15/02/2023
Die warmen Sommertage laden uns förmlich dazu ein, den Grill anzuwerfen und gesellige Stunden im Freien zu verbringen. Während Fleisch und Würstchen oft die Hauptrolle spielen, bietet das Grillen eine fantastische Gelegenheit, auch köstliches und gesundes Gemüse auf den Rost zu legen. Haben Sie dabei schon einmal an die Aubergine gedacht? Diese vielseitige „Eierpflanze“, auch als Melanzani bekannt, ist ein wahrer Schatz der mediterranen Küche und schmeckt gegrillt einfach unwiderstehlich gut. Sie ist nicht nur schnell und unkompliziert zubereitet, sondern auch ein leichter Vitaminlieferant, der Ihr Grill-Erlebnis bereichert, ohne zu beschweren. Lassen Sie uns gemeinsam entdecken, wie Sie dieses wunderbare Gemüse perfekt grillen!
Warum Auberginen auf den Grill gehören
Obwohl die Aubergine ihren Ursprung in Asien hat, ist sie heute aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken und weckt sofort Urlaubserinnerungen. Doch auch in unseren Breitengraden hat sie von Juli bis Oktober Saison und ist frisch auf den Märkten erhältlich. Abgesehen von ihrem einzigartigen Geschmacksprofil bietet die Aubergine eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen, die sie zu einer hervorragenden Wahl für den Grill machen:
- Wenig Kalorien: Mit ihrem hohen Wassergehalt ist die Aubergine sehr kalorienarm, was sie zu einer idealen Beilage oder Hauptspeise für eine bewusste Ernährung macht.
- Reich an Nährstoffen: Sie punktet mit wichtigen Mineralien wie Kalium, Magnesium und Folsäure sowie wertvollen B-Vitaminen und Vitamin C. Diese Nährstoffe unterstützen unter anderem den Stoffwechsel und das Immunsystem.
- Ballaststoffe: Die enthaltenen Ballaststoffe fördern eine gesunde Verdauung und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.
- Antioxidantien: Die dunkle Schale der Aubergine enthält Anthocyane, starke Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen und zellschützend wirken können.
Die Zubereitungsmöglichkeiten der Aubergine sind vielfältig: Sie kann im Ofen geschmort, in Gemüsegerichten wie Ratatouille verwendet oder sogar paniert und gebraten werden. Doch die wohl einfachste und gleichzeitig leckerste Variante ist das Grillen. Die Hitze des Grills entlockt ihr ein rauchiges Aroma und eine wunderbar zarte Textur, die sie zum Highlight jeder Mahlzeit macht.

Die richtige Aubergine auswählen und vorbereiten
Der erste Schritt zu perfekt gegrillten Auberginen beginnt bereits beim Einkauf. Achten Sie auf Auberginen mit einer glänzenden, straffen Haut ohne braune Flecken oder weiche Stellen. Sie sollten sich fest und schwer anfühlen. Für das Grillen eignen sich meist mittelgroße Exemplare am besten, da sie tendenziell weniger Bitterstoffe enthalten.
Schritt 1: Das Schneiden
Waschen Sie die Aubergine gründlich und entfernen Sie den Stielansatz. Schneiden Sie die Aubergine anschließend in gleichmäßige Scheiben von etwa 0,5 bis 1 cm Dicke. Gleichmäßige Scheiben sind entscheidend, damit alle Stücke gleichzeitig gar werden und eine einheitliche Textur erhalten.
Schritt 2: Das Salzen und Entwässern
Dieser Schritt ist oft der Schlüssel zu saftigen und nicht-matschigen Auberginen und sollte keinesfalls übersprungen werden, auch wenn moderne Auberginensorten oft weniger bitter sind. Das Salzen hat zwei Hauptzwecke:
- Bitterstoffe entziehen: Salz hilft, eventuell vorhandene Bitterstoffe aus dem Fruchtfleisch zu ziehen.
- Wasser entziehen: Auberginen haben einen sehr hohen Wassergehalt. Durch das Salzen wird überschüssiges Wasser entzogen, was die Textur der Aubergine beim Grillen verbessert. Sie wird zarter, fleischiger und saugt weniger Öl auf, was sie weniger fettig macht.
Legen Sie die geschnittenen Auberginenscheiben auf ein Küchenpapier und bestreuen Sie sie großzügig von beiden Seiten mit Salz. Lassen Sie die Scheiben für mindestens 20 bis 30 Minuten ziehen. Sie werden sehen, wie sich kleine Wassertröpfchen auf der Oberfläche bilden. Tupfen Sie die Scheiben anschließend gründlich mit frischem Küchenpapier trocken. Dieser Schritt ist wichtig, um das überschüssige Salz und das ausgetretene Wasser vollständig zu entfernen.
