Was kann man mit einem Backofen machen?

Backofen als Grill-Meister: Mehr als nur Braten

27/10/2021

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Der Backofen ist zweifellos das Herzstück vieler Küchen. Er ist unser treuer Begleiter beim Backen von Brot, Kuchen und Aufläufen, und unverzichtbar für das Sonntagsbraten. Doch haben Sie sich jemals gefragt, ob Ihr Backofen nicht noch mehr kann? Insbesondere, wenn es um das Thema Grillen geht, scheiden sich oft die Geister. Während der klassische Outdoor-Grill für viele das Nonplusultra ist, bietet der moderne Backofen überraschende Möglichkeiten, die ein Grill-Erlebnis auch bei schlechtem Wetter oder in der Wohnung ermöglichen. Es geht nicht darum, den Holzkohle- oder Gasgrill zu ersetzen, sondern darum, die Vielseitigkeit Ihres Backofens voll auszuschöpfen und beeindruckende Ergebnisse zu erzielen, die oft über das bloße Braten hinausgehen. Tauchen wir ein in die Welt des Backofen-Grillens und entdecken Sie, wie Sie mit Ihrem Gerät wahre Geschmackswunder vollbringen können.

Welche Arten von Holzbacköfen gibt es?
Grill- oder Backbegeisterte können auch direkt auf der Webseite des Herstellers Kochkurse buchen. Die Merklinger Holzbackofen Familie besteht aus drei Modellen: Dem Merklinger 600, 800 und 1200. Im Design unterscheiden sich die drei Gills kaum, in der Größe jedoch ungemein.
Inhaltsverzeichnis

Die Grillfunktion im Backofen verstehen

Moderne Backöfen sind kleine technische Wunderwerke, ausgestattet mit verschiedenen Heizarten, die weit über Ober-/Unterhitze hinausgehen. Die Grillfunktion ist dabei eine der spannendsten, die oft unterschätzt wird. Sie nutzt in der Regel die Oberhitze sehr intensiv, um eine direkte, strahlende Hitze von oben zu erzeugen, ähnlich der eines Salamanders in der Profiküche. Dies führt zu einer schnellen Bräunung und Knusprigkeit an der Oberfläche, während das Innere saftig bleibt. Es gibt oft verschiedene Stufen der Grillfunktion, von einem sanften Grillen bis hin zu einem intensiven Großflächengrill.

Neben der reinen Grillfunktion verfügen viele Öfen auch über eine Umluft-Grillfunktion (manchmal auch Heißluftgrill genannt). Hierbei wird die Hitze des Grillelements durch einen Ventilator im Garraum verteilt. Dies sorgt für eine gleichmäßigere Bräunung rundherum und ist ideal für größere Mengen oder Speisen, die von allen Seiten knusprig werden sollen, wie zum Beispiel Hähnchenflügel oder kleinere Bratenstücke. Das Verständnis dieser Funktionen ist der erste Schritt, um Ihren Backofen als vielseitiges Grillgerät zu nutzen.

Vorbereitung ist alles: Zutaten für das Ofen-Grillen

Wie bei jedem guten Grillgericht beginnt der Erfolg mit der richtigen Vorbereitung der Zutaten. Egal ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – die Art und Weise, wie Sie Ihre Lebensmittel vorbereiten, hat einen entscheidenden Einfluss auf das Endergebnis im Ofen.

  • Fleisch: Wählen Sie Stücke, die nicht zu dick sind, um eine gleichmäßige Garung zu gewährleisten. Steaks, Koteletts, Hähnchenbrust oder Fischfilets eignen sich hervorragend. Tupfen Sie Fleisch immer gut trocken, bevor Sie es in den Ofen geben. Feuchtigkeit verhindert die Bildung einer schönen Kruste. Marinaden sind ebenfalls eine gute Idee, um Geschmack und Zartheit zu verbessern. Achten Sie darauf, dass Marinaden, die Zucker enthalten, nicht zu schnell verbrennen.
  • Gemüse: Fast jedes Gemüse lässt sich im Ofen „grillen“. Paprika, Zucchini, Auberginen, Champignons, Spargel oder Maiskolben sind beliebte Kandidaten. Schneiden Sie das Gemüse in gleichmäßige Stücke, damit es gleichzeitig gar wird. Eine leichte Öl- und Gewürzschicht reicht oft aus, um köstliche Röstaromen zu erzeugen.
  • Fisch: Ganzer Fisch oder Filets lassen sich wunderbar im Ofen zubereiten. Eine Zitronenscheibe und frische Kräuter im Bauch des Fisches oder auf dem Filet sorgen für zusätzliche Aromen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Raumtemperatur der Zutaten. Nehmen Sie Fleisch mindestens 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank, damit es sich akklimatisieren kann. Dies fördert eine gleichmäßigere Garung.

