25/07/2021
Das Grillen ist für viele mehr als nur eine Methode zur Essenszubereitung – es ist eine Leidenschaft, ein geselliges Ritual und oft auch ein Wettstreit um das perfekte Steak. Während Holzkohle-, Gas- und Elektrogrills seit Langem die Terrassen und Gärten dominieren, hat sich in den letzten Jahren eine Technologie etabliert, die das Grillen auf ein neues Niveau hebt: der Infrarotbrenner. Doch was genau verbirgt sich dahinter, wie unterscheidet er sich von einem klassischen Gasgrill, und welche Leistung kann man von ihm erwarten?
Was ist ein Infrarotbrenner beim Gasgrill?
Infrarotbrenner sind die Geheimwaffe vieler moderner Gasgrills und werden oft unter Namen wie „Sizzle-Zone“, „Premium-Zone“ oder schlicht „Infrarotbereich“ vermarktet. Unabhängig vom herstellerspezifischen Begriff beschreiben sie stets dasselbe Prinzip: eine spezielle Keramikplatte, die durch kleine Gasdüsen extrem stark erhitzt wird. Diese Platten können an verschiedenen Stellen im Grill integriert sein:
- Integriert in die Grillfläche: Anstelle eines herkömmlichen Gasbrenners befindet sich die Keramikplatte direkt unter dem Rost.
- Als Backburner: Hier ist die beheizbare Keramikplatte an der Rückseite des Grills angebracht. Sie wird häufig in Kombination mit einem Drehspieß verwendet, um Grillgut wie Braten oder Geflügel gleichmäßig von hinten zu garen und eine knusprige Kruste zu erzeugen.
- Als Seitenbrenner: Manche Gasgrills verfügen über einen Infrarotbrenner als separaten Seitenkocher, ideal zum Anbraten von Steaks oder zum Erhitzen von Saucen und Beilagen in Pfannen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Infrarotbrenner bei den meisten Gasgrills als Ergänzung zum eigentlichen Gasgrillen dient. Ein reiner Infrarot-Gasgrill, der ausschließlich mit dieser Grillfunktion heizt, ist seltener und findet sich meist als kompakter Grill mit Oberhitze-Funktion.

Wie funktioniert ein Gasgrill mit Infrarotbrenner?
Das Funktionsprinzip eines Infrarotbrenners unterscheidet sich grundlegend von dem konventioneller Gasbrenner. Während herkömmliche Brenner die Umgebungsluft erwärmen und die Hitze dann durch Konvektion auf das Grillgut übertragen wird, funktioniert der Infrarotbrenner nach dem Prinzip der Strahlungswärme. Die Keramikplatte wird durch Gasflammen zum Glühen gebracht und sendet Infrarotstrahlen aus. Diese Strahlen erzeugen die Wärme erst, wenn sie auf die Oberfläche des Grillguts treffen.
Dieser direkte Wärmetransfer hat mehrere entscheidende Vorteile:
- Extrem hohe Temperaturen: Infrarotbrenner erreichen in wenigen Minuten Temperaturen von bis zu 400 °C, in speziellen „Primezones“ sogar bis zu 800 °C.
- Schnelles Aufheizen: Die Aufheizzeit ist im Vergleich zu anderen Grillarten minimal.
- Effizienz: Da nicht die Luft, sondern direkt das Grillgut erhitzt wird, ist die Energieausnutzung sehr effizient.
Leistung und Hitze: Wie viel Watt hat ein Infrarotbrenner?
Die Frage nach der „Wattzahl“ eines Infrarotgrills ist im Kontext der hier besprochenen Gasgrills mit Infrarotbrennern etwas irreführend, da die Wärme durch die Verbrennung von Gas erzeugt wird und nicht durch elektrischen Strom. Die Leistung von Gasbrennern wird daher in Kilowatt (kW) angegeben, was die thermische Leistung oder Heizleistung beschreibt.
Einige der im Text genannten Beispiele zeigen die typischen Leistungsdaten von Gasbrennern, die oft in Kombination mit Infrarotbrennern auftreten:
- Ein leistungsstarker Outdoorchef Australia 425 G verfügt über eine Gesamtheizleistung von bis zu 21 kW.
- Einzelne Hauptbrenner können jeweils 3,5 kW haben.
- Seitenbrenner oder spezielle Infrarot-Primezones sind oft mit 3,0 kW oder höher angegeben.
Diese Kilowatt-Angaben beschreiben die Menge an Wärmeenergie, die der Brenner pro Zeiteinheit abgeben kann. Die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Infrarotbrenners zeigt sich jedoch weniger in einer Watt- oder Kilowattzahl im elektrischen Sinne, sondern vielmehr in den extrem hohen Temperaturen, die er in kürzester Zeit erreicht. Temperaturen von 400 °C bis zu 800 °C sind ein klarer Indikator für die enorme Hitze, die diese Brenner erzeugen können.
