17/09/2024
Sobald die Temperaturen in Deutschland steigen, zeigt sich in vielen Gärten und Parks das gleiche Bild: Die Grills werden wieder herausgeholt und es wird fleißig gebrutzelt. Für Grill-Fanatiker ist die richtige Zubereitung fast schon eine Wissenschaft. Doch beim Grillen geht es nicht nur um den perfekten Geschmack, sondern auch um Gesundheit und Sicherheit. Viele Faktoren spielen eine Rolle, von der Auswahl der Kohle bis zur Würze, und wer einige Kniffe beachtet, macht sein Grillerlebnis noch besser – und vor allem gesünder. Es ist an der Zeit, die gängigsten Fehler zu vermeiden und Ihre Grillkünste auf das nächste Level zu heben, damit Sie und Ihre Gäste unbeschwert genießen können.

- Die richtige Hygiene am Grill: Eine Grundvoraussetzung
- Der perfekte Standort für den Grill: Sicherheit geht vor
- Gute Kohle muss nicht teuer sein: Qualität erkennen
- Die Wahl der Anzündhilfe: Sicher und Effizient
- Der richtige Zeitpunkt für das Fleisch: Geduld zahlt sich aus
- Eine gute Würze macht den Genuss perfekt
- Häufig gestellte Fragen zum gesunden Grillen
- Fazit: Mit Wissen zum Grillmeister
Die richtige Hygiene am Grill: Eine Grundvoraussetzung
Wie beim Kochen spielt die Hygiene auch beim Grillen eine entscheidende Rolle – gerade, wenn man Fleisch, Fisch oder Gemüse zubereitet. Denn auf rohem Fleisch können sich schnell gefährliche Keime wie Salmonellen oder Campylobacter ansiedeln, besonders bei sommerlichen Temperaturen. Diese Bakterien können schwere Magen-Darm-Erkrankungen verursachen.
Kreuzkontamination vermeiden
Ist das Grillgut einmal gut durchgebraten, besteht in der Regel keine Gefahr mehr, da die Hitze die Keime abtötet. Die größte Gefahr liegt jedoch in der sogenannten Kreuzkontamination. Das bedeutet, dass Keime von rohem auf gegartes Grillgut oder andere Speisen übertragen werden. Um dies zu verhindern, sollten Sie stets verschiedene Teller und Utensilien für rohes und gegartes Fleisch verwenden. Ein Teller für das rohe Steak, ein anderer für das fertige. Besteck, Zangen oder Schneidebretter, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, sollten Sie gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel abwaschen, bevor sie für gegarte Speisen verwendet werden. Auch die Hände sollten regelmäßig gewaschen werden, insbesondere nach dem Umgang mit rohem Fleisch.
Vorsicht bei empfindlichen Beilagen
Für Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet werden (etwa selbstgemachte Mayonnaise oder bestimmte Salatsaucen), gilt: Am besten ganz weglassen, wenn sie nicht durchgehend gekühlt werden können. Alternativ auf Produkte aus pasteurisierten Eiern zurückgreifen oder Fertigprodukte verwenden, die weniger anfällig für Keimwachstum sind. Salate mit Mayonnaise sollten immer kühl gelagert und schnell verzehrt werden.
| Was Sie tun sollten | Was Sie vermeiden sollten |
|---|---|
| Separate Teller für rohes und gegartes Grillgut nutzen. | Das gleiche Besteck für rohes und gegartes Fleisch verwenden. |
| Hände vor und nach dem Umgang mit Fleisch gründlich waschen. | Rohes Fleisch und Gemüse auf demselben Schneidebrett zubereiten. |
| Utensilien, die mit rohem Fleisch in Kontakt kamen, sofort reinigen. | Speisen mit rohen Eiern ohne Kühlung lange stehen lassen. |
| Fleisch ausreichend durchgaren. | Ungekühlte Reste über längere Zeit aufbewahren. |
Der perfekte Standort für den Grill: Sicherheit geht vor
Auch wenn es nicht unbedingt das Erste ist, woran man vor dem Grillen denkt: Auch der Standort des Grills ist nicht zu vernachlässigen. Das Gerät muss fest und sicher stehen, um ein Umkippen zu verhindern. Ein unebener Rasen ist daher nicht die ideale Wahl. Besser sind befestigte, ebene Flächen wie Terrassen oder Pflastersteine.