Techniken für das perfekte „Grillergebnis“ aus dem Ofen

Um die begehrten Röstaromen und die saftige Textur zu erzielen, die wir vom Grill kennen, gibt es einige bewährte Techniken, die Sie in Ihrem Backofen anwenden können:

  1. Hohe Hitze und Vorheizen: Ein gut vorgeheizter Ofen ist entscheidend. Heizen Sie den Ofen mit der Grillfunktion auf die höchste Stufe vor (oft 220-250°C), bis die Heizelemente rot glühen. Dies ahmt die direkte Hitze eines Grills nach.
  2. Die richtige Position: Platzieren Sie das Grillgut so nah wie möglich an den oberen Heizelementen, ohne dass es anbrennt. Oft ist die oberste Schiene die beste Wahl. Für dickere Stücke oder um ein Anbrennen zu vermeiden, kann auch die zweithöchste Schiene geeignet sein.
  3. Verwendung von Grillpfannen oder Gussrosten: Eine gusseiserne Grillpfanne oder ein Backblech mit Rost kann helfen, schöne Grillstreifen zu erzeugen und überschüssiges Fett abtropfen zu lassen. Heizen Sie die Pfanne oder den Rost zusammen mit dem Ofen vor, damit das Grillgut beim Auflegen sofort brutzelt.
  4. Wenden und Überwachen: Wie beim Outdoor-Grill ist es wichtig, das Grillgut regelmäßig zu wenden, um eine gleichmäßige Bräunung zu erzielen. Bleiben Sie in der Nähe des Ofens, da die hohe Hitze schnell zu einem Übergaren oder Verbrennen führen kann.
  5. Die Kerntemperatur im Auge behalten: Für Fleisch ist ein Fleischthermometer unerlässlich, um den gewünschten Gargrad zu erreichen. So stellen Sie sicher, dass das Fleisch innen saftig und perfekt ist, während es außen eine schöne Kruste bekommt.
  6. Kombinationen: Manchmal kann es sinnvoll sein, mit einer hohen Grilltemperatur zu beginnen, um eine Kruste zu erzeugen, und dann auf eine niedrigere Temperatur mit Umluft umzuschalten, um das Grillgut fertig zu garen.

Backofen vs. Outdoor-Grill: Ein Vergleich

Obwohl der Backofen überraschend gute Grillergebnisse liefern kann, gibt es natürlich Unterschiede zum klassischen Outdoor-Grill. Hier eine Gegenüberstellung, die Ihnen hilft, die Vor- und Nachteile abzuwägen:

MerkmalBackofen-GrillenOutdoor-Grillen (Holzkohle/Gas)
RaucharomaKaum bis nicht vorhandenIntensiv (Holzkohle), leicht (Gas)
WetterabhängigkeitUnabhängig von Wetter und JahreszeitStark wetterabhängig
Röstaromen/KrusteSehr gute Bräunung, gute Kruste möglichHervorragende Maillard-Reaktion, starke Kruste
TemperaturkontrolleSehr präzise und konstantVariabel, erfordert Übung (Holzkohle), präzise (Gas)
ReinigungEinfacher, oft Pyrolyse-FunktionAufwendiger, Rost muss gereinigt werden
PlatzbedarfKein zusätzlicher Platz nötigBenötigt Außenbereich
VielseitigkeitHohe Vielseitigkeit (Grillen, Backen, Braten, Schmoren)Spezialisiert auf Grillen, manchmal Räuchern
GeruchsentwicklungGering, bleibt im HausStark, zieht nach außen

Wie die Tabelle zeigt, ist der Backofen eine hervorragende Ergänzung und eine praktikable Alternative, wenn ein Outdoor-Grill nicht zur Verfügung steht oder das Wetter nicht mitspielt. Er kann das einzigartige Raucharoma eines Holzkohlegrills nicht nachbilden, bietet aber eine bemerkenswerte Leistung in Bezug auf Kruste, Saftigkeit und Bequemlichkeit.

Was kann man im Ofen „grillen“?

Die Möglichkeiten sind vielfältig und überraschend:

  • Fleisch:
    • Steaks und Koteletts: Kurz angebraten in einer Pfanne und dann unter dem Grill im Ofen fertig gegart, um eine perfekte Kruste und gewünschte Kerntemperatur zu erreichen.
    • Hähnchenteile: Schenkel, Flügel oder Brustfilets werden unter der Grillfunktion knusprig und saftig.
    • Würstchen: Bratwürste oder andere Würstchen erhalten eine schöne Bräunung.
    • Hackbällchen/Frikadellen: Auch diese können unter dem Grill eine appetitliche Oberfläche bekommen.
  • Fisch und Meeresfrüchte:
    • Lachsfilet: Mit Haut unter dem Grill knusprig, innen zart.
    • Garnelen: Schnell gegart und leicht gebräunt.
    • Ganzer Fisch: Dorade oder Forelle, gefüllt mit Kräutern und Zitrone, werden wunderbar gar.
  • Gemüse:
    • Gemüsespieße: Paprika, Zucchini, Zwiebeln, Kirschtomaten – alles auf Spieße gesteckt und unter dem Grill geröstet.
    • Auberginen- und Zucchinischeiben: Leicht geölt und gewürzt, entwickeln sie herrliche Röstaromen.
    • Maiskolben: Direkt auf dem Rost oder in Folie gewickelt.
    • Pilze: Champignons oder Portobello-Pilze werden aromatisch.
  • Überbackenes und Gratins:
    • Nachos oder Sandwiches: Perfekt zum Überbacken mit Käse.
    • Gratins: Eine goldbraune Kruste auf Kartoffelgratin oder Lasagne.

