Wie grillt man ein Steak auf dem Gasgrill?

Perfekte Schweinenackensteaks: Ganzjahres-Grillgenuss

29/09/2022

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Für viele beginnt die Grillsaison mit den ersten warmen Sonnenstrahlen, wenn die Temperaturen endlich die 15 °C-Marke knacken und der Duft von Holzkohle und gegrilltem Fleisch in der Luft liegt. Doch für den wahren Grill-Enthusiasten gibt es keine Saison – der Grill läuft das ganze Jahr über! Und wenn es um den Goldstandard unter den Grillgerichten geht, führen Schweinenackensteaks oft die Liste an. Sie sind unkompliziert, vielseitig und, richtig zubereitet, unglaublich saftig und aromatisch. Doch wie erreicht man diese Perfektion ohne fertige Marinaden und unnötigen Schnickschnack? Dieser umfassende Leitfaden enthüllt alle Geheimnisse, von der Auswahl des Fleisches bis zum perfekten Garpunkt, und beantwortet die brennendsten Fragen rund ums Grillen von Schweinenackensteaks.

Wie grillt man ungarische Steaks?
Die Steaks ca. 3 - 4 Min. grillen. Die Steaks vom Grill nehmen, in eine Schale legen. Im auf 100 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen ca. 10 - 20 Min auf der mittleren Schiene ruhen lassen. Ich gieße meist noch etwas Paprikasauce ungarische Art darüber oder gebe etwas Kräuterbutter darauf, bevor ich sie in den Ofen stelle.

Egal, ob Sie ein erfahrener Ganzjahresgriller sind oder gerade erst Ihre Liebe zum Grillen entdecken: Die Zubereitung eines makellosen Schweinenackensteaks ist einfacher, als Sie denken. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit wenig Aufwand und den richtigen Techniken ein Ergebnis erzielen, das Ihre Familie und Freunde begeistern wird. Vergessen Sie alles, was Sie über komplizierte Grillmethoden gehört haben, und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche – den puren Geschmack und die perfekte Textur.

Inhaltsverzeichnis

Die Wahl des richtigen Rohstoffs: Qualität zählt!

„Schweinenacken ist Schweinenacken, oder?“ Im Prinzip ja, aber der Teufel steckt im Detail, und beim Grillen ist die Qualität des Ausgangsprodukts entscheidend für das Endergebnis. Achten Sie beim Kauf von Schweinenackensteaks unbedingt auf Fleisch von guter Qualität und mit verantwortbarer Herkunft. Das bedeutet in der Regel, dass Sie solches Fleisch eher nicht im Discounter finden werden und oft auch nicht in den meisten Supermärkten. Vertrauen Sie stattdessen auf Ihren Metzger des Vertrauens, idealerweise einen, der selbst schlachtet und Ihnen Auskunft über die Herkunft des Fleisches geben kann. Ein Metzger, der Wert auf Tierwohl und artgerechte Haltung legt, wird Ihnen Fleisch anbieten, das nicht nur besser schmeckt, sondern auch ethisch vertretbarer ist.

Warum gerade Schweinenacken? Prinzipiell können Sie auch andere Teile des Schweins verwenden, aber der Nacken ist von Natur aus schön durchwachsen. Das bedeutet, er enthält feine Fettäderchen, die während des Grillens schmelzen und das Steak von innen heraus saftig und unglaublich aromatisch machen. Dieses intramuskuläre Fett ist der Schlüssel zur Saftigkeit und zum vollen Geschmack. Ein mageres Stück Fleisch würde auf dem Grill schnell trocken werden, während der Nacken auch bei höheren Temperaturen seine Zartheit behält.