Gefahr Kohlenmonoxid
Holzkohlegrills dürfen zudem niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden – auch nicht in der Garage, im Gartenhaus oder bei nur leicht geöffneten Fenstern. Der Grund ist die unsichtbare und geruchslose Gefahr von Kohlenmonoxid (CO). Dieses Gas entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Kohle und kann in hohen Konzentrationen zu einer tödlichen Vergiftung führen, da es die Sauerstoffaufnahme im Blut blockiert. Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit und Tod. Grillen Sie immer im Freien und mit ausreichend Belüftung.
Brandschutz beachten
Achten Sie auf ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien wie Gartenmöbeln, Sonnenschirmen, Bäumen oder Hecken. Funkenflug kann schnell einen Brand auslösen. Halten Sie stets einen Eimer Wasser, Sand oder einen Feuerlöscher bereit, um im Notfall schnell reagieren zu können. Lassen Sie einen heißen Grill niemals unbeaufsichtigt, besonders wenn Kinder oder Haustiere in der Nähe sind.
Gute Kohle muss nicht teuer sein: Qualität erkennen
Am Preis allein lässt sich gute Kohle nicht erkennen. Aber an der Farbe! Hochwertige Kohle hat eine gleichmäßige, tiefschwarze Färbung. Sie sollte möglichst staubarm sein und keine großen Fremdkörper enthalten. Die Stiftung Warentest rät: Achten Sie beim Kauf auf das DINplus Zeichen und das FSC-Siegel. Das DINplus-Zeichen garantiert eine hohe Qualität und Reinheit der Kohle, während das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) für eine nachhaltige Forstwirtschaft steht und sicherstellt, dass die Holzkohle aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt.
Holzkohle oder Briketts?
Die Wahl zwischen Holzkohle und Briketts hängt von Ihren Grillgewohnheiten ab:
| Merkmal | Holzkohle | Briketts |
|---|---|---|
| Anzündzeit | Schneller (ca. 15-20 Min.) | Langsamer (ca. 30-45 Min.) |
| Brenndauer | Kürzer (ca. 1-2 Stunden) | Länger (ca. 3-4 Stunden) |
| Hitzeintensität | Höher, unregelmäßiger | Gleichmäßiger, konstanter |
| Ideal für | Kurzgebratenes (Steaks, Würstchen) | Langsames Garen (Pulled Pork, Braten) |
| Aschebildung | Mehr Asche | Weniger Asche |
Noch besser ist Holzkohle, die aus heimischen Hölzern wie Buche oder Eiche hergestellt wurde, da dies die Transportwege verkürzt und die Umweltbilanz verbessert.
Die Wahl der Anzündhilfe: Sicher und Effizient
Holzkohle und Briketts sind schwer entflammbar und benötigen Zündhilfen. Von Eierkartons oder Zeitungspapier als Anzündhilfe raten Grillprofis dringend ab. Reststückchen und Asche können durch die Luft wirbeln, Nachbarn und Gäste belästigen und sogar ungewollt Feuer entzünden. Zudem können Druckfarben und Klebstoffe beim Verbrennen schädliche Dämpfe freisetzen, die den Geschmack des Grillguts beeinträchtigen können.
Sichere Alternativen
Ökologische Anzünder, sogenannte Wollmäuse (aus Holzwolle und Wachs), Paraffin- oder Flüssig-Anzünder sind besser geeignet. Bei den beiden Letzteren kommt es aber unter Umständen zu Geruchsbelästigungen. Sie müssen zudem vollständig verbrannt sein, bevor man mit dem Grillen beginnt, um Geschmacksbeeinträchtigungen zu vermeiden. Seien Sie jedoch besonders vorsichtig, wenn Sie Brennspiritus, Benzin oder gelartige Grillpasten verwenden. Experten raten eher davon ab, da diese Mittel gefährliche Verpuffungen oder Stichflammen auslösen können, wenn man sie auf bereits entzündete Kohle gießt. Das Risiko schwerer Verbrennungen ist hierbei extrem hoch.

