Wie kann man grillen auf dem eigenen Grundstück aufhalten?

Maulwurfsgrillen im Garten: Nützling oder Schädling?

17/01/2026

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Maulwurfsgrillen, auch bekannt als Werren, sind faszinierende Bewohner unserer Gärten. Auf den ersten Blick mag ihr Aussehen – eine Mischung aus Grille und Maulwurf – ungewöhnlich erscheinen. Sie gehören zur Familie der Heuschrecken und verbringen den Großteil ihres Lebens unter der Erde, wo sie komplexe Tunnelsysteme graben. Diese unterirdische Lebensweise macht sie zu einer Besonderheit in der heimischen Insektenwelt. Doch ihre Präsenz im Garten kann sowohl Segen als auch Fluch sein. Während eine geringe Population dieser Tiere durchaus nützliche Funktionen erfüllen kann, können sie bei einer explosionsartigen Vermehrung schnell zu einer ernsthaften Bedrohung für gepflegte Beete und Rasenflächen werden. Es ist entscheidend zu verstehen, wie diese Tiere leben, was sie bevorzugt fressen und welche Anzeichen auf einen Befall hindeuten, um im Bedarfsfall die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können.

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Inhaltsverzeichnis

Was fressen Maulwurfsgrillen wirklich? Eine genaue Betrachtung

Die Ernährung der Maulwurfsgrillen ist überraschend vielseitig und erklärt ihre zwiespältige Rolle im Garten. Entgegen der landläufigen Meinung, sie seien ausschließlich Pflanzenschädlinge, ist ihr Speiseplan deutlich breiter gefächert und beinhaltet auch eine Reihe von Organismen, die wir als Gärtner lieber los wären.

Die tierische Kost: Nützlinge im Verborgenen

Ein wesentlicher Bestandteil der Maulwurfsgrillen-Diät sind verschiedene Insektenlarven. Dazu gehören beispielsweise die Engerlinge, die Larven von Maikäfern und anderen Blatthornkäfern, die an Pflanzenwurzeln fressen und erheblichen Schaden anrichten können. Auch die Eier von Nacktschnecken stehen auf ihrem Speiseplan. Schnecken sind berüchtigte Gartenschädlinge, und indem Maulwurfsgrillen ihre Eier vertilgen, tragen sie zur natürlichen Regulierung der Schneckenpopulation bei. Darüber hinaus fressen Werren auch Regenwürmer. Obwohl Regenwürmer für die Bodengesundheit unerlässlich sind, kann eine übermäßige Dezimierung ihrer Population durch Maulwurfsgrillen in bestimmten Fällen problematisch werden. Diese prädatische Lebensweise macht die Maulwurfsgrille in geringer Anzahl zu einem potenziellen Nützling, der hilft, andere Schädlinge in Schach zu halten.

Die pflanzliche Kost: Wenn der Nützling zum Schädling wird

Leider ernähren sich Maulwurfsgrillen nicht ausschließlich von tierischer Beute. Ein nicht unerheblicher Teil ihrer Nahrung besteht auch aus pflanzlicher Kost. Sie fressen bevorzugt Wurzeln und bodennahe Pflanzenteile. Dies ist der Punkt, an dem sie zum Schädling werden. Insbesondere in Gemüsegärten, wo junge, zarte Keimlinge und Setzlinge wachsen, können die Werren verheerenden Schaden anrichten. Indem sie ihre Gänge graben, lockern sie den Boden und schieben dabei oft die Wurzeln jüngerer Pflanzen nach oben. Die Pflanzen verlieren den Kontakt zum Erdreich, können kein Wasser und keine Nährstoffe mehr aufnehmen und verkümmern oder sterben ab. Ganze Beete können so innerhalb kurzer Zeit verwüstet werden. Auch Rasenflächen leiden unter den unterirdischen Aktivitäten, da die Wurzeln der Gräser beschädigt werden und unschöne braune Flecken entstehen können.

Ein Blick in das Leben der Maulwurfsgrille: Biologie und Lebensraum

Um die Auswirkungen der Maulwurfsgrille im Garten besser zu verstehen, ist es hilfreich, sich mit ihrer Biologie und ihren bevorzugten Lebensräumen auseinanderzusetzen.

Anatomie und Lebensweise

Die Maulwurfsgrille ist ein beeindruckendes Insekt, das eine Länge von bis zu 5 Zentimetern erreichen kann. Sie ist nachtaktiv und verbringt den Großteil ihres Lebens im Boden. Ihre kräftigen Vorderbeine sind perfekt an das Graben angepasst und ähneln denen eines Maulwurfs – daher auch ihr Name. Unter der Erde legen sie umfangreiche Tunnelsysteme an, die sowohl als Lebensraum als auch als Jagdrevier dienen. In diesen Gängen befinden sich auch ihre Bruthöhlen, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen und die Larven heranwachsen. Die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier kann bis zu zwei Jahre dauern.

