Wie wähle ich die richtige Pizzastein Temperatur?

Neapolitanische Pizza vom Gasgrill: Perfekt genießen!

15/06/2022

Rating: 4.35 (11065 votes)

Stellen Sie sich vor: Ein lauer Abend, der Duft von frisch gebackener Pizza liegt in der Luft, und das Beste daran ist, sie kommt direkt von Ihrem eigenen Gasgrill! Die neapolitanische Pizza ist berühmt für ihren luftigen, leicht verkohlten Rand und den dünnen, zarten Boden. Viele glauben, dafür braucht man einen speziellen Pizzaofen, aber wir beweisen Ihnen das Gegenteil. Mit den richtigen Techniken und ein paar cleveren Tricks wird Ihr Gasgrill zum Hochtemperaturofen, der Pizzen zaubert, die Sie nie wieder woanders essen möchten. Machen Sie sich bereit für ein kulinarisches Abenteuer, das Ihre Grillabende revolutionieren wird.

Wie bereite ich Pizza zu?
Für den Teig (ergibt 5 - 6 Pizzen) die Hefe mit dem Zucker im Wasser auflösen. Mehl mit Salz in eine Schüssel geben, Hefewasser und Olivenöl hinzufügen. Alles zusammen zu einem geschmeidigen Teig kneten. Bei Zimmertemperatur zugedeckt so lange gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat (ca. 30 Min.).

Wir führen Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, von der Teigzubereitung über die perfekte Tomatensauce bis hin zur idealen Grilleinstellung. Egal, ob Sie ein erfahrener Griller oder ein Neuling sind, diese Anleitung ist Ihr Schlüssel zur perfekten Pizza.

Inhaltsverzeichnis

Der perfekte Pizzateig: Tag 1 der Vorbereitung

Ein guter Pizzateig ist das Herzstück jeder neapolitanischen Pizza. Er braucht Zeit und die richtige Behandlung, um seine charakteristische Textur zu entwickeln. Wir zeigen Ihnen zwei Methoden: die bequeme Küchenmaschinen-Variante und die traditionelle Handarbeit.

Mit der Küchenmaschine: Einfach und effizient

Die Zubereitung des Teiges mit einer Küchenmaschine ist unkompliziert und liefert hervorragende Ergebnisse. Der Schlüssel liegt in der langsamen Zugabe des Wassers und einer ausreichend langen Knetzeit.

  1. Geben Sie das gesamte Mehl (idealerweise Weizenmehl Typ 00 für neapolitanische Pizza) in die Schüssel Ihrer Küchenmaschine.
  2. Beginnen Sie den Knetvorgang und gießen Sie das Wasser schluckweise hinzu. Achten Sie darauf, dass das Mehl das Wasser gut aufnimmt.
  3. Nachdem etwa 300 ml Wasser eingearbeitet sind, geben Sie die Hefe hinzu. Trockenhefe ist hier oft praktischer, da sie länger haltbar ist und weniger empfindlich als frische Hefe reagiert. Lassen Sie die Maschine kurz weiterkneten, bevor Sie mit der restlichen Wassermenge fortfahren. Ein höherer Wasseranteil im Teig führt zu einer luftigeren und leichteren Pizza, macht den Teig aber auch schwieriger zu handhaben. Es ist ein Balanceakt zwischen Luftigkeit und Benutzerfreundlichkeit.
  4. Sobald die gesamten 600 ml Wasser in der Schüssel sind, fügen Sie das Salz hinzu. Es ist wichtig, das Salz erst zum Schluss hinzuzufügen, da es sonst die Aktivität der Hefe hemmen könnte. Die Hefe benötigt Zeit, um sich zu entfalten und ihre Arbeit zu beginnen.
  5. Wenn alle Zutaten vereint sind, lassen Sie den Teig noch eine längere Zeit kneten – idealerweise zwischen 5 und 10 Minuten. Je länger der Teig geknetet wird, desto besser entwickelt sich das Gluten im Mehl, was zu einem elastischeren, luftigeren und letztendlich köstlicheren Pizzateig führt. Diese lange Knetzeit ist entscheidend für die Textur der neapolitanischen Pizza.

Traditionell von Hand: Das Gefühl für den Teig

Wer das Handwerk liebt, kann den Teig auch von Hand zubereiten. Das erfordert etwas mehr Muskelkraft, aber das Gefühl für den Teig ist unbezahlbar.

