Wie kann ich bei Schnitzelland bezahlen?

Das Geheimnis des perfekten Wiener Schnitzels

22/06/2023

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Es gibt kaum ein Gericht, das die Herzen so vieler Menschen im deutschsprachigen Raum höherschlagen lässt wie das Wiener Schnitzel. Goldbraun, knusprig und doch zart und saftig – es ist mehr als nur eine Mahlzeit; es ist ein Stück kulinarische Geschichte und ein Symbol österreichischer Gastfreundschaft. Doch was macht ein wirklich gutes Wiener Schnitzel aus, und wo findet man die besten Exemplare dieser ikonenhaften Speise? Wir tauchen ein in die Welt der Panier und des Butterschmalzes, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen und Ihnen dabei zu helfen, Ihr persönliches Schnitzel-Glück zu finden.

Wie gut ist das Schnitzel?
Ich bin immer wieder positiv überrascht, wie gut das Schnitzel ist – knusprig und zugleich saftig. Für mich fast noch wichtiger als das Schnitzel ist der gemischte Salat: super frisch und knackig, und ich kann selbst Essig und Öl dazugeben. Einfach gut!" Kim Sohyi, Kim kocht Café Anzengruber, Schleifmühlgasse 19, 1040 Wien
Inhaltsverzeichnis

Das Geheimnis des perfekten Wiener Schnitzels – Handwerk und Zutaten

Ein herausragendes Wiener Schnitzel ist das Ergebnis von sorgfältiger Auswahl der Zutaten und präziser Zubereitung. Es ist ein kulinarisches Kunstwerk, das die Sinne anspricht und ein unvergessliches Geschmackserlebnis bietet.

Die richtige Fleischwahl: Kalb statt Schwein

Das authentische Wiener Schnitzel, oft auch als das Original bezeichnet, ist streng genommen ein Kalbsschnitzel. Es wird traditionell aus der Oberschale des Kalbes geschnitten. Kalbfleisch zeichnet sich durch seine besonders feine Faserung und seinen milden, delikaten Geschmack aus, der sich hervorragend mit der knusprigen Panier verbindet. Das Fleisch sollte dünn geschnitten und dann behutsam, aber gleichmäßig plattiert werden. Das bedeutet, es wird vorsichtig geklopft, idealerweise zwischen zwei Frischhaltefolien, bis es eine Dicke von etwa zwei bis vier Millimetern erreicht. Es ist entscheidend, die Zellstruktur des Fleisches dabei nicht zu zerstören, damit es beim Braten saftig bleibt und nicht austrocknet.

Die Kunst der Panier: Das Soufflieren

Die Panier ist das Herzstück eines jeden Wiener Schnitzels und entscheidend für seine charakteristische Textur. Sie besteht aus drei Schichten: Mehl, verquirltes Ei und Semmelbrösel. Die Semmelbrösel sollten von guter Qualität sein, idealerweise von altbackenen Kaisersemmeln, fein gerieben und nicht zu grob. Der Clou des perfekten Schnitzels liegt im sogenannten „Soufflieren“ der Panier – sie soll beim Braten Blasen werfen und sich vom Fleisch abheben. Dies geschieht, wenn der beim Braten entstehende Dampf zwischen Fleisch und Panier eingeschlossen wird und diese leicht anhebt. Das Ergebnis ist eine luftige, goldgelbe und wunderbar knusprige Hülle, die das saftige Fleisch umschließt.

Das Fett macht den Geschmack: Butterschmalz

Für den unvergleichlichen Geschmack und die goldbraune Farbe wird das Wiener Schnitzel traditionell in reichlich Butterschmalz herausgebacken. Butterschmalz hat einen hohen Rauchpunkt und verleiht dem Schnitzel ein feines, nussiges Aroma, das durch kein anderes Fett erreicht werden kann. Das Schnitzel sollