Was ist der Unterschied zwischen einem spießgrill und einem drehspießgrill?

Marinieren ohne Tropfen: Grillgenuss pur!

21/03/2025

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Der verlockende Duft von gegrilltem Fleisch und Gemüse ist für viele der Inbegriff des Sommers. Eine gute Marinade ist dabei oft das Geheimnis für unvergleichlichen Geschmack und zartes Grillgut. Doch wer kennt es nicht? Sobald mariniertes Steak oder saftige Schnitzel auf den Rost gelegt werden, beginnt es zu tropfen. Fett und Flüssigkeit fallen direkt in die glühenden Kohlen, verursachen Stichflammen und können im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen. Was tun, um dieses Dilemma zu lösen und dennoch nicht auf den vollen Geschmack verzichten zu müssen?

Food-Bloggerin Anja Würfl von die-frau-am-grill.de weiß, wie wichtig Marinaden sind: „Marinieren hat ja den Sinn, dass man die Aromen rauskitzelt“, sagt sie. „Fett macht was mit der Oberfläche und es ist ein Geschmacksträger.“ Gewürze wie Curry entfalten ihr Aroma beispielsweise viel schöner in Öl. Das zeigt: Ganz auf Marinade zu verzichten, wäre ein großer Verlust für den Gaumen. Es gibt jedoch clevere Methoden, die Vorteile des Marinierens zu nutzen, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Kann man Marinade vor dem Grillen abtropfen lassen?
Generell gilt: Die Marinade vor dem Grillen gut abtropfen lassen sowie das marinierte Grillgut etwas abtupfen. Auf ein mehrfaches Einpinseln mit Fett während des Garens sollte man ohnehin grundsätzlich verzichten, sagt Anja Würfl. "Das ist gar nicht nötig, die Oberfläche des Grillguts ist vom Marinieren gesättigt genug."
Inhaltsverzeichnis

Warum tropfende Marinade ein Problem ist

Wenn Fett und Marinadenreste in die heiße Glut fallen, verbrennen sie nicht einfach. Stattdessen entstehen dabei sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese Stoffe gelten als krebserregend und können sich auf der Oberfläche des Grillguts ablagern. Neben dem Gesundheitsrisiko stören die herabtropfenden Flüssigkeiten auch den Grillvorgang erheblich. Stichflammen entstehen, die das Grillgut verbrennen und ungleichmäßig garen lassen. Das Ergebnis ist oft außen verkohlt und innen noch roh – ein Albtraum für jeden Grillliebhaber. Eine Kontrolle der Gartemperatur wird unter diesen Bedingungen fast unmöglich.

Die Kunst des indirekten Grillens

Eine der effektivsten Methoden, um das Tropfen von Marinade zu verhindern und gleichzeitig ein perfekt gegartes Ergebnis zu erzielen, ist das indirekte Grillen. Bei dieser Technik wird das Grillgut nicht direkt über der Hitzequelle platziert, sondern daneben. Anja Würfl empfiehlt, mariniertes Fleisch oder Gemüse in einer indirekten Zone zu grillen. Das bedeutet, dass ein bestimmter Bereich unter dem Rost nicht mit Kohle belegt wird und das Grillgut genau darüber platziert wird. Die Hitze zirkuliert wie in einem Umluftherd um das Gargut herum, wodurch es gleichmäßig und schonend gart, ohne direkten Kontakt mit Flammen oder tropfendem Fett. Dies ist besonders vorteilhaft bei größeren Fleischstücken oder empfindlichem Gemüse, da es ein langsames Garen ermöglicht und die Marinade Zeit hat, sich am Grillgut festzusetzen.

Eine weitere Variante des indirekten Grillens besteht darin, das Grillgut zunächst für eine Weile im indirekten Bereich zu garen. In dieser Phase kann die Marinade schon etwas „festbacken“ oder reduzieren, sodass sie weniger tropft. Anschließend kann das Grillgut für die gewünschte Röstung und die charakteristischen Grillstreifen kurz über direkter Hitze fertiggegrillt werden. Diese Methode kombiniert die Vorteile des langsamen Garens mit dem gewünschten Röstaroma und der Kruste, die viele am direkten Grillen so schätzen.

Sämige Marinaden selbst gemacht: Weniger Tropfen, mehr Geschmack

Wer seine Marinade selbst zubereitet, hat die volle Kontrolle über die Konsistenz. Eine sämigere Marinade haftet besser am Grillgut und tropft somit deutlich weniger ab. Das Geheimnis liegt in der Wahl der Zutaten und deren Verhältnis. Die Zugabe von Bindemitteln wie Senf oder Honig kann Wunder wirken. Diese Zutaten sind nicht nur hervorragende Geschmacksträger, sondern helfen auch, die Marinade zu verdicken und am Grillgut zu halten. Zudem kann man den Ölanteil reduzieren und stattdessen mehr Trockengewürze verwenden, die ebenfalls zur Sämigkeit beitragen und intensive Aromen liefern.

