23/04/2023
Ein perfekt zubereitetes Steak ist für viele der Inbegriff kulinarischen Genusses. Ob auf dem glühenden Rost eines Grills oder in der heißen Pfanne – die Zubereitung eines saftigen und zarten Steaks ist eine Kunst für sich, die jedoch mit dem richtigen Wissen und etwas Übung jeder meistern kann. Es geht nicht nur darum, das Fleisch einfach zu braten, sondern um das Zusammenspiel von Vorbereitung, Hitzebeherrschung und dem richtigen Timing. In diesem umfassenden Leitfaden tauchen wir tief in die Welt der Steak-Zubereitung ein und verraten Ihnen alle Tricks und Kniffe, damit Ihr nächstes Steak ein absolutes Meisterwerk wird.

- Die Kunst der Steak-Vorbereitung: Mehr als nur Würzen
- Die Wahl des richtigen Geräts: Grill oder Pfanne?
- Die Magie der Hitze: Direkte vs. Indirekte Methode
- Gargrade verstehen: Von Blutig bis Durch
- Die Ruhephase: Das Geheimnis saftiger Steaks
- Steak-Garzeiten: Eine Orientierungshilfe
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Muss ich jedes Steak marinieren?
- Wann sollte ich das Steak salzen?
- Kann ich gefrorenes Steak direkt zubereiten?
- Welche Ölsorte ist am besten zum Anbraten von Steaks?
- Wie reinige ich den Grillrost oder die Pfanne nach der Steak-Zubereitung?
- Was ist der Unterschied zwischen einem Rib Eye und einem Filet?
Die Kunst der Steak-Vorbereitung: Mehr als nur Würzen
Bevor das Steak überhaupt mit Hitze in Berührung kommt, beginnt die Reise zum perfekten Ergebnis bereits in der Küche. Die richtige Vorbereitung ist entscheidend für Geschmack und Textur.
Die Auswahl des richtigen Steaks
Der erste Schritt ist die Wahl des richtigen Stücks Fleisch. Achten Sie auf eine gute Marmorierung – feine Fettäderchen, die sich durch das Muskelfleisch ziehen. Diese Fettäderchen schmelzen beim Garen und verleihen dem Steak Saftigkeit und Geschmack. Beliebte Schnitte sind Rib Eye, Filet, T-Bone, Porterhouse oder auch Flank Steak. Die Dicke spielt ebenfalls eine Rolle: Für ein optimales Ergebnis sollte das Steak mindestens 2,5 bis 3 cm dick sein, um eine schöne Kruste zu entwickeln und innen saftig zu bleiben.
Marinieren oder nicht marinieren?
Die Frage, ob man ein Steak marinieren sollte, hängt stark von der Fleischsorte und dem gewünschten Ergebnis ab. Bei hochwertigem Rindfleisch wie einem Filet oder Rib Eye ist eine Marinade oft nicht notwendig, da der Eigengeschmack des Fleisches im Vordergrund stehen soll. Eine Prise Salz und frisch gemahlener Pfeffer genügen hier oft. Bei Schnitten, die von Natur aus etwas zäher sind oder einen besonderen Geschmack erhalten sollen (wie z.B. Flank Steak oder Pferdesteak, wie im Beispiel genannt), kann eine Marinade Wunder wirken. Eine einfache Marinade aus Rosmarin, Thymian, etwas Olivenöl und Pfeffer, wie sie uns vorliegt, ist eine hervorragende Basis. Lassen Sie das Steak idealerweise mindestens 4 Stunden darin ziehen, am besten sogar über Nacht im Kühlschrank. Achten Sie darauf, das Steak vor dem Braten gut abzutropfen und trocken zu tupfen, damit es eine schöne Kruste bekommt.
Die richtige Temperatur vor dem Garen
Ein oft unterschätzter Schritt ist es, das Steak vor dem Garen auf Raumtemperatur zu bringen. Nehmen Sie das Fleisch etwa 30 bis 60 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank. Dies sorgt dafür, dass das Steak gleichmäßiger gart und nicht außen verbrennt, während es innen noch kalt ist. Ein kaltes Steak braucht länger, um die gewünschte Kerntemperatur zu erreichen, was zu einem zäheren Ergebnis führen kann.