Wenn von „Watt“ im Zusammenhang mit Infrarotgrills die Rede ist, bezieht sich dies in der Regel auf elektrische Infrarotgrills. Die hier behandelten Infrarotbrenner sind jedoch gasbetrieben und nutzen die direkte Strahlungswärme von glühender Keramik, um die beeindruckenden Grillergebnisse zu erzielen.
Der Unterschied zwischen einem Gasgrill und einem Infrarotgrill
Der entscheidende Unterschied liegt in der Art der Wärmeübertragung und der Intensität der Hitze. Ein klassischer Gasgrill arbeitet primär mit Konvektionswärme, d.h., die Gasflammen erhitzen die Luft im Garraum und die Roststäbe, die dann die Wärme auf das Grillgut übertragen. Ein Infrarotgrill oder ein Gasgrill mit Infrarotbrenner nutzt hingegen Strahlungswärme.
Hier eine vergleichende Übersicht:
| Merkmal | Klassischer Gasgrill | Gasgrill mit Infrarotbrenner |
|---|---|---|
| Wärmeübertragung | Primär Konvektion (Lufterhitzung) | Primär Infrarotstrahlung (direktes Erhitzen des Grillguts) |
| Maximale Temperatur | Typischerweise 250-350 °C | Bis zu 800 °C (in Prime- oder Sizzle-Zones) |
| Aufheizzeit | 5-15 Minuten | Wenige Minuten |
| Grillergebnis Fleisch | Gutes Braten, kann aber austrocknen | Hervorragende Kruste, Fleischsaft bleibt erhalten, sehr zart |
| Grillergebnis Gemüse/Fisch | Sehr gut geeignet | Vorsicht geboten, da schnelles Verbrennen möglich |
| Rauchentwicklung | Mäßig bis stark, je nach Fettbrand | Kaum Flammen- und Rauchbildung (bei richtiger Anwendung) |
| Gasverbrauch | Höher für vergleichbare Garzeiten | Deutlich weniger Gasverbrauch für schnelle, intensive Hitze |
| Anschaffungskosten | Geringer bis mittel | Etwas teurer (durch zusätzliche Technologie) |
Vorteile von Gasgrills mit Infrarotbrenner
Die Vorteile dieser Technologie sind vielfältig und sprechen besonders Fleischliebhaber an:
- Perfektes Anbraten: Durch die extrem hohe Hitze bildet sich sofort eine tolle Kruste (Maillard-Reaktion), die den Fleischsaft im Inneren einschließt. Das Ergebnis ist ein außen knuspriges und innen wunderbar zartes Steak.
- Turbogeschwindigkeit: Das Aufheizen und die Garzeit sind nur ein Bruchteil dessen, was bei anderen Grillarten benötigt wird. Ideal für spontane Grillabende.
- Weniger Rauch und Flammen: Da die Hitze direkt auf das Grillgut trifft und Fett weniger verbrennt, entsteht deutlich weniger Rauch und Flammenbildung. Dies macht den Einsatz auch in Umgebungen angenehmer, wo Rauch unerwünscht ist.
- Effizienter Gasverbrauch: Durch die schnelle und intensive Hitze wird insgesamt weniger Gas verbraucht, da die Garzeiten stark reduziert sind.
- Vielseitigkeit: Neben Steaks können Infrarotbrenner auch zum Erhitzen von Pfannen für Beilagen oder Saucen genutzt werden, was den Gang in die Küche erspart.
Nachteile von Gasgrills mit Infrarotbrenner
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Auch Infrarotbrenner haben ein paar Nachteile:
- Vorsicht bei empfindlichem Grillgut: Gemüse und Fisch garen durch die hohe Grilltemperatur sehr schnell und können dementsprechend auch leichter verbrennen. Hier ist Übung und Aufmerksamkeit gefragt.
- Höhere Anschaffungskosten: Gasgrills mit integriertem Infrarotbrenner sind in der Regel etwas teurer in der Anschaffung als Modelle ohne diese Funktion.
Fazit: Soll man einen Gasgrill mit Infrarotbrenner kaufen?
Ohne Frage: ja! Besonders als Fleischliebhaber sollten Sie die Vorteile eines Infrarotbrenners nicht missen. Die Möglichkeit, Steaks mit einer unvergleichlichen Kruste und saftigem Inneren zuzubereiten, ist ein Game-Changer für jedes BBQ. Zudem erweitert der Infrarotbereich die Funktionalität Ihres Grills erheblich, indem er als zusätzliche Kochzone für Beilagen dient und somit nerviges Pendeln zwischen Küche und Grill überflüssig macht. Ein klarer Pluspunkt für gesellige Abende in lustiger Runde.

Wo kann man Infrarotbrenner-Gasgrills kaufen?
