Wie viele Wespenarten gibt es in Deutschland?

Wespensorten in Deutschland: Ein umfassender Guide

02/12/2023

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In Deutschland begegnen wir einer erstaunlichen Vielfalt an Wespenarten, die oft missverstanden und gefürchtet werden. Während die meisten der Aberhunderte heimischen Wespenarten als Solitärwespen ein verborgenes Leben führen und kaum bemerkt werden, sind es insbesondere die staatenbildenden Arten, die in unseren Gärten und um unsere Speisen herum für Aufsehen sorgen. Diese sozialen Wespen, die zur Familie der Faltenwespen gehören, umfassen 15 bekannte Arten aus drei Unterfamilien. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten dieser sozialen Wespenarten, ihre einzigartigen Merkmale, ihr Verhalten und wie man sie voneinander unterscheiden kann, um ein besseres Verständnis für diese wichtigen Bewohner unserer Ökosysteme zu entwickeln.

Wie viele Wespenarten gibt es in Deutschland?
In dieser Übersicht haben wir für Sie die 15 bekanntesten heimischen Wespenarten zusammengestellt. Wespen gibt es unzählige in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis

Die Welt der Wespenarten in Deutschland: Eine Einführung

Die Wahrnehmung von Wespen ist oft geprägt von den wenigen Arten, die sich in unserer Nähe aufhalten und an unseren süßen Speisen oder Fleischgerichten interessiert sind. Doch die überwiegende Mehrheit der Wespenarten ist völlig harmlos für den Menschen und spielt eine wichtige Rolle in der Natur, sei es als Bestäuber oder als Schädlingsbekämpfer. Die sozialen Wespen, die wir oft als "lästig" empfinden, bilden komplexe Staaten mit Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen. Eine besondere Ausnahme bilden die Kuckuckswespen, die keine eigenen Arbeiterinnen aufziehen, sondern bestehende Staaten übernehmen. Es ist wichtig zu verstehen, dass selbst die als lästig empfundenen Wespenarten nur unter bestimmten Umständen aggressiv werden – meist, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen.

Langkopfwespen (Dolichovespula) – Die eher Friedfertigen

Die Langkopfwespen zeichnen sich durch einen verhältnismäßig langen Kopf aus und sind in der Regel weniger aggressiv als ihre Kurzkopf-Verwandten. Sie meiden oft die Nähe des Menschen, es sei denn, ihr Nest wird direkt bedroht. Diese Gruppe umfasst mehrere Arten, die sich in Aussehen und Nestbau unterscheiden.

Falsche Kuckuckswespe (Dolichovespula adulterina)

Diese Wespenart ist ein faszinierender Sozialparasit. Ihre Königin ist nicht in der Lage, eigene Arbeiterinnen aufzuziehen. Stattdessen infiltriert sie Nester der Sächsischen Wespe, tötet die dortige Königin und lässt ihre eigenen Eier von den fremden Arbeiterinnen aufziehen. Sie ist zwischen 14 und 17 Millimeter lang (Weibchen) und zeigt eine typische schwarz-gelbe Färbung mit einer variablen gelben Hinterleibszeichnung. Ihre Augen sind hervorstehend, und Weibchen zeigen einen charakteristischen Taumelflug. Ihre Aktivität erstreckt sich von Mitte Juni bis Ende August. Sie sind im Allgemeinen sehr friedfertig, können aber bei Nestbedrohung nach der Übernahme aggressiv reagieren. Man findet sie überall in Deutschland.

Mittlere Wespe (Dolichovespula media)

Oft auch als "Kleine Hornisse" bezeichnet, aufgrund ihrer Größe und manchmal rot-gelben bis schwarz-braunen Färbung, ist die Mittlere Wespe mit Arbeiterinnen von 15 bis 19 Millimetern und Königinnen von 18 bis 22 Millimetern eine der größeren Langkopfwespen. Königinnen weisen oft eine rote Thoraxzeichnung auf, die an Hornissen erinnert. Ihre Nester sind aus Papier, hellgrau marmoriert mit geschlossenen Lufttaschen und hochgezogenen Wabenrändern. Sie erreichen eine Maximalgröße von 27 bis 31 Zentimetern. Die Mittlere Wespe ist extrem friedfertig und wird nur aggressiv, wenn ihr Nest direkt bedroht wird. Sie ist von Ende April bis Mitte September aktiv und in ganz Deutschland heimisch.

Norwegische Wespe (Dolichovespula norwegica)

Diese typisch schwarz-gelb gefärbte Wespe ist mit Arbeiterinnen von 11 bis 15 Millimetern und Königinnen von 15 bis 18 Millimetern von mittlerer Größe. Auffällig sind rot-braune Zeichnungen an den ersten Ringen des Hinterleibs und am Kopfschild. Ihre Nester sind grau-gelb, aus verwittertem Holz gefertigt, mit hochgebogenen Wabenrändern und ohne Lufttaschen. Sie können Fußballgröße erreichen und sind oft in Bergregionen, Wäldern oder dichtem Gebüsch zu finden. Die Norwegische Wespe ist sehr friedfertig und meidet Menschennähe. Ihre Aktivitätszeit reicht von Mitte/Ende April bis Anfang/Mitte September.

Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica)

Die Sächsische Wespe, auch "Dachbodenwespe" genannt, ist die häufigste Langkopfwespenart in Mitteleuropa. Ihre Größe variiert von 11 bis 14 Millimetern für Arbeiterinnen und 15 bis 18 Millimetern für Königinnen. Ihr Kopfschild weist oft eine nach oben erweiterte schwarze Zeichnung auf, die einer Krone ähnelt. Ihre frei hängenden Nester sind grau, aus verwittertem Holz, länglich geformt und können bis zu 25 Zentimeter Umfang erreichen. Sie bevorzugt offene Biotope und menschliche Siedlungsgebiete, insbesondere Dachböden. Die Sächsische Wespe ist bekannt für ihr extrem friedfertiges Verhalten, selbst bei Bedrohung des Nests. Sie ist von Mitte Mai bis Anfang September aktiv und überall in Deutschland heimisch.

Waldwespe (Dolichovespula sylvestris)

Mit einer Länge von 13 bis 15 Millimetern (Arbeiterinnen) und 15 bis 19 Millimetern (Königinnen) ist die Waldwespe typisch schwarz-gelb gefärbt. Ein einzelner Punkt auf dem Stirnschild und auffallende Kopf- und Brustbehaarung sind charakteristisch. Ihre Nester sind grau, aus verwittertem Holz, frei hängend und ohne Lufttaschen. Sie erreichen einen Umfang von etwa 25 Zentimetern. Sie bevorzugt geschützte Plätze in Scheunen, Häusern oder lichten Wäldern. Die Waldwespe ist sehr friedfertig und wird nicht von süßen Lebensmitteln angezogen. Ihre Aktivität beginnt Anfang Mai und dauert bis Mitte September.

Vergleich der Langkopfwespen (Dolichovespula)

ArtKörperlänge (Königin)NesttypVerhalten gegenüber MenschenBesonderheit
Falsche Kuckuckswespe14-17 mmParasitär (Sächsische Wespe)Friedfertig, aggressiv bei NestübernahmeSozialparasit
Mittlere Wespe18-22 mmPapier, hellgrau marmoriertSehr friedfertig, aggressiv bei NestbedrohungÄhnelt Hornisse
Norwegische Wespe15-18 mmGrau-gelb, verwittertes HolzSehr friedfertig, meidet MenschennäheHäufig in Bergregionen
Sächsische Wespe15-18 mmGrau, frei hängend, länglichSehr friedfertig, selbst bei BedrohungHäufigste Langkopfwespe
Waldwespe15-19 mmGrau, frei hängend, RingsegmenteSehr friedfertig, nicht an Süßem interessiertAuffällige Behaarung

Kurzkopfwespen (Vespula) – Die bekannten "Lästlinge"

Im Gegensatz zu den Langkopfwespen haben die Kurzkopfwespen einen kürzeren, gedrungeneren Kopf. Zu dieser Gruppe gehören die Arten, die am häufigsten als Lästlinge empfunden werden, da sie sich unerschrocken menschlichen Speisen nähern und bei Störungen schnell stichbereit sind.

