18/08/2021
Der Hasenbraten ist ein Gericht, das seit Jahrhunderten auf deutschen Tischen geschätzt wird. Er steht für Festlichkeit, Tradition und einen unvergleichlich feinen Geschmack, der sowohl herzhaft als auch überraschend zart sein kann. Viele schrecken vielleicht davor zurück, Hasen zuzubereiten, doch mit den richtigen Techniken und ein wenig Geduld wird dieses Gericht zu einem wahren Meisterwerk, das nicht nur Fleischliebhaber begeistert. Der zarte Hasenbraten ist eine hervorragende Hauptspeise, die sich perfekt für besondere Anlässe oder ein gemütliches Sonntagsessen eignet. Tauchen wir ein in die Welt der Hasenbratenzubereitung und entdecken Sie, wie Sie dieses klassische Gericht perfektionieren können.

- Die Wahl des richtigen Hasen: Wildhase oder Zuchthase?
- Vorbereitung ist die halbe Miete: Den Hasen richtig vorbereiten
- Die Kunst der Marinade: Geschmack und Zartheit verstärken
- Der Bratprozess: Im Ofen zur Perfektion
- Die perfekte Sauce zum Hasenbraten
- Beilagen, die den Hasenbraten abrunden
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Hasenbraten
- Fazit: Ein kulinarisches Erlebnis
Die Wahl des richtigen Hasen: Wildhase oder Zuchthase?
Bevor Sie mit der Zubereitung beginnen, ist die Auswahl des Hasen entscheidend. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Wildhase und Zuchthase, die jeweils ihre eigenen Charakteristika mitbringen:
- Wildhase: Er besitzt ein dunkleres, festeres Fleisch und einen intensiveren, oft als „wild“ beschriebenen Geschmack. Dies liegt an der natürlichen Ernährung und Bewegung des Tieres. Wildhasen sind saisonal verfügbar, meist im Herbst und Winter, und können direkt vom Jäger oder in gut sortierten Metzgereien erworben werden. Für Liebhaber kräftiger Aromen ist der Wildhase die erste Wahl.
- Zuchthase (Kaninchen): Das Fleisch ist heller, feiner in der Struktur und milder im Geschmack. Zuchthasen sind das ganze Jahr über erhältlich und oft „küchenfertig“ vorbereitet, was die Arbeit erleichtert. Sie eignen sich hervorragend für Einsteiger oder jene, die einen subtileren Fleischgeschmack bevorzugen. Der Begriff „Hase“ wird im deutschen Sprachgebrauch oft synonym für Kaninchen verwendet, besonders wenn es um die kulinarische Zubereitung geht.
Egal ob Wild- oder Zuchthase, achten Sie darauf, dass das Tier frisch ist. Wenn Sie einen küchenfertigen Hasen vom Bauern oder Jäger kaufen, ist dies oft die beste Wahl, da Sie sich sicher sein können, dass das Tier fachgerecht behandelt wurde.
Vorbereitung ist die halbe Miete: Den Hasen richtig vorbereiten
Die sorgfältige Vorbereitung des Hasen ist essenziell für das Gelingen des Bratens. Hier sind die detaillierten Schritte:
- Waschen und Enthäuten: Waschen Sie den Hasen leicht unter kaltem Wasser ab. Falls er nicht bereits enthäutet wurde, muss dies nun geschehen. Bei küchenfertigen Hasen ist dieser Schritt bereits erledigt. Tupfen Sie den Hasen anschließend gründlich mit Küchenpapier trocken. Dies ist wichtig, damit das Fleisch später gut anbräunen kann.
- Fett und Sehnen entfernen: Befreien Sie den Hasen von überschüssigem Fett und eventuellen Sehnen oder Silberhäuten. Besonders am Bauch und an den Keulen kann sich Fett ansammeln. Zu viel Fett kann den Geschmack beeinträchtigen, aber eine dünne Fettschicht ist gut, um das Fleisch saftig zu halten.
- Würzen: Reiben Sie den Hasen innen und außen großzügig mit Salz ein. Pfeffer kann ebenfalls verwendet werden. Für ein intensiveres Aroma können Sie auch eine Knoblauchzehe zerdrücken und das Fleisch damit einreiben.
- Bestreichen mit Butter: Bestreichen Sie den gesamten Hasen, insbesondere die Haut, großzügig mit weicher Butter. Die Butter sorgt für eine schöne Kruste und hält das Fleisch während des Bratens saftig.
- Speckscheiben: Dies ist ein altbewährter Trick, um das Fleisch des Hasen, das von Natur aus mager sein kann, vor dem Austrocknen zu schützen und ihm zusätzlichen Geschmack zu verleihen. Legen Sie mehrere dünne Speckscheiben (z.B. Bauchspeck) auf den Boden der Rostbratpfanne. Darauf legen Sie die Keulen und Läufe des Hasen. Anschließend bedecken Sie den gesamten Hasen mit weiteren Speckscheiben. Der Speck schmilzt langsam und übergießt das Fleisch mit seinem Fett, was zu einer unglaublichen Zartheit führt.