Der Anzündkamin: Ein Must-have für Profis
Am sichersten und effizientesten sind feste Grillanzünder wie Würfel auf Petroleumbasis oder auch biologische Holzwolle. Für Profis ist ein Anzündkamin ein absolutes Must-have: Die Kohle kommt in den Kamin, der Anzünder wird entfacht und der Kamin darüber gestellt. Nach kurzer Zeit ist der Anzünder aufgebrannt und die unterste Kohleschicht entzündet. Durch den Kamineffekt werden die oberen Schichten auch entzündet. Nach etwa 20 bis 30 Minuten sollten alle Kohlen gleichmäßig glühen und mit einer weißen Ascheschicht überzogen sein – das ist der perfekte Zeitpunkt, um mit dem Grillen zu beginnen.
Der richtige Zeitpunkt für das Fleisch: Geduld zahlt sich aus
Damit das Fleisch und die Würstchen am Ende auch gut schmecken und vor allem gesund sind, ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, bevor man das Grillgut auf den Rost legt. Die Kohle sollte gut durchgeglüht sein. Sie erkennen die richtige Grilltemperatur auch daran, dass sich auf der Kohle eine weiße Ascheschicht bildet. Diese Ascheschicht zeigt an, dass die Kohle ihre maximale und gleichmäßige Hitze erreicht hat. Je nach Art des Grills und der Kohle kann das bis zu einer knappen Stunde dauern. Ungeduld führt oft zu ungleichmäßig gegartem oder verkohltem Fleisch.
Die Gefahren von verkohltem Fleisch
Generell ist es ratsam, lieber bei niedrigeren Temperaturen etwas länger zu grillen als zu heiß – denn verkohltes Fleisch schmeckt nicht nur bitter, sondern ist auch ungesund. Beim Verbrennen von Fleisch, insbesondere bei hohen Temperaturen und direktem Kontakt mit Flammen, entstehen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und heterozyklische Amine (HCA). Diese Stoffe gelten als krebserregend. Um die Bildung dieser schädlichen Stoffe zu minimieren, sollten Sie:
- Fleisch nicht direkt über lodernden Flammen grillen.
- Tropfendes Fett vermeiden, indem Sie Aluschalen oder indirekte Grillmethoden verwenden.
- Verbrannte Stellen am Fleisch wegschneiden.
- Das Grillgut regelmäßig wenden.
Die Bedeutung der Kerntemperatur
Für die Sicherheit und den Genuss ist die richtige Kerntemperatur des Grillguts entscheidend. Ein Fleischthermometer ist hierbei ein unverzichtbares Hilfsmittel. Es hilft Ihnen, den Garpunkt genau zu treffen und sicherzustellen, dass das Fleisch durchgegart und somit frei von Keimen ist, ohne es auszutrocknen.
| Grillgut | Zustand | Kerntemperatur |
|---|---|---|
| Rindfleisch (Steak) | Rare | 52-55°C |
| Rindfleisch (Steak) | Medium | 56-59°C |
| Rindfleisch (Steak) | Well Done | 68-71°C |
| Geflügel (Hähnchen, Pute) | Durchgegart | 74°C |
| Schweinefleisch (Kotelett, Filet) | Durchgegart | 63-71°C |
| Fisch | Durchgegart | 60-63°C |
Eine gute Würze macht den Genuss perfekt
Neben all den Sicherheits- und Hygienetipps darf natürlich der Genuss nicht zu kurz kommen. Eine gute Würze ist entscheidend für das perfekte Grillerlebnis. Ob klassische Salze und Pfeffer, spezielle Grillgewürzmischungen oder selbstgemachte Marinaden – die Möglichkeiten sind vielfältig. Marinaden auf Öl-Basis helfen nicht nur, das Fleisch zarter zu machen, sondern können auch eine Schutzschicht bilden, die das Anbrennen reduziert. Achten Sie darauf, dass Marinaden, die rohes Fleisch berührt haben, nicht ungekocht als Sauce verwendet werden. Kochen Sie sie stattdessen gründlich auf, um Keime abzutöten.
