24/01/2022
Die Frage, wie oft man neue Grillen kaufen muss, beschäftigt viele Tierhalter, die auf diese lebhaften Insekten als Futtertiere angewiesen sind. Ob für Reptilien, Amphibien, Vögel oder Spinnen – Grillen sind eine wichtige Nahrungsquelle. Doch der regelmäßige Gang zum Zoohandel oder die Online-Bestellung kann auf Dauer kostspielig und zeitaufwendig sein. Was wäre, wenn Sie diesen Kreislauf durchbrechen und eine nachhaltige Quelle für frische Grillen direkt bei sich zu Hause etablieren könnten? Die Antwort liegt in der Grillenzucht.

Das Züchten von Grillen ist nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, Kosten zu sparen und die Qualität der Futtertiere zu kontrollieren, sondern bietet auch eine bequeme und ständige Verfügbarkeit. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, ob der Vorrat reicht oder wann die nächste Lieferung ankommt, können Sie einfach auf Ihre eigene, florierende Grillenkolonie zurückgreifen. Aber wie funktioniert das genau, und welche Schritte sind notwendig, um eine erfolgreiche Zucht aufzubauen?
- Warum Grillen selbst züchten? Die Vorteile auf einen Blick
- Die Grundlagen der Grillenzucht: Was Sie benötigen
- Der Zuchtzyklus: Vom Ei zur Grille – Schritt für Schritt
- Häufige Probleme und ihre Lösungen
- Wann ist es doch notwendig, Grillen zu kaufen?
- Häufig gestellte Fragen zur Grillenzucht
- Fazit: Nachhaltigkeit und Kontrolle durch Eigenzucht
Warum Grillen selbst züchten? Die Vorteile auf einen Blick
Bevor wir uns den praktischen Aspekten widmen, lassen Sie uns kurz die überzeugenden Argumente für die Eigenzucht beleuchten. Die Frage "Wie oft sollte man neue Grillen kaufen?" wird sich schnell erübrigen, wenn Sie die Vorteile einer eigenen Zucht erkennen:
- Kosteneffizienz: Der größte Vorteil ist die massive Kostenersparnis. Einmal in die Erstausstattung investiert, sind die laufenden Kosten für Futter und Substrat minimal im Vergleich zum regelmäßigen Kauf.
- Qualitätskontrolle: Sie bestimmen, was Ihre Grillen fressen. Dies stellt sicher, dass Ihre Futtertiere nahrhaft und frei von Pestiziden oder anderen schädlichen Substanzen sind, die in kommerziellen Zuchten vorkommen könnten. Gesunde Futtertiere bedeuten gesündere Haustiere.
- Ständige Verfügbarkeit: Nie wieder leere Grillendosen! Ihre eigene Zucht garantiert eine kontinuierliche Versorgung, wann immer Sie diese benötigen. Das ist besonders praktisch bei spontanem Bedarf oder wenn Geschäfte geschlossen sind.
- Frische und Vitalität: Selbst gezüchtete Grillen sind in der Regel vitaler und aktiver, was den Jagdinstinkt Ihrer Haustiere fördert und eine natürliche Bereicherung darstellt.
- Nachhaltigkeit: Sie reduzieren Ihren ökologischen Fußabdruck, indem Sie Transportwege minimieren und weniger Verpackungsmaterial verbrauchen.
Es wird schnell klar, dass die Eigenzucht die Häufigkeit des Neukaufs drastisch reduziert, oft bis auf null, sobald Ihre Kolonie stabil ist.
Die Grundlagen der Grillenzucht: Was Sie benötigen
Für eine erfolgreiche Grillenzucht benötigen Sie nur wenige grundlegende Dinge. Die Einrichtung ist relativ einfach und erfordert keinen großen Aufwand:
- Zuchtbehälter: Ein großes Faunarium, ein altes Aquarium oder eine geräumige Plastikbox mit Belüftungslöchern eignen sich hervorragend. Wichtig ist eine gute Belüftung, um Schimmelbildung und Geruch zu vermeiden. Ein Deckel ist unerlässlich, um das Entweichen der Grillen zu verhindern.
- Substrat für die Eiablage: Dies ist das Herzstück der Zucht. Ein Behälter (ca. 10-15 cm tief) gefüllt mit feuchtem, sterilem Kokoshumus oder ungedüngter Blumenerde ist ideal. Der Humus sollte locker und leicht feucht sein, damit die Weibchen ihre Eier ablegen können.
- Wärmequelle: Grillen gedeihen bei Temperaturen zwischen 28°C und 32°C. Eine Heizmatte unter einem Teil des Behälters oder eine kleine Wärmelampe können die nötige Temperatur bereitstellen.
- Versteckmöglichkeiten: Eierkartons, Toilettenpapierrollen oder zerknülltes Zeitungspapier bieten den Grillen Schutz und Klettermöglichkeiten. Dies reduziert Stress und Aggressionen unter den Tieren.