Die Kunst der Marinade: Geschmack und Zartheit verstärken
Obwohl das Rezept eine einfache Vorbereitung vorsieht, ist eine Marinade ein hervorragendes Mittel, um dem Hasenbraten noch mehr Geschmack zu verleihen und ihn zusätzlich zu zart zu machen. Hier sind einige beliebte Marinaden-Varianten:
| Marinaden-Typ | Zutaten | Wirkung/Geschmack |
|---|---|---|
| Klassische Wein-Marinade | Rotwein oder Weißwein, Suppengrün (Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln), Lorbeerblatt, Rosmarin, Thymian, Wacholderbeeren, Pfefferkörner. | Verleiht einen tiefen, aromatischen Geschmack und macht das Fleisch sehr zart. Ideal für Wildhase. |
| Buttermilch-Marinade | Buttermilch, Knoblauch, Kräuter (z.B. Petersilie, Schnittlauch). | Mildert den Wildgeschmack, macht das Fleisch unglaublich saftig und zart. Gut für Zuchthasen. |
| Senf-Kräuter-Marinade | Grober Senf, Olivenöl, frische Kräuter (Rosmarin, Thymian), Knoblauch, etwas Essig. | Gibt eine würzige, leicht pikante Note und eine schöne Kruste. |
Für eine Marinade legen Sie den vorbereiteten Hasen für mindestens 12 Stunden, idealerweise 24 Stunden, in den Kühlschrank. Wenden Sie ihn gelegentlich. Vor dem Braten nehmen Sie den Hasen aus der Marinade, tupfen ihn trocken und bereiten ihn wie oben beschrieben vor (Salz, Butter, Speck).
Der Bratprozess: Im Ofen zur Perfektion
Die Zubereitung im Ofen ist der Kern des Hasenbratens. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Vorbereitung der Bratpfanne: Spülen Sie eine Rostbratpfanne (Bräter) mit Wasser aus. Dies hilft, ein Anbrennen zu verhindern und sorgt für eine feuchte Atmosphäre im Ofen. Legen Sie die mit Speck belegten Hasenteile in die Pfanne.
- Suppengrün und Gewürze hinzufügen: Wer möchte, kann nun klein geschnittenes Suppengrün (Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln) um den Hasen herum verteilen. Dies gibt nicht nur zusätzlichen Geschmack an die Sauce ab, sondern hält den Hasen auch leicht erhöht, sodass er nicht direkt im Saft liegt. Fügen Sie auch Gewürze wie Lorbeerblatt, Rosmarin und Thymian hinzu. Ein paar Wacholderbeeren können den Wildgeschmack unterstreichen.
- Ab in den Backofen: Schieben Sie die Rostbratpfanne in den vorgeheizten Backofen. Die genaue Temperatur und Bratzeit hängt von der Größe des Hasen und Ihrem Ofen ab.
- Anfangshitze: Beginnen Sie oft mit einer höheren Temperatur (z.B. 200°C Ober-/Unterhitze) für etwa 15-20 Minuten, um eine schöne Bräunung zu erzielen.
- Niedrigere Temperatur: Reduzieren Sie dann die Temperatur auf etwa 160-170°C. Braten Sie den Hasen je nach Größe für 1,5 bis 2,5 Stunden.
- Regelmäßiges Übergießen (Basting): Dies ist der Schlüssel zu einem saftigen Hasenbraten. Übergießen Sie den Hasen alle 15-20 Minuten mit dem Bratensaft aus der Pfanne. Wenn der Bratensaft zu stark reduziert, können Sie etwas heiße Brühe, Wasser oder Rotwein nachgießen. Das Übergießen sorgt dafür, dass die Oberfläche nicht austrocknet und das Fleisch kontinuierlich Feuchtigkeit und Geschmack aufnimmt.
- Garprobe: Die Kerntemperatur eines fertigen Hasenbratens sollte etwa 75-80°C betragen. Stechen Sie mit einem Fleischthermometer in die dickste Stelle der Keule, ohne den Knochen zu berühren. Wenn der Saft beim Einstechen klar austritt und das Fleisch leicht vom Knochen löst, ist der Hase gar.
- Ruhephase: Nehmen Sie den fertigen Hasen aus dem Ofen, decken Sie ihn locker mit Alufolie ab und lassen Sie ihn für 10-15 Minuten ruhen. In dieser Zeit verteilen sich die Fleischsäfte gleichmäßig, was den Braten noch zarter und saftiger macht.
Die perfekte Sauce zum Hasenbraten
Eine köstliche Sauce ist das i-Tüpfelchen eines jeden Bratens. So bereiten Sie sie aus dem Bratensatz zu:
- Bratensatz lösen: Nehmen Sie den Hasen aus der Pfanne und stellen Sie sie auf den Herd. Gießen Sie überschüssiges Fett ab, aber lassen Sie den Bratensatz am Boden.
