28/02/2024
Der Duft von frisch gebackener Pizza, knuspriger Boden, saftiger Belag – ein Traum, den viele mit einem traditionellen Steinofen verbinden. Doch was, wenn man keinen solchen Ofen besitzt? Die gute Nachricht ist: Dein Gasgrill kann das auch! Mit dem richtigen Zubehör und ein paar einfachen Tricks verwandelst du deinen Grill in eine vollwertige Pizzabackstation. Der Schlüssel dazu ist ein hochwertiger Pizzastein, der die Hitze speichert und gleichmäßig abgibt, während die heiße Umluft deines Gasgrills den Belag perfekt gart. Bereite dich darauf vor, deine Familie und Freunde mit hausgemachter Pizza zu begeistern, die wie aus der besten Pizzeria schmeckt.

Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du das Beste aus deinem Gasgrill herausholst und Pizzen backst, die außen knusprig und innen herrlich luftig sind. Es ist einfacher, als du denkst!
Dein Gasgrill als Pizzaofen: Das Prinzip
Ein Gasgrill bietet ideale Bedingungen für das Pizzabacken, die denen eines professionellen Pizzaofens sehr nahekommen. Die geschlossene Haube erzeugt eine Art Konvektionsofen, in dem die Hitze gleichmäßig zirkuliert. In Kombination mit einem Pizzastein, der als Hitzespeicher fungiert, entsteht eine perfekte Umgebung für die Pizza. Der Stein nimmt die hohe Temperatur auf und gibt sie direkt an den Pizzaboden ab, was für die typische Knusprigkeit sorgt. Gleichzeitig gart die hohe Umlufttemperatur im Garraum den Belag von oben. Dieses Zusammenspiel ist entscheidend für das authentische Pizzaerlebnis.
Der Pizzastein: Das Herzstück für perfekte Pizza
Nicht jeder Pizzastein ist gleich. Sie unterscheiden sich hauptsächlich im Material, was sich auf ihre Wärmespeicherung und Haltbarkeit auswirkt. Die gängigsten Materialien sind Cordierit, Schamotte und Keramik.
| Material | Vorteile | Nachteile | Empfehlung für Gasgrill |
|---|---|---|---|
| Cordierit | Hervorragende Wärmespeicherung, hohe Temperaturbeständigkeit, unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen, rissbeständig. | Etwas höherer Preis. | Sehr empfehlenswert – die beste Wahl für Gasgrills. |
| Schamotte | Gute Wärmespeicherung, günstiger. | Kann bei schnellen Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit zum Reißen neigen, poröser. | Akzeptabel, erfordert jedoch vorsichtigeren Umgang. |
| Keramik | Oft dünner, heizt schnell auf, leicht. | Geringere Wärmespeicherung, zerbrechlicher, nicht immer für die extrem hohen Temperaturen geeignet. | Weniger ideal für die hohen Temperaturen und die dauerhafte Nutzung auf dem Gasgrill. |
Für den Gasgrill ist ein Pizzastein aus Cordierit oft die beste Wahl, da er die nötige Hitzebeständigkeit und Speicherkapazität bietet, um Pizzen bei hohen Temperaturen schnell und gleichmäßig zu backen.
Pizza backen im Gasgrill – Schritt für Schritt Anleitung
1. Den Pizzastein richtig vorbereiten – Vor der ersten Benutzung
Bevor du das erste Mal eine Pizza auf deinem neuen Pizzastein backst, gibt es ein paar wichtige Punkte zu beachten, um seine Langlebigkeit zu gewährleisten und optimale Backergebnisse zu erzielen. Lies immer die Anleitung deines spezifischen Pizzasteins, da es kleine Unterschiede geben kann.
- Reinigung: Wische den neuen Pizzastein vor der ersten Benutzung mit einem leicht feuchten Tuch ab. Achte darauf, dass das Tuch wirklich nur leicht feucht ist.
- Trocknen: Lasse den Stein nach dem Abwischen vollständig an der Luft trocknen. Dies ist ein entscheidender Schritt!
- Wichtig: Niemals mit viel Wasser abspülen oder nass reinigen! Pizzasteine sind porös und speichern Feuchtigkeit. Wenn du einen feuchten Stein aufheizt, dehnt sich das eingeschlossene Wasser explosionsartig aus, was dazu führen kann, dass der Stein platzt. Diese Vorsichtsmaßnahme ist für die Sicherheit und Haltbarkeit deines Steins unerlässlich.
Mehr Vorkehrungen sind vor der ersten Benutzung normalerweise nicht notwendig. Der Stein ist nun bereit für seinen Einsatz.
2. Den Pizzastein im Gasgrill vorheizen
Das Vorheizen des Pizzasteins ist der vielleicht wichtigste Schritt für eine perfekte Pizza. Er muss die optimale Temperatur erreichen, um den Pizzaboden sofort kross zu backen.
