Ist Grillen auf dem Balkon erlaubt?

Grillen in Berlin: Wo, Wann und Wie ist es erlaubt?

02/05/2022

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Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen Berlin erreichen, packt viele Hauptstädter die unbändige Lust, den Grill anzuschmeißen. Doch wo ist das in der pulsierenden Metropole eigentlich erlaubt? Und welche Regeln muss man beachten, um das sommerliche Vergnügen nicht in Ärger enden zu lassen? Berlin, oft als inoffizielle Grillhauptstadt im öffentlichen Raum bezeichnet, bietet zahlreiche Möglichkeiten, doch die Unterschiede zwischen den Grillplätzen und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind vielfältig. Dieser Artikel beleuchtet alles Wissenswerte rund um das Grillen in Berlin, damit Ihr nächstes BBQ ein voller Erfolg wird.

Wann darf man im Görlitzer Park Grillen?
Im Görlitzer Park gibt es eine ausgewiesene Grillfläche. (Auf der Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz) Im Mauerpark gibt es eine ausgewiesene Fläche Nähe des Eingangs an der Bernauer Straße. Im Juni und September dürfen Sie dort von 12 Uhr bis 20 Uhr, im Juli und August sogar bis 21 Uhr grillen.
Inhaltsverzeichnis

Grillen im Park: Wo ist das in Berlin erlaubt?

Für viele Berliner ohne eigenen Garten oder Balkon sind die öffentlichen Parks die erste Wahl für ein ausgedehntes Grillfest mit Freunden. Es ist jedoch essenziell zu wissen, dass das Grillen nicht überall gestattet ist. Aufgrund der allgegenwärtigen Waldbrandgefahr ist das Rauchen, Grillen und Anzünden von Lagerfeuern in Wäldern und deren unmittelbarer Nähe strengstens verboten. Glücklicherweise gibt es in der Stadt ausgewiesene Grillzonen, die von den jeweiligen Bezirksämtern genehmigt und überwacht werden. Es ist dabei unerlässlich, stets die Beschilderung vor Ort zu beachten, da kurzfristige Grillverbote, beispielsweise bei hoher Trockenheit, erteilt werden können.

Die Qualität und Ausstattung der offiziellen Grillplätze können stark variieren. Aspekte wie Sauberkeit, der Zustand der Rasenflächen und sogar das "Grill-Publikum" tragen maßgeblich zum Gesamterlebnis bei. Ein weiterer wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird, ist der Zugang zu sanitären Anlagen – der sogenannte "Pipi-Check" ist entscheidend für ein entspanntes Grillvergnügen, besonders wenn Bier im Spiel ist.

Ausgewählte Grillplätze in Berlin und ihre Besonderheiten:

GrillplatzBezirkBesonderheitenGrillzeiten (sofern bekannt)
MonbijouparkMitteKleine, ausgeschilderte Fläche nahe Oranienburger Str.Keine spezifischen Zeiten genannt
Volkspark Friedrichshain (Am Neuen Hain)Friedrichshain-KreuzbergGrill-Stellplätze müssen online reserviert werden.Keine spezifischen Zeiten genannt
Görlitzer ParkFriedrichshain-KreuzbergAusgewiesene Grillfläche gegenüber dem Kunstrasensportplatz.Keine spezifischen Zeiten genannt
MauerparkPankowAusgewiesene Fläche nahe Eingang Bernauer Straße.Juni & Sept: 12-20 Uhr, Juli & Aug: 12-21 Uhr
Rudolf-Mosse-PlatzWilmersdorfAn der Mecklenburgischen Straße.Keine spezifischen Zeiten genannt
Tempelhofer FeldTempelhof-SchönebergMehrere Bereiche: Nähe Sportplätze Columbiadamm, Oderstraße/Leinestraße, Tempelhofer Damm Eingänge.Keine spezifischen Zeiten genannt

Es ist wichtig zu beachten, dass einige ehemals beliebte Grillplätze, wie der Landschaftspark Johannisthal oder öffentliche Flächen in Lichtenberg, mittlerweile nicht mehr zum Grillen freigegeben sind. Die Anzahl der öffentlichen Grillflächen hat in den letzten Jahren leider abgenommen. Informieren Sie sich daher stets aktuell beim zuständigen Grünflächen- oder Bezirksamt.