Bevorzugte Lebensräume im Garten

Maulwurfsgrillen bevorzugen kultivierte Böden mit lockerer Beschaffenheit. Aus diesem Grund sind sie besonders häufig in Gemüsegärten, Hochbeeten oder Komposthaufen anzutreffen. Diese Bereiche bieten nicht nur die ideale Bodenstruktur für ihre Grabtätigkeiten, sondern auch eine Fülle an Nahrung – sowohl tierische als auch pflanzliche. Feuchte, humusreiche Böden sind ebenfalls sehr attraktiv für diese Insekten.

Nützling oder Schädling? Die doppelte Natur der Werre

Die Entscheidung, ob man eine Maulwurfsgrille im Garten duldet oder bekämpft, hängt stark von ihrer Populationsdichte und dem Ausmaß der Schäden ab. Eine einzelne Werre wird kaum merklichen Schaden anrichten und kann sogar von Nutzen sein. Nimmt ihre Anzahl jedoch überhand, wird sie unweigerlich zum Schädling.

Die Balance ist hier der Schlüssel. Solange die Schäden gering sind und die Maulwurfsgrille primär als Räuber von Insektenlarven agiert, sollte man sie in Ruhe lassen. Die Natur hat oft ihre eigenen Wege, Schädlinge zu regulieren, und die Maulwurfsgrille kann ein Teil davon sein. Wenn jedoch junge Keimlinge massenhaft absterben, der Rasen großflächig beschädigt wird und die charakteristischen Erdhügel und Gänge sichtbar werden, ist es an der Zeit, einzugreifen.

Effektive Bekämpfungsstrategien für den Garten

Sollten Maulwurfsgrillen zu einer Plage werden, gibt es verschiedene Methoden, um ihre Population zu reduzieren. Es ist ratsam, mit den sanftesten, biologischen Methoden zu beginnen, bevor man zu drastischeren Maßnahmen greift.

Biologische Bekämpfung mit Nematoden

Eine der effektivsten und umweltfreundlichsten Methoden zur Bekämpfung von Maulwurfsgrillen sind Nematoden, genauer gesagt die Fadenwürmer der Art Steinernema carpocapsae. Diese mikroskopisch kleinen Würmer sind natürliche Feinde der Maulwurfsgrillen. Sie werden dem Gießwasser beigemischt und in die betroffenen Bodenbereiche ausgebracht. Sobald die Nematoden in Kontakt mit einer Maulwurfsgrille kommen, dringen sie in deren Körper ein und vermehren sich dort. Die infizierte Grille stirbt innerhalb weniger Tage ab, und die Nematoden vermehren sich weiter, um neue Wirte zu finden. Diese Methode ist völlig ungefährlich für Menschen, Haustiere und andere nützliche Gartenbewohner wie Regenwürmer oder Marienkäfer. Die Anwendung sollte idealerweise in den warmen Monaten (Mai bis September) erfolgen, wenn die Maulwurfsgrillen aktiv sind und die Bodentemperaturen über 12°C liegen.

Mechanische Fangmethoden

Für eine gezielte Reduzierung der Population können auch mechanische Fallen eingesetzt werden. Eine bewährte Methode ist das Vergraben von Dosen oder Gläsern ebenerdig im Boden. Die Maulwurfsgrillen fallen nachts in diese Behälter und können dann eingesammelt und umgesiedelt werden. Um die Tiere in die Fallen zu leiten, können sternförmig ausgelegte Bretter oder Latten um die Fallen herum platziert werden. Eine weitere Methode ist das Auffinden der Gänge und das gezielte Ausgraben der Tiere. Dies ist jedoch arbeitsintensiv und erfordert Geduld.

Vorbeugende Maßnahmen und natürliche Feinde

Während es schwierig ist, Maulwurfsgrillen vollständig fernzuhalten, können bestimmte Maßnahmen dazu beitragen, ihren Bestand zu kontrollieren. Eine gute Gartenhygiene und das Vermeiden von übermäßig lockerem, humusreichem Boden in gefährdeten Bereichen kann helfen. Auch die Förderung natürlicher Feinde ist wichtig. Vögel, Igel und Spitzmäuse fressen Maulwurfsgrillen und können so auf natürliche Weise zur Bestandsregulierung beitragen. Ein naturnaher Garten, der diesen Tieren Unterschlupf und Nahrung bietet, ist daher immer eine gute Strategie.