Tipps und Tricks für den Ofen-Grillmeister

Um die besten Ergebnisse zu erzielen, beachten Sie diese zusätzlichen Tipps:

  • Ofenrost reinigen: Ein sauberer Rost verhindert Anhaften und sorgt für bessere Ergebnisse.
  • Alufolie als Schutz: Legen Sie Alufolie oder ein Backblech unter den Rost, um herabtropfendes Fett oder Säfte aufzufangen. Das erleichtert die Reinigung erheblich.
  • Weniger ist mehr: Überladen Sie den Ofen nicht. Zu viel Grillgut auf einmal senkt die Temperatur und verhindert eine gleichmäßige Bräunung. Arbeiten Sie lieber in mehreren Chargen.
  • Wenden zum richtigen Zeitpunkt: Wenden Sie das Grillgut nur einmal oder zweimal, um die Hitze optimal zu nutzen und schöne Grillmarkierungen zu erhalten.
  • Nachruhen lassen: Gerade bei Fleisch ist es wichtig, es nach dem Garen einige Minuten ruhen zu lassen. So verteilen sich die Säfte gleichmäßig im Fleisch, und es bleibt saftiger.
  • Umluft nutzen: Wenn Sie eine gleichmäßigere Bräunung ohne extrem hohe direkte Hitze wünschen, ist die Umluft-Funktion eine ausgezeichnete Wahl, besonders für Geflügel oder Aufläufe.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Kann ein Backofen einen echten Grill ersetzen?

Ein Backofen kann einen echten Outdoor-Grill nicht vollständig ersetzen, insbesondere nicht in Bezug auf das charakteristische Raucharoma, das ein Holzkohlegrill erzeugt. Aber er ist eine ausgezeichnete und äußerst vielseitige Alternative für die Zubereitung von Gerichten mit knuspriger Oberfläche und saftigem Inneren, besonders wenn kein Outdoor-Grill zur Verfügung steht oder das Wetter ungünstig ist. Er bietet Präzision und Bequemlichkeit, die ein Grill im Freien nicht immer bieten kann.

Welche Temperatur sollte ich für das „Grillen“ im Backofen einstellen?

Für die Grillfunktion sollten Sie in der Regel die höchste Temperatureinstellung Ihres Backofens wählen, die oft zwischen 220°C und 250°C liegt. Es ist entscheidend, den Ofen und das Heizelement vorzuheizen, bis es rot glüht, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Bei der Umluft-Grillfunktion können die Temperaturen etwas niedriger sein, da die Hitze gleichmäßiger verteilt wird.

Brauche ich spezielle Ausrüstung, um im Ofen zu „grillen“?

Nein, im Grunde nicht. Ein normales Backblech und ein Rost reichen oft aus. Eine gusseiserne Grillpfanne kann jedoch hilfreich sein, um ausgeprägtere Grillstreifen zu erzielen. Ein Fleischthermometer ist für die präzise Zubereitung von Fleisch sehr empfehlenswert, um den Gargrad genau zu bestimmen und ein Übergaren zu vermeiden.

Wie reinige ich den Ofen nach dem „Grillen“?

Die Reinigung hängt von der Verschmutzung ab. Wenn Sie Fett und Säfte auf einem Backblech oder Alufolie aufgefangen haben, ist die Reinigung minimal. Bei stärkeren Spritzern können spezielle Ofenreiniger oder Hausmittel wie Backpulver und Essig helfen. Viele moderne Backöfen verfügen auch über eine Pyrolyse-Reinigungsfunktion, die Rückstände bei sehr hohen Temperaturen zu Asche verbrennt, die dann einfach weggewischt werden kann.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Grillfunktion und Umluft?

Ja, es gibt einen wichtigen Unterschied. Die Grillfunktion nutzt primär das obere Heizelement, um intensive, direkte Strahlungshitze von oben zu erzeugen – ideal für schnelles Bräunen und Krustenbildung. Die Umluft-Funktion hingegen verteilt die Hitze (oft von einem Ringheizkörper im hinteren Teil des Ofens) mittels eines Ventilators gleichmäßig im gesamten Garraum. Die Umluft-Grillfunktion kombiniert das Grillelement mit dem Ventilator für eine gleichmäßigere Bräunung rundherum, ist aber weniger intensiv als die reine Grillfunktion.

Der Backofen ist ein wahres Multitalent, das weit mehr kann als nur backen und braten. Mit den richtigen Techniken und einem Verständnis für seine Funktionen können Sie beeindruckende „Grillergebnisse“ erzielen, die Ihre Familie und Freunde begeistern werden. Experimentieren Sie mit verschiedenen Lebensmitteln und Einstellungen, und entdecken Sie die Vielseitigkeit Ihres Küchenhelfers neu. Guten Appetit!

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