Wie kann man Medaillons Grillen?

Medaillons Grillen: Zartheit auf den Punkt gebracht

25/06/2023

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Medaillons sind der Inbegriff von zartem, saftigem Fleisch vom Grill. Sie versprechen ein kulinarisches Erlebnis, das sowohl einfach zuzubereiten als auch beeindruckend im Geschmack ist. Doch hinter der scheinbaren Einfachheit verbirgt sich eine kleine Kunst, die es zu meistern gilt, um die volle Pracht dieser edlen Fleischstücke zu entfalten. Ob vom Schwein oder Rind, die richtige Vorbereitung, Grilltechnik und das Gespür für den perfekten Garpunkt sind entscheidend. Dieser umfassende Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess und verrät Ihnen alle Geheimnisse, damit Ihre Medaillons jedes Mal zum Highlight auf dem Grillrost werden.

Wie kann man Medaillons Grillen?
Du kannst das komplette Filet grillen oder dir einzelne Medaillons als Filetsteaks zuschneiden. Beim Portionieren immer quer zur Faser schneiden. Medaillons sollten in rohem Zustand eine Dicke von 5 bis 8 Zentimetern haben. Keine Sorge, sie verlieren auf dem Rost an Masse und Flüssigkeit.
Inhaltsverzeichnis

Die Königsdisziplin: Was Medaillons so besonders macht

Medaillons sind typischerweise dicke, runde Scheiben, die aus dem zartesten Teil des Tieres geschnitten werden: dem Filet oder der Lende. Ihre Beliebtheit rührt von ihrer außergewöhnlichen Zartheit und dem geringen Fettanteil her. Im Vergleich zu anderen Fleischstücken garen Medaillons relativ schnell, was sie zu einer idealen Wahl für spontane Grillabende macht. Die Herausforderung besteht darin, sie nicht zu übergaren, denn gerade ihre Zartheit kann schnell in Trockenheit umschlagen, wenn man nicht aufpasst. Es gibt verschiedene Arten von Medaillons, wobei Schweinefiletmedaillons und Rinderfiletmedaillons die bekanntesten und beliebtesten sind. Jede Sorte hat ihre eigenen Besonderheiten in Bezug auf Geschmack und Zubereitung, die es zu beachten gilt.

Die Auswahl des perfekten Fleisches

Der Grundstein für exzellente Grill-Medaillons wird bereits beim Einkauf gelegt. Qualität ist hier das A und O. Achten Sie auf folgende Merkmale, um sicherzustellen, dass Sie das beste Ausgangsprodukt für Ihr Grillvergnügen erhalten:

  • Rinderfiletmedaillons: Wählen Sie Fleisch, das eine kräftige, tiefrote Farbe aufweist und eine feine Marmorierung (dünne Fetteinschlüsse) besitzt, auch wenn Filet von Natur aus magerer ist. Dies sorgt für zusätzlichen Geschmack und Saftigkeit. Das Fleisch sollte fest und elastisch sein und einen frischen, neutralen Geruch haben. Ein vertrauenswürdiger Metzger ist hier Ihr bester Freund, da er Ihnen Auskunft über Herkunft und Reifung geben kann.
  • Schweinefiletmedaillons: Schweinefilet sollte eine hellrosa Farbe haben und sehr mager sein. Achten Sie darauf, dass es keine dunklen Flecken oder unangenehme Gerüche aufweist. Auch hier gilt: Frische ist entscheidend.
  • Generelle Tipps: Egal ob Rind oder Schwein, das Fleisch sollte vor dem Grillen auf Zimmertemperatur gebracht werden. Nehmen Sie es etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank. Das sorgt für ein gleichmäßigeres Garergebnis. Tupfen Sie die Medaillons zudem vor der Zubereitung gründlich mit Küchenpapier trocken. Eine trockene Oberfläche ist essenziell für eine schöne Kruste und verhindert, dass das Fleisch auf dem Rost kleben bleibt.