  1. Geben Sie die 600 ml Wasser in eine große Schüssel.
  2. Fügen Sie nach und nach das Mehl hinzu und rühren Sie es mit den Händen oder einem Kochlöffel ein.
  3. Sobald sich etwa 200-300 g Mehl im Wasser gelöst haben, geben Sie die Hefe hinzu und kneten Sie weiter.
  4. Fügen Sie weiteres Mehl hinzu. Kurz bevor das gesamte Mehl aufgebraucht ist, geben Sie das Salz dazu.
  5. Kneten Sie den Teig so lange weiter, bis das gesamte Mehl eingearbeitet ist und der Teig eine homogene Masse bildet. Anschließend kneten Sie noch weitere 10 Minuten intensiv. Auch hier gilt: Je länger Sie kneten, desto besser wird die Pizza. Das intensive Kneten fördert die Glutenentwicklung, was für die spätere Luftigkeit des Teiges unerlässlich ist.

Die Ruhephase: Zeit ist Geschmack

Unabhängig davon, ob Sie eine Küchenmaschine oder Ihre Hände benutzt haben, ist die erste Ruhephase des Teiges entscheidend:

  1. Formen Sie den fertigen Teig zu einer Kugel.
  2. Legen Sie die Teigkugel zurück in die Schüssel und verschließen Sie diese luftdicht mit Frischhaltefolie.
  3. Lassen Sie den Teig nun bei Zimmertemperatur mindestens 12 Stunden, besser aber etwa 24 Stunden ruhen. Diese lange Ruhezeit bei Raumtemperatur fördert die Fermentation und sorgt für ein komplexes Aroma und eine hervorragende Textur.
  4. Wenn Sie den Teig noch länger ruhen lassen möchten (2-3 Tage), stellen Sie ihn nach 2-3 Stunden bei Zimmertemperatur in den Kühlschrank (4-6°C). Die Kälte verlangsamt die Gärung erheblich, sodass der Teig über mehrere Tage hinweg sein Aroma entwickeln kann, ohne zu übergehen.

Der Teig am Tag 2: Portionieren und Vorbereiten

Nach der langen Ruhephase ist es Zeit, den Teig für die Pizzen vorzubereiten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um gleichmäßige Pizzen zu erhalten.

  1. Nach Ablauf der ca. 24 Stunden (oder der Kühlschrankzeit) muss der Teig in einzelne Portionen geteilt werden. Für eine typische neapolitanische Pizza sind sechs kleine Pizzen ideal.
  2. Streuen Sie etwas Semola (Hartweizengrieß) auf Ihre Arbeitsfläche. Semola ist grobkörniger als normales Mehl und verhindert, dass der Teig kleben bleibt, ohne dabei zu stark in den Teig eingearbeitet zu werden.
  3. Schaben Sie den Teig vorsichtig mit einem Teigschaber aus der Schüssel und legen Sie ihn auf die mit Semola bestreute Arbeitsfläche. Rollen Sie den Teig vorsichtig längs im Semola.
  4. Teilen Sie die Teigrolle in 6 gleichmäßige Stücke. Beginnen Sie am besten in der Mitte und arbeiten Sie sich dann zu den Enden vor. Wer es ganz genau nehmen möchte, kann die Teiglinge abwiegen; etwa 280g pro Stück sind eine gute Größe für eine persönliche Pizza.
  5. Nehmen Sie nun einen Teigling und formen Sie ihn zu einer Kugel. Dabei falten Sie die Enden des Teiges immer wieder von unten nach innen, sodass sich die „Haut“ oben spannt und eine glatte, straffe Kugel entsteht. Dies ist wichtig für die Spannung im Teig und den späteren Ofentrieb.
  6. Bestreuen Sie eine Pizzaballenbox (oder eine andere luftdichte Box) mit etwas Semola und verteilen Sie die kleinen Pizzaballen darin. Achten Sie darauf, dass die Ballen ausreichend Platz haben, da sie noch einmal aufgehen werden.
  7. Lassen Sie die Ballen nun mindestens 2 Stunden, maximal aber 6 Stunden, bei Zimmertemperatur ruhen. Diese zweite Ruhephase ist essenziell, damit sich der Teig entspannen kann und sich später leicht ausbreiten lässt. Falls Sie doch keine Zeit haben, die Pizza sofort zuzubereiten, ist das kein Problem! Stellen Sie die geformten Teiglinge einfach in den Kühlschrank; dort halten sie sich problemlos weitere 2-3 Tage.

Die Geheimnisse der Tomatensauce

Eine gute Pizza braucht eine einfache, aber geschmackvolle Tomatensauce. Das Besondere an der neapolitanischen Pizza ist, dass die Sauce roh verwendet wird, um die Frische der Tomaten zu bewahren.

