04/09/2024
Der Kaiserschmarrn, eine österreichische Süßspeise von kaiserlicher Herkunft, hat längst die Herzen weit über die Alpen hinaus erobert. Seine luftige Konsistenz, die karamellisierte Kruste und die oft beigefügten saftigen Rosinen machen ihn zu einem unvergesslichen Genuss. Doch was, wenn wir die Grenzen des Traditionellen sprengen und den Schmarrn in eine völlig neue, herzhafte Dimension heben? In diesem Artikel tauchen wir tief in die Zubereitung des klassischen Kaiserschmarrns ein, wie ihn selbst Sternekoch Johann Lafer meisterhaft beherrscht, und wagen uns dann an eine innovative, pikante Variante, die Ihre Geschmacksknospen überraschen wird. Bereiten Sie sich darauf vor, die Vielseitigkeit dieses Gerichtes neu zu entdecken!
- Der Klassiker: Kaiserschmarrn nach Johann Lafer – Ein kaiserlicher Genuss
- Von Süß zu Herzhaft: Der Wandel des Schmarrns
- Rezept: Herzhafter Schmarrn mit Speck und Bohnen
- Vergleich: Süßer vs. Herzhafter Schmarrn
- Tipps für den perfekten Schmarrn – egal ob süß oder herzhaft
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Schmarrn
- F: Kann ich Rosinen im Kaiserschmarrn weglassen?
- F: Welche Alternativen gibt es zu Rum für die Rosinen?
- F: Kann ich den Schmarrn-Teig vorbereiten?
- F: Mein Schmarrn wird nicht fluffig – was mache ich falsch?
- F: Welche anderen herzhaften Zutaten passen gut zum Schmarrn?
- F: Ist Butterschmalz zwingend für die Zubereitung?
Der Klassiker: Kaiserschmarrn nach Johann Lafer – Ein kaiserlicher Genuss
Johann Lafer ist bekannt für seine Kochkunst, und sein Kaiserschmarrn-Rezept ist ein wahres Meisterwerk. Es verspricht einen luftigen, warmen Teig mit einer perfekt karamellisierten Kruste, der dem im Wirtshaus in nichts nachsteht. Das Geheimnis liegt in der richtigen Technik und der Qualität der Zutaten. Lassen Sie uns Schritt für Schritt durch Lafers Methode gehen.
Die Zutaten für 4 Portionen Lafer-Schmarrn:
- 2 EL Rosinen
- 3 cl brauner Rum
- 4 Eier (Größe M)
- 125 ml Milch
- 120 g Mehl
- 50 g Zucker
- 1 EL saure Sahne
- Eine Prise Salz
- 50 g Butterschmalz
- 50 g Butter
- 50 g zusätzlicher Zucker zum Karamellisieren
- Puderzucker zum Bestreuen
- Zusätzlich: Eine ofenfeste Pfanne
Die Zubereitung des perfekten Kaiserschmarrns:
- Vorbereitung ist alles: Heizen Sie Ihren Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze (oder 160 Grad Umluft) vor. Wiegen Sie alle Zutaten genau ab und stellen Sie sie bereit. Ein wichtiger Schritt für den Geschmack ist das Einweichen der Rosinen im braunen Rum. Dies verleiht ihnen nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch ein wunderbares Aroma.
- Eier trennen und Teig anrühren: Trennen Sie die Eier. Geben Sie das Eigelb in eine große Schüssel und stellen Sie das Eiweiß vorerst in den Kühlschrank. Ein kühles Eiweiß lässt sich besser zu steifem Schnee schlagen. Verquirlen Sie das Eigelb und die Milch gründlich mit einem Schneebesen oder Handrührgerät. Fügen Sie dann Mehl, Zucker und saure Sahne hinzu und verrühren Sie alles zu einem glatten Teig. Achten Sie darauf, dass keine Klümpchen entstehen.
- Eischnee unterheben: Holen Sie das Eiweiß aus dem Kühlschrank und schlagen Sie es mit einer Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers steif. Die Prise Salz hilft, das Eiweiß stabiler zu machen. Heben Sie den Eischnee nun ganz vorsichtig und in mehreren Etappen mit dem Schneebesen unter den Teig. Dies ist entscheidend für die spätere Luftigkeit des Schmarrns. Nicht zu lange rühren, um die Luft nicht wieder herauszudrücken.
- Backen in der Pfanne und im Ofen: Erhitzen Sie 50 g Butterschmalz in einer ofenfesten, beschichteten Pfanne. Die Pfanne muss unbedingt einen ofenfesten Griff haben, da der Schmarrn im Ofen fertigbackt wird. Gießen Sie den vorbereiteten Teig hinein und streuen Sie die eingeweichten Rosinen darüber. Backen Sie den Schmarrn bei mittlerer Hitze auf dem Herd, bis die Unterseite goldbraun ist.
- Fertigstellung im Ofen: Schieben Sie die Pfanne auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Backofen. Dort backt der Schmarrn in weiteren 10 bis 15 Minuten fertig. Er sollte durch und durch gar und schön aufgegangen sein.
- Karamellisieren und Servieren: Nehmen Sie die Pfanne aus dem Ofen. Zerteilen Sie den Kaiserschmarrn mit zwei Pfannenwendern in unregelmäßige Stücke. Verteilen Sie die restliche Butter in kleinen Flocken und den zusätzlichen Zucker darüber. Karamellisieren Sie den Schmarrn, indem Sie ihn in der heißen Pfanne schwenken, bis der Zucker geschmolzen und leicht gebräunt ist. Zum Schluss mit Puderzucker bestreuen und sofort genießen.
Tipp der Redaktion: Für ein besonders festliches Erlebnis können Sie den Kaiserschmarrn flambieren. Geben Sie dafür 3 EL Cointreau oder hochprozentigen Rum (80%) darüber und entzünden Sie ihn vorsichtig mit einem speziellen Flambierbrenner oder einem langen Streichholz. Das sorgt nicht nur für einen beeindruckenden Effekt, sondern auch für eine zusätzliche Geschmacksnote.
Von Süß zu Herzhaft: Der Wandel des Schmarrns
Die Basis eines Schmarrns – ein einfacher Teig aus Eiern, Mehl und Milch – ist erstaunlich vielseitig. Was im süßen Bereich mit Rosinen, Apfelmus oder Zwetschgenröster harmoniert, lässt sich mit wenigen Anpassungen in eine pikante Köstlichkeit verwandeln. Die Idee, einen Teig zu zerreißen und mit herzhaften Zutaten zu kombinieren, ist in vielen Küchen der Welt präsent, denken Sie nur an herzhafte Pfannkuchen oder Omeletts. Der herzhafte Schmarrn nimmt diese Idee auf und interpretiert sie auf eine Weise, die sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage überzeugen kann.
Rezept: Herzhafter Schmarrn mit Speck und Bohnen
Dieser herzhafte Schmarrn ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man ein traditionelles Gericht neu interpretieren kann. Speck und Bohnen verleihen ihm eine rustikale, erdige Note, während Chili für einen kleinen Kick sorgt.
Zutaten für den herzhaften Schmarrn (Variante für 2 Portionen):
- Für den Teig:
- 120 g Mehl
- 125 ml Milch
- 1 EL saure Sahne
- 2 Eier
- 1 Chilischote (klein)
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- Salz, Pfeffer
- Für die Speck-Bohnen-Mischung:
- 150 g grüne Bohnen
- 100 g geräucherter Speck (gewürfelt)
- 1 Chilischote (groß, entkernt und in Streifen geschnitten)
- 1 EL Butter
- Zum Servieren:
- Etwas Butter zum Schwenken
- Frischer Rucola (klein geschnitten)
- Salz, Pfeffer
Die Zubereitung des herzhaften Schmarrns:
- Teig vorbereiten: Vermengen Sie Mehl und Milch unter ständigem Rühren, bis ein glatter Teig entsteht. Fügen Sie die saure Sahne hinzu und rühren Sie erneut. Trennen Sie zwei Eier. Geben Sie das Eigelb zur Mehlmischung. Schlagen Sie die Eiweiße steif und heben Sie sie vorsichtig unter den Teig. Hacken Sie die kleine Chilischote fein und rühren Sie sie zusammen mit dem geräucherten Paprikapulver unter den Teig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Speck-Bohnen-Mischung zubereiten: Befreien Sie die grünen Bohnen von ihren Enden und schneiden Sie sie in ca. 2 cm lange Stücke. Blanchieren Sie die Bohnenstücke kurz in gesalzenem Wasser, bis sie bissfest sind, und schrecken Sie sie anschließend sofort in kaltem Wasser ab, um ihre Farbe zu erhalten. Würfeln Sie den Speck fein. Halbieren Sie die große Chilischote, entfernen Sie die Kerne und schneiden Sie sie in feine Streifen. Erhitzen Sie 1 EL Butter in einer Pfanne und braten Sie die Speckwürfel darin goldbraun und knusprig an. Wenn der Speck Farbe annimmt, fügen Sie die blanchierten Bohnen und die Chilistreifen hinzu und schwenken Sie alles kurz mit.
