1: Das Parieren – Eine wichtige Grundlage

Der erste und oft unterschätzte Schritt ist das Parieren des Rinderfilets. Das bedeutet, dass Sie das Fleisch sorgfältig von allen überschüssigen Fettanteilen, Sehnen und Silberhäuten befreien. Diese Teile werden beim Garen zäh und ungenießbar und können das Mundgefühl beeinträchtigen. Nehmen Sie sich hierfür ein scharfes Messer und arbeiten Sie präzise. Ein gut pariertes Filet ist die Basis für ein zartes und genussvolles Erlebnis.

Schritt 2: Teilen und Temperieren – Für gleichmäßiges Garen

Nach dem Parieren teilen Sie das Filet in drei Abschnitte: den Kopf, das Mittelstück und die Spitze. Für unser Rezept und ein optimales, gleichmäßiges Garergebnis konzentrieren wir uns auf das Mittelstück. Dieses ist am gleichmäßigsten dick und gart daher am besten durch. Binden Sie das Mittelstück mit Küchengarn etwa drei bis vier Mal. Dies hilft dem Fleisch, seine Form während des Garens zu behalten und sorgt ebenfalls für eine homogenere Garung. Ein weiterer entscheidender Schritt ist das Temperieren: Lassen Sie das Fleisch für etwa 20 Minuten bei Raumtemperatur ruhen. Dadurch wird der Temperaturunterschied beim späteren Anbraten und Garen im Ofen nicht so groß, und das Fleisch bleibt saftiger.

Schritt 3: Ofen und Kräuter vorbereiten

Heizen Sie Ihren Backofen auf 120 °C Ober-/Unterhitze vor. Diese relativ niedrige Temperatur ist ideal, um das Rinderfilet schonend und gleichmäßig zu garen, ohne es auszutrocknen. Während der Ofen vorheizt, waschen Sie frische Kräuter wie Rosmarin und Thymian und schütteln Sie sie trocken. Drücken Sie Knoblauchzehen mit den Händen leicht an. Diese aromatischen Zutaten werden später dem Fleisch einen wunderbaren Duft und Geschmack verleihen.

Schritt 4: Das Anbraten – Für die perfekte Kruste

Erhitzen Sie Butterschmalz in einer Pfanne – Butterschmalz ist ideal, da es hoch erhitzbar ist und einen feinen Buttergeschmack abgibt. Salzen Sie das Rinderfilet von allen Seiten großzügig. Legen Sie es anschließend in die heiße Pfanne und braten Sie es von allen Seiten goldbraun an. Dieser Schritt, das sogenannte Searing, ist entscheidend für die Maillard-Reaktion, die eine köstliche Kruste und intensive Röstaromen bildet.

Schritt 5: Aromen hinzufügen

Kurz bevor Sie das Fleisch das letzte Mal wenden, geben Sie die vorbereiteten Kräuter und den angedrückten Knoblauch mit in die Pfanne. Braten Sie diese kurz mit an, bis sie duften. Übergießen Sie das Rindfleisch dabei immer wieder mit dem heißen Fett aus der Pfanne. Dies intensiviert die Aromen und sorgt für eine noch bessere Geschmacksentwicklung.

Schritt 6: Vorbereitung für den Ofen

Legen Sie das angebratene Rinderfilet auf ein Backblech. Pfeffern Sie es nun von allen Seiten. Verteilen Sie die Kräuter und den Knoblauch, die Sie zuvor mitangebraten haben, großzügig auf und um das Fleisch.

Schritt 7: Tomaten vorbereiten

Waschen Sie einige Tomaten, entfernen Sie den Strunk und halbieren Sie sie. Diese Tomaten werden nicht nur als köstliche Beilage dienen, sondern auch Feuchtigkeit und zusätzliche Aromen während des Garvorgangs abgeben.

Schritt 8: Tomaten verfeinern

Schälen Sie weiteren Knoblauch, pressen Sie ihn in eine Schüssel und zupfen Sie die Blätter von frischem Thymian dazu. Geben Sie etwas Öl hinzu und verrühren Sie alles gut. Pinseln Sie die halbierten Tomaten großzügig mit dieser aromatischen Mischung ein und verteilen Sie sie um das Rinderfilet auf dem Backblech.