Hier sind zwei erprobte Rezeptbeispiele von Anja Würfl, die zeigen, wie man köstliche, sämige Marinaden für acht Chicken Wings zubereitet. Die Zutaten werden einfach miteinander verrührt, und das Grillgut mariniert darin für zwei Stunden im Kühlschrank. Danach werden die Wings auf 180 Grad vorgeheizter, indirekter Hitze etwa 25 Minuten gegrillt und anschließend kurz rundherum bei direkter Hitze „bis zur gewünschten Röstung anknuspern“.

Marinade mit Trockengewürzen und Öl

  • 2 TL Salz
  • 1 TL brauner Zucker
  • 1 TL gemahlener Pfeffer
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 8 EL Rapsöl

Diese Marinade besticht durch ihre würzige Tiefe und die harmonische Kombination aus süßen, salzigen und erdigen Noten. Das Rapsöl dient als Geschmacksträger und hilft, die Gewürze am Fleisch zu binden, während die Trockengewürze für eine schöne Textur sorgen.

Whisky-Marinade

  • 50 ml Whisky
  • 3 EL flüssiger Honig
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 3 klein gehackte Knoblauchzehen
  • 5 EL Sojasoße
  • 50 ml Olivenöl

Die Whisky-Marinade bietet ein einzigartiges Aroma, das süßliche, rauchige und umami-Noten vereint. Der Honig und der Senf tragen maßgeblich zur Sämigkeit bei, während der Whisky dem Fleisch eine besondere Tiefe verleiht. Die Sojasoße sorgt für Umami und eine schöne Bräunung.

Abtropfen und Abtupfen: Einfache Schritte, große Wirkung

Unabhängig von der Konsistenz der Marinade gilt generell: Bevor das marinierte Grillgut auf den Rost kommt, sollte die Marinade gut abtropfen dürfen. Ein Küchensieb oder ein Gitterrost kann hier gute Dienste leisten. Anschließend ist es ratsam, das marinierte Grillgut mit Küchenpapier leicht abzutupfen. Dies entfernt überschüssige Flüssigkeit auf der Oberfläche, die sonst direkt in die Glut tropfen würde. Ein leicht feuchtes, aber nicht nasses Grillgut ermöglicht zudem eine bessere Maillard-Reaktion, also die Bildung einer appetitlichen Kruste und intensiver Röstaromen.

Anja Würfl betont, dass ein mehrfaches Einpinseln mit Fett während des Garens ohnehin nicht nötig ist: „Das ist gar nicht nötig, die Oberfläche des Grillguts ist vom Marinieren gesättigt genug.“ Das ständige Nachpinseln führt nur zu unnötigem Tropfen und erhöht das Risiko von Stichflammen und PAK-Bildung.

Alternativen zum Marinieren: Rubs und Grillgut in Schalen

Nicht jedes Grillgut benötigt eine flüssige Marinade. Für Fleischsorten, die von Natur aus fetter sind, wie zum Beispiel Schweinenacken, empfiehlt sich das sogenannte „trockene Marinieren“ oder Rubben. Dabei wird das Fleisch lediglich gründlich mit einer Mischung aus Trockengewürzen eingerieben. Das Fett des Fleisches dient hierbei als Bindemittel für die Gewürze, und es tropft praktisch nichts in die Glut. Rubs eignen sich hervorragend, um eine würzige Kruste zu bilden und dem Fleisch eine intensive Geschmacksnote zu verleihen, ohne die Risiken flüssiger Marinaden einzugehen. Für magere Hähnchenteile ist diese Methode jedoch weniger geeignet, da sie von der zusätzlichen Feuchtigkeit und dem Fett einer Marinade profitieren.

Eine weitere praktikable Möglichkeit, Fetttropfen von mariniertem Grillgut in der Glut zu vermeiden, ist die Zubereitung auf einer Grillplatte, einer Grillmatte oder in Grillschalen. Diese Hilfsmittel fangen die abtropfende Flüssigkeit auf und verhindern, dass sie in die Glut gelangt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät hierbei jedoch zu Materialien wie Edelstahl oder Keramik.

Vorsicht bei Aluminium-Grillschalen

Alu-Grillschalen sind für mariniertes Grillgut nur bedingt geeignet. Durch den Einfluss von Säure (z.B. aus Essig oder Zitrone in der Marinade) und Salz kann Aluminium ins Grillgut übergehen. Dies kann gesundheitlich bedenklich sein. Wenn Sie dennoch eine Alu-Schale verwenden möchten, sollten Sie das Grillgut erst nach dem Grillen salzen und würzen, um die Reaktion zu minimieren. Besser ist es jedoch, auf unbedenklichere Materialien wie Edelstahl oder Keramik zurückzugreifen, die keine unerwünschten Stoffe abgeben.