Deutsche Wespe (Vespula germanica)

Die Deutsche Wespe ist eine der bekanntesten und oft am meisten gefürchteten Arten. Ihre Arbeiterinnen sind 11 bis 16 Millimeter lang, Königinnen 17 bis 20 Millimeter. Sie ist typisch schwarz-gelb gefärbt, oft mit ein bis drei Punkten auf dem Stirnschild oder einem schwarzen Strich und einer rautenförmigen schwarzen Zeichnung am Hinterleib. Ihre Nester sind grau, aus verwittertem Holz, mit horizontal angeordneten sechseckigen Zellen. Sie können Kürbisgröße erreichen, manchmal sogar bis zu zwei Meter Durchmesser, und bestehen aus fünf bis sieben Waben. Bevorzugte Neststandorte sind dunkle Hohlräume wie Rollladenkästen, Maulwurfhöhlen, unter Sitzmöbeln oder auf Dachböden. Die Deutsche Wespe ist von Mai bis November aktiv und kann Staaten von bis zu 10.000 Individuen bilden. Sie ist bekannt dafür, lästig zu sein, wenn sie Süßes wahrnimmt, nähert sich Menschen unerschrocken und ist bei Bedrohung stichbereit.

Gemeine Wespe (Vespula vulgaris)

Die Gemeine Wespe, oft auch "Erdwespe" genannt, ist die am häufigsten vorkommende Kurzkopfwespe in Deutschland. Sie ist der Deutschen Wespe sehr ähnlich in Größe (Arbeiterinnen 11-16 mm, Königinnen 16-20 mm) und Färbung. Ein breiter, längs verlaufender, nach unten breiter werdender schwarzer Strich auf dem Stirnschild ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Ihre Nester sind aus Holzfasern, beige gefärbt und können ebenfalls Kürbisgröße oder bis zu zwei Meter Durchmesser erreichen. Sie bevorzugt dunkle Hohlräume, besonders unterirdische Höhlen von Mäusen und Maulwürfen, aber auch Rollladenkästen und Dachböden. Staaten können 3.000 bis 4.000 Arbeiterinnen umfassen. Von Mai bis November aktiv, ist sie zwar friedlich, aber leicht reizbar und kann, obwohl sie kein Interesse an süßen Lebensmitteln hat, als lästig empfunden werden.

Österreichische Wespe (Vespula austriaca)

Diese Art ist ein Sozialparasit der Roten Wespe. Männchen sind 13 bis 16 Millimeter, Weibchen 15 bis 19 Millimeter lang. Sie zeigt die typische schwarz-gelbe Färbung, oft mit einem schwarzen Fleck oder drei schwarzen Punkten auf dem Kopfschild. Auffällig sind ihre doppelt behaarten Hinterbeine. Über ihr Verhalten und ihre Lebensweise ist bisher wenig bekannt, aber als Kuckuckswespe zerstört sie meist die Eier in den übernommenen Nestern, woraufhin die Arbeiterinnen ihren eigenen, kleineren Nachwuchs aufziehen. Sie ist von Ende Juni bis Ende August aktiv und in ganz Europa beheimatet.

Rote Wespe (Vespula rufa)

Die Rote Wespe ist mit Arbeiterinnen von 10 bis 14 Millimetern und Königinnen von 16 bis 20 Millimetern eine mittelgroße Wespenart, die gelb-schwarz gestreift ist. Sie weist rote Kennzeichnungen an den vorderen Hinterleibssegmenten auf, die bei Königinnen weniger ausgeprägt sein können. Ihre Nester sind aschgrau, kugelig und weisen eine hell gestreifte Marmorierung auf, oft von Handballgröße. Sie nistet meist in unterirdischen Höhlen von Mäusen und Maulwürfen oder anderen dunklen Hohlräumen. Die Rote Wespe ist sehr friedlich, meidet Menschennähe und ist desinteressiert an Lebensmitteln, weshalb sie nicht als lästig empfunden wird. Sie ist von Mitte April bis Anfang September aktiv und in ganz Mitteleuropa verbreitet.

Vergleich der Kurzkopfwespen (Vespula)

ArtKörperlänge (Arbeiterin)Bevorzugte NeststandorteVerhalten gegenüber MenschenBesonderheit
Deutsche Wespe11-16 mmDunkle Hohlräume (Rollladenkästen, Dachböden)Lästig (Süßes), stichbereit bei BedrohungRautenzeichnung am Hinterleib
Gemeine Wespe11-16 mmUnterirdisch (Mäuse-/Maulwurfhöhlen), dunkle HohlräumeFriedlich, aber leicht reizbar, lästigBreiter schwarzer Strich am Stirnschild
Österreichische Wespe15-19 mm (Weibchen)Parasitär (Rote Wespe)Wenige Infos, SozialparasitDoppelt behaarte Hinterbeine
Rote Wespe10-14 mmUnterirdisch, dunkle HohlräumeSehr friedlich, meidet Menschennähe, nicht lästigRote Kennzeichnungen am Hinterleib

Feldwespen (Polistes) – Die eleganten Nestbauer

Feldwespen zeichnen sich durch ihren schlanken Körperbau und die charakteristische Flugweise aus, bei der sie ihre langen Beine herabhängen lassen. Ihre Nester sind oft offen und hüllenlos, was sie von anderen sozialen Wespen unterscheidet. Sie sind in der Regel ausgesprochen friedfertig.

Haus-Feldwespe (Polistes dominula)

Auch als "Gallische Feldwespe" bekannt, ist diese Art mit Arbeiterinnen von 13 bis 18 Millimetern und Königinnen von 18 Millimetern eine der größeren Feldwespen. Sie ist gelb-schwarz gestreift, mit zwei auffälligen gelben Flecken am Hinterleib und einem meist komplett gelben Kopfschild. Ihre Nester bestehen aus einer einzelnen Wabe ohne Nesthülle und sind oft handgroß. Sie werden meist frei hängend unter Dachpfannen oder Eternitdächern gebaut, bevorzugt an warmen, geschützten Plätzen. Die Haus-Feldwespe ist von April bis Oktober aktiv und ist seit einigen Jahren auch im Norden Deutschlands verbreitet. Ihr Verhalten ist ausgesprochen friedfertig.

Heide-Feldwespe (Polistes nimpha)

Diese Art erreicht eine Länge von bis zu 14 Millimetern (Arbeiterinnen) und 16 Millimetern (Königinnen). Sie ist gelb-schwarz gestreift, mit einem meist mit gelben Flecken versehenen schwarzen Thorax. Wie alle Feldwespen lassen ihre Beine beim Flug herab. Männchen haben grünlich-gelbe Facettenaugen. Ihre Nester sind meist einzelne, hüllenlose Waben aus Holzfasern und etwa 11 x 5 Zentimeter groß. Sie bevorzugt trocken-warme Standorte auf Rasen und Heiden oder in Pflanzenstängeln. Mit Staaten von 20 bis 40 Individuen ist sie ausgesprochen friedfertig und wenig angriffslustig. Sie ist von April bis September aktiv und hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa verbreitet.

Zierliche Feldwespe (Polistes bischoffi)

Die Zierliche Feldwespe ist eine kleinere Art, mit Arbeiterinnen und Königinnen von bis zu 14 Millimetern Länge. Sie ist gelb-schwarz gestreift, oft mit schwarzem Sternum, schwarzen Hüften und Hinterbeinen bei Weibchen, während Männchen gelbe bis orangefarbene Beine haben. Auch hier hängen die Beine beim Flug herab. Ihre Nester sind hüllenlose Einzelwaben aus Holzfasern und erreichen maximal 15 Zentimeter. Sie bevorzugt trockene-warme Standorte in Bodennähe, oft in dichtem Pflanzenwuchs. Ihre Staaten umfassen maximal 30 Arbeiterinnen. Sie ist ausgesprochen friedfertig und wenig angriffslustig, aktiv von April bis September und im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet.

Berg-Feldwespe (Polistes biglumis)

Die Berg-Feldwespe ist eine dunkel gefärbte Art, mit Arbeiterinnen von bis zu 14 Millimetern und Königinnen von bis zu 16 Millimetern. Das erste Hinterleibssegment ist meist schwarz mit einem gelben Fleck. Ihre Nester sind anfangs weißlich, später schwarz und können bis zu 100, maximal 150 Zellen umfassen. Sie bevorzugt trockene-warme Standorte in Bodennähe und dichten Pflanzenwuchs. Auch diese Art ist ausgesprochen friedfertig und wenig angriffslustig. Sie ist von Mai bis September aktiv und hauptsächlich im Süden Deutschlands zu finden.

Vergleich der Feldwespen (Polistes)

ArtKörperlänge (Königin)NesttypVerhalten gegenüber MenschenBesonderheit
Haus-Feldwespe18 mmEinzelne, hüllenlose WabeAusgesprochen friedfertigZwei auffällige gelbe Flecken am Hinterleib
Heide-Feldwespebis 16 mmEinzelne, hüllenlose WabeAusgesprochen friedfertig, wenig angriffslustigMännchen mit grünlich-gelben Facettenaugen
Zierliche Feldwespebis 14 mmEinzelne, hüllenlose WabeAusgesprochen friedfertig, wenig angriffslustigKleinste Feldwespe
Berg-Feldwespebis 16 mmWaben bis zu 150 ZellenAusgesprochen friedfertig, wenig angriffslustigDunkler gefärbt, hauptsächlich Süddeutschland

Hornissen (Vespa) – Die sanften Riesen

Hornissen sind die größten Vertreter der sozialen Wespen in Deutschland. Trotz ihrer beeindruckenden Größe und des lauten Fluggeräusches sind sie überraschend friedfertig und im Allgemeinen weniger aggressiv als die "lästigen" Kurzkopfwespen. Sie sind außerdem gesetzlich geschützt.

Hornisse (Vespa crabro)

Die Mitteleuropäische Hornisse ist die größte heimische Wespenart, mit Arbeiterinnen zwischen 20 und 25 Millimetern und Königinnen bis zu 35 Millimetern. Sie ist typisch gelb-schwarz gebändert am Hinterleib, mit kastanienbraunen Scheiteln, Wangen und Stirnfeldern. Hornissen ernähren sich auch von Fallobst und sind rundlicher geformt als andere Wespenarten. Ihre Nester, die bis zu 25 Zentimeter Durchmesser erreichen können, befinden sich an dunklen Plätzen wie Baumhöhlen oder Rollladenkästen. Sie bilden Staaten von 300 bis 600 Individuen und sind von Mai bis Ende Oktober aktiv. Hornissen sind sehr friedfertig und stechen nur zur Verteidigung in einem Umkreis von etwa fünf Metern um ihr Nest. Sie sind nicht lästig und überwiegend in Wäldern und auf Wiesen zu finden.

Asiatische Hornisse (Vespa velutina var. nigrithorax)

Die Asiatische Hornisse wurde erstmals 2014 in Europa entdeckt und ist seitdem auf dem Vormarsch, auch in Deutschland. Arbeiterinnen erreichen bis zu 24 Millimeter, Königinnen bis zu 30 Millimeter. Sie ist gelb-schwarz gestreift, mit schwarzer oder brauner Behaarung und einem meist komplett schwarzen Rumpf. Sie ist schlanker geformt als die heimische Hornisse und hat einen schwarzen Brustpanzer sowie einen verlängerten hinteren Kopfteil. Ihre Nester sind aus Holzfasern, kartonartig und von einer Nesthülle umgeben, oft frei hängend in zehn oder mehr Metern Höhe in Baumkronen oder hohen Gebäuden, aber auch unterirdisch. Staaten können 4.000 bis 10.000 Individuen umfassen. Sie ist von Mai bis September aktiv und ebenfalls als friedfertig beschrieben, es sei denn, ihr Nest wird bedroht.