Gasgrill vs. Kohlegrill: Der Mythos vom 'Holzkohlegeschmack'

Die Debatte zwischen Gasgrill- und Kohlegrill-Anhängern ist so alt wie das Grillen selbst. Viele schwören auf den „Holzkohlegeschmack“ und behaupten, ein Gasgrill könne diesen nicht reproduzieren. Doch für alle, zu denen es noch nicht durchgedrungen ist: Den „Holzkohlegeschmack“ im positiven Sinne gibt es streng genommen nicht. Wenn Kohle nicht richtig durchgeglüht ist, schmeckt es eher fettig und rußig, nach Auspuff als nach Genuss. Was die meisten als den typischen „Holzkohlegeschmack“ interpretieren, ist in Wahrheit verbranntes Fett, das in die glühende Kohle oder, beim Gasgrill, auf die Verdampferbleche tropft, dort verbrennt und das Steak in aromatischen Rauch hüllt. Diese Röstaromen und der Rauchgeschmack sind es, die wir lieben. Und diese lassen sich auf einem Gasgrill genauso gut erzeugen. Die Verdampferbleche eines Gasgrills fangen herabtropfendes Fett auf und lassen es verdampfen, wodurch die gleichen Geschmacksstoffe entstehen wie bei einem Holzkohlegrill. Es ist also eine Frage der Technik und nicht der Grillart, ob Ihr Steak köstlich schmeckt.

Das Geheimnis der Kerntemperatur: Präzision für Perfektion

„Ein echter Griller hat das im Gefühl!“ – So mancher mag das behaupten. Doch wer ein wirklich perfektes Ergebnis erzielen möchte, muss die perfekte Temperatur treffen. Und hier kommt das Einstechthermometer ins Spiel. Ein gutes Kerntemperaturthermometer ist die beste Investition, die Sie als Griller tätigen können, und es kostet wirklich nicht die Welt. Warum ist es so wichtig? Weil es Ihnen ermöglicht, den Garpunkt exakt zu bestimmen und so ein trockenes oder noch rohes Steak zu vermeiden. Hand aufs Herz, wir alle haben schon mehr Geld für weniger Sinnvolles ausgegeben.

Die ideale Kerntemperatur für ein saftiges Schweinenackensteak liegt bei 75 °C. Bei dieser Temperatur ist das Fleisch durchgegart, aber noch wunderbar zart und saftig. Ohne Thermometer ist es ein Ratespiel, das oft in Enttäuschung endet. Aber keine Sorge, falls Sie noch kein Thermometer besitzen, gibt es auch eine Methode für dünnere Steaks, bei der Sie sich auf Ihr Gefühl und die Grillzeit verlassen können.

Marinaden-Frage: Öl vs. Trocken und die Würze

Ob Ölmarinade oder Trockenmarinade – das ist reine Geschmackssache. Ich persönlich finde, dass das im Schweinenacken enthaltene Fett völlig ausreicht, um dem Steak einen wunderbaren Grillgeschmack zu verleihen. Daher greife ich meist zu einer Trockenmarinade. Diese besteht aus einer Mischung von Gewürzen, die direkt auf das Fleisch aufgetragen wird. Der Vorteil: Die Gewürze karamellisieren auf der Oberfläche und bilden eine köstliche Kruste, ohne dass überschüssiges Öl verbrennt und einen bitteren Geschmack erzeugt.

Wer den beliebten „Holzkohlegeschmack“ noch verstärken möchte, kann die Gewürzmischung auch mit einem Schuss Öl anrühren, bevor sie auf das Fleisch aufgetragen wird. Das Öl hilft, die Gewürze am Fleisch haften zu lassen und kann zu einer intensiveren Bräunung beitragen. Bei der Auswahl der Gewürze sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich verwende gerne fertige Gewürzmischungen, die ich bereits zu Hause habe, wie zum Beispiel eine Paprika-Mischung. Wichtig ist, dass der Salzgehalt stimmt. Keine Angst vor dem Überwürzen: Wenn kein Gewürz mehr am Fleisch haften bleibt, ist es genug. Die Marinade wird ohnehin nicht tief in das Fleisch einziehen – auch nicht bei Ölmarinaden – daher müssen Sie die Steaks nicht stundenlang ziehen lassen. 15 bis 30 Minuten reichen völlig aus, damit sich die Gewürze mit dem Fleischsaft verbinden können.