Vergleich der Methoden zur Vermeidung von Tropfen

MethodeVorteileNachteileIdeal für
Indirektes GrillenGleichmäßiges Garen, keine Stichflammen, gesünder, Marinade backt an.Längere Garzeit, erfordert Grill mit Deckel und Zonenaufteilung.Größere Stücke, empfindliches Gemüse, generell mariniertes Gut.
Sämige MarinadenHaftet besser, weniger Tropfen, voller Geschmack.Erfordert Selbermachen der Marinade, nicht immer für alle Rezepte passend.Hähnchenflügel, Rippchen, Gemüse.
Abtropfen/AbtupfenEinfach, schnell, reduziert Tropfen sofort, fördert Krustenbildung.Erfordert zusätzlichen Arbeitsschritt, entfernt nur Überschuss.Alle marinierten Grillgüter.
Rubs (Trockenmarinade)Kein Tropfen, intensive Kruste, ideal für fettigere Stücke.Weniger Feuchtigkeit und Zartheit als flüssige Marinade, nicht für mageres Fleisch.Schweinenacken, Rinderbrust, Lamm.
Grillschalen/PlattenFängt Tropfen zuverlässig auf, schützt vor Anbrennen, vielseitig einsetzbar.Benötigt zusätzliches Equipment, kann Röstaromen leicht reduzieren (je nach Material).Kleinteile, Gemüse, Fisch, empfindliches Grillgut.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich Marinade vor dem Grillen immer abtupfen?

Es ist sehr empfehlenswert, Marinade vor dem Grillen immer gut abtropfen zu lassen und das Grillgut dann leicht abzutupfen. Dies minimiert das Risiko von Stichflammen und der Bildung schädlicher Stoffe. Es sorgt zudem für eine bessere Krustenbildung und gleichmäßigere Garung.

Kann ich Fleisch auch ohne Marinade grillen?

Ja, absolut! Viele Fleischsorten, insbesondere hochwertige Steaks, schmecken pur, nur mit Salz und Pfeffer gewürzt, hervorragend. Hier kommt es auf die Qualität des Fleisches an. Alternativ können Sie auch Rubs (Trockenmarinaden) verwenden, die dem Fleisch eine intensive Würze verleihen, ohne zu tropfen.

Wie lange sollte ich mein Grillgut marinieren?

Die Marinierzeit hängt stark vom Grillgut und der Marinade ab. Hähnchen oder Fisch benötigen oft nur 30 Minuten bis 2 Stunden. Dickere Fleischstücke wie Steaks oder Braten können 4 bis 24 Stunden, manchmal sogar länger, im Kühlschrank marinieren. Säurehaltige Marinaden sollten nicht zu lange einwirken, da sie das Fleisch zäh machen können.

Welche Öle eignen sich am besten für Marinaden?

Pflanzliche Öle mit hohem Rauchpunkt wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl sind ideal für Marinaden, da sie hohen Temperaturen standhalten. Olivenöl kann ebenfalls verwendet werden, besonders für Marinaden, die später indirekt gegrillt werden, da sein Rauchpunkt etwas niedriger ist.

Ist es sicher, Marinade wiederzuverwenden?

Nein, niemals! Marinade, in der rohes Fleisch oder Fisch eingelegt war, sollte niemals wiederverwendet oder zum Bepinseln während des Grillens genutzt werden. Sie kann Bakterien enthalten, die durch das Erhitzen auf dem Grillgut nicht abgetötet werden. Verwenden Sie immer frische Marinade zum Bepinseln oder zum Servieren.

Fazit

Das Grillen von mariniertem Gut muss keine Herausforderung sein, die mit rauchender Glut und gesundheitlichen Bedenken einhergeht. Mit den richtigen Techniken und ein wenig Vorbereitung können Sie den vollen Geschmack Ihrer Marinaden genießen, ohne Kompromisse bei der Gesundheit oder dem Grillvergnügen einzugehen. Ob Sie sich für das schonende indirekte Grillen entscheiden, Ihre Marinaden selbst sämiger gestalten, das Grillgut sorgfältig abtupfen oder auf clevere Alternativen wie Rubs und Grillschalen zurückgreifen – die Möglichkeiten sind vielfältig. Experimentieren Sie und finden Sie die Methode, die am besten zu Ihnen und Ihrem Grillgut passt. So steht einem sicheren, gesunden und vor allem leckeren Grillvergnügen nichts mehr im Wege!

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