Weber Traveller: Mobiler Grill im Härtetest

14/12/2021

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Der Sommerabend naht, die Vorfreude auf ein gemütliches Grillfest steigt – doch dann die Schocknachricht: Der große Grill fällt aus! Was nun? Genau in solchen Momenten zeigt der Weber Traveller, was in ihm steckt. Dieser innovative Gasgrill wurde entwickelt, um Grillfans überallhin zu begleiten. Doch kann ein mobiler Grill, der so kompakt und leicht zu transportieren ist, wirklich eine ganze Meute hungriger Gäste satt bekommen? Und welche Rolle spielen dabei die Kosten und die Haltbarkeit der Gaskartuschen? Wir haben den Traveller unter extremen Bedingungen getestet und beleuchten die Vor- und Nachteile dieses außergewöhnlichen Grills, insbesondere im Hinblick auf seine Energieversorgung.

Was kostet ein Einwegbehälter bei Weber?
Weber sieht hier den Einsatz von Flüssigpropangas in Schraub-Kartuschen vor. Die kleinen Behälter mit 445 Gramm Inhalt sind perfekt für die schnelle Grillwurst oder den Burger im Grünen, aber für die Herausforderung des Abends dürfte eine kaum ausreichen. Wir kaufen zwei. Preis für das Weber-Original: rund zehn Euro, Einwegbehälter.

Stellen Sie sich vor: Sieben Kilo Entrecôte, 40 frische Bratwürste und 60 gefüllte Riesen-Champignons warten darauf, für 20 Personen zubereitet zu werden. Ein riesiger Auftrag für einen Grill, der im zusammengeklappten Zustand kaum größer ist als ein Reisekoffer. Genau dieser Herausforderung stellte sich der Weber Traveller und bewies dabei seine überraschende Leistungsfähigkeit. Erfahren Sie, wie er sich geschlagen hat und welche Überlegungen Sie bei der Wahl Ihrer Gasversorgung anstellen sollten, um Ihr Grillvergnügen optimal zu gestalten.

Inhaltsverzeichnis

Der Weber Traveller: Design trifft auf Mobilität

Der Weber Traveller ist kein gewöhnlicher Grill. Sein cleveres Design ermöglicht es, ihn wie einen Trolley hinter sich herzuziehen. Das bedeutet: Kein mühsames Schleppen, kein komplizierter Aufbau. Mit nur einem Handgriff – einem roten Hebel unter dem Griff – lässt sich der Grill hydraulisch ausfahren, wobei sich ein stabiles X-Bein entfaltet. Der Deckel entriegelt sich automatisch, und schon ist der Grill einsatzbereit. Das Abbauen ist mindestens genauso beeindruckend: Ein Zug am roten Hebel, ein leichter Druck, und der Grill faltet sich sanft und elegant von selbst zusammen. Dieses Hydrauliksystem ist nicht nur praktisch, sondern auch ein echter Hingucker.

In zusammengeklapptem Zustand ist der Traveller mit seinen Maßen von lediglich 150 cm Höhe, 50 cm Breite und 30 cm Tiefe erstaunlich platzsparend. Er passt problemlos in jeden größeren Kofferraum, in öffentliche Verkehrsmittel und lässt sich sogar senkrecht verstauen, was ihn zum idealen Begleiter für Campingausflüge, Picknicks im Park oder auch als Hauptgrill für kleine Balkone und Terrassen macht. Seine robuste Bauweise und die hochwertige Verarbeitung signalisieren sofort, dass es sich hier um ein langlebiges Produkt handelt, das für den häufigen Einsatz konzipiert wurde.

Leistung unter Druck: Ein Grill für 20 Gäste?

Die Herausforderung war klar: Kann ein mobiler Grill für eine so große Gruppe ausreichen? Nach dem schnellen Aufbau war der Traveller bereit. Die Gaszufuhr, versteckt unter einer kleinen Seitenablage, ist für Einwegkartuschen mit Flüssigpropangas vorgesehen. Diese kleinen Behälter mit 445 Gramm Inhalt sind perfekt für schnelle Burger oder Würstchen im Grünen. Doch für unser Mammutprojekt waren sie offensichtlich unterdimensioniert. Schnell wurden zwei Kartuschen angeschafft.