Die gute Nachricht ist, dass Gasgrills mit Infrarotbrennern mittlerweile weit verbreitet sind. Sie finden sie in gut sortierten Bau- oder Gartencentern. Eine Online-Bestellung kann jedoch aufgrund des Gewichts und der Größe einer Grillstation oft praktischer sein, da die Lieferung direkt zu Ihnen nach Hause erfolgt. Viele renommierte Hersteller bieten Modelle mit dieser gefragten Technologie an:
- Mayer Gasgrill: Egal, ob Profi-Griller oder Campingplatz-König – Mayer bietet eine breite Palette von Grills mit unterschiedlichen Ausstattungen, von der professionellen Outdoor-Küche bis zum kompakten Gas-Kugelgrill. Modelle wie der Mayer Barbecue ZUNDA MGG-342 bieten neben vier Hauptbrennern auch einen Seitenkocher und einen Heckbrenner.
- Enders Gasgrill: Der deutsche Hersteller Enders bietet Grills für jeden Geldbeutel. Neben Premiumvarianten finden sich auch kleinere Modelle, die selbst auf schmalen Reihenhausterrassen Platz finden. Der Enders KANSAS PRO 3 SIK TURBO überzeugt mit seiner leistungsstarken TURBO ZONE und dem einfachen SIMPLE CLEAN System.
- Napoleon Gasgrill: Napoleon-Grills zählen zu den beliebtesten unter echten BBQ-Fans und fungieren oft als komplette Outdoorküche. Grillen, Smoken, indirektes Garen – alles ist möglich. Der Napoleon Prestige PRO 825 RSIB Edelstahl besticht mit acht Brennern und einer integrierten Infrarot-Sizzle-Zone.
- Rösle Gasgrill: Ähnlich wie Weber zählt das bayerische Unternehmen Rösle zu den Urgesteinen im Grillsegment. Wo man den Weber Gasgrill mit Infrarotbrenner vergeblich sucht, hat Rösle gleich mehrere Produkte im Angebot, wie die Rösle BBQ-Station VIDERO G4-S Schwarz mit ihrer Primezone für bis zu 800 °C.
- Outdoorchef Gasgrill: Der Schweizer Hersteller Outdoorchef mag noch etwas unbekannter sein, überzeugt aber mit qualitativ hochwertigen Gasgrills. Die Infrarot-Technologie ist hier oft direkt in die Grillfläche integriert, was seitlich mehr Ablagefläche schafft. Der Outdoorchef Australia 455 G bietet 4 Edelstahlbrenner und einen Infrarotbrenner für Steaks.
- Burnhard Gasgrill: Unter dem Motto „Von Griller für Griller“ bietet das Düsseldorfer Unternehmen Burnhard passende Grills zu fairen Preisen, die ebenfalls oft mit Infrarotbrennern ausgestattet sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Kann ich auf einem Infrarotbrenner auch Gemüse grillen?
A: Ja, aber mit Vorsicht. Aufgrund der extrem hohen Temperaturen gart Gemüse sehr schnell und kann leicht verbrennen. Es empfiehlt sich, die Hitze zu regulieren oder das Gemüse nur kurz und unter ständiger Aufsicht zu grillen.
F: Ist ein Infrarotbrenner nur für Steaks geeignet?
A: Primär ist er ideal für Steaks, da er eine perfekte Kruste erzeugt und das Fleisch saftig hält. Er kann aber auch für andere Fleischsorten, Burger oder zum scharfen Anbraten von Meeresfrüchten genutzt werden. Auch das Erhitzen von Pfannen für Beilagen ist möglich.
F: Verbraucht ein Infrarotgrill mehr Gas?
A: Nein, im Gegenteil. Obwohl er höhere Temperaturen erreicht, ist der Infrarotbrenner durch seine Effizienz und die stark verkürzten Garzeiten oft sparsamer im Gasverbrauch als das durchgängige Grillen auf einem klassischen Gasbrenner.
F: Wie reinige ich einen Infrarotbrenner?
A: Die Reinigung ist meist unkompliziert. Viele Infrarotbrenner sind selbstreinigend, da Fettrückstände bei den hohen Temperaturen einfach verbrennen. Regelmäßiges Abbürsten des Rostes und das Entfernen von Ascheresten unter der Keramikplatte sind ausreichend.
F: Kann ich einen Infrarotbrenner nachrüsten?
A: In den meisten Fällen ist ein Nachrüsten eines bestehenden Gasgrills mit einem Infrarotbrenner nicht ohne Weiteres möglich, da die Grills speziell für diese Technologie konzipiert sind. Es gibt jedoch vereinzelt universelle Infrarot-Seitenkocher, die separat angeschlossen werden können.
Wir hoffen, dieser Artikel hat Ihnen einen umfassenden Einblick in die Welt der Infrarot-Grills gegeben und Ihre Fragen beantwortet. Jetzt steht Ihrem nächsten perfekten BBQ nichts mehr im Wege!
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