Salzen und Pfeffern
Wann salzt man ein Steak am besten? Hier scheiden sich die Geister. Eine weit verbreitete Methode ist, das Steak direkt vor dem Anbraten großzügig zu salzen. Das Salz zieht Feuchtigkeit an und sorgt für eine knusprige Kruste. Alternativ kann man das Steak auch nach dem Ruhen salzen, um die Saftigkeit zu bewahren. Pfeffer verbrennt bei hohen Temperaturen leicht und kann bitter werden, daher wird er oft erst nach dem Wenden oder nach dem Garen hinzugefügt. Experimentieren Sie, um Ihre persönliche Präferenz zu finden.
Die Wahl des richtigen Geräts: Grill oder Pfanne?
Ob Sie Ihr Steak auf dem Grill oder in der Pfanne zubereiten, hängt von Ihren Vorlieben und Möglichkeiten ab. Beide Methoden können zu einem hervorragenden Ergebnis führen, erfordern aber unterschiedliche Herangehensweisen.
Der Grill: Rauchiges Aroma und perfekte Grillstreifen
Ein Grill verleiht dem Steak ein unvergleichliches rauchiges Aroma und schöne Brandings. Heizen Sie den Grill – egal ob Gas-, Kohle- oder Elektrogrill – gut vor. Für Steaks benötigen Sie hohe Hitze, um eine Maillard-Reaktion (Bräunung) zu erzeugen und eine knusprige Kruste zu bilden. Achten Sie darauf, dass der Rost sauber ist, um Anhaften zu vermeiden.
Die Pfanne: Kruste und Kontrolle
Eine schwere gusseiserne Pfanne ist ideal für die Zubereitung von Steaks auf dem Herd. Sie speichert die Hitze hervorragend und sorgt für eine gleichmäßige Bräunung. Erhitzen Sie die Pfanne, bis sie raucht, und geben Sie dann etwas hocherhitzbares Öl (z.B. Rapsöl, Erdnussöl oder Butterschmalz) hinzu. Die Pfanne muss extrem heiß sein, um das Steak scharf anbraten zu können und die Säfte einzuschließen.
Die Magie der Hitze: Direkte vs. Indirekte Methode
Die Beherrschung der Hitze ist der Schlüssel zum perfekten Steak. Je nach Dicke des Steaks kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz.
Direkte Hitze: Für die Kruste
Bei direkter Hitze wird das Steak direkt über der Hitzequelle gegart. Dies ist ideal für dünnere Steaks (bis ca. 2,5 cm) oder zum Anbraten dickerer Steaks, um eine schöne Kruste zu erzeugen. Die im Beispiel genannten 4-6 Minuten pro Seite bei mittlerer Hitze sind ein guter Ausgangspunkt für Steaks dieser Dicke. Wenden Sie das Steak ein- bis zweimal, um eine gleichmäßige Bräunung zu erzielen.
Indirekte Hitze: Für dickere Steaks
Dicke Steaks (ab 3 cm) profitieren von einer Kombination aus direkter und indirekter Hitze. Zuerst wird das Steak bei hoher direkter Hitze scharf angebraten, um eine Kruste zu bilden. Anschließend wird es in einen Bereich des Grills mit indirekter Hitze (oder in den Ofen bei der Pfannenmethode) gelegt, wo es bei niedrigerer Temperatur langsam bis zur gewünschten Kerntemperatur gart. Dies verhindert, dass das Äußere verbrennt, während das Innere noch roh ist.
Gargrade verstehen: Von Blutig bis Durch
Der Gargrad ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Um ihn perfekt zu treffen, ist die Kerntemperatur des Steaks entscheidend. Ein gutes Grillthermometer ist hier Ihr bester Freund.

Hier sind die gängigsten Gargrade mit ihren ungefähren Kerntemperaturen:
- Rare (Blutig/Roh): Innen kühl und rot. Kerntemperatur: 48-52 °C
- Medium Rare (Rosa/Rot): Innen warm und rosa-rot. Kerntemperatur: 52-55 °C (oft bevorzugt für Steaks)
- Medium (Rosa): Innen durchgehend rosa, aber fester. Kerntemperatur: 55-60 °C
- Medium Well (Leicht Rosa): Kaum noch rosa im Kern. Kerntemperatur: 60-65 °C
- Well Done (Durch): Durchgehend grau-braun, fest. Kerntemperatur: ab 65 °C
Neben dem Thermometer können Sie auch den Finger- oder Farbtest anwenden, aber diese Methoden erfordern Erfahrung und sind weniger präzise.
Die Ruhephase: Das Geheimnis saftiger Steaks
Dieser Schritt wird oft übersehen, ist aber absolut entscheidend für ein saftiges Steak. Nach dem Garen muss das Steak unbedingt ruhen. Während des Bratens ziehen sich die Muskelfasern des Fleisches zusammen und pressen die Säfte in die Mitte. Lässt man das Steak nun direkt nach dem Garen aufschneiden, würden all diese Säfte austreten, und das Steak würde trocken werden.
Indem man das Steak einige Minuten ruhen lässt (auf einem Schneidebrett, locker mit Alufolie abgedeckt), verteilen sich die Säfte wieder gleichmäßig im gesamten Fleischstück. Dadurch wird das Steak zarter und saftiger. Während dieser Ruhephase erhöht sich die Kerntemperatur des Steaks noch einmal um 2-5 °C (sogenanntes „Carry-Over Cooking“), was bei der Planung des Gargrades berücksichtigt werden sollte. Die Dauer der Ruhephase hängt von der Dicke des Steaks ab – ein dünnes Steak benötigt 3-5 Minuten, ein dickeres Stück bis zu 10 Minuten.
Steak-Garzeiten: Eine Orientierungshilfe
Die folgenden Garzeiten sind als Anhaltspunkte zu verstehen und beziehen sich auf den Gargrad Medium Rare (rosa/rot). Wie bereits erwähnt, beeinflussen Faktoren wie Luftdruck, Wind und Außentemperatur die tatsächliche Garzeit. Verlassen Sie sich daher immer auf Ihr Grillthermometer oder Ihre Erfahrung.
Garzeiten-Tabelle Rindfleisch (Gargrad: Medium Rare)
| Steak-Zuschnitt | Dicke/Gewicht | Garzeit & Grillzeit | Kerntemperatur (ca.) |
|---|---|---|---|
| New York Strip, Porterhouse, Rib Eye, T-Bone und Filet (Filet Mignon) | 2 cm | 4-6 Min. bei direkter starker Hitze | 52-55 °C |
| New York Strip, Porterhouse, Rib Eye, T-Bone und Filet (Filet Mignon) | 2,5 cm | 6-8 Min. bei direkter starker Hitze | 52-55 °C |
| New York Strip, Porterhouse, Rib Eye, T-Bone und Filet (Filet Mignon) | 3 cm | 8-10 Min. bei direkter starker Hitze | 52-55 °C |
| New York Strip, Porterhouse, Rib Eye, T-Bone und Filet (Filet Mignon) | 3,5 cm | 10-14 Min.: 6-8 Min. bei direkter starker Hitze, anschließend 4-6 Min. bei indirekter starker Hitze | 52-55 °C |
| Flank-Steak | 700-900 g, 2 cm dick | 8-10 Min. bei direkter mittlerer Hitze | 52-55 °C |
| Steak aus dem falschen Filet (Schulterfilet) | 2,5 cm | 8-10 Min. bei direkter mittlerer Hitze | 52-55 °C |
| Steak Onglet (Nierenzapfen) | 4-5 cm | 10-14 Min. bei direkter mittlerer Hitze | 52-55 °C |
| Fleischwürfel (Spieße) | 2,5 -3,5 cm | 4-6 Min. bei direkter starker Hitze | 52-55 °C |
| Skirt-Steak | 1-2 cm | 4-6 Min. bei direkter starker Hitze | 52-55 °C |
| Bürgermeister-/Pastorenstück | etwa 1 kg, 3,5 cm dick | 23-30 Min: 8-10 Min. bei direkter mittlerer Hitze, 15-20 Min. bei indirekter mittlerer Hitze | 52-55 °C |
Für andere Gargrade passen Sie die Garzeit und vor allem die Kerntemperatur entsprechend an. Ein Grillthermometer ist hier unerlässlich, um präzise Ergebnisse zu erzielen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Muss ich jedes Steak marinieren?