Vorbereitung ist alles: Würzen und Marinieren

Die Art und Weise, wie Sie Ihre Medaillons vor dem Grillen würzen, hat einen enormen Einfluss auf das Endergebnis. Hier unterscheiden sich die Ansätze je nach Fleischart:

Schweinefiletmedaillons – Geschmacksbooster für zarte Noten

Da Schweinefiletmedaillons einen eher milden Eigengeschmack haben, sind sie die perfekte Leinwand für kreative Würzungen. Eine kräftige Würzmischung, auch Rub genannt, kann hier Wunder wirken. Ein Rub ist eine Mischung aus trockenen Gewürzen, die auf das Fleisch gerieben wird, um eine aromatische Kruste zu bilden. Beliebte Zutaten für Schweine-Rubs sind Paprikapulver (edelsüß oder geräuchert), Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Kreuzkümmel, Koriander, brauner Zucker und eine Prise Cayennepfeffer für etwas Schärfe. Vor dem Auftragen des Rubs bepinseln Sie alle Medaillons leicht mit etwas Öl. Das hilft dem Rub, am Fleisch zu haften und fördert eine schöne Bräunung. Alternativ können Sie Schweinemedaillons auch in einer Marinade einlegen. Eine Marinade auf Ölbasis mit Kräutern wie Rosmarin, Thymian oder Salbei sowie etwas Knoblauch und Zitronensaft kann dem Fleisch zusätzliche Feuchtigkeit und Tiefe verleihen. Planen Sie hierfür mindestens 30 Minuten, besser aber ein paar Stunden im Kühlschrank ein.

Rinderfiletmedaillons – Weniger ist oft mehr

Bei Rinderfiletmedaillons gilt die goldene Regel: Gutes Fleisch braucht nur Salz und Pfeffer und sonst nichts. So kommt der exquisite Eigengeschmack des Rindfleisches am besten zur Geltung.

  • Das Salz-Dilemma: Beim Salzen scheiden sich die Geister der Grillmeister. Einige plädieren dafür, vor dem Grillen ganz leicht mit feinem Meersalz zu würzen, damit es in das Fleisch eindringen kann. Sie argumentieren, wer erst hinterher salzt, beiße sonst nur auf eine salzige obere Schicht. Der Mythos, dass Salz dem Fleisch vor dem Grillen Flüssigkeit entzieht und es zäh macht, ist weit verbreitet. Doch bei der kurzen Garzeit von Medaillons und der schnellen Versiegelung der Oberfläche spielt dieser Effekt kaum eine Rolle. Andere Grillprofis hingegen sind strikt gegen das Salzen der Rindermedaillons vor dem Grillen und bevorzugen es, das Salz erst nach dem Wenden oder nach dem Garen aufzutragen, um eine perfekte Kruste zu gewährleisten. Letztlich ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Erfahrung. Probieren Sie beide Methoden aus, um Ihre Präferenz zu finden. Für eine noch intensivere Geschmacksentwicklung können Sie auch grobes Fleur de Sel oder Maldon Sea Salt nach dem Grillen verwenden, das für einen angenehmen Knuspereffekt sorgt.
  • Pfeffer – Der späte Gast: Ganz entscheidend ist, dass Pfeffer immer erst nach dem Grillen ins Spiel kommt. Ansonsten verbrennt er bei den hohen Grilltemperaturen und lässt das Fleisch bitter werden. Verwenden Sie frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer für das beste Aroma.
  • Knoblauch und andere Aromen: Vorsicht mit Knoblauch! Gerade bei mageren Fleischstücken wie Medaillons besteht die Gefahr, dass er mit seinem intensiven Aroma den feinen Eigengeschmack des Fleisches überdeckt. Wenn Sie dennoch eine Knoblauchnote wünschen, reiben Sie den Grillrost leicht mit einer halbierten Knoblauchzehe ein, bevor Sie das Fleisch auflegen, oder servieren Sie eine Knoblauch-Kräuterbutter dazu, die nach dem Grillen auf die heißen Medaillons gelegt wird. Frische Kräuter wie Rosmarin oder Thymian können ebenfalls nach dem Grillen oder während des Ruhens hinzugefügt werden, um subtile Aromen zu verleihen.

Die Kunst des Grillens: Perfekte Hitze und Technik

Das Grillen von Medaillons erfordert hohe, direkte Hitze, um eine schöne Kruste zu erzeugen und das Fleisch schnell auf den gewünschten Garpunkt zu bringen, ohne es auszutrocknen.

  • Vorbereitung des Grills: Heizen Sie Ihren Grill (Kohle, Gas oder Elektro) auf hohe direkte Hitze vor, idealerweise zwischen 200°C und 250°C. Reinigen Sie den Grillrost gründlich und ölen Sie ihn leicht ein, um Anhaften zu vermeiden.
  • Anbraten (Searing): Legen Sie die Medaillons direkt über die heiße Zone. Braten Sie jede Seite für etwa 2 bis 3 Minuten an, bis eine schöne, braune Kruste entstanden ist. Das ist der sogenannte Maillard-Effekt, der für die köstlichen Röstaromen sorgt.
  • Garen: Nachdem beide Seiten angebraten sind, können Sie die Medaillons bei Bedarf auf eine Zone mit indirekter Hitze verschieben oder die Temperatur etwas reduzieren, um sie fertig zu garen. Dies ist besonders wichtig bei dickeren Medaillons, um das Innere gleichmäßig zu garen, ohne die Außenseite zu verbrennen. Wenden Sie die Medaillons nur einmal oder zweimal während des Garvorgangs, um die Hitze optimal zu nutzen und die Saftigkeit zu bewahren.