Vergleich der Hornissen (Vespa)

ArtKörperlänge (Königin)Körperfarbe / MerkmaleNeststandorteVerhalten
Hornisse (Europäische)bis 35 mmGelb-schwarz, kastanienbrauner KopfDunkle Plätze (Baumhöhlen, Rollladenkästen)Friedfertig, sticht nur zur Verteidigung
Asiatische Hornissebis 30 mmGelb-schwarz, schwarzer Rumpf, schlankerBaumkronen, hohe Bauten, unterirdischFriedfertig, wenn nicht provoziert

Umgang mit Wespen – Wichtige Hinweise

Es ist entscheidend zu wissen, dass selbst die friedfertigsten Wespenarten aggressiv werden können, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen. Ein plötzliches Schlagen nach einer Wespe ist daher immer zu vermeiden, da dies einen Stich provozieren kann. Die meisten Arten sind an Süßspeisen oder menschlichen Aktivitäten nicht interessiert. Die als lästig empfundenen Arten, insbesondere die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, sind es, die sich an Kuchen, Getränken oder Grillgut vergreifen. Ein respektvoller Umgang und das Bewusstsein über die verschiedenen Arten und ihr Verhalten tragen maßgeblich zu einem harmonischen Miteinander bei. Wespen sind wichtige Glieder unseres Ökosystems, indem sie Schädlinge bekämpfen und zur Bestäubung beitragen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind alle Wespen in Deutschland lästig oder gefährlich?

Nein, ganz im Gegenteil. Von den Hunderten von Wespenarten in Deutschland sind die meisten Solitärwespen, die für den Menschen völlig ungefährlich sind und selten bemerkt werden. Selbst unter den staatenbildenden sozialen Wespen sind nur zwei Arten, die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, dafür bekannt, sich an menschlichen Speisen zu bedienen und als "lästig" empfunden zu werden. Die meisten anderen sozialen Wespenarten, wie die Langkopfwespen und Feldwespen, sind sehr friedfertig und meiden die Nähe des Menschen.

Wie kann ich eine Hornisse von einer Wespe unterscheiden?

Hornissen (Vespa crabro) sind deutlich größer und kräftiger gebaut als die meisten Wespenarten. Eine Hornissenkönigin kann bis zu 35 Millimeter lang werden, während die größten Wespenköniginnen (Deutsche und Gemeine Wespe) etwa 20 Millimeter erreichen. Hornissen haben zudem eine markante kastanienbraune Färbung am Kopf und Thorax, während die "lästigen" Wespenarten eine rein schwarz-gelbe Zeichnung aufweisen. Ihr Flug ist zudem lauter und behäbiger.

Was sollte ich tun, wenn ich ein Wespennest in meiner Nähe entdecke?

Zunächst ist es wichtig, die Art des Nestes und der Wespen zu identifizieren. Handelt es sich um friedliche Arten wie Feldwespen oder Sächsische Wespen, ist in der Regel kein Handlungsbedarf gegeben, solange das Nest nicht direkt stört oder eine Gefahr darstellt. Bei Nestern von Deutschen oder Gemeinen Wespen in unmittelbarer Nähe zu Wohnbereichen oder frequentierten Stellen sollte man Ruhe bewahren. Vermeiden Sie hektische Bewegungen und versuchen Sie nicht, das Nest selbst zu entfernen. Kontaktieren Sie bei Bedarf einen professionellen Schädlingsbekämpfer oder die örtliche Feuerwehr, die oft Beratungsdienste oder Unterstützung bei der Umsiedlung anbieten.

Warum interessieren sich manche Wespen für Süßigkeiten und andere nicht?

Das liegt an den unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen der Wespenarten. Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, die wir oft als lästig empfinden, benötigen im Spätsommer, wenn die Aufzucht der Brut nachlässt, vermehrt Kohlenhydrate (Zucker) als Energiequelle für die erwachsenen Tiere. Andere Arten, wie die Waldwespe oder die Rote Wespe, ernähren sich hauptsächlich von Insekten oder Nektar und sind daher nicht an unseren süßen Lebensmitteln interessiert.

Sind Kuckuckswespen gefährlich für den Menschen?

Kuckuckswespen, wie die Falsche Kuckuckswespe oder die Österreichische Wespe, sind Sozialparasiten und haben keine eigenen Arbeiterinnen. Sie sind für den Menschen nicht gefährlich. Ihr Stichapparat ist primär darauf ausgelegt, die Königin des Wirtsvolkes zu überwältigen, nicht zur Verteidigung gegen größere Lebewesen. Sie sind in der Regel sehr zurückhaltend und meiden den Kontakt zum Menschen.

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