  1. Geben Sie geschälte San Marzano Tomaten (oder andere hochwertige Dosen-Tomaten) in eine kleine Schüssel.
  2. „Zermatschen“ Sie die Tomaten nun vorsichtig mit der Hand. Es ist absolut wichtig, die Tomaten NICHT mit einem Mixer zu zerkleinern, da dies die Bitterstoffe in den Samen freisetzen würde und den Geschmack der Sauce beeinträchtigen könnte. Das manuelle Zerdrücken erhält die natürliche Süße und Textur der Tomaten.
  3. WICHTIG: Achten Sie darauf, dass die Tomaten idealerweise kein Säuerungsmittel (wie Zitrone oder Zitronensäure) enthalten. Sollten sie doch Säuerungsmittel enthalten, müssen Sie etwas Zucker hinzufügen, um die Säure auszugleichen und die Balance wiederherzustellen.
  4. Zum Schluss geben Sie Salz und gutes Olivenöl hinzu und vermengen alles ordentlich. Das war’s! Die Einfachheit dieser Sauce lässt den reinen Tomatengeschmack und die Qualität der Zutaten in den Vordergrund treten.

Dein Grill als Pizzaofen: Die richtige Einstellung

Um die hohen Temperaturen eines traditionellen Pizzaofens zu simulieren, müssen Sie Ihren Gasgrill optimal vorbereiten.

  1. Entfernen Sie alle Flammschutzbleche von Ihrem Grill. Dies ermöglicht eine direktere Hitzestrahlung und höhere Temperaturen.
  2. Legen Sie den Pizzastein direkt auf die Grillroste. Ein Pizzastein speichert die Wärme und gibt sie gleichmäßig an den Pizzaboden ab, was für eine knusprige Kruste unerlässlich ist.
  3. Stellen Sie ein Pizzacover (eine Art Haube oder Glocke) über den Pizzastein. Dies hilft, die Oberhitze zu halten und simuliert den Effekt eines geschlossenen Ofens, der für das Aufgehen und Bräunen des Pizzareands wichtig ist.
  4. Schalten Sie anschließend ALLE Brenner Ihres Gasgrills auf volle Leistung und heizen Sie den Grill für mindestens 30 Minuten vor. Ziel ist es, den Pizzastein und den gesamten Garraum auf extrem hohe Temperaturen zu bringen (idealerweise über 350°C, besser noch 400°C+). Je heißer, desto besser, denn die Pizza soll in wenigen Minuten gar sein.

Pizza belegen und aufs Grillrost bringen

Jetzt wird es spannend! Das Formen und Belegen der Pizza erfordert etwas Übung, aber mit unseren Tipps gelingt es Ihnen im Handumdrehen.

  1. Bilden Sie einen kleinen Haufen Semola auf Ihrer Arbeitsfläche und legen Sie einen Teigballen aus der Ballenbox darauf. Das Entnehmen des Teigballens wird einfacher, wenn Sie etwas Semola darüber streuen.
  2. Drücken Sie mit allen Fingern die Luft des Teiges von der Mitte zum Rand hin. Der Rand soll dabei dick und luftig bleiben – das ist der charakteristische „Cornicione“ der neapolitanischen Pizza. Dehnen Sie den Teig nicht mit einem Nudelholz, sondern nur mit den Händen, um die Luftblasen im Teig nicht zu zerstören.
  3. Legen Sie die Pizza nun auf Ihre Hand und dehnen Sie den Teig vorsichtig in die gewünschte Größe und Form. Gehen Sie dabei behutsam vor, um Risse zu vermeiden.
  4. Wenn die gewünschte Form erreicht ist, legen Sie den Teig noch einmal auf die Arbeitsfläche (an eine Stelle mit weniger Semola) und ziehen Sie ihn in die endgültige Form, die Sie haben möchten.
  5. Verteilen Sie nun etwa 2 ½ Esslöffel der vorbereiteten Tomatensauce auf der Pizza. Lassen Sie dabei den Rand frei. Anschließend verteilen Sie den Käse (traditionell Mozzarella Fior di Latte oder Büffelmozzarella) und andere Zutaten Ihrer Wahl. Weniger ist oft mehr, um die Pizza nicht zu überladen und ein schnelles Garen zu gewährleisten.
  6. Verteilen Sie etwas Semola auf Ihrem Pizzaschieber und klopfen Sie überschüssiges Semola wieder ab.
  7. Drücken Sie die belegte Pizza vorsichtig auf den Schieber. Achten Sie darauf, dass die Pizza nicht zu lange auf dem Pizzaschieber liegt, da sie sonst festkleben könnte.