Zutaten für 4 Personen:

  • 800 g Schweinenacken am Stück
  • Gewürzmischung nach Geschmack (z. B. eine Paprika-Mischung)
  • Falls gewünscht: etwas Öl (z. B. Sonnenblumenöl)

Beilagen-Empfehlungen:

  • Gegrillter Lauch
  • Angeröstete Baguettescheiben
  • Pommes frites
  • Gurkensalat

Benötigtes Zubehör:

  • Nach Möglichkeit ein Kerntemperaturthermometer

Vorbereitung ist die halbe Miete: Steaks schneiden und würzen

Beginnen Sie damit, den Schweinenacken in Steaks zu schneiden. Ich persönlich bevorzuge etwa 2 cm dicke Steaks. Sie sind saftiger und haben mehr Biss, aber ihr Garpunkt ist auf dem Grill etwas unberechenbarer. Wenn Sie also kein Einstechthermometer verwenden möchten, empfehle ich Ihnen, etwa 1 cm dicke Steaks zu schneiden. Dünnere Steaks garen schneller und gleichmäßiger durch, was die Kontrolle ohne Thermometer erleichtert.

Sobald die Steaks geschnitten sind, ist es Zeit für die Würze. Reiben Sie die Steaks großzügig mit Ihrer gewählten Gewürzmischung ein. Achten Sie darauf, dass alle Seiten gut bedeckt sind. Wenn Sie eine Ölmarinade verwenden, mischen Sie einige Esslöffel Öl mit der Gewürzmischung und ziehen Sie die Steaks durch diese Marinade, sodass überall eine dünne Schicht haften bleibt. Lassen Sie die gewürzten Steaks anschließend für 15 bis 30 Minuten ruhen. In dieser Zeit können sich die Gewürze mit dem Fleischsaft verbinden und ihre Aromen entfalten.

Wie oft darf man Steaks drehen?
Dünne Steaks (Methode ohne Einstechthermometer): Grillt die Steaks von allen Seiten gut an, bis euch die Kruste bzw. die Grillstreifen gefallen. Hier dürft ihr sie natürlich so oft drehen, wie ihr wollt ganz ohne „Steaks darf man nur einmal drehen“-Hokuspokus.

Die Grillpraxis: Dicke vs. dünne Steaks und das Drehen

Während die Steaks ziehen, können Sie den Grill starten und aufheizen lassen. Wichtig ist, dass der Grill nicht zu heiß wird. Mittlere Hitze ist ideal, um zu verhindern, dass die Gewürze verbrennen und das Steak außen gar, innen aber noch roh ist. Bei einem Gasgrill stellen Sie alle Brenner auf halbe Kraft ein. Nun unterscheiden wir zwischen zwei Fällen:

Dicke Steaks (Methode mit Einstechthermometer):

Grillen Sie das Steak von allen Seiten scharf an, bis Ihnen die Kruste und die Grillstreifen gefallen. Dies dauert in der Regel wenige Minuten pro Seite. Anschließend legen Sie das Steak in den indirekten Bereich des Grills – also dorthin, wo keine direkte Flamme ist – und lassen es dort ziehen, bis es eine Kerntemperatur von 75 °C erreicht hat. Das Thermometer ist hier Ihr bester Freund, um den perfekten Garpunkt zu garantieren.

Dünne Steaks (Methode ohne Einstechthermometer):

Grillen Sie die dünnen Steaks von allen Seiten gut an, bis die Kruste und die Grillstreifen Ihren Vorstellungen entsprechen. Und hier kommt die Antwort auf die oft gestellte Frage: „Wie oft darf man Steaks drehen?“ Bei dünnen Steaks dürfen Sie sie natürlich so oft drehen, wie Sie möchten! Vergessen Sie den „Steaks darf man nur einmal drehen“-Hokuspokus. Da die Steaks dünn sind, reicht der Wärmeeintrag beim Angrillen aus, damit sie auch innen gar werden. Durch häufigeres Drehen sorgen Sie für eine gleichmäßigere Bräunung und Kruste. Sie werden schnell ein Gefühl dafür entwickeln, wann die Steaks perfekt sind.

Tabelle: Grillmethoden für Schweinenackensteaks

SteakdickeMethodeZubehörVorgehenVorteil
Ca. 2 cmIndirektes GrillenKerntemperaturthermometerScharf angrillen, dann indirekt bis 75°C KTPerfekter Garpunkt, sehr saftig
Ca. 1 cmDirektes GrillenKein Thermometer nötigDirekt grillen, oft wenden bis gewünschte BräunungSchneller, einfacher ohne Thermometer