- Futter und Wasser: Grillen sind Allesfresser. Sie können mit Haferflocken, Weizenkleie, Fischfutterflocken, aber auch frischem Gemüse und Obst (Karotten, Äpfel, Salat) gefüttert werden. Wasser sollte über Wassergele oder feuchte Watte angeboten werden, um ein Ertrinken zu verhindern. Eine flache Schale mit feuchten Karottenstücken ist auch eine gute Quelle für Flüssigkeit und Nahrung.
Der Zuchtzyklus: Vom Ei zur Grille – Schritt für Schritt
Der Lebenszyklus einer Grille ist faszinierend und relativ kurz, was eine schnelle Vermehrung ermöglicht. Hier erfahren Sie, wie Sie den Prozess der Eiablage und des Schlüpfens optimal unterstützen:
Paarung und Eiablage
Sobald Ihre Grillen ausgewachsen sind und sich in ihrem neuen Zuhause wohlfühlen, beginnen sie mit der Paarung. Wenn Sie ihnen genügend Futter, Wasser und Wärme anbieten und Ihre Grillen glücklich sind, werden sie sich reichlich vermehren. Lassen Sie ihnen etwa zwei Wochen Zeit, sich zu paaren und die Eier in dem Humus abzulegen. Die Grillenweibchen werden etwa 2,5 cm tief in den Humus graben, um ihre Eier abzulegen. Nach diesen zwei Wochen wird die obere Schicht der Erde mit kleinen, länglichen Eiern bedeckt sein, die etwa die Größe von der Hälfte eines Reiskorns haben.
Pflege der Eier und Inkubation
Während Sie darauf warten, dass Ihre Grillen Eier legen, müssen Sie sorgfältig darauf achten, den Boden feucht zu halten. Die Eier, die vollständig austrocknen, sind verkümmert und somit wertlos. Füllen Sie einen Vernebler mit gefiltertem Wasser und sprühen Sie die Erde regelmäßig ein, um sicherzustellen, dass sie durch die Wärme nicht vollständig austrocknet. Dies ist entscheidend für den Erfolg der Grillenzucht. Die Feuchtigkeit muss konstant bleiben, aber Staunässe sollte vermieden werden, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Nach den zwei Wochen der Eiablage nehmen Sie diese Schicht vorsichtig ab und setzen Sie sie in einen separaten Brutbehälter. Dieser sollte ebenfalls mit feuchtem Substrat gefüllt und warm gehalten werden (ca. 28-30°C). Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur und Art etwa 10 bis 14 Tage. Während dieser Zeit ist es weiterhin wichtig, das Substrat feucht zu halten, ohne es zu durchnässen.
Schlüpfen und Aufzucht der Nymphen
Nach der Inkubationszeit schlüpfen winzige Grillennymphen, oft auch als "Pinheads" bezeichnet. Diese sind extrem klein und anfällig. Sie benötigen sofort Zugang zu Wasser und Futter. Bieten Sie ihnen sehr feines Futter wie zerriebene Haferflocken oder spezielles Grillenfutter für Nymphen an. Auch hier sind Wassergele oder feuchte Karottenstücke besser als offenes Wasser, um ein Ertrinken der winzigen Tiere zu verhindern.
Der Brutbehälter sollte gut belüftet sein, aber auch eine höhere Luftfeuchtigkeit aufweisen als der Behälter für die erwachsenen Grillen. Während die Nymphen wachsen, häuten sie sich mehrmals. Mit jedem Häutungszyklus werden sie größer, bis sie schließlich die Erwachsenengröße erreichen und selbst wieder Eier legen können.
Häufige Probleme und ihre Lösungen
Auch wenn die Grillenzucht relativ unkompliziert ist, können hin und wieder Probleme auftreten. Hier sind einige der häufigsten und wie Sie damit umgehen können:
| Problem | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Geringe Eiablage | Zu wenig Feuchtigkeit, falsche Temperatur, zu wenig Platz für Weibchen, schlechte Ernährung | Substrat feuchter halten, Temperatur prüfen (28-32°C), mehr Eiablagebehälter anbieten, abwechslungsreicher füttern |
| Grillen sterben schnell | Schlechte Belüftung, zu hohe/niedrige Temperatur, zu viel Feuchtigkeit, Mangel an Futter/Wasser, Krankheiten | Belüftung verbessern, Temperatur anpassen, Staunässe vermeiden, konstante Futter- & Wasserversorgung, gründliche Reinigung |
| Starker Geruch | Schlechte Belüftung, Futterreste, tote Grillen, feuchtes Substrat | Regelmäßig reinigen, Futterreste entfernen, tote Grillen sofort entfernen, Substrat bei Bedarf wechseln, Belüftung optimieren |
| Kannibalismus | Wassermangel, Proteinmangel, Überbevölkerung | Immer ausreichend Wasser und proteinreiches Futter (z.B. Fischfutter) anbieten, Behälter nicht überfüllen, genügend Verstecke bereitstellen |
Wann ist es doch notwendig, Grillen zu kaufen?