- Schmarrn backen: Heizen Sie den Ofen auf 220 °C Umluft vor. Erhitzen Sie Butterschmalz in einer ofenfesten, beschichteten Pfanne. Gießen Sie den vorbereiteten Teig hinein und verteilen Sie die Speck-Bohnen-Mischung gleichmäßig darüber. Schieben Sie die Pfanne auf der mittleren Schiene in den Ofen und backen Sie den Schmarrn in 10-15 Minuten fertig, bis er goldbraun und durchgebacken ist.
- Fertigstellen und Servieren: Nehmen Sie die Pfanne aus dem Ofen. Verteilen Sie Butterflocken in einer anderen Pfanne und lassen Sie sie schmelzen. Geben Sie den gebackenen Schmarrn hinzu, zerteilen Sie ihn mit zwei Pfannenwendern in Stücke und schwenken Sie ihn in der geschmolzenen Butter. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Schneiden Sie den Rucola klein und bestreuen Sie den herzhaften Schmarrn damit, bevor Sie ihn sofort servieren.
Vergleich: Süßer vs. Herzhafter Schmarrn
Obwohl beide Varianten den Namen Schmarrn tragen und eine ähnliche Grundzubereitung aufweisen, unterscheiden sie sich erheblich in Geschmack und Verwendung:
| Merkmal | Süßer Kaiserschmarrn | Herzhafter Schmarrn |
|---|---|---|
| Grundteig | Mehl, Milch, Eier, Zucker, saure Sahne, Salz | Mehl, Milch, Eier, saure Sahne, Salz, Pfeffer, Gewürze (Chili, Paprika) |
| Typische Zutaten | Rosinen (oft in Rum eingelegt) | Speck, Bohnen, Chili |
| Beilagen | Apfelmus, Zwetschgenröster, Kompott, Puderzucker | Rucola, frische Kräuter, eventuell ein Klecks Sauerrahm oder Joghurt |
| Anlass | Dessert, süße Hauptspeise, Brunch, Kaffeejause | Hauptgericht, Beilage zu Fleisch, deftiger Brunch |
| Geschmacksprofil | Süß, fruchtig, vanillig, karamellig | Pikant, rauchig, würzig, leicht scharf |
| Besonderheit | Oft flambiert, sehr luftig durch Eischnee | Kann auch ohne Eischnee zubereitet werden, rustikaler Charakter |
Tipps für den perfekten Schmarrn – egal ob süß oder herzhaft
Die folgenden Tipps helfen Ihnen, unabhängig von der gewählten Geschmacksrichtung, einen hervorragenden Schmarrn zuzubereiten:
- Die richtige Pfanne: Eine schwere, ofenfeste und gut beschichtete Pfanne ist unerlässlich. Sie sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und verhindert das Anbrennen. Gusseisenpfannen sind hier eine ausgezeichnete Wahl.
- Butterschmalz verwenden: Während Butter schnell verbrennt, hält Butterschmalz höheren Temperaturen stand und sorgt für eine wunderbare Bräunung und einen feinen Geschmack, ohne dass der Schmarrn bitter wird.
- Eischnee richtig unterheben: Das A und O für einen luftigen Schmarrn. Schlagen Sie das Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif und heben Sie es dann vorsichtig, in zwei bis drei Portionen, mit einem Schneebesen oder Teigschaber unter den Teig. Nicht rühren, sondern falten, um die Luftigkeit zu bewahren.