Ungarische Art: Eine alternative Zubereitung

Eine weitere köstliche Methode, Schweinenackensteaks zuzubereiten, ist die ungarische Art, die sich hervorragend für einen Kontaktgrill eignet. Hierfür würzen Sie die Schweinenackensteaks zunächst mit Pfeffer, Paprika und Salz. Geben Sie etwas Olivenöl darüber und massieren Sie es gut ein, dann lassen Sie die Steaks kurz ruhen. Heizen Sie Ihren Kontaktgrill auf die höchste Stufe auf (z.B. 2.000 Watt, Stufe 6). Legen Sie die Nackensteaks auf den Rost und schließen Sie den Deckel. Grillen Sie die Steaks etwa 3-4 Minuten lang. Nehmen Sie die Steaks anschließend vom Grill und legen Sie sie in eine ofenfeste Schale.

Heizen Sie den Backofen auf 100 °C Ober-/Unterhitze vor. Lassen Sie die Steaks für etwa 10-20 Minuten auf der mittleren Schiene im Ofen ruhen. Für zusätzlichen Geschmack können Sie vor dem Ruhen im Ofen etwas Paprikasauce ungarischer Art über die Steaks gießen oder etwas Kräuterbutter darauf geben. Diese Methode sorgt für besonders saftige Steaks, die ideal zu Pommes und Gurkensalat passen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie oft darf man Steaks drehen?

Entgegen dem weit verbreiteten Mythos, dass man Steaks nur einmal drehen darf, ist es bei dünneren Steaks absolut in Ordnung, sie häufiger zu wenden. Dies sorgt für eine gleichmäßigere Hitzeverteilung und eine schönere Kruste auf beiden Seiten. Bei dickeren Steaks, die nach dem Angrillen indirekt garziehen, ist das einmalige Wenden nach dem ersten Angrillen oft ausreichend, da sie danach in der Ruhezone liegen.

Brauche ich wirklich ein Einstechthermometer?

Für ein absolut perfektes und reproduzierbares Ergebnis, besonders bei dickeren Steaks, ist ein Einstechthermometer sehr empfehlenswert. Es nimmt das Rätselraten aus dem Garprozess und garantiert, dass Ihr Steak genau den gewünschten Garpunkt hat. Für dünnere Steaks und wenn Sie bereits viel Grillerfahrung haben, können Sie es auch ohne versuchen.

Was ist der 'Holzkohlegeschmack'?

Der oft zitierte „Holzkohlegeschmack“ ist primär das Ergebnis von verdampftem Fett, das auf heiße Oberflächen (Kohle oder Verdampferbleche) tropft und Rauch erzeugt. Dieser Rauch umhüllt das Grillgut und verleiht ihm die typischen Röstaromen. Diesen Effekt kann man sowohl auf Kohle- als auch auf Gasgrills erzielen.

Welches Fleisch ist für Schweinenackensteaks am besten?

Wählen Sie Schweinenacken von guter Qualität, idealerweise von einem Metzger Ihres Vertrauens, der Wert auf Tierwohl und verantwortbare Herkunft legt. Der Nacken ist durch seine feine Fettmarmorierung besonders saftig und aromatisch.

Kann ich auch andere Marinaden verwenden?

Ja, Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ob Trockenmarinade, Ölmarinade oder sogar Marinaden auf Wasserbasis (wie Bier) – experimentieren Sie, um Ihren persönlichen Favoriten zu finden. Bedenken Sie jedoch, dass wasserbasierte Marinaden länger ziehen müssen, um ins Fleisch einzudringen.

Fazit: Dein Weg zum Grillmeister

Sie sehen, es gehört nicht viel dazu, ein Schweinenackensteak in Perfektion zu grillen. Die Röststoffe an der Kruste verbinden sich wunderbar mit den Gewürzen und dem tollen Fleischgeschmack. Das Steak ist zart, saftig und aromatisch – genau so, wie es sein soll. Der Schlüssel liegt in der Qualität des Fleisches, der richtigen Temperaturkontrolle und dem Wissen um die verschiedenen Grillmethoden. Investieren Sie die paar Euro in ein gutes Einstechthermometer; es ist ein geringer Preis für die Garantie, dass Sie ab sofort jedes Stück Fleisch zum perfekten Garpunkt bekommen. Sie werden sehen, wie sich Ihre Grillergebnisse von „gut“ zu „fantastisch“ entwickeln. Viel Spaß beim Grillen und guten Appetit!

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