Obwohl eine erfolgreiche Grillenzucht Ihren Bedarf an Neukäufen erheblich reduziert, gibt es dennoch einige Situationen, in denen der Kauf von Grillen sinnvoll oder sogar notwendig sein kann:
- Start einer neuen Kolonie: Um überhaupt mit der Zucht beginnen zu können, benötigen Sie eine Ausgangspopulation von gesunden Grillen. Es empfiehlt sich, eine Mischung aus adulten Männchen und Weibchen zu erwerben.
- Auffrischung der Genetik: Um Inzucht und damit verbundene Schwächung der Kolonie zu vermeiden, kann es ratsam sein, alle paar Monate oder Jahre neue Tiere von einem externen Züchter hinzuzufügen. Dies sorgt für genetische Vielfalt und hält die Kolonie robust.
- Notfallversorgung: Sollte Ihre eigene Zucht unerwartet zusammenbrechen (z.B. durch Krankheit oder einen Pflegefehler), können gekaufte Grillen eine schnelle Überbrückung bieten, bis Ihre neue Zucht etabliert ist oder sich erholt hat.
- Spitzenbedarf: Wenn Sie vorübergehend eine sehr große Menge an Grillen benötigen, die Ihre Zucht nicht sofort liefern kann, kann ein Zukauf sinnvoll sein.
Im Großen und Ganzen gilt: Mit einer gut geführten Zucht werden Sie neue Grillen nur noch selten, vielleicht ein- bis zweimal im Jahr, für die genetische Auffrischung oder den Start einer neuen Linie kaufen müssen. Der regelmäßige, wöchentliche oder monatliche Einkauf gehört dann der Vergangenheit an.
Häufig gestellte Fragen zur Grillenzucht
Wie lange dauert es, bis Grillen schlüpfen?
Die Inkubationszeit für Grilleneier beträgt in der Regel 10 bis 14 Tage bei optimalen Temperaturen von 28-30°C. Bei kühleren Temperaturen kann es länger dauern.
Welche Temperatur ist ideal für die Eiablage und den Schlupf?
Für die Eiablage und das Wachstum der erwachsenen Grillen sind Temperaturen zwischen 28°C und 32°C ideal. Für die Inkubation der Eier und das Wachstum der Nymphen sind 28-30°C optimal.
Wie oft muss ich die Eier besprühen?
Dies hängt von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur in Ihrem Brutbehälter ab. Ziel ist es, das Substrat konstant feucht, aber nicht nass zu halten. Ein- bis zweimal täglich leichtes Besprühen mit einem Vernebler ist oft ausreichend, aber prüfen Sie die Feuchtigkeit des Substrats regelmäßig.
Was fressen Grillen am liebsten?
Grillen sind Allesfresser. Sie lieben Haferflocken, Weizenkleie, getrocknetes Hundefutter (proteinreich), sowie frisches Gemüse und Obst wie Karotten, Äpfel, Orangen, Kohl und Salat. Achten Sie darauf, keine gespritzten Lebensmittel zu verwenden.
Wie viele Grillen brauche ich, um eine Zucht zu starten?
Um eine stabile Zucht zu starten, empfiehlt es sich, mit mindestens 50-100 adulten Grillen zu beginnen, idealerweise mit einem Verhältnis von 1:3 Männchen zu Weibchen. So ist eine gute genetische Basis und schnelle Vermehrung gewährleistet.
Können Grillen laut sein?
Ja, männliche Grillen zirpen, um Weibchen anzulocken. Dies kann je nach Art und Anzahl der Grillen recht laut werden. Platzieren Sie den Zuchtbehälter daher nicht unbedingt im Schlafzimmer.
Fazit: Nachhaltigkeit und Kontrolle durch Eigenzucht
Die Eigenzucht von Grillen ist eine lohnende Aufgabe, die Ihnen nicht nur Geld spart, sondern auch die Kontrolle über die Qualität und Verfügbarkeit Ihrer Futtertiere gibt. Die anfängliche Investition in Zeit und Material zahlt sich schnell aus, indem sie den regelmäßigen und oft teuren Neukauf überflüssig macht. Mit den richtigen Bedingungen – konstante Wärme, ausreichende Feuchtigkeit, gutes Futter und ein geeignetes Brutsubstrat – können Sie eine blühende Kolonie aufbauen, die Ihre Bedürfnisse langfristig deckt. So können Sie sich entspannt zurücklehnen und wissen, dass Ihre Haustiere immer mit frischen und gesunden Grillen versorgt sind, ohne sich ständig die Frage stellen zu müssen: "Wie oft muss ich neue Grillen kaufen?"
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