Die Zündung ist denkbar einfach: Kartusche einschrauben, Hauptventil öffnen, Regler auf „Zünden“ drehen und den Funken per Taster auslösen. Mit einem satten „Pfump“ entzündet sich der Gasring unter dem schweren Gusseisenrost. Und genau hier zeigt sich Webers Liebe zum Detail: Trotz aller Mobilität wird nicht am Material gespart. Der massive Gusseisenrost sorgt für ein hervorragendes Branding und eine gleichmäßige Hitzeverteilung. Innerhalb kürzester Zeit erreichte die Temperatur unter dem Deckel erfreuliche 260 Grad Celsius – ideale Bedingungen für die Zubereitung von Fleisch.

Acht Stücke Entrecôte fanden gleichzeitig Platz auf dem Rost. Das Branding war satt, das Fleisch zischte verlockend. Doch die Menge an Grillgut forderte ihren Tribut. Die gefüllten Champignons und Backkartoffeln mussten in den Backofen der Flugplatzküche ausweichen, da der Grillrost schlichtweg nicht genug Platz bot, um alles gleichzeitig zu garen und warmzuhalten. Das ist ein wichtiger Punkt für alle, die den Traveller für größere Runden nutzen möchten: Planen Sie Beilagen, die nicht direkt auf dem Grill zubereitet werden müssen, oder nutzen Sie den Grill in Etappen.

Die Kostenfalle der Einwegkartuschen

Nun zum Kern der Frage, die viele potenzielle Nutzer des Weber Travellers umtreibt: Was kosten die Einwegbehälter und wie lange halten sie? Die Antwort aus unserem Test: Eine Weber-Original-Gaskartusche mit 445 Gramm Inhalt kostet rund zehn Euro. Für eine schnelle Grillwurst oder zwei Burger mag das akzeptabel sein, doch für unser Vorhaben von sieben Kilo Entrecôte und 40 Bratwürsten war der Verbrauch erheblich.

Nach einer guten Stunde, genauer gesagt nach etwa 70 Minuten, begann die Temperatur des Travellers merklich zu sinken. Von anfänglichen 260 Grad fiel sie auf 200 Grad und zehn Minuten später auf nur noch 150 Grad. Zum Garen mag das noch ausreichen, aber für scharfes Anbraten ist es zu wenig. Ein Kartuschenwechsel wurde unumgänglich. Ärgerlich dabei ist, dass die erste Kartusche hörbar nicht vollständig leer war. Dies führt nicht nur zu unnötigen Kosten, sondern auch zu einem Umweltproblem: Vollständig leere Kartuschen können zwar im Gelben Sack entsorgt werden, aber wenn noch Gasreste vorhanden sind, müssen sie als Sondermüll auf dem Recyclinghof abgegeben werden. Dies ist ein klarer Nachteil der Einweglösung.

Vergleich: Einwegkartusche vs. Gasflasche

Die Erfahrung zeigt: Grillen mit Einwegkartuschen ist, ähnlich wie Fliegen, recht teuer, wenn man es häufig oder für größere Mengen tut. Hier kommt eine sinnvolle Alternative ins Spiel: der Gasflaschenadapter.

MerkmalEinwegkartusche (445g)Gasflasche (5kg, mit Adapter)
Anschaffungskosten pro Einheitca. 10 Euroca. 20-30 Euro (Flasche leer) + ca. 55 Euro (Adapter)
Kosten pro Kilogramm GasHoch (ca. 22,50 Euro/kg)Niedrig (ca. 3-4 Euro/kg für Füllung)
Haltbarkeit unter Volllastca. 60-70 MinutenDeutlich länger (mehrere Stunden bis Tage)
MobilitätSehr hoch (klein, leicht)Eingeschränkt (Flasche größer, schwerer)
UmweltaspektEinwegmüll, ggf. SondermüllWiederbefüllbar, weniger Müll
VerfügbarkeitBaumärkte, CampinglädenBaumärkte, Tankstellen, Gashändler
EmpfehlungGelegentliches, kurzes Grillen; höchste MobilitätRegelmäßiges, längeres Grillen; stationärer Einsatz

Für rund 55 Euro können Sie einen Adapter erwerben, der es Ihnen ermöglicht, den Weber Traveller an eine handelsübliche 5-Kilo-Gasflasche anzuschließen. Die Kosten für diesen Adapter amortisieren sich sehr schnell, wenn Sie den Grill regelmäßig oder für längere Sessions nutzen. Eine 5-Kilo-Flasche kostet in der Füllung nur einen Bruchteil dessen, was Sie für mehrere Einwegkartuschen ausgeben würden. Dies macht den Traveller auch für den stationären Einsatz auf dem Balkon oder der Terrasse zu einer wirtschaftlicheren und umweltfreundlicheren Wahl.