Der Moment der Wahrheit: Die perfekte Garstufe erkennen

Das Erkennen des perfekten Garpunktes ist entscheidend für zarte und saftige Medaillons. Es gibt zwei bewährte Methoden:

Der Fingertest – Ein traditioneller Trick

Der Fingertest ist eine einfache, aber effektive Methode, um die Garstufe eines Medaillons zu bestimmen, indem man die Festigkeit des Fleisches mit der Festigkeit des Daumenballens vergleicht:

  • Roh (Rare): Legen Sie Ihren Daumen und Zeigefinger locker zusammen. Der Daumenballen ist dann sehr weich und gibt stark nach. Dies entspricht einem sehr rohen Medaillon (ca. 48-52°C Kerntemperatur).
  • Medium-Rare (Englisch): Legen Sie Daumen und Mittelfinger locker zusammen. Der Daumenballen fühlt sich etwas fester an, ist aber immer noch sehr nachgiebig. Dies ist die perfekte Stufe für viele Rinderfilet-Liebhaber (ca. 54-57°C Kerntemperatur).
  • Medium (À point): Legen Sie Daumen und Ringfinger locker zusammen und drücken Sie auf den Daumenballen. Wenn sich Ihre Medaillons gleich anfühlen, sind sie perfekt à point. Der Daumenballen ist nun fester, aber immer noch leicht nachgiebig (ca. 60-63°C Kerntemperatur).
  • Durch (Well-Done): Legen Sie Daumen und kleinen Finger locker zusammen. Der Daumenballen ist jetzt sehr fest und gibt kaum noch nach. Dies entspricht einem durchgegarten Medaillon (ca. 70°C+ Kerntemperatur).

Das Grillthermometer – Präzision für Perfektion

Für absolute Präzision ist ein digitales Grillthermometer unerlässlich. Stechen Sie das Thermometer in die dickste Stelle des Medaillons, ohne dabei Knochen zu berühren. Hier sind die idealen Kerntemperatur-Werte für verschiedene Garstufen:

GarstufeBeschreibungKerntemperatur (Rind)Kerntemperatur (Schwein)
Rare (Blutig)Innen rot, sehr saftig48-52 °CNicht empfohlen
Medium-Rare (Englisch)Innen rosa-rot, sehr saftig54-57 °CNicht empfohlen
Medium (À point)Innen rosa, saftig60-63 °C60-63 °C (noch leicht rosa)
Medium-WellInnen leicht rosa, kaum Saft65-68 °C65-68 °C
Well-Done (Durch)Innen grau-braun, fest70 °C+70-75 °C (empfohlen für Sicherheit)

Das Ruhenlassen – Ein Muss für Saftigkeit

Ein oft übersehener, aber entscheidender Schritt ist das Ruhenlassen des Fleisches nach dem Grillen. Nehmen Sie die Medaillons vom Grill, sobald sie die gewünschte Kerntemperatur erreicht haben (oder kurz davor, da die Temperatur beim Ruhen noch leicht ansteigt, das sogenannte „Carry-Over Cooking“). Legen Sie sie auf ein Schneidebrett oder einen Teller und decken Sie sie locker mit Alufolie ab. Lassen Sie die Medaillons für 5 bis 10 Minuten ruhen, je nach Dicke. Während dieser Zeit verteilen sich die Fleischsäfte, die sich beim Grillen im Zentrum des Fleisches gesammelt haben, wieder gleichmäßig im gesamten Stück. Das Ergebnis ist ein unglaublich zartes und saftiges Medaillon.