Marinaden für ein Geschmackserlebnis
Nach dem Salzen und Trockentupfen sind Ihre Auberginenscheiben bereit für die Marinade. Eine gute Marinade verleiht der Aubergine nicht nur zusätzlichen Geschmack, sondern hilft auch, sie beim Grillen saftig zu halten. Hier sind einige köstliche Ideen:
Würzige Sojasoßen-Marinade
Diese asiatisch angehauchte Marinade verleiht der Aubergine eine wunderbar umami-reiche Note. Schälen Sie 1 Knoblauchzehe und hacken Sie sie sehr fein. Mischen Sie den Knoblauch mit 8 Esslöffeln Sojasoße (gerne eine glutenfreie Variante, falls gewünscht) und 4 Esslöffeln hochwertigem Olivenöl. Bepinseln Sie die getrockneten Auberginenscheiben großzügig mit dieser Mischung und lassen Sie sie für mindestens 20 Minuten, besser noch 30-60 Minuten, ziehen. Je länger sie mariniert, desto intensiver wird der Geschmack.
Orientalische Ras el-Hanout-Marinade
Für eine exotische und aromatische Note mischen Sie einfach etwas Ras el-Hanout (eine nordafrikanische Gewürzmischung) mit Olivenöl. Bestreichen Sie die Auberginenscheiben damit gleichmäßig. Ras el-Hanout enthält oft eine Vielzahl von Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Kardamom und Kurkuma, die ein komplexes und warmes Aroma erzeugen.
Weitere inspirierende Marinaden-Ideen
Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Experimentieren Sie mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen, um Ihre perfekte Marinade zu finden:
| Marinaden-Typ | Hauptzutaten | Geschmacksnote |
|---|---|---|
| Mediterran | Olivenöl, Knoblauch, frischer Rosmarin, Thymian, Oregano, Zitronensaft, Prise Salz & Pfeffer | Aromatisch, frisch, leicht säuerlich |
| Balsamico-Süß | Balsamico-Essig, Olivenöl, etwas Honig oder Ahornsirup, Dijon-Senf, Knoblauchpulver | Süß-sauer, würzig, karamellig |
| Pikant-Rauchig | Olivenöl, geräuchertes Paprikapulver, Kreuzkümmel, Cayennepfeffer (nach Geschmack), Knoblauchpulver | Würzig, scharf, rauchig |
| Kräuter-Knoblauch | Olivenöl, viel frischer Knoblauch (gepresst), Petersilie, Schnittlauch, eine Spur Chiliflocken | Intensiv knoblauchig, kräuterfrisch |
Lassen Sie die marinierten Auberginenscheiben idealerweise mindestens 20 Minuten, besser aber 30-60 Minuten bei Raumtemperatur ziehen. Wenn Sie mehr Zeit haben, können Sie sie auch für 1-2 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen. Vor dem Grillen sollten sie jedoch wieder Raumtemperatur annehmen.
Der Grillvorgang: So gelingt die perfekt gegrillte Aubergine
Sobald die Auberginen mariniert sind, kann das Grillen beginnen. Die richtige Grilltemperatur und -technik sind entscheidend, um die Aubergine schön zart und aromatisch zu bekommen.
Grill vorbereiten
Heizen Sie Ihren Grill auf mittlere bis hohe Hitze vor (ca. 180-220°C). Egal ob Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrill – der Rost sollte sauber und leicht eingeölt sein, um ein Anhaften der Auberginen zu verhindern. Sie können den Rost mit einem Stück Küchenpapier, das mit etwas Öl getränkt ist, abreiben oder ein spezielles Grillrost-Spray verwenden.
Grillen der Auberginenscheiben
Legen Sie die marinierten Auberginenscheiben direkt auf den heißen Rost. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu dicht beieinander liegen, damit sie gleichmäßig garen und schöne Grillstreifen bekommen. Die meisten Auberginenscheiben benötigen pro Seite etwa 3 bis 5 Minuten, abhängig von ihrer Dicke und der Hitze Ihres Grills.

Wenden Sie die Scheiben, sobald sich deutliche Grillstreifen abzeichnen und das Fruchtfleisch weicher wird. Sie sollten eine goldbraune Farbe annehmen und leicht karamellisieren. Die Aubergine ist fertig, wenn sie durch und durch weich ist, aber nicht matschig. Sie sollte beim Anstechen mit einer Gabel kaum Widerstand bieten.