Was ist ein Grillzubehör?

Reinigung und Fazit des Härtetests

Nachdem die 20 Gäste satt und zufrieden waren, stand die Reinigung an – oft der unbeliebteste Teil des Grillabends. Doch auch hier punktet der Weber Traveller. Der zweiteilige Rost passt problemlos in die meisten Küchenspülen, die untere Grillwanne ist gut zugänglich, und der Auffangbehälter für das Fett lässt sich mit einem Handgriff entnehmen. Das macht die Reinigung erfreulich einfach und schnell. Rost wieder rein, Deckel zu, Kartusche ab und den roten Hebel betätigt – sanft legt sich der Traveller zusammen und ist bereit für den nächsten Einsatz.

Der Weber Traveller hat seine Mission, eine große Gruppe zu versorgen, mit Bravour gemeistert, auch wenn es zwei Gaskartuschen und etwas strategische Planung erforderte. Er ist ein hochwertiger Grill, der nicht nur scharf anbraten, sondern unter seinem soliden Deckel auch hervorragend garen kann. Die Verarbeitungsqualität ist, wie von Weber gewohnt, sehr hoch, und der schwere Gusseisenrost ist ein echtes Plus, das das Mehrgewicht des Geräts absolut wert ist. Mit einem Startpreis ab 380 Euro bietet der Weber Traveller ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis für die gebotene Qualität, Mobilität und Vielseitigkeit. Wer ihn als stationären Grill nutzen möchte, sollte jedoch unbedingt in den Gasflaschenadapter investieren, um langfristig Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Weber Traveller

1. Wie viel kostet ein Einwegbehälter für den Weber Traveller?
Eine Weber-Original-Gaskartusche mit 445 Gramm Inhalt kostet in der Regel rund zehn Euro. Die Preise können je nach Händler variieren.

2. Wie lange hält eine Gaskartusche beim Weber Traveller?
Unter Volllast, wie in unserem Test mit viel Grillgut, hält eine 445-Gramm-Kartusche etwa 60 bis 70 Minuten, bevor die Temperatur merklich absinkt. Bei geringerer Hitzeeinstellung oder kleineren Grillmengen kann die Brenndauer länger sein.

3. Ist der Weber Traveller für größere Gruppen geeignet?
Der Weber Traveller kann, wie unser Test gezeigt hat, auch größere Gruppen versorgen. Allerdings benötigt man dafür unter Umständen mehrere Einwegkartuschen oder idealerweise einen Adapter für eine größere Gasflasche, um einen kontinuierlichen Betrieb zu gewährleisten. Die Grillfläche ist für etwa 8-10 Steaks gleichzeitig ausreichend, für Beilagen muss man gegebenenfalls auf andere Zubereitungsmethoden ausweichen.

4. Kann ich den Weber Traveller auch mit einer größeren Gasflasche betreiben?
Ja, Weber bietet einen speziellen Adapter an, mit dem Sie den Traveller an handelsübliche 5-Kilo-Gasflaschen anschließen können. Dieser Adapter kostet etwa 55 Euro und ist eine lohnende Investition für alle, die den Grill häufiger oder stationär nutzen möchten.

5. Wie einfach ist die Reinigung des Weber Travellers?
Die Reinigung ist sehr einfach. Der zweiteilige Gusseisenrost ist spülmaschinengeeignet oder lässt sich leicht von Hand reinigen. Die Grillwanne und der Fettauffangbehälter sind gut zugänglich und schnell zu säubern.

6. Was ist das Besondere am Design des Weber Travellers?
Das Besondere ist seine einzigartige Klappfunktion, die ihn wie einen Trolley transportabel macht. Mit einem hydraulischen Mechanismus lässt er sich leicht auf- und abbauen und nimmt zusammengeklappt sehr wenig Platz ein, was ihn ideal für Reisen und kleine Wohnräume macht.

7. Welches Gas benötigt der Weber Traveller?
Der Weber Traveller ist für Flüssigpropangas ausgelegt. Standardmäßig wird er mit Schraub-Kartuschen betrieben, kann aber mit dem entsprechenden Adapter auch an größere Propangasflaschen angeschlossen werden.

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