- Platzierung: Lege den Pizzastein mittig auf den Grillrost deines Gasgrills. Bei eckigen Steinen achte darauf, genügend Abstand zu den Rändern zu lassen (mindestens 2 cm zu allen Seiten). Die Hitze muss im Garraum optimal zirkulieren können, um gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen und Hitzeschäden am Stein zu vermeiden.
- Brenner-Einstellung:
- Bei einem Gasgrill mit drei Brennern: Schalte alle Brenner auf hoher Stufe ein. Platziere den Pizzastein mittig über dem mittleren Brenner.
- Bei einem Gasgrill mit zwei Brennern: Schalte ebenfalls beide Brenner auf volle Leistung. Platziere den Pizzastein so, dass er mittig über einem der Brenner liegt.
- Heckbrenner (falls vorhanden): Einen eventuell vorhandenen Heckbrenner kannst du zusätzlich zum Überbacken des Belags verwenden. Wenn du den Heckbrenner nutzt, musst du die unteren Grillflächenbrenner ausschalten, da es sonst zu einer Überhitzung im Garraum kommen kann. Drehe die Pizza dann später, nach der Hälfte der Backzeit, um eine gleichmäßige Bräunung zu gewährleisten.
- Aufheizzeit: Plane etwa 15-20 Minuten Aufheizzeit ein.
- Temperaturkontrolle: Der beste Weg, die Temperatur des Pizzasteins zu überprüfen, ist mit einem Infrarotthermometer. Der Stein sollte eine Temperatur von ca. 280°C bis 300°C aufweisen, bevor du die erste Pizza auflegst. Diese hohe Starttemperatur ist entscheidend für den 'Ofenfrisch'-Effekt.
3. Pizza auf dem Pizzastein backen
Während der Pizzastein aufheizt, kannst du deine Pizzen vorbereiten. Ein guter Pizzateig ist die halbe Miete. Rolle den Teig dünn aus und bestreue die Unterseite großzügig mit Mehl oder feinem Hartweizengrieß. Dies verhindert, dass der Teig am Pizzaschieber kleben bleibt und erleichtert das Aufnehmen und spätere Schieben auf den heißen Stein.

- Brenner-Anpassung: Sobald der Pizzastein die optimale Temperatur erreicht hat (280-300°C), reduziere die Hitze der Brenner. Den Brenner direkt unter dem Stein stellst du auf niedrige Stufe herunter, die übrigen Brenner auf mittlere Leistung. Dies verhindert, dass der Boden zu schnell verbrennt, während der Belag noch gart.
- Pizza auflegen: Verwende einen Pizzaschieber, um die vorbereitete Pizza vorsichtig auf den heißen Pizzastein zu schieben. Sei dabei vorsichtig und berühre niemals den heißen Stein direkt!
- Deckel schließen: Sobald die Pizza auf dem Stein liegt, schließe den Deckel deines Gasgrills. Die Hitze im Garraum kann nun optimal zirkulieren und die Pizza von allen Seiten garen.
- Backzeit: Die Backzeit variiert je nach Teigdicke, Belag und der genauen Temperatur deines Grills, liegt aber in der Regel bei nur 3-5 Minuten. Für die erste Pizza empfiehlt es sich, nach etwa 2-3 Minuten einen kurzen Blick unter den Deckel zu werfen, um ein Gefühl für die Backgeschwindigkeit deines Grills zu bekommen. Die Pizza ist fertig, wenn der Rand goldbraun und knusprig ist und der Käse schön geschmolzen und leicht gebräunt ist.
4. Pizza herunternehmen und genießen
Wenn die Pizza perfekt aussieht – knusprig, goldbraun und unwiderstehlich – nimmst du sie vorsichtig mit dem Pizzaschieber vom Stein. Lege sie auf ein Schneidebrett, schneide sie in Stücke und verfeinere sie eventuell noch mit frischen Kräutern wie Basilikum, etwas Olivenöl oder Gewürzöl. Sofort heiß servieren und genießen!
Bevor du die nächste Pizza backst, lasse den Pizzastein für einige Minuten (ca. 5-10 Minuten) wieder aufheizen, um sicherzustellen, dass er die nötige Temperatur für den nächsten Boden erreicht hat. Dies ist wichtig, um die gleichbleibend hohe Qualität jeder Pizza zu gewährleisten.
Mehr als nur Pizza: Vielfältige Einsatzmöglichkeiten des Pizzasteins
Dein Pizzastein ist ein echtes Multitalent! Wenn du ihn einmal für deinen Gasgrill angeschafft hast, eröffnen sich dir viele weitere kulinarische Möglichkeiten. Du kannst nicht nur authentische italienische Pizzen zaubern, sondern auch:
- Flammkuchen: Mit hauchdünnem Teig und herzhaftem Belag gelingen Flammkuchen auf dem Pizzastein perfekt kross und aromatisch.