Vergleichstabelle: Schweine- vs. Rinderfiletmedaillons

Obwohl beide Arten von Medaillons für ihre Zartheit geschätzt werden, gibt es signifikante Unterschiede in Geschmack und Zubereitung, die Sie berücksichtigen sollten:

MerkmalSchweinefiletmedaillonsRinderfiletmedaillons
EigengeschmackMild, subtil, benötigt oft Würze zur Geschmacksverstärkung.Intensiv, kräftig, „beefy“, kommt mit wenig Würze aus.
WürzungRubs, Marinaden, Kräutermischungen empfohlen.Salz und frisch gemahlener Pfeffer meist ausreichend.
GarstufeMedium bis Well-Done (60-75°C) für optimale Textur und Sicherheit.Rare bis Medium (50-63°C) für maximale Zartheit und Saftigkeit.
ZartheitSehr zart, wenn nicht überkocht; kann bei Übergarung trocken werden.Außerordentlich zart, schmilzt förmlich auf der Zunge.
FettgehaltSehr mager.Mager, aber mit feiner Marmorierung für mehr Geschmack.
PreisIn der Regel günstiger als Rinderfilet.Premium-Preisklasse aufgrund der Zartheit und Nachfrage.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Medaillons Grillen

F: Warum werden meine Medaillons zäh?

A: Der häufigste Grund für zähe Medaillons ist das Übergaren. Medaillons sind magere Fleischstücke und trocknen schnell aus, wenn sie zu lange auf dem Grill bleiben. Achten Sie auf die richtige Kerntemperatur und lassen Sie das Fleisch unbedingt nach dem Grillen ruhen, damit sich die Säfte verteilen können.

Wie bereite ich Medaillons zu?
Daumen und Ringfinger zusammenlegen und auf den Daumenballen drücken. Wenn sich deine Medaillons gleich anfühlen, sind sie perfekt à point. Wer mit dem Thermometer arbeitet, nimmt das Fleisch aus der Pfanne, wenn es 60 °C erreicht hat. Mit Salz und Pfeffer würzen und sofort servieren. Dazu passen feine Bratkartoffeln und frisches Marktgemüse.

F: Sollte ich die Medaillons vor dem Grillen salzen?

A: Bei Rinderfiletmedaillons ist dies eine Debatte unter Grillmeistern. Einige salzen leicht vor dem Grillen, um das Eindringen des Salzes ins Fleisch zu ermöglichen. Andere salzen erst danach, um eine perfekte Kruste zu gewährleisten und den Mythos des Flüssigkeitsverlusts zu umgehen. Probieren Sie beide Methoden aus, um Ihre persönliche Präferenz zu finden. Bei Schweinefiletmedaillons ist das Salzen als Teil eines Rubs oder einer Marinade vor dem Grillen gängig und unproblematisch.

F: Wie lange müssen Medaillons ruhen?

A: Medaillons sollten nach dem Grillen mindestens 5 bis 10 Minuten ruhen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Saftigkeit des Fleisches zu gewährleisten. Decken Sie sie dabei locker mit Alufolie ab.

F: Kann ich gefrorene Medaillons grillen?

A: Nein, Medaillons sollten niemals gefroren gegrillt werden. Sie würden außen verbrennen und innen roh bleiben. Tauchen Sie das Fleisch immer vollständig im Kühlschrank auf und bringen Sie es vor dem Grillen auf Zimmertemperatur.

F: Welches Öl eignet sich am besten zum Bepinseln der Medaillons?

A: Verwenden Sie hitzebeständige Öle mit einem hohen Rauchpunkt, wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl. Olivenöl, insbesondere natives Olivenöl extra, ist für hohe Grilltemperaturen weniger geeignet, da es schnell verbrennt und bitter werden kann.

Begleiter für Ihre Medaillons: Saucen und Beilagen

Perfekt gegrillte Medaillons verdienen exquisite Begleiter. Eine einfache Kräuterbutter, die auf das heiße Fleisch schmilzt, ist immer eine gute Wahl. Für Rinderfilet passen auch klassische Saucen wie eine leichte Pfeffersauce oder eine Rotweinsauce. Zu Schweinefiletmedaillons harmonieren fruchtigere Chutneys oder eine Senf-Dill-Sauce. Als Beilagen bieten sich gegrilltes Gemüse wie Spargel, Paprika oder Zucchini an. Rosmarinkartoffeln, ein frischer grüner Salat oder ein cremiges Kartoffelgratin runden das Gericht perfekt ab und machen Ihr Grillfest zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Das Grillen von Medaillons ist eine lohnende Aufgabe, die mit etwas Übung und Beachtung der Details zu wahren Gaumenfreuden führt. Von der sorgfältigen Auswahl des Fleisches über die gezielte Würzung bis hin zur präzisen Temperaturkontrolle und dem unverzichtbaren Ruhenlassen – jeder Schritt trägt dazu bei, dass Ihre Medaillons butterzart, saftig und voller Geschmack auf den Teller kommen. Haben Sie keine Angst, zu experimentieren, und finden Sie Ihre persönliche Lieblingsmethode. Mit diesen Tipps werden Sie im Handumdrehen zum Medaillon-Meister am Grill!

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