20/12/2021
Was darf auf keiner guten Grillparty fehlen? Richtig, saftige Grillfackeln aus Schweinebauch! Doch oft enden sie verkohlt, trocken oder in einem Flammeninferno. Das Geheimnis perfekter Grillfackeln liegt nicht nur in der Qualität der Zutaten, sondern vor allem in der richtigen Zubereitung und Grilltechnik. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie außen knusprige und innen saftige Grillfackeln zaubern, die Ihre Gäste begeistern werden.

Viele Grillfans greifen im Supermarkt zu fertig marinierten Grillfackeln, doch genau hier lauern die ersten Fallstricke. Diese Fackeln sind oft in ölhaltigen Marinaden eingelegt. In Kombination mit dem von Natur aus fettreichen Schweinebauch ist das die perfekte Rezeptur für einen unkontrollierbaren Fettbrand auf dem Grill. Das Ergebnis? Verkohlte Fackeln, die außen schwarz und innen noch roh sein können. Die Lösung ist denkbar einfach und viel befriedigender: Machen Sie Ihre Grillfackeln selbst! Es ist nicht nur kinderleicht, sondern Sie haben auch die volle Kontrolle über Geschmack und Qualität.
- Warum selbstgemachte Grillfackeln die erste Wahl sind
- Die Wahl des richtigen Fleisches: Schweinebauch mit Charakter
- Die präzise Vorbereitung: Der Schlüssel zur Perfektion
- Das Grillen: Indirekt ist das Zauberwort
- 5 Expertentipps für perfekte Grillfackeln
- Vergleich: Gekaufte vs. selbstgemachte Grillfackeln
- Häufig gestellte Fragen zu Grillfackeln
Warum selbstgemachte Grillfackeln die erste Wahl sind
Der Hauptgrund, warum wir Ihnen empfehlen, Ihre Grillfackeln selbst zuzubereiten, ist die Vermeidung von Fettbrand. Schweinebauch ist von Natur aus fettreich. Dieses Fett schmilzt beim Grillen und tropft ab. Wenn es direkt auf die Glut trifft, entzündet es sich und verursacht Flammen. Ölhaltige Marinaden verstärken diesen Effekt dramatisch. Indem Sie Ihre Fackeln selbst machen, können Sie auf diese problematischen Marinaden verzichten und stattdessen einen trockenen BBQ-Rub verwenden, der für eine fantastische Kruste sorgt, ohne die Brandgefahr zu erhöhen.
Ein weiterer entscheidender Vorteil der Eigenproduktion ist die Qualitätskontrolle. Sie wählen das Fleisch selbst aus, bestimmen die Dicke der Scheiben und können die Würzung perfekt auf Ihren Geschmack abstimmen. Das Ergebnis ist ein Produkt, das nicht nur sicherer zu grillen ist, sondern auch geschmacklich weit über dem Standard liegt.
Die Wahl des richtigen Fleisches: Schweinebauch mit Charakter
Für unsere Grillfackeln verwenden wir am liebsten Schweinebauch am Stück. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität. Ein durchwachsener Schweinebauch ist ideal, da das Fett für Saftigkeit und Geschmack sorgt. Wir bevorzugen beispielsweise Schweinebauch vom Schwarzwälder Kräuterschwein. Dieses Fleisch stammt aus artgerechter Haltung mit hohen Tierwohlstandards, und die Qualität macht sich im Geschmack deutlich bemerkbar. Ein hochwertiges Stück Fleisch ist die Grundlage für ein exzellentes Grillergebnis.
Zutaten für ca. 12 Grillfackeln:
- 1 kg Schweinebauch am Stück (durchwachsen)
- ca. 6 EL BBQ-Rub nach Wahl (z.B. Pit Powder BBQ-Rub)
Benötigtes Zubehör:
- Scharfes, flexibles Messer (z.B. Ausbeinmesser F.Dick Red Spirit)
- Optional: Allesschneider
- Holzspieße (ca. 25-30 cm lang)
- Schüssel zum Würzen
Die präzise Vorbereitung: Der Schlüssel zur Perfektion
Die Vorbereitung des Schweinebauchs ist entscheidend für das Gelingen der Grillfackeln. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit.