Grillen auf dem Balkon: Privates Vergnügen mit Regeln

Nicht jeder hat die Möglichkeit oder Lust, in den Park zu ziehen. Für viele ist der eigene Balkon oder die Terrasse der bevorzugte Ort für ein privates Grillfest. Grundsätzlich ist das Grillen auf dem Balkon erlaubt, doch es gibt entscheidende Einschränkungen und Regeln, die beachtet werden müssen, um Konflikte mit Nachbarn oder gar rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Der Gebrauch eines Holzkohlegrills ist prinzipiell gestattet. Allerdings darf Ruß oder dichter Qualm nicht direkt in die Nachbarwohnung ziehen. Dies gilt als übermäßige Belästigung und kann sogar mit einer Geldbuße geahndet werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich oft ein Elektrogrill, da dieser kaum Rauchentwicklung verursacht. Alternativ können Aluschalen auf dem Holzkohlegrill die Rauchentwicklung deutlich reduzieren. Während Nachbarn sich über starken Qualm beschweren dürfen, müssen sie den Geruch von Essensdüften hinnehmen – auch ein Vegetarier muss den Duft eines gebratenen Steaks erdulden.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Mietvertrag oder die Hausordnung. Verbietet Ihr Mietvertrag oder die Hausordnung das Grillen auf dem Balkon explizit, riskieren Sie mit einer illegalen Grillparty eine Abmahnung oder sogar die Kündigung. Die Häufigkeit, mit der Mieter den Grill anwerfen dürfen, variiert zudem stark von Stadt zu Stadt: Berliner dürfen beispielsweise zweimal im Monat grillen, Bonner nur einmal monatlich und Stuttgarter lediglich dreimal im Jahr. In einigen Gemeinden ist es sogar notwendig, die Nachbarn 48 Stunden vorher über Ihre Grillpläne zu informieren.

Welche Unterschiede gibt es von Grillplätzen in Berlin?
Zum Glück gibt es die offiziellen Grillplätze in Berlin. Das ist viel Wert, trotzdem gibt es von Grillplatz zu Grillplatz große Unterschiede z.B. in Punkto Sauberkeit, Zustand der Rasenfläche und Grill-Publikum. Außerdem haben wir das Freizeitangebot rund um die Grillplätze getestet und - ganz wichtig - den Pipi-Check gemacht.

Berlins Grillkultur im Wandel der Zeit

Die Grillkultur in Berlin ist mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung; sie ist ein Ausdruck städtischer Lebensart und hat eine interessante Entwicklung durchgemacht. Der Wunsch, "ins Jrüne" zu gehen, ist ein Trend, der bereits im Kaiserreich begann, als die Berliner aus den engen Mietskasernen in die dörfliche Umgebung der Hauptstadt strömten. Obwohl schon 1846 der erste Volkspark im Stadtgebiet entstand, prägte erst die städtebauliche Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg die Orientierung auf grüne Freiräume.

Eine entscheidende Rolle für die heutige öffentliche Grillkultur spielten die ausländischen Mitbürger. Sie waren die Pioniere, die ihre mediterrane Lebensart auch in den Berliner Parks entfalteten und damit zwei wichtige Gedanken in die Köpfe der Berliner brachten: Man darf den Rasen eines öffentlichen Parks betreten, und es muss nicht immer ein Kellner Speisen und Getränke bringen. Was anfangs misstrauisch beäugt wurde, entwickelte sich schnell zu einer beliebten Praxis und ist heute eines der schönsten Ergebnisse des kulturellen Austauschs.

Der Mauerfall im Herbst 1989 war ein weiterer Katalysator für die freie Entfaltung im öffentlichen Raum. Das plötzliche Chaos auf den Straßen und das Gefühl des Ausnahmezustands halfen den Berlinern, alte Hemmungen abzulegen. Feiern, Essen und Trinken mit wildfremden Leuten stellte sich als durchaus vereinbar mit dem Berliner Wesen heraus. Die Tatsache, dass die Behörden zügig Vorschriften für das öffentliche Grillen erließen, ist ein klares Zeichen dafür, wie gut diese neue Freizeitaktivität von der Bevölkerung angenommen wurde.

Die Wahl des Grillgeräts ist in Berlin längst zu einer Art Statusfrage geworden. Ob Edelstahl, Gasgerät oder Kugelgrill – der Grill verrät viel über seinen Besitzer. Auch die Originalität der Speisen, die Optimierung der Garkünste und das Zubehör spielen eine große Rolle. Grillen ist in Berlin eine Domäne der Männer, was laut einer Lidl-Studie aus dem Jahr 2011 von 98% der Befragten bestätigt wurde – selbst von den Frauen, die dann nicht kochen müssen.