Schritt 9: Das Garen im Ofen – Präzision ist alles

Nun kommt der entscheidende Teil: Das Rinderfilet am Stück gart für etwa 35-40 Minuten im Backofen, bis es die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat. Hierfür ist ein Kerntemperaturmesser unerlässlich. Stechen Sie das Thermometer in die dickste Stelle des Fleisches, um den Garpunkt exakt zu bestimmen. Die Garzeit kann je nach Dicke des Filets und gewünschtem Garpunkt variieren.

Schritt 10: Ruhen lassen und Servieren

Sobald das Rinderfilet die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat, nehmen Sie es aus dem Ofen. Lassen Sie es für einige Minuten ruhen, bevor Sie es anschneiden. Dieser Schritt ist extrem wichtig: Durch das Ruhen verteilen sich die Fleischsäfte im Inneren des Filets gleichmäßig, wodurch es beim Anschneiden saftig bleibt. Schneiden Sie das Filet anschließend gegen die Faser in die gewünschten Stücke und servieren Sie es sofort.

Die optimale Kerntemperatur für Rinderfilet

Die Kerntemperatur ist der Schlüssel zu einem perfekt gegarten Rinderfilet. Ein Fleischthermometer ist hierfür Ihr bester Freund. Stechen Sie es in die dickste Stelle des Fleisches. Sollte die Temperatur noch nicht passen, lassen Sie das Fleisch einfach etwas länger im Ofen. Beachten Sie die folgenden Richtwerte:

GarpunktKerntemperatur
medium rare53-54 °C
medium54-56 °C
well done60-62 °C

Tipp: Stechen Sie das Thermometer am besten immer wieder in dieselbe Stelle. Wenn Sie zu viele Löcher in das Fleisch stechen, tritt zu viel Fleischsaft aus, und das Filet könnte trocken werden.

Kerntemperatur bestimmen ohne Messgerät

Auch ohne ein spezielles Fleischthermometer können Sie den Garpunkt Ihres Rinderfilets grob einschätzen. Dazu benötigen Sie lediglich Ihre Hände. Drücken Sie leicht an den Seiten auf das Fleisch und vergleichen Sie die Festigkeit mit Ihrem Handballen. Obwohl wir hier keine Grafik darstellen können, können Sie sich vorstellen, wie die Festigkeit des Fleisches mit der Festigkeit Ihres Handballens variiert, je nachdem, ob Ihre Hand entspannt ist oder Sie verschiedene Finger aneinanderhalten. Eine weichere Konsistenz entspricht einem geringeren Garpunkt (z.B. rare oder medium rare), während eine festere Konsistenz auf einen höheren Garpunkt (z.B. well done) hindeutet.

Rinderfilet: Kopf, Mittelstück, Spitze – Was tun mit den Resten?

Wie bereits in Schritt 2 erwähnt, verwenden wir für dieses Rezept ausschließlich das Mittelstück des Rinderfilets. Der Grund ist einfach: Das Mittelstück hat eine annähernd gleichmäßige Dicke, was ein homogenes Garergebnis im Ofen ermöglicht. Der Kopf ist in der Regel dicker als das Mittelstück, während die Spitze viel dünner ist. Würde man das gesamte Filet am Stück garen, wären die dünneren Teile bereits trocken, während der dickere Kopf noch nicht gar ist.

Aber keine Sorge, Sie müssen den Rest des Filets auf keinen Fall entsorgen! Die Spitze eignet sich hervorragend, um sie separat in der Pfanne fertig zu garen. Aus dem dickeren Kopf können Sie einen schmackhaften Gulasch zubereiten oder den Klassiker Boeuf Stroganoff zaubern. So wird kein wertvolles Fleisch verschwendet und Sie können verschiedene Gerichte aus einem Filetstück kreieren.

Warum wir das Mittelstück mit Küchengarn binden

Das Binden des Mittelstücks mit Küchengarn hat einen sehr einfachen, aber effektiven Grund: Es hilft dem Fleisch, seine Form während des gesamten Garprozesses besser zu behalten. Ein gleichmäßig geformtes Stück Fleisch gart zudem gleichmäßiger, da es keine dünnen oder dicken Stellen gibt, die unterschiedlich schnell garen würden. Dies trägt zusätzlich zu einem gleichmäßigen Garpunkt und einem ansprechenden Aussehen bei.

