27/08/2023
Die Käsekrainer – ein unangefochtener Star auf vielen Grillrosten und in Pfannen. Ihr unwiderstehlicher Charme liegt in der Kombination aus saftigem Brät und dem schmelzenden Käse, der bei Hitze verführerisch herausquillt. Doch während man als Hobbygriller beim Einkauf von abgepackten Käsekrainern vermeintlich wenig falsch machen kann, zeigen die Ergebnisse eines umfassenden Tests des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) überraschende Details auf. Die gute Nachricht vorweg: Ein Großteil der Produkte schnitt tadellos ab. Doch gerade beim Herzstück, dem Käse in den Würsten, offenbarten sich deutliche Qualitätsunterschiede, die den Genuss maßgeblich beeinflussen können.

Der VKI-Test: Was wurde genau untersucht?
Um ein umfassendes Bild der auf dem Markt erhältlichen Käsekrainer zu erhalten, legte der VKI insgesamt 28 verschiedene abgepackte Produkte auf den Prüfstand. Darunter befanden sich nicht nur die klassischen Schweine- und Rindfleischvarianten, sondern auch sechs Puten-Käsekrainer, sowie Bio-Würste und Produkte, die das renommierte AMA-Gütesiegel trugen. Die Auswahl spiegelte die Vielfalt wider, die Konsumenten in Supermärkten und im Gastronomiegroßhandel vorfinden können.
Die Untersuchung war vielschichtig: Professionelle Verkoster und Laien beurteilten den Geschmack der Würste. Parallel dazu wurden die Käsekrainer genau vermessen, im Labor auf ihre Zusammensetzung – also den Fleisch- und Käseanteil – sowie auf mögliche Keimbelastungen hin analysiert. Auch der Preis pro Kilogramm wurde erfasst, um ein umfassendes Preis-Leistungs-Verhältnis bewerten zu können. Ziel war es, den Konsumenten eine fundierte Entscheidungshilfe an die Hand zu geben.
Erfreuliche Ergebnisse, aber mit Ausnahmen
Das Gesamtergebnis des VKI-Tests war überaus erfreulich und dürfte viele Käsekrainer-Liebhaber beruhigen. Testleiterin Birgit Beck vom VKI bestätigte, dass drei Viertel der getesteten Käsekrainer mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet wurden. Dies zeigt, dass die meisten Hersteller eine hohe Produktqualität liefern. Die Spitzenreiter in dieser Kategorie waren:
| Produkt | Handelskette | Preis pro kg | VKI-Score |
|---|---|---|---|
| Puten-Käsekrainer „Hütthaler“ | Hofer | 9,96 Euro | 92 Punkte |
| Klassische Käsekrainer „Holzbauer“ | Interspar | 5,85 Euro | Gleichauf mit Hütthaler |
| Bio-Mini-Käsekrainer „Ein gutes Stück Heimat“ | Lidl | 14,94 Euro | Gleichauf mit Hütthaler |
Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert, da es zeigt, dass erstklassige Käsekrainer nicht zwangsläufig teuer sein müssen. Auch für kleines Geld sind qualitativ hochwertige Produkte erhältlich.
Allerdings gab es auch Produkte, bei denen das Labor erhöhte Keimzahlen feststellte. Diese waren zwar in den meisten Fällen nicht sofort gesundheitsgefährdend, deuten aber auf Mängel in der Hygiene oder Kühlkette hin. Betroffen waren unter anderem die Puten-Mini-Käsekrainer von Hubers (Interspar), die Mangalitza-Käsekrainer von Windisch (Metro, Transgourmet) und die Käsekrainer von Hofmann (Transgourmet, Unimarkt). Ein Produkt fiel jedoch drastisch durch den Test: Bei den Käsekrainern der Marke „Clever“ (Billa, Merkur) war die Keimzahl so hoch, dass das Testurteil „nicht zufriedenstellend“ lautete. Dieses Paar Würstel war schlichtweg verdorben.
Der Käse macht den Unterschied: Von Emmentaler bis Schmelzkäse
Während die Fleischzusammensetzung bei den meisten Produkten im Test keine Beanstandungen zuließ – es wurde nur das gefunden, was gemäß dem Österreichischen Lebensmittelbuch hineingehört, und minderwertiges Fleisch war kein Thema – gab es beim Käse deutliche Qualitätsunterschiede. Die meisten Produkte bestanden aus einer Mischung von Schweine- und Rindfleisch, einige rein aus Schweinefleisch. Die Puten-Käsekrainer enthielten tatsächlich ausschließlich Putenfleisch, und die Wursthüllen stammten meist vom Schaf, seltener vom Schwein.