Wichtige Tipps für ein gelungenes Grillvergnügen und die Nachbereitung

Nachdem Sie einen der begehrten Grillplätze ergattert und ein feuchtfröhliches Vergnügen gehabt haben, ist es Ihre Verantwortung, für Ordnung zu sorgen. Nehmen Sie immer eine große Mülltüte mit, um alle anfallenden Abfälle wie Verpackungen und Essensreste zu verstauen. Auch wenn es in Parks oft Mülleimer gibt, sind diese häufig überfüllt. Es ist daher ratsam, den Müll mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Entsorgung der Holzkohle. Lassen Sie die Kohle vollständig auskühlen, bevor Sie sie entsorgen. Gehen Sie niemals mit glimmender Kohle los, da dies eine enorme Brandgefahr darstellt. Im Zweifelsfall gießen Sie Wasser über die Kohle, um sicherzustellen, dass sie vollständig erloschen ist. Kippen Sie die Holzkohle niemals auf den Rasen im Park – dies kann schnell zu einem Brand führen und die Grünflächen beschädigen.

Was ist beim Grillen verboten?
Häufig ist beispielweise die Nutzung eines Gas- oder Holzkohlegrills im Mietvertrag oder in der Hausverordnung verboten und nur ein Elektrogrill gestattet. Beim Grillen auf Loggien und Balkonen muss IMMER das Steiermärkische Feuer- und Gefahrenpolizeigesetz 2011 §3 beachtet werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Grillen in Berlin

Wo darf man in Berlin grillen?

Grillen ist in Berlin nur auf den von den Bezirken ausgewiesenen und beschilderten Flächen in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen erlaubt. Dazu gehören spezifische Bereiche in Parks wie dem Monbijoupark, Volkspark Friedrichshain, Görlitzer Park, Mauerpark, Rudolf-Mosse-Platz und auf dem Tempelhofer Feld. In Wäldern und deren Nähe ist Grillen generell verboten.

Darf ich auf meinem Balkon oder meiner Terrasse grillen?

Prinzipiell ja, aber mit Einschränkungen. Achten Sie darauf, dass weder Ruß noch dichter Qualm in die Nachbarwohnung zieht, da dies als Belästigung gelten und geahndet werden kann. Ein Elektrogrill ist hier die sicherste Wahl. Überprüfen Sie unbedingt Ihren Mietvertrag und die Hausordnung, da das Grillen auf dem Balkon dort verboten sein kann.

Darf ich einen Holzkohlegrill auf dem Balkon benutzen?

Ja, der Gebrauch eines Holzkohlegrills auf dem Balkon ist erlaubt, solange keine übermäßige Rauch- oder Rußentwicklung die Nachbarn belästigt. Die Verwendung von Aluschalen kann helfen, die Rauchentwicklung zu minimieren.

Wie oft darf ich in Berlin auf dem Balkon grillen?

In Berlin ist das Grillen auf dem Balkon in der Regel zweimal im Monat gestattet, sofern dies nicht durch Mietvertrag oder Hausordnung anders geregelt ist. Die Häufigkeit kann je nach Stadt oder Gemeinde variieren.

Muss ich meine Nachbarn informieren, wenn ich grille?

In Berlin ist eine vorherige Information der Nachbarn nicht gesetzlich vorgeschrieben, es sei denn, Ihr Mietvertrag oder Ihre Hausordnung sieht dies vor. In einigen anderen Städten und Gemeinden ist eine 48-stündige Vorabinformation üblich.

Was muss ich nach dem Grillen im Park beachten?

Sammeln Sie allen Müll in einer großen Tüte und entsorgen Sie ihn zu Hause, da öffentliche Mülleimer oft überfüllt sind. Die Holzkohle muss vollständig ausgekühlt sein, bevor sie entsorgt wird. Gießen Sie bei Bedarf Wasser darüber und kippen Sie die Kohle niemals auf den Rasen, um Brandgefahren zu vermeiden.

Fazit: Grillen in Berlin – Ein Lebensgefühl mit Verantwortung

Grillen in Berlin ist ein fester Bestandteil des sommerlichen Lebensgefühls. Ob im belebten Park oder auf dem heimischen Balkon – die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch Hand in Hand mit dem Vergnügen geht die Verantwortung für die Umwelt und die Mitmenschen. Wer die Regeln beachtet, Rücksicht nimmt und für Sauberkeit sorgt, trägt dazu bei, dass die Berliner Grillkultur auch weiterhin ein Highlight der warmen Monate bleibt. Genießen Sie Ihre Grillpartys in dieser einzigartigen Stadt!

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