1. Knochen und Knorpel entfernen
Wenn Sie Schweinebauch am Stück kaufen, sind die Knochen in der Regel bereits entfernt. Was jedoch oft noch im Fleisch ist, sind die Knorpel. Diese lassen sich leicht ertasten. Legen Sie den Schweinebauch mit der Schwartenseite nach unten auf eine Schneideunterlage. Fahren Sie mit den Fingern über das Fleisch und spüren Sie die harten Stellen. Mit einem spitzen und flexiblen Messer, wie einem Ausbeinmesser, können Sie die Knorpel vorsichtig herausschneiden. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Fackeln später gleichmäßig gegart werden können und keine unangenehmen harten Stücke enthalten.
2. Die Schwarte entfernen
Drehen Sie den Schweinebauch um, sodass die Schwarte oben liegt. Die Schwarte ist normalerweise ein Highlight am Schweinebauch, aber für Grillfackeln ist sie ungeeignet. Da die Bauchfleischscheiben spiralförmig auf einen Spieß gewickelt werden, kann die Schwarte nicht durchgehend knusprig werden und würde beim Essen stören. Schneiden Sie die Schwarte daher vorsichtig mit einem scharfen Messer ab. Aber werfen Sie sie nicht weg! Aus der Schwarte lassen sich hervorragende Schwartenchips herstellen – ein knuspriger Snack für zwischendurch oder als Beilage. Einfach die Schwarte in kleine Stücke schneiden, würzen und im Ofen bei hoher Temperatur knusprig backen.
3. Schweinebauch in Scheiben schneiden
Nachdem Knochen, Knorpel und Schwarte entfernt sind, geht es ans Schneiden der Scheiben. Die ideale Dicke beträgt etwa 5 mm. Dies ist entscheidend, damit die Fackeln später gleichmäßig garen und schön knusprig werden. Am besten gelingt das Schneiden mit einem Allesschneider. Wenn Sie keinen haben, können Sie den Schweinebauch auch für etwa 30-60 Minuten ins Gefrierfach legen, bis er leicht angefroren ist. Dann lässt er sich mit einem sehr scharfen Messer präzise in dünne Scheiben schneiden.
4. Das Würzen mit BBQ-Rub
Geben Sie die dünn geschnittenen Schweinebauchscheiben in eine große Schüssel. Nun kommt der BBQ-Rub ins Spiel. Bestreuen Sie die Scheiben großzügig mit dem Rub. Da wir eine große Oberfläche haben, benötigen Sie pro Kilogramm Schweinebauch etwa 6 Esslöffel BBQ-Rub. Mischen Sie die Scheiben gründlich durch, sodass jede Oberfläche gleichmäßig mit der Gewürzmischung bedeckt ist. Achten Sie darauf, einen Rub zu wählen, der nicht zu viel Zucker enthält, da dieser bei hohen Temperaturen leicht verbrennen kann. Ein guter Rub sorgt für eine würzige Kruste und eine schöne Farbe.
5. Die Grillfackeln aufspießen
Bevor Sie die Fleischscheiben aufspießen, sollten Sie die Holzspieße für mindestens 30 Minuten in Wasser legen. Dies verhindert, dass die Spieße auf dem Grill verbrennen. Nehmen Sie eine Schweinebauchscheibe, stecken Sie ein Ende auf den Spieß und schieben Sie es nach unten. Wickeln Sie die Scheibe nun spiralförmig um den Spieß und stecken Sie das andere Ende der Scheibe ebenfalls auf den Spieß, um sie zu fixieren. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis alle Fackeln fertig sind.