- Ofen-Finish: Der Schritt im Ofen ist entscheidend für das Durchgaren des Schmarrns, ohne dass die Unterseite verbrennt. Er sorgt für eine gleichmäßige Textur und verhindert, dass der Schmarrn in der Mitte roh bleibt.
- Zerteilen in Stücke: Der „Schmarrn“ (von „schmarren“ – zerreißen) wird traditionell mit zwei Pfannenwendern oder Gabeln in ungleichmäßige Stücke gerissen oder geschnitten. Das ist Teil seines Charmes und seiner rustikalen Optik.
- Karamellisieren/Anbraten am Schluss: Ob Sie Zucker karamellisieren oder den herzhaften Schmarrn in Butter schwenken – dieser letzte Schritt verleiht ihm Textur und Geschmack und rundet das Gericht ab.
- Qualität der Zutaten: Frische Eier, gute Milch und hochwertiges Mehl machen einen spürbaren Unterschied im Endergebnis.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Schmarrn
F: Kann ich Rosinen im Kaiserschmarrn weglassen?
A: Ja, unbedingt! Wenn Sie keine Rosinen mögen, lassen Sie sie einfach weg. Der Kaiserschmarrn schmeckt auch ohne sie hervorragend. Alternativ können Sie gehackte Mandeln, Haselnüsse oder andere getrocknete Früchte (z.B. Cranberries) hinzufügen.
F: Welche Alternativen gibt es zu Rum für die Rosinen?
A: Wenn Sie keinen Rum verwenden möchten oder es kinderfreundlich halten wollen, können Sie die Rosinen in warmem Apfelsaft, Orangensaft oder sogar einfach in Wasser einweichen. Auch ein Schuss Vanillearoma kann dem Einweichwasser hinzugefügt werden.
F: Kann ich den Schmarrn-Teig vorbereiten?
A: Es wird nicht empfohlen, den Teig komplett vorzubereiten und über längere Zeit stehen zu lassen, besonders wenn Eischnee untergehoben wurde. Der Eischnee fällt mit der Zeit zusammen, und der Schmarrn verliert seine Luftigkeit. Die Eigelb-Milch-Mehl-Mischung kann jedoch für kurze Zeit im Kühlschrank aufbewahrt werden, und der Eischnee wird dann frisch vor dem Backen untergehoben.
F: Mein Schmarrn wird nicht fluffig – was mache ich falsch?
A: Die häufigsten Gründe für einen nicht-luftigen Schmarrn sind: Das Eiweiß wurde nicht steif genug geschlagen, oder der Eischnee wurde zu grob oder zu lange unter den Teig gerührt. Achten Sie darauf, das Eiweiß wirklich steif zu schlagen und es dann sehr vorsichtig unterzuheben, um die eingeschlossene Luft zu bewahren.
F: Welche anderen herzhaften Zutaten passen gut zum Schmarrn?
A: Der herzhafte Schmarrn ist sehr anpassungsfähig! Probieren Sie ihn mit:
- Geriebenem Käse (z.B. Bergkäse, Greyerzer)
- Gebratenen Pilzen (Champignons, Steinpilze)
- Gedünsteten Zwiebeln oder Lauch
- Frischen Kräutern wie Schnittlauch, Petersilie oder Majoran
- Klein geschnittenen, gegarten Würstchen oder geräuchertem Schinken
- Gebratenen Gemüsestreifen (z.B. Paprika, Zucchini)
F: Ist Butterschmalz zwingend für die Zubereitung?
A: Butterschmalz ist ideal wegen seines hohen Rauchpunktes und des feinen Geschmacks, den es dem Schmarrn verleiht. Alternativ können Sie auch Pflanzenöl mit einem neutralen Geschmack (z.B. Rapsöl) oder eine Mischung aus Butter und Öl verwenden. Reine Butter verbrennt bei den benötigten Temperaturen oft zu schnell.
Egal ob Sie die klassische, süße Variante mit Puderzucker und Kompott bevorzugen oder sich an die gewagte, herzhafte Interpretation mit Speck und Chili wagen – der Schmarrn ist ein Gericht, das immer wieder begeistert. Mit diesen detaillierten Anleitungen und Tipps sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Familie und Freunde mit dieser vielseitigen Köstlichkeit zu beeindrucken. Guten Appetit!
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