Vergleichstabelle: Bekämpfungsmethoden im Überblick

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, welche Bekämpfungsmethode für Ihren Garten die beste ist, haben wir eine Vergleichstabelle erstellt:

MerkmalBiologische Bekämpfung (Nematoden)Mechanische Bekämpfung (Fallen)Manuelles Sammeln/Ausgraben
WirksamkeitSehr hoch, bei richtiger AnwendungMittel bis hoch, je nach Anzahl der Fallen und Grille-AktivitätMittel, sehr arbeitsintensiv
UmweltfreundlichkeitSehr hoch, spezifisch für Maulwurfsgrillen, keine NebenwirkungenHoch, keine ChemikalienSehr hoch, keine Chemikalien
AufwandMittel (Ausbringen mit Gießkanne)Hoch (Einrichten und regelmäßiges Leeren der Fallen)Sehr hoch (Gänge finden, Graben)
KostenMittel (Kauf der Nematoden)Gering (Materialien oft vorhanden)Gering (keine direkten Kosten)
Ideal fürGroße Flächen, präventive MaßnahmenGezielte Fangaktionen, kleinere FlächenSehr geringen Befall, Gelegenheitsfänge
AnwendungszeitpunktSommer (Mai-September), Bodentemperatur >12°CGanzjährig, besonders in aktiven PhasenGanzjährig, besonders in aktiven Phasen

Häufig gestellte Fragen zu Maulwurfsgrillen

Sind Maulwurfsgrillen gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Nein, Maulwurfsgrillen sind für Menschen und Haustiere völlig ungefährlich. Sie beißen oder stechen nicht und übertragen auch keine Krankheiten. Ihre Präsenz ist lediglich für Pflanzen problematisch.

Wie erkenne ich einen Befall mit Maulwurfsgrillen?

Typische Anzeichen sind abgestorbene oder kümmernde junge Pflanzen, besonders Keimlinge, die scheinbar ohne Grund welken. Auf dem Rasen oder in Beeten können erhöhte Erdhügel oder sichtbare, oberflächennahe Gänge auftreten, die an Maulwurfgänge erinnern, aber kleiner und unregelmäßiger sind. Oft findet man auch die charakteristischen, etwa 2-3 cm breiten Gänge, die durch den Boden ziehen.

Wann sind Maulwurfsgrillen am aktivsten?

Maulwurfsgrillen sind nachtaktiv und ihre Hauptaktivitätszeit liegt in den wärmeren Monaten, typischerweise von Mai bis September. In dieser Zeit legen sie ihre Eier ab und die Larven entwickeln sich, was auch die Zeit ist, in der die größten Schäden entstehen können.

Können Maulwurfsgrillen fliegen?

Ja, erwachsene Maulwurfsgrillen können fliegen, obwohl sie dies nicht sehr oft tun. Sie nutzen ihre Flügel hauptsächlich, um neue Lebensräume zu finden oder Partner für die Fortpflanzung zu suchen. Meistens bleiben sie jedoch unter der Erde.

Was tun, wenn Nematoden nicht wirken?

Wenn Nematoden nicht die gewünschte Wirkung zeigen, kann dies an verschiedenen Faktoren liegen, z.B. falsche Anwendung, zu niedrige Bodentemperatur oder eine sehr hohe Populationsdichte der Grillen. Überprüfen Sie die Anwendungsbedingungen. Sollten sie weiterhin in großer Zahl auftreten, kombinieren Sie die Methode mit mechanischen Fallen oder erwägen Sie das gezielte Ausgraben.

Fazit: Ein ausgewogener Umgang mit der Maulwurfsgrille

Die Maulwurfsgrille ist ein faszinierendes Insekt, das im Garten eine doppelte Rolle spielt. Einerseits kann sie als natürlicher Feind von Schädlingen wie Engerlingen und Schneckeneiern nützlich sein. Andererseits kann ihre Vorliebe für pflanzliche Wurzeln und ihre Grabetätigkeit bei einer zu hohen Populationsdichte erheblichen Schaden anrichten. Der Schlüssel zu einem gesunden Garten liegt im ausgewogenen Umgang mit diesen Tieren. Es ist nicht immer notwendig, sie vollständig auszurotten. Stattdessen sollte man die Situation genau beobachten und erst dann eingreifen, wenn die Schäden überhandnehmen. Biologische Bekämpfungsmethoden, insbesondere der Einsatz von Nematoden, bieten hier eine umweltfreundliche und effektive Lösung. Durch ein Verständnis ihrer Lebensweise und die Anwendung gezielter Maßnahmen können Gärtner ihre Beete schützen und gleichzeitig die biologische Vielfalt im Garten fördern. So bleibt der Garten ein Ort des Wachstums und der Freude, trotz der kleinen, grabenden Bewohner.

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