21/08/2024
Die Käsekrainer – ein wahrer Star der österreichischen Kulinarik und ein absolutes Highlight auf jedem Grillfest! Diese einzigartige Wurst, geliebt für ihre saftige Füllung und den schmelzenden Käse, hat sich über die Jahre hinweg einen festen Platz in den Herzen der Genießer erobert. Doch wie gelingt sie wirklich perfekt, sodass der Käse nicht einfach davonläuft, sondern eine köstliche, goldbraune Kruste bildet? Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Welt der Käsekrainer und erfahren Sie alles über ihre Herkunft, die richtige Zubereitung und wertvolle Tipps, damit Ihr nächstes Grillvergnügen zum vollen Erfolg wird.

Was genau ist eine Käsekrainer?
Die Käsekrainer, in Österreich liebevoll auch "Eitrige" genannt, ist weit mehr als nur eine einfache Wurst. Sie ist eine geräucherte Brühwurst, die sich durch ihre besondere Füllung auszeichnet: grobes Schweinefleischbrät, verfeinert mit einem beachtlichen Anteil von bis zu 20 % Käse. Dieser Käse ist kein Zufallsprodukt; bekannte Hersteller setzen hier auf jungen Emmentaler. Warum gerade Emmentaler? Weil er die idealen Eigenschaften für eine Käsekrainer mitbringt: Er schmilzt schnell und wird dabei wunderbar cremig, was für das unverwechselbare Mundgefühl sorgt. Der Käse wird in kleinen Würfeln sorgfältig in das Brät eingearbeitet, sodass er beim Erhitzen gleichmäßig schmilft und sich im Inneren der Wurst verteilt.
Ihren Ursprung hat diese Delikatesse Ende der 1960er Jahre. Zwei visionäre oberösterreichische Fleischermeister hatten die geniale Idee, die traditionelle slowenische Krainer Wurst mit Käse zu verfeinern. Ihr Ziel war es, eine Wurst zu kreieren, die vier wesentliche Kriterien erfüllt: Sie sollte sowohl kalt, gekocht, gebraten als auch gegrillt ein Genuss sein. Eine wahre Meisterleistung, die die Vielseitigkeit der Käsekrainer bis heute unterstreicht.
Es dauerte nicht lange, bis diese innovative Idee Anklang fand. Bereits 1974 griff ein namhafter österreichischer Fleischerbetrieb diese Kreation auf und verhalf ihr zu nationaler Bekanntheit. Seitdem ist die Käsekrainer nicht nur eine kulinarische Spezialität, sondern auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor, insbesondere für die lebendige Wiener Würstelstandkultur, wo sie zum absoluten Standardangebot gehört.
Die Bedeutung der Käsekrainer für Österreich zeigte sich auch im Jahr 2012, als Slowenien versuchte, den Begriff „Krainer“ auf EU-Ebene schützen zu lassen. Dies hätte potenziell das Aus für die Bezeichnung "Käsekrainer" bedeutet. Glücklicherweise konnte jedoch ein Kompromiss zwischen Österreich und Slowenien gefunden werden, der die Bezeichnung "Käsekrainer" weiterhin zulässt und somit dieses Stück österreichischer Identität bewahrt.
Die Kunst der Zubereitung: Grillen, Kochen oder Braten?
Obwohl die Käsekrainer vielseitig einsetzbar ist, entfaltet sie ihr volles Aroma und ihre einzigartige Textur besonders gut auf dem Grill. Doch auch andere Zubereitungsarten haben ihre Berechtigung. Hier ein Überblick über die gängigsten Methoden:
Die perfekte Käsekrainer vom Grill: Die knusprige Käsekruste
Die Zubereitung auf dem Grill ist die Königsdisziplin für die Käsekrainer, denn hier entsteht die begehrte, knusprige Käsekruste, die sie so unwiderstehlich macht. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Vorbereitung und Technik.
- Das Anstechen: Bevor die Wurst auf den Grill kommt, muss sie auf allen Seiten mehrfach angestochen werden. Dies ist entscheidend, damit der schmelzende Käse kontrolliert austreten und sich um die Wurst legen kann, anstatt unkontrolliert herauszuspritzen oder die Wurst zum Platzen zu bringen. Verwenden Sie hierfür entweder einen speziellen Käsekrainerstupfer, einen Zahnstocher oder die Spitze eines scharfen Messers. Achten Sie darauf, nicht zu tief zu stechen, nur die Haut leicht perforieren.
- Die Grill-Vorbereitung: Platzieren Sie eine Gussplatte oder eine massive Grillplatte auf Ihrem Grillrost. Dies ist unerlässlich! Der Grill sollte auf eine Temperatur von ca. 200 Grad Celsius aufgeheizt werden. Vermeiden Sie die direkte Zubereitung auf dem Grillrost, da der austretende Käse sonst durch die Ritzen tropft, keine Kruste bilden kann und zudem die Gefahr eines Fettbrandes besteht. Öl muss auf der Gussplatte nicht verwendet werden, da die Käsekrainer einen ausreichend hohen Fettgehalt besitzt und ihr eigenes Fett zum Braten abgibt.
- Der Grillvorgang: Sobald der Grill die gewünschte Temperatur erreicht hat, legen Sie die angestochenen Würste auf die heiße Platte. Nun beginnt der wichtigste Teil: Die Würste müssen stetig gewendet werden. Dieser kontinuierliche Drehprozess sorgt dafür, dass sich der austretende Käse gleichmäßig um die Wurst legt und dort langsam karamellisiert. Dabei bildet sich die goldbraune, knusprige Kruste, die das Markenzeichen einer perfekt gegrillten Käsekrainer ist. Schließen Sie dabei immer wieder den Deckel des Grills, um eine konstante Temperatur zu gewährleisten und die Wurst gleichmäßig zu garen. Die Garzeit variiert je nach Dicke der Wurst und Hitze des Grills, aber rechnen Sie mit etwa 10-15 Minuten. Die Wurst ist fertig, wenn sie rundherum goldbraun und die Käsekruste schön knusprig ist.
Die Käsekrainer kochen: Eine sanfte Methode
Obwohl das Grillen die bevorzugte Methode für die Käsekruste ist, kann die Käsekrainer auch gekocht werden. Diese Methode ist ideal, wenn Sie eine weniger intensive, aber dennoch saftige Wurst bevorzugen. Bringen Sie Wasser zum Kochen und reduzieren Sie dann die Hitze, sodass das Wasser nur noch leicht simmert. Geben Sie die Käsekrainer ins Wasser und lassen Sie sie für etwa 10-15 Minuten ziehen. Achten Sie darauf, das Wasser nicht sprudelnd kochen zu lassen, da die Wurst sonst platzen könnte. Eine gekochte Käsekrainer ist besonders zart und saftig, bildet aber keine Kruste.
Die Käsekrainer braten: Schnell und einfach
Auch in der Pfanne lässt sich die Käsekrainer hervorragend zubereiten, wenn kein Grill zur Hand ist. Erhitzen Sie etwas Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze. Stechen Sie die Würste wie beim Grillen an und legen Sie sie in die Pfanne. Braten Sie sie von allen Seiten goldbraun an, wobei Sie sie regelmäßig wenden, damit der Käse austreten und eine leichte Kruste bilden kann. Das Braten dauert ebenfalls etwa 10-15 Minuten, je nach gewünschtem Bräunungsgrad.
Vergleich der Zubereitungsmethoden
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, welche Zubereitungsart die richtige für Sie ist, hier eine kleine Vergleichstabelle:
| Merkmal | Grillen (auf Gussplatte) | Kochen | Braten (in Pfanne) |
|---|---|---|---|
| Ergebnis | Knusprige Käsekruste, rauchiges Aroma, saftig | Sehr saftig, zart, ohne Kruste | Leichte Kruste, saftig |
| Aroma | Intensiv, rauchig | Mild, fleischig | Herzhaft |
| Textur | Außen knusprig, innen cremig | Gleichmäßig weich | Außen leicht knusprig, innen weich |
| Aufwand | Mittel bis hoch (Grill vorbereiten, ständiges Wenden) | Gering (Wasser kochen, ziehen lassen) | Mittel (Pfanne erhitzen, wenden) |
| Empfehlung für | Liebhaber der Käsekruste, Grillabende | Schnelle Mahlzeit, traditioneller Genuss | Alternative zum Grill, wenn kein Grill vorhanden |
Tipps und Tricks für die perfekte Käsekrainer
- Die Wahl des Käses: Auch wenn Sie keine eigene Käsekrainer herstellen, ist es gut zu wissen, dass Emmentaler der bevorzugte Käse ist. Achten Sie beim Kauf auf hochwertige Produkte, die diesen Standard erfüllen.
- Anstechen ist Pflicht: Überspringen Sie diesen Schritt niemals! Ohne die kleinen Löcher kann der Druck im Inneren der Wurst zu einem unschönen Platzen führen, und der Käse kann nicht kontrolliert austreten, um die Kruste zu bilden.
- Gleichmäßige Hitze: Egal ob Grillplatte oder Pfanne, eine konstante, nicht zu hohe Hitze ist entscheidend. Zu viel Hitze lässt den Käse zu schnell verbrennen, bevor die Wurst gar ist.
- Geduld beim Wenden: Das stetige Wenden auf der heißen Platte ist der Schlüssel zur perfekten Käsekruste. Lassen Sie die Wurst nicht zu lange auf einer Seite liegen.
- Sicherheitsaspekt Fettbrand: Wie bereits erwähnt, ist die Gussplatte nicht nur für die Kruste wichtig, sondern auch zur Vermeidung von Fettbränden, die entstehen können, wenn das abtropfende Fett auf die glühenden Kohlen oder Heizelemente trifft.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Käsekrainer
- Warum nennt man die Käsekrainer auch "Eitrige"?
- Der umgangssprachliche Name "Eitrige" rührt daher, dass der schmelzende Käse beim Anschnitt oder Anbeißen manchmal wie Eiter aus der Wurst quillt. Keine Sorge, das ist völlig normal und ein Zeichen für eine gut gefüllte und perfekt zubereitete Käsekrainer!
- Welcher Käse ist in Käsekrainern enthalten?
- Traditionell und am häufigsten wird junger Emmentaler verwendet. Seine Eigenschaften – schnelles Schmelzen und cremige Konsistenz – machen ihn zur idealen Wahl für die Käsekrainer.
- Kann ich Käsekrainer auch im Backofen zubereiten?
- Ja, das ist möglich, aber nicht ideal für die knusprige Kruste. Legen Sie die angestochenen Käsekrainer auf ein Backblech mit Backpapier und backen Sie sie bei etwa 180°C Umluft für 15-20 Minuten. Wenden Sie sie regelmäßig. Das Ergebnis ist saftig, aber die Kruste wird weniger ausgeprägt sein als vom Grill oder aus der Pfanne.
- Wie verhindere ich, dass die Käsekrainer platzt?
- Das Anstechen der Wurst ist der wichtigste Schritt, um ein Platzen zu verhindern. Es ermöglicht dem Dampf und dem schmelzenden Käse, kontrolliert auszutreten. Achten Sie zudem auf eine nicht zu hohe Hitze und wenden Sie die Wurst regelmäßig.
- Wie serviert man Käsekrainer traditionell?
- Die Käsekrainer werden traditionell mit scharfem Senf, geriebenem Kren (Meerrettich) und einer Scheibe Schwarzbrot serviert. Eine andere sehr beliebte Variante, besonders an Würstelständen, sind Käsekrainer-Hotdogs, bei denen die Wurst in einem länglichen Brötchen mit Senf und Ketchup gereicht wird. Auch ein würziger Krautsalat passt hervorragend dazu.
Fazit: Ein Genuss, der verbindet
Die Käsekrainer ist mehr als nur eine Wurst; sie ist ein Stück österreichische Kultur und ein Synonym für geselligen Genuss. Ob als schneller Snack am Würstelstand oder als Highlight auf Ihrem Grillfest – ihre Vielseitigkeit und der unwiderstehliche Geschmack machen sie zu einem Favoriten für Jung und Alt. Mit den richtigen Tipps und der Beachtung der einfachen Zubereitungsregeln, insbesondere dem Einsatz einer Gussplatte und dem regelmäßigen Wenden, gelingt Ihnen eine Käsekruste, die Ihre Gäste begeistern wird. Experimentieren Sie mit Beilagen und Saucen, aber vergessen Sie nie die traditionelle Kombination aus Senf und Kren. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Ausprobieren und einen guten Appetit mit Ihrer perfekt zubereiteten Käsekrainer!
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