Das Grillen: Indirekt ist das Zauberwort
Jetzt wird es ernst: das Grillen. Dies ist der wichtigste Schritt, um perfekt knusprige und saftige Grillfackeln zu erhalten und Fettbrand zu vermeiden. Die meisten Fehler passieren hier, indem die Fackeln direkt über hoher Hitze gegrillt werden.
Wenn Fett direkt in die Glut tropft, entstehen Flammen. Diese Flammen schlagen hoch und verbrennen die Oberfläche der Grillfackeln, während das Innere noch nicht gar ist. Das Ergebnis ist eine verbrannte, bittere Kruste und ein rohes, ungenießbares Inneres. Daher ist das indirekte Grillen die Methode der Wahl.
Indirektes Grillen für optimale Ergebnisse
Heizen Sie Ihren Grill auf eine Temperatur von etwa 200°C vor. Bei einem Kugelgrill oder Keramikgrill wie dem Big Green Egg legen Sie einen Deflektorstein (convEGGtor) ein, um eine indirekte Zone zu schaffen. Platzieren Sie die Grillfackeln auf dem Rost über der indirekten Hitze. Grillen Sie die Fackeln für 15-20 Minuten bei dieser Temperatur. Während dieser Zeit kann das Fett langsam schmelzen und abtropfen, ohne in die Glut zu gelangen und Flammen zu verursachen. Das Fleisch wird gleichmäßig gar und bleibt saftig.
Kurzes Anknuspern (optional)
Wenn Sie eine besonders knusprige Oberfläche wünschen, können Sie nach dem indirekten Garen den Deflektorstein entfernen und die Grillfackeln für sehr kurze Zeit direkt über der Glut anknuspern. Achten Sie hierbei genau auf das Heruntertropfen von Fett und die Entstehung von Flammen. Wenn Flammen entstehen, nehmen Sie die Fackeln sofort von der direkten Hitze. Dieser Schritt ist wirklich nur für Sekunden gedacht, um eine letzte Bräunung zu erzielen.
Die komplett indirekte Methode: Sicher und knusprig
Ein Geheimtipp für stressfreies Grillen und garantiert knusprige Fackeln ohne Fettbrandgefahr ist das komplett indirekte Garen bei etwas höherer Temperatur. Heizen Sie Ihren Grill auf etwa 220°C indirekte Hitze auf und grillen Sie die Fackeln für 25-30 Minuten. Bei dieser Methode werden die Fackeln auch ohne direkte Hitze wunderbar knusprig, da das Fett bei der höheren Temperatur effizienter ausbrät und die Oberfläche karamellisiert. Probieren Sie es aus – Sie werden überrascht sein, wie knusprig die Fackeln auch rein indirekt werden!
5 Expertentipps für perfekte Grillfackeln
Zusammenfassend hier die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten:
- Verwenden Sie ausschließlich durchwachsenen Schweinebauch ohne Schwarte.
- Schneiden Sie den Schweinebauch in dünne Scheiben (ca. 5 mm Dicke).
- Verzichten Sie auf ölhaltige Marinaden und setzen Sie stattdessen auf einen guten BBQ-Rub.
- Wässern Sie die Holzspieße unbedingt vor dem Aufspießen, um ein Verbrennen zu verhindern.
- Grillen Sie die Grillfackeln hauptsächlich indirekt, um Fettbrand zu vermeiden und sie gleichmäßig gar und knusprig zu bekommen.