Nein, definitiv nicht. Hochwertige Steaks von Rind, wie Filet oder Rib Eye, schmecken oft am besten, wenn sie nur mit Salz und Pfeffer gewürzt werden, um den reinen Fleischgeschmack zu betonen. Marinaden eignen sich hervorragend für Schnitte, die von Natur aus zäher sind oder wenn Sie einen spezifischen Geschmack hinzufügen möchten, wie bei Flank Steak oder Pferdesteak. Das Marinieren von Pferdesteaks, wie in Ihrem Beispiel beschrieben, ist eine sehr gute Praxis, um ihnen Zartheit und Aroma zu verleihen.
Wann sollte ich das Steak salzen?
Es gibt zwei Hauptschulen: Direkt vor dem Anbraten oder nach dem Ruhen. Wenn Sie das Steak direkt vor dem Anbraten salzen, hilft das Salz, eine schöne Kruste zu bilden. Wenn Sie es nach dem Ruhen salzen, bleibt das Fleisch saftiger, da das Salz keine Feuchtigkeit aus dem Steak zieht. Viele Grillmeister salzen großzügig kurz vor dem Grillen oder Braten. Probieren Sie beide Methoden aus, um zu sehen, welche Ihnen besser gefällt.
Kann ich gefrorenes Steak direkt zubereiten?
Es wird dringend empfohlen, Steaks vor der Zubereitung vollständig aufzutauen. Ein gefrorenes Steak gart sehr ungleichmäßig – außen wird es schnell überkocht, während der Kern noch gefroren oder roh ist. Tauen Sie das Steak langsam im Kühlschrank auf und bringen Sie es dann auf Raumtemperatur, bevor Sie es zubereiten.
Welche Ölsorte ist am besten zum Anbraten von Steaks?
Verwenden Sie Öle mit einem hohen Rauchpunkt, wie Rapsöl, Erdnussöl, Sonnenblumenöl oder Butterschmalz (geklärte Butter). Olivenöl ist aufgrund seines niedrigeren Rauchpunkts weniger geeignet, da es bei hohen Temperaturen verbrennen und einen bitteren Geschmack entwickeln kann.
Wie reinige ich den Grillrost oder die Pfanne nach der Steak-Zubereitung?
Reinigen Sie den Grillrost am besten, wenn er noch warm ist, mit einer Grillbürste. Bei einer gusseisernen Pfanne sollten Sie sie nach dem Abkühlen mit heißem Wasser und einer Bürste reinigen, ohne Spülmittel, um die Patina zu erhalten. Trocknen Sie die Pfanne gründlich und reiben Sie sie leicht mit Öl ein, um Rost zu vermeiden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Rib Eye und einem Filet?
Das Rib Eye ist bekannt für seine ausgeprägte Marmorierung und seinen intensiven Geschmack, da es aus dem vorderen Rückenbereich des Rindes stammt und von Fett durchzogen ist. Das Filet hingegen ist das zarteste Stück Fleisch, sehr mager und hat einen milderen Geschmack. Es stammt aus dem Lendenbereich und ist ideal für diejenigen, die eine butterzarte Textur bevorzugen.
Mit diesen Tipps und der genauen Beachtung der Garzeiten, vor allem aber der Kerntemperatur, steht Ihrem perfekten Steak nichts mehr im Wege. Übung macht den Meister – je öfter Sie Steaks zubereiten, desto besser werden Sie die Nuancen erkennen und Ihr persönliches Meisterwerk kreieren können. Guten Appetit!
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