- Brot und Brötchen: Backe knusprige Brote oder frische Brötchen mit einer wunderbar krossen Kruste. Der Stein sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung und ein Backergebnis wie aus dem Steinbackofen.
- Focaccia oder andere Fladenbrote: Auch hier profitierst du von der direkten Hitze des Steins, die für eine tolle Textur sorgt.
Der Pizzastein ist somit eine lohnende Investition, die dein Grillerlebnis um ein Vielfaches erweitert und dir ermöglicht, Backwaren mit einer unvergleichlichen Knusprigkeit herzustellen.
Häufig gestellte Fragen zum Pizzabacken auf dem Gasgrill
Welcher Pizzastein für den Gasgrill ist der beste?
Der beste Pizzastein für den Gasgrill ist in der Regel einer aus Cordierit. Dieses Material ist besonders hitzebeständig und widerstandsfähig gegen Temperaturschwankungen, was das Risiko des Platzens minimiert. Wichtig ist auch die Passform: Der Stein sollte mindestens 2 cm Abstand zu allen Seiten des Grillrostes haben, damit die Hitze optimal zirkulieren kann und der Stein nicht überhitzt. Eine gute Wärmespeicherung ist entscheidend für einen knusprigen Boden.
Wie lange muss man einen Pizzastein auf dem Gasgrill vorheizen?
Du solltest den Pizzastein auf deinem Gasgrill mindestens 15-20 Minuten lang vorheizen. Das Ziel ist, dass der Stein eine Temperatur von mindestens 280°C bis 300°C erreicht. Diese Temperatur misst du am besten mit einem Infrarotthermometer direkt auf der Oberfläche des Steins. Ein ausreichend vorgeheizter Stein ist der Schlüssel zu einem perfekt krossen Pizzaboden.
Wie benutzt man einen Pizzastein auf dem Gasgrill?
Die Nutzung eines Pizzasteins auf dem Gasgrill ist einfach: Zuerst heizt du den Stein auf dem Grill bei voller Brennerleistung auf 280-300°C vor. Sobald die Temperatur erreicht ist, reduzierst du die Brennerleistung unter dem Stein. Dann schiebst du die belegte Pizza mit einem Pizzaschieber auf den heißen Stein und schließt den Deckel. Die Pizza ist in der Regel nach 3-5 Minuten fertig, wenn sie knusprig und der Käse geschmolzen ist. Verwende immer einen Pizzaschieber, da der Stein extrem heiß ist.
Wie reinige ich einen Pizzastein?
Die Reinigung eines Pizzasteins ist unkompliziert. In der Regel reicht es aus, den Stein nach dem vollständigen Abkühlen (niemals heiß reinigen!) mit einer Bürste gründlich abzubürsten, um lose Speisereste oder Mehl zu entfernen. Eingebrannte Flecken oder Verkrustungen kannst du vorsichtig mit feinem Schleifpapier abschleifen. Ganz wichtig: Benutze niemals Wasser oder Spülmittel zur Reinigung, da der Stein Feuchtigkeit aufnimmt und beim nächsten Aufheizen platzen könnte. Eine gewisse Patina auf dem Stein ist normal und beeinträchtigt die Funktion nicht.
Kann ich Backpapier auf dem Pizzastein benutzen?
Es wird dringend empfohlen, kein Backpapier auf dem Pizzastein zu verwenden. Die hohen Temperaturen von 250°C und mehr, die für das Pizzabacken benötigt werden, können dazu führen, dass Backpapier schnell verbrennt, qualmt oder sogar Feuer fängt, da die meisten Papiere nur bis etwa 220°C hitzebeständig sind. Zudem verhindert Backpapier den direkten Kontakt zwischen dem Teig und der heißen Steinoberfläche, was für die Entwicklung einer optimal knusprigen Unterseite unerlässlich ist. Um ein Ankleben der Pizza zu verhindern, solltest du stattdessen ausreichend Mehl oder Hartweizengrieß auf den Pizzaschieber und den Teigboden geben.
Fazit: Pizza vom Gasgrill – Ein Genuss ohne Kompromisse
Das Pizzabacken auf dem Gasgrill mit einem Pizzastein ist eine fantastische Alternative zum traditionellen Pizzaofen. Mit den richtigen Vorbereitungen, der passenden Temperaturkontrolle und ein wenig Übung zauberst du Pizzen, die mit ihrer knusprigen Kruste und dem saftigen Belag selbst anspruchsvollste Pizza-Liebhaber überzeugen werden. Es ist nicht nur eine praktische Lösung, sondern auch ein Erlebnis, das Freude bereitet und deine Grillabende um eine köstliche Dimension erweitert. Experimentiere mit verschiedenen Teigen und Belägen, und finde deine persönliche Lieblingspizza, die direkt von deinem Grill kommt!
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