- Ablöschen: Gießen Sie den Bratensatz mit etwas Rotwein, Brühe oder Wasser ab und rühren Sie mit einem Holzlöffel kräftig, um alle Röststoffe vom Boden zu lösen. Das Ablöschen ist entscheidend für den Geschmack.
- Reduzieren und Binden: Lassen Sie die Flüssigkeit etwas einkochen. Passieren Sie die Sauce durch ein feines Sieb, um Gemüse- und Kräuterreste zu entfernen. Geben Sie die Sauce zurück in den Topf. Nun können Sie die Sauce nach Geschmack verfeinern, z.B. mit einem Schuss Sahne, Crème fraîche oder Preiselbeeren. Zum Binden können Sie eine kleine Menge in kaltem Wasser angerührter Speisestärke einrühren und kurz aufkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Schmecken Sie mit Salz und Pfeffer ab.
Beilagen, die den Hasenbraten abrunden
Zum Hasenbraten passen klassischerweise herzhafte Beilagen:
- Kartoffelbeilagen: Kartoffelklöße, Salzkartoffeln, Rosmarinkartoffeln oder Kartoffelgratin.
- Gemüse: Rotkohl (Blaukraut), Rosenkohl, grüne Bohnen mit Speck, glasierten Karotten oder ein saisonales Mischgemüse.
- Sättigungsbeilagen: Spätzle, Semmelknödel oder Brot.
- Fruchtige Komponenten: Preiselbeeren oder Apfelmus bilden einen hervorragenden Kontrast zum kräftigen Fleischgeschmack.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Hasenbraten
Ist Kaninchenfleisch gesund?
Ja, Kaninchenfleisch ist sehr gesund. Es ist mager, fettarm und reich an Proteinen, Vitaminen (insbesondere B-Vitamine) und Mineralstoffen wie Eisen und Zink. Es gilt als leicht verdaulich und ist eine ausgezeichnete Alternative zu anderen Fleischsorten.
Wie lange muss Hasenbraten braten?
Die Bratzeit hängt von der Größe des Hasen ab. Für einen ganzen Hasen können Sie mit 1,5 bis 2,5 Stunden bei 160-170°C rechnen, nachdem er anfänglich bei höherer Temperatur angebraten wurde. Eine Kerntemperatur von 75-80°C zeigt an, dass das Fleisch gar ist.

Wie vermeide ich, dass der Hasenbraten trocken wird?
Das Austrocknen ist die größte Sorge. Dies verhindern Sie durch:
- Großzügiges Belegen mit Speckscheiben.
- Regelmäßiges Übergießen (Basting) mit dem Bratensaft oder zusätzlicher Flüssigkeit (Brühe, Wein).
- Verwendung eines Bräters mit Deckel für die meiste Bratzeit.
- Eine kurze Ruhezeit nach dem Braten.
Kann man Hasenbraten einfrieren?
Ja, gekochter Hasenbraten kann eingefroren werden. Lassen Sie ihn vollständig abkühlen und frieren Sie ihn in luftdichten Behältern oder Gefrierbeuteln ein. Er hält sich im Gefrierschrank etwa 3-4 Monate. Zum Auftauen über Nacht im Kühlschrank lassen und dann langsam erwärmen.
Welcher Wein passt zu Hasenbraten?
Zu Hasenbraten passen sowohl kräftige Weißweine als auch mittelschwere bis kräftige Rotweine. Bei einem milderen Zuchthasen können Sie einen Burgunder (Weiß- oder Spätburgunder) wählen. Bei einem kräftigen Wildhasen harmonieren Spätburgunder, Lemberger oder ein Dornfelder hervorragend. Auch ein kräftiger Riesling kann eine interessante Begleitung sein.
Was ist der Unterschied zwischen Wildgeschmack und Zuchtgeschmack?
Der Wildgeschmack ist intensiver, erdiger und manchmal leicht herber, da Wildhasen sich von natürlichen Gräsern, Kräutern und Wurzeln ernähren und sich viel bewegen. Zuchthasen haben einen milderen, neutraleren Geschmack, da sie kontrolliert gefüttert werden und weniger Bewegung haben.
Fazit: Ein kulinarisches Erlebnis
Die Zubereitung eines Hasenbratens mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, doch mit den richtigen Schritten und ein wenig Übung wird er zu einem Highlight Ihrer Kochkünste. Die Kombination aus zartem Fleisch, aromatischen Gewürzen und einer reichhaltigen Sauce macht dieses Gericht zu einem wahren Genuss. Es ist ein Gericht, das die Mühe wert ist und Ihre Gäste beeindrucken wird. Probieren Sie es aus und entdecken Sie die Freuden des klassischen Hasenbratens – ein zeitloses Gericht, das nie aus der Mode kommt und stets für besondere Momente sorgt.
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