Vielfalt auf dem Rost
Grillen ist viel mehr als nur Fleisch. Experimentieren Sie mit Gemüse, Käse, Obst oder sogar Pizza vom Grill. Gemüsespieße, gegrillter Maiskolben oder Halloumi-Käse erweitern das Repertoire und bieten gesunde und leckere Alternativen. Auch hier gilt: Auf die richtige Garmethode und Temperatur achten, um den vollen Geschmack zu entfalten und keine schädlichen Stoffe entstehen zu lassen.
Häufig gestellte Fragen zum gesunden Grillen
Ist Holzkohlegrillen ungesünder als Gas- oder Elektrogrillen?
Im Prinzip können alle Grillmethoden gesundheitlich bedenklich sein, wenn Fett in die Glut tropft und Rauch entsteht, der krebserregende Stoffe bildet. Beim Gas- und Elektrogrill ist dies jedoch leichter zu kontrollieren, da es keine offene Flamme gibt, in die Fett tropfen kann. Die Hitze ist auch präziser regulierbar. Wenn Sie jedoch beim Holzkohlegrill Aluschalen verwenden und das Fleisch nicht verkohlen lassen, können Sie auch hier sehr gesund grillen.
Wie reinige ich meinen Grillrost am besten?
Am besten reinigen Sie den Grillrost, solange er noch warm ist. Mit einer speziellen Grillbürste lassen sich die meisten Reste leicht entfernen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen können Sie den Rost in Zeitungspapier einwickeln und über Nacht feucht liegen lassen, bevor Sie ihn am nächsten Tag reinigen. Auch spezielle Grillreiniger oder Hausmittel wie Backpulver und Essig können helfen. Eine saubere Oberfläche ist wichtig für die Hygiene und den Geschmack.
Kann ich eingefrorenes Fleisch direkt auf den Grill legen?
Nein, das ist nicht empfehlenswert. Eingefrorenes Fleisch gart ungleichmäßig und kann außen schnell verbrennen, während es innen noch roh ist. Zudem kann die längere Auftauphase auf dem Grill die Bildung von Bakterien fördern. Tauen Sie Fleisch immer langsam im Kühlschrank auf und lassen Sie es vor dem Grillen Zimmertemperatur annehmen.
Welche Öle eignen sich am besten zum Grillen?
Verwenden Sie Öle mit einem hohen Rauchpunkt, wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder raffiniertes Olivenöl. Diese Öle sind hitzestabiler und bilden weniger schädliche Substanzen bei hohen Temperaturen. Natives Olivenöl ist für hohe Temperaturen weniger geeignet, da es schnell verbrennt.
Wie vermeide ich, dass das Grillgut am Rost kleben bleibt?
Heizen Sie den Rost gut vor und bürsten Sie ihn sauber. Danach können Sie den Rost leicht einölen, bevor Sie das Grillgut auflegen. Das Grillgut selbst sollte auch leicht geölt sein. Wenden Sie das Grillgut erst, wenn es sich leicht vom Rost lösen lässt – dann bildet sich eine schöne Kruste und es klebt nicht an.
Fazit: Mit Wissen zum Grillmeister
Grillen ist eine wunderbare Tradition und ein geselliges Vergnügen, das mit dem richtigen Wissen noch sicherer und genussvoller wird. Indem Sie auf Hygiene achten, den Grill sicher positionieren, die richtige Kohle und Anzündhilfe wählen und das Grillgut optimal garen, können Sie die Risiken minimieren und den vollen Geschmack entfalten. Denken Sie daran: Geduld und Sorgfalt sind die besten Zutaten für eine gelungene und gesunde Grillparty. So steht einem unbeschwerten Genuss unter freiem Himmel nichts mehr im Wege!
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