Achten Sie darauf, die Aubergine nicht zu lange zu grillen, da sie sonst trocken oder zäh werden kann. Das Ziel ist eine zarte, saftige Konsistenz mit einem leicht rauchigen Aroma.
Serviervorschläge und Beilagen
Gegrillte Aubergine ist unglaublich vielseitig und kann auf zahlreiche Arten serviert werden:
- Als köstliche Beilage zu gegrilltem Fleisch, Fisch oder Halloumi.
- Als Hauptbestandteil eines vegetarischen Grilltellers, kombiniert mit Zucchini, Paprika und Pilzen.
- Als Vorspeise, leicht beträufelt mit gutem Olivenöl, frischen Kräutern (Minze, Petersilie) und eventuell etwas zerbröseltem Feta oder Ziegenkäse.
- In einem mediterranen Salat mit Tomaten, Gurken und Oliven.
- Als Basis für ein schnelles Bruschetta, belegt mit frischen Tomaten und Basilikum.
- Zerkleinert und mit Tahini, Knoblauch und Zitronensaft zu einem cremigen Baba Ghanoush verarbeitet.
Ein frischer Joghurt-Dip mit Knoblauch und Minze oder eine einfache Vinaigrette mit Balsamico und Olivenöl passen ebenfalls hervorragend dazu und runden den Geschmack ab.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Auberginen Grillen
Muss man Auberginen immer salzen und entwässern?
Es ist nicht zwingend erforderlich, da moderne Auberginensorten oft weniger Bitterstoffe enthalten als früher. Das Salzen und Entwässern ist jedoch sehr empfehlenswert, da es die Textur der Aubergine erheblich verbessert, indem es überschüssiges Wasser entfernt. Dadurch wird die Aubergine beim Grillen zarter, weniger matschig und nimmt weniger Öl auf, was zu einem besseren Geschmackserlebnis führt. Wenn Sie eine feste, fleischige Konsistenz wünschen, sollten Sie diesen Schritt nicht überspringen.
Kann man Auberginen auch im Backofen oder in der Pfanne zubereiten?
Absolut! Wenn das Wetter nicht mitspielt oder Sie keinen Grill zur Verfügung haben, können Sie Auberginenscheiben auch im Backofen oder in der Pfanne zubereiten. Für den Backofen die marinierten Scheiben auf einem Backblech verteilen und bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 15-20 Minuten backen, dabei einmal wenden. In der Pfanne bei mittlerer Hitze in etwas Olivenöl goldbraun braten, bis sie weich sind.
Welche anderen Gemüsesorten eignen sich gut zum Grillen?
Neben Auberginen gibt es viele weitere Gemüsesorten, die sich hervorragend grillen lassen und Ihr Grillfest bereichern: Zucchini, Paprika (in Hälften oder Streifen), Champignons (ganz oder in Scheiben), Spargel (grün), Maiskolben, Zwiebeln und Tomaten. Viele davon profitieren ebenfalls von einer kurzen Marinade vor dem Grillen.
Wie lange sind gegrillte Auberginen haltbar?
Gegrillte Auberginen können in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie bleiben dort in der Regel 2 bis 3 Tage frisch. Sie schmecken auch kalt hervorragend, zum Beispiel in Salaten oder als Antipasti.
Kann man Auberginen mit Schale essen?
Ja, die Schale der Aubergine ist essbar und wird beim Grillen weich. Sie muss nicht entfernt werden. Tatsächlich enthält die Schale wichtige Antioxidantien und trägt zur Formstabilität der Scheiben beim Grillen bei. Nur den Stielansatz sollten Sie vor dem Verzehr entfernen.
Kann man Auberginen einfrieren?
Gegrillte Auberginen können eingefroren werden. Lassen Sie sie vollständig abkühlen und frieren Sie sie dann in einem gefriergeeigneten Behälter oder Beutel ein. Sie sind etwa 3-4 Monate haltbar. Zum Auftauen einfach im Kühlschrank langsam auftauen lassen und dann kurz erwärmen.
Die gegrillte Aubergine ist ein Paradebeispiel dafür, wie einfach und gleichzeitig raffiniert vegetarische Grillgerichte sein können. Mit ihrer zarten Textur, dem rauchigen Aroma und den vielfältigen Marinademöglichkeiten ist sie nicht nur eine gesunde Alternative, sondern ein echtes Geschmackserlebnis, das jeden Grillabend bereichert. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich von diesem mediterranen Genuss verzaubern!
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