Und was bedeutet Temperieren?

Der Begriff „Temperieren“ bedeutet, das Fleisch für eine bestimmte Zeit bei Raumtemperatur ruhen zu lassen, bevor es zubereitet wird. Wenn Sie das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und es direkt in die heiße Pfanne oder den Ofen geben, ist der Temperaturunterschied zwischen der Oberfläche und dem Kern sehr groß. Dies führt dazu, dass die äußeren Schichten schnell übergaren, während der Kern noch kalt ist. Durch das Temperieren wird das Fleisch wärmer, der Temperaturunterschied reduziert sich, und das Fleisch bleibt beim Braten und Garen deutlich saftiger. Es ist ein kleiner Schritt mit großer Wirkung.

Passende Beilagen zum Rinderfilet

Zu einem so edlen Hauptgericht wie Rinderfilet passen allerhand leckere Beilagen. Mit den aromatischen Ofentomaten, die Sie bereits im Ofen mitgaren, haben Sie praktischerweise schon eine hervorragende Beilage gleich mit fertig. Weitere schmackhafte Begleiter könnten Kartoffelgratin, Rosmarinkartoffeln, grüner Spargel, Bohnen im Speckmantel oder ein frischer Salat sein. Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, um ein vollständiges und harmonisches Gericht zu kreieren.

Haltbarkeit & Aufbewahrung

Sollte wider Erwarten von Ihrem saftigen Rinderfilet noch etwas übrig bleiben, können Sie die Reste problemlos aufbewahren. Verpacken Sie das gekochte Fleisch luftdicht, zum Beispiel in einer Frischhaltedose oder in Folie gewickelt, und lagern Sie es im Kühlschrank. Achten Sie darauf, das Fleisch spätestens am nächsten Tag aufzubrauchen, um die beste Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Zum Aufwärmen empfiehlt es sich, das Fleisch langsam und schonend zu erwärmen, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum sollte ich nur das Mittelstück des Rinderfilets verwenden?

Das Mittelstück des Rinderfilets hat eine sehr gleichmäßige Dicke. Dies gewährleistet, dass das Fleisch im Ofen gleichmäßig gart. Kopf und Spitze haben unterschiedliche Dicken und würden entweder übergaren oder noch roh sein, wenn das Mittelstück perfekt ist.

Was mache ich mit dem Kopf und der Spitze des Filets?

Den Kopf und die Spitze sollten Sie nicht wegwerfen! Die dünnere Spitze kann hervorragend separat in der Pfanne gebraten werden. Aus dem dickeren Kopf lassen sich köstliche Gerichte wie Gulasch oder ein klassisches Boeuf Stroganoff zubereiten.

Warum ist das Temperieren des Fleisches vor dem Braten so wichtig?

Das Temperieren, also das Ruhenlassen des Fleisches bei Raumtemperatur, reduziert den Temperaturunterschied zwischen dem Fleisch und der heißen Pfanne/dem Ofen. Dadurch gart das Fleisch gleichmäßiger und bleibt deutlich saftiger, da die Fasern weniger schockiert werden und die Säfte besser im Fleisch verbleiben.

Wie messe ich die Kerntemperatur des Rinderfilets richtig?

Stechen Sie das Fleischthermometer immer in die dickste Stelle des Rinderfilets. Achten Sie darauf, nicht durch das Fleisch hindurchzustechen und den Knochen zu berühren, da dies die Messung verfälschen könnte. Messen Sie idealerweise immer an derselben Stelle, um unnötigen Saftverlust zu vermeiden.

Warum wird das Mittelstück mit Küchengarn gebunden?

Das Binden des Mittelstücks mit Küchengarn hilft dem Fleisch, seine kompakte und gleichmäßige Form während des Brat- und Garprozesses zu bewahren. Dies trägt zusätzlich zu einem gleichmäßigen Garpunkt und einem ansprechenden Aussehen bei.

Wie lange ist gekochtes Rinderfilet im Kühlschrank haltbar?

Gekochtes Rinderfilet sollte luftdicht verpackt im Kühlschrank gelagert und spätestens am nächsten Tag verzehrt werden, um die beste Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.

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