Die Kunst des Pizzabackens auf dem Grill

Der Moment der Wahrheit! Das Backen der Pizza auf dem heißen Stein geht schnell und erfordert Aufmerksamkeit.

  1. Ziehen Sie einen Grillhandschuh an. Öffnen Sie den Grilldeckel nur kurz und so wenig wie möglich, um nicht zu viel Hitze zu verlieren. Schieben Sie die Pizza schnell und gezielt auf den heißen Pizzastein.
  2. Schließen Sie den Deckel sofort wieder. Die neapolitanische Pizza backt bei diesen hohen Temperaturen extrem schnell.
  3. Nach 5-8 Minuten ist die Pizza fertig. Allerdings sollten Sie die Pizza alle 60-90 Sekunden kurz etwas herausziehen, drehen und wieder auf den Stein schieben. Dies sorgt für eine gleichmäßige Bräunung des Randes und verhindert, dass eine Seite überhitzt oder verbrennt. Der Boden sollte knusprig sein und der Rand schön aufgegangen und leicht gebräunt.
  4. Sobald die Pizza fertig ist, nehmen Sie sie vorsichtig vom Stein, schneiden sie in Stücke und genießen Sie Ihre selbstgemachte, perfekte Pizza vom Grill!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum klebt mein Pizzateig am Schieber fest?

Das ist ein häufiges Problem und meistens darauf zurückzuführen, dass der Teig zu lange auf dem Pizzaschieber gelegen hat. Der Teig beginnt dann, Feuchtigkeit abzugeben und am Holz oder Metall des Schiebers zu haften. Achten Sie darauf, den Schieber immer gut mit Semola zu bestreuen und überschüssiges abzuschütteln. Und ganz wichtig: Sobald die Pizza belegt ist, muss sie so schnell wie möglich auf den heißen Stein!

Kann ich auch frische Hefe anstelle von Trockenhefe verwenden?

Ja, Sie können definitiv frische Hefe verwenden. Der Umrechnungsfaktor ist in der Regel 1:3, das heißt, 1g Trockenhefe entspricht etwa 3g frischer Hefe. Frische Hefe muss jedoch genauer dosiert werden und ist empfindlicher in Bezug auf Temperatur und Haltbarkeit. Trockenhefe ist hier oft die unkompliziertere Wahl für Gelegenheitsbäcker.

Warum darf ich die Tomaten für die Sauce nicht mixen?

Das Zerkleinern von Tomaten mit einem Mixer setzt Bitterstoffe frei, die in den Kernen und im Inneren der Tomate enthalten sind. Diese Bitterstoffe würden den frischen, süßlichen Geschmack Ihrer neapolitanischen Tomatensauce beeinträchtigen. Das manuelle Zerdrücken bewahrt die natürliche Süße und Textur der Tomaten und sorgt für ein authentischeres Geschmackserlebnis.

Wie erkenne ich, dass mein Grill heiß genug ist?

Die beste Methode ist, ein Infrarot-Thermometer zu verwenden, um die Temperatur des Pizzasteins zu messen. Ziel sind mindestens 350°C, besser 400°C oder mehr. Ohne Thermometer können Sie nach der 30-minütigen Vorheizzeit vorsichtig eine Hand über den Stein halten (aber nicht berühren!) – die Hitze sollte extrem intensiv und kaum auszuhalten sein. Der Grill sollte auch visuell sehr heiß wirken, möglicherweise mit einer leichten Hitzewelle über dem Stein.

Muss ich unbedingt ein Pizzacover verwenden?

Ein Pizzacover ist nicht zwingend erforderlich, aber es verbessert das Ergebnis erheblich. Es hilft, die Hitze über der Pizza zu halten und simuliert so die Oberhitze eines echten Pizzaofens. Ohne Cover kann es passieren, dass der Boden schneller gar wird als der Belag oder der Rand nicht so schön aufgeht und bräunt. Es ist eine Investition, die sich lohnt, wenn Sie regelmäßig Pizza auf dem Grill zubereiten möchten.

Mit dieser detaillierten Anleitung sind Sie bestens gerüstet, um die perfekte neapolitanische Pizza auf Ihrem Gasgrill zu Hause zuzubereiten. Es mag auf den ersten Blick nach vielen Schritten aussehen, aber jeder einzelne trägt zum unvergleichlichen Geschmack und der Textur bei. Die Geduld bei der Teigzubereitung und die hohen Temperaturen beim Backen sind die Geheimnisse, die diese Pizza so besonders machen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Nachmachen und einen guten Appetit!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Neapolitanische Pizza vom Gasgrill: Perfekt genießen! kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Grillen besuchen.

Go up