Vergleich: Gekaufte vs. selbstgemachte Grillfackeln
| Merkmal | Gekaufte Grillfackel (Standard) | Selbstgemachte Grillfackel |
|---|---|---|
| Fleischqualität | Oft unbekannt, Massenware | Kontrollierbar, hochwertig wählbar |
| Marinade | Häufig ölbasiert, fettbrandfördernd | Rub-basiert, fettbrandfrei, intensiver Geschmack |
| Dicke der Scheiben | Variabel, oft zu dick | Exakt 5 mm, optimiert für Knusprigkeit |
| Knusprigkeit | Ungleichmäßig, oft verbrannt/zäh | Perfekt, gleichmäßig, krosse Kruste |
| Saftigkeit | Oft trocken oder fettig-schwabbelig | Garantiert saftig durch optimales Garen |
| Fettbrandgefahr | Hoch | Gering bis nicht vorhanden |
| Geschmack | Standardisiert, oft künstlich | Individuell anpassbar, authentisch |
| Zubereitungszeit | Kurz (Grillen) | Länger (Vorbereitung + Grillen) |
Häufig gestellte Fragen zu Grillfackeln
Kann ich auch anderes Fleisch für Grillfackeln verwenden?
Grillfackeln im klassischen Sinne werden traditionell aus Schweinebauch gemacht, da dessen Fettgehalt für die Saftigkeit und Knusprigkeit entscheidend ist. Technisch könnten Sie auch dünne Scheiben von Hähnchenbrust oder Rindfleisch aufspießen, aber das Ergebnis wäre geschmacklich und texturell anders und würde nicht die typische 'Fackel'-Erfahrung bieten. Für andere Fleischsorten würden wir andere Grillrezepte empfehlen.
Welchen BBQ-Rub empfehlen Sie?
Die Wahl des BBQ-Rubs ist Geschmackssache. Es gibt süßliche, rauchige, scharfe oder auch rein herzhafte Rubs. Achten Sie darauf, dass der Rub nicht zu viel Zucker enthält, um ein zu schnelles Verbrennen der Oberfläche zu vermeiden. Für den Anfang ist ein ausgewogener Allzweck-BBQ-Rub eine gute Wahl. Sie können auch experimentieren und Ihren eigenen Rub aus Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver und etwas Kreuzkümmel mischen.
Muss ich Holzspieße verwenden oder gehen auch Metallspieße?
Traditionell werden Holzspieße verwendet, und das Wässern ist wichtig, damit sie nicht verbrennen. Sie können aber auch Metallspieße verwenden. Der Vorteil von Metallspießen ist, dass sie wiederverwendbar sind und nicht gewässert werden müssen. Außerdem leiten sie die Hitze besser ins Innere des Fleisches, was zu einem gleichmäßigeren Garpunkt führen kann. Beide Optionen sind praktikabel.
Wie lagere ich selbstgemachte Grillfackeln am besten vor dem Grillen?
Nachdem Sie die Grillfackeln vorbereitet und gewürzt haben, sollten Sie sie abgedeckt im Kühlschrank lagern. Es ist ideal, sie am selben Tag oder maximal einen Tag im Voraus zuzubereiten, um die Frische und Qualität des Fleisches zu gewährleisten. Vor dem Grillen sollten Sie die Fackeln etwa 30 Minuten vorab aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Raumtemperatur annehmen können – das fördert ein gleichmäßigeres Garen.
Was mache ich, wenn meine Grillfackeln zu schnell braun werden?
Wenn Ihre Grillfackeln zu schnell bräunen, ist die Grilltemperatur wahrscheinlich zu hoch oder Sie grillen zu direkt. Reduzieren Sie die Temperatur Ihres Grills oder verschieben Sie die Fackeln in eine kühlere, indirekte Zone. Sollten die Flammen durch Fettbrand entstehen, nehmen Sie die Fackeln kurz vom Rost, lassen Sie die Flammen abklingen und legen Sie die Fackeln dann wieder auf die indirekte Zone. Eine gleichmäßige, moderate indirekte Hitze ist der Schlüssel zur perfektion.
Mit diesen detaillierten Tipps und Tricks werden Sie zum Meister der Grillfackeln. Der kleine Mehraufwand bei der Vorbereitung lohnt sich definitiv, denn das Ergebnis sind knusprige, saftige und unwiderstehliche Grillfackeln, die Ihre nächste Grillparty zu einem unvergesslichen Erlebnis machen werden. Guten Appetit!
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