Der VKI kritisierte jedoch, dass einige Hersteller bei der Zutatenliste ungenau waren und lediglich „Käse“ angaben, ohne die genaue Sorte zu spezifizieren. Dies lässt Konsumenten im Unklaren über die tatsächliche Qualität des verwendeten Käses. Besonders problematisch: Produkte von Transgourmet Economy und F.Krainer enthielten lediglich eine Schmelzkäsebereitung. „Schmelzkäse enthält Phosphate, das ist aus Sicht der Ernährungswissenschaft nicht so erfreulich“, erklärte Birgit Beck. Die am häufigsten in den Käsekrainern gefundene Käsesorte war erfreulicherweise Emmentaler, ein Käse mit charakteristischem Geschmack und guter Schmelzeigenschaft.
| Käsetyp im Produkt | Vorteile / Merkmale | Nachteile / Kritik |
|---|---|---|
| Emmentaler | Häufigster Typ, guter Geschmack, schmilzt gut. | Keine bekannt, wenn hochwertig. |
| „Käse“ (ungenau) | Kann alles sein. | Keine Transparenz für Konsumenten über Qualität. |
| Schmelzkäsebereitung | Gleichmäßige Schmelze. | Enthält Phosphate (ernährungswissenschaftlich weniger erwünscht). |
| Heumilchkäse/Schweizer Bergkäse (Manufaktur) | Besonders intensives Aroma, hochwertige Basis. | Deutlich höherer Preis. |
Kalorienbewusst genießen? Die Puten-Käsekrainer
Eines ist klar: Käsekrainer sind in der Regel kleine Kalorienbomben. Die im Test untersuchten Würste lieferten zwischen 174 und stolze 388 Kilokalorien pro 100 Gramm. Wer auf seine Linie achten möchte, findet in den Puten-Käsekrainern eine mögliche Alternative. Diese enthalten weniger Fett und somit im Schnitt etwa 100 Kilokalorien weniger pro 100 Gramm als die klassischen Produkte. Das macht sie zur „gesünderen“ Wahl – zumindest aus kalorischer Sicht.
Doch nicht jeder ist von der mageren Variante überzeugt. Otmar Tschürtz, ein erfahrener Fleischhauer aus dem Burgenland, dessen Produkte nicht vom VKI getestet wurden, äußert sich kritisch: „Wer Puten-Käsekrainer essen will, soll das tun, aber die magere Pute und Käsekrainer – das passt für mich nicht zusammen.“ Er setzt auf die traditionelle Zusammensetzung aus Schweine- und Rindfleisch, Speck und hochwertigem Käse wie Heumilchkäse oder Schweizer Bergkäse. Seine Begründung: „Weil ich gemerkt habe, dass bei billigem Käse das Aroma der Käsekrainer verloren geht.“ Seine handgefertigten Würste sind schmäler und kosten mit 17 bis 20 Euro pro Kilogramm deutlich mehr als die meisten Supermarktprodukte, deren Preise zwischen 5,85 und 16,63 Euro pro Kilogramm lagen.
Die Kunst der Zubereitung: Grillen, Braten oder Kochen?
Bei der Zubereitung von Käsekrainern scheiden sich die Geister. Jeder hat seine bevorzugte Methode, um den optimalen Genuss zu erzielen. Fleischhauer Otmar Tschürtz empfiehlt, Käsekrainer vor dem Grillen oder Braten leicht anzustechen. Das ermöglicht es dem Käse, ein wenig auszulaufen und bei höheren Temperaturen zu karamellisieren. „Wenn diese Käse-‘Fusserl‘ braun und ‚grammlert‘ werden, gibt das den guten Geschmack“, erklärt der Experte. Diese knusprigen Käsereste sind für viele ein Highlight.
Interessanterweise werden Käsekrainer daheim im Burgenland jedoch vorwiegend gekocht. Eine beliebte Methode ist es, sie in leicht siedendem Wasser ziehen zu lassen und vor dem Anschneiden ein paar Minuten ruhen zu lassen. Auch VKI-Testleiterin Birgit Beck kann dem Kochen von Käsekrainern einiges abgewinnen, und das nicht nur aus geschmacklichen Gründen.
| Zubereitungsmethode | Empfehlung / Ergebnis | Gesundheitlicher Aspekt |
|---|---|---|
| Grillen/Braten | Anstechen, hohe Temperaturen für knusprige Käse-‚Fusserl‘. | Potenzielle Nitrosaminbildung bei Pökelsalz/Nitrit in Verbindung mit Käse. |
| Kochen (in leicht siedendem Wasser) | Ziehen lassen, vor dem Anschneiden ruhen lassen. | Geringeres Risiko der Nitrosaminbildung. |
Gesundheitliche Aspekte: Nitrosamine im Fokus
Ein wichtiger Aspekt, der beim Genuss von Käsekrainern oft übersehen wird, sind die gesundheitlichen Bedenken bei bestimmten Zubereitungsarten. Der Großteil der im Test untersuchten Würste enthielt Pökelsalz beziehungsweise Natriumnitrit. Diese Zusatzstoffe dienen der Haltbarmachung und der typischen roten Farbe des Fleisches. Die VKI-Expertin Birgit Beck weist jedoch auf ein potenzielles Risiko hin: „Beim Grillen oder Braten können sich vor allem in Verbindung mit Käse Nitrosamine bilden, die als krebserregend gelten.“
Nitrosamine entstehen, wenn Nitrite (aus Pökelsalz) unter hohen Temperaturen mit Aminen (aus Proteinen in Fleisch und Käse) reagieren. Diese chemische Reaktion ist ein Grund zur Vorsicht. Aus diesem Grund sollten Würste, insbesondere gepökelte Produkte wie Käsekrainer, generell nur selten verzehrt werden. Das Kochen stellt in dieser Hinsicht eine sicherere Alternative dar, da dabei in der Regel nicht die hohen Temperaturen erreicht werden, die für die Bildung von Nitrosaminen notwendig sind.
Geschmackliche Feinheiten: Was die Tester bemängelten
Trotz der insgesamt positiven Testergebnisse gab es in puncto Geschmack auch Kritik an einigen abgepackten Würsten. Oftmals wurde die Würzung bemängelt – sei es, dass sie zu schwach war oder nicht harmonisch abgestimmt. Mitunter wurde auch ein „säuerlicher Geschmack“ festgestellt, der nicht zum gewünschten Profil einer Käsekrainer passte. Die Gruppe der Laien-Tester, die eine breite Konsumentenmeinung abbilden sollte, war von keinem Produkt gänzlich überzeugt. Viele fanden die Käsekrainer teilweise zu salzig, was den Genuss trübte und auf eine übermäßige Verwendung von Salz hindeuten könnte.
Häufig gestellte Fragen zu Käsekrainern
Sind alle abgepackten Käsekrainer gut?
Nein, der VKI-Test zeigte, dass drei Viertel der Produkte „sehr gut“ oder „gut“ abschnitten. Es gab jedoch auch Produkte mit erhöhten Keimzahlen und sogar verdorbene Ware.
Welcher Käse ist der beste in Käsekrainern?
Die meisten Produkte verwenden Emmentaler. Hochwertige handwerkliche Käsekrainer setzen auf aromatischen Käse wie Heumilchkäse oder Schweizer Bergkäse. Schmelzkäsebereitungen werden aus ernährungswissenschaftlicher Sicht kritisch gesehen.
Sind Puten-Käsekrainer gesünder?
Puten-Käsekrainer enthalten im Schnitt etwa 100 kcal weniger pro 100 Gramm als klassische Varianten, da sie weniger Fett aufweisen. Sie sind daher kalorienärmer, aber nicht jeder bevorzugt ihren Geschmack.
Wie bereite ich Käsekrainer am besten zu?
Sie können gegrillt, gebraten oder gekocht werden. Beim Grillen/Braten empfiehlt es sich, sie anzustechen, um knusprige Käse-‚Fusserl‘ zu erhalten. Kochen in leicht siedendem Wasser ist eine beliebte und potenziell gesündere Methode.
Warum sollte man Käsekrainer nur selten essen?
Viele Käsekrainer enthalten Pökelsalz/Natriumnitrit. Beim Grillen oder Braten können sich in Verbindung mit Käse Nitrosamine bilden, die als krebserregend gelten. Daher wird ein seltener Verzehr empfohlen.
Was sind Nitrosamine?
Nitrosamine sind chemische Verbindungen, die bei hohen Temperaturen aus Nitriten (oft in Pökelsalz) und Aminen (aus Proteinen) entstehen können. Einige Nitrosamine sind als krebserregend eingestuft.
Fazit: Genuss mit Bewusstsein
Der VKI-Test zu abgepackten Käsekrainern liefert wertvolle Erkenntnisse für alle Liebhaber dieser beliebten Wurstspezialität. Während die allgemeine Qualität erfreulich hoch ist und gute Produkte bereits zu fairen Preisen erhältlich sind, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Der Käse ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal, und die Wahl zwischen Emmentaler, undefiniertem „Käse“ oder gar Schmelzkäse kann den Geschmack und die ernährungsphysiologische Qualität stark beeinflussen. Auch die Zubereitung spielt eine Rolle – nicht nur für den Geschmack, sondern auch für die Gesundheit. Wer sich dieser Aspekte bewusst ist, kann seine Käsekrainer nicht nur optimal zubereiten, sondern auch mit gutem Gefühl genießen. Ein informierter Konsument ist ein zufriedener Konsument, und das gilt besonders, wenn es um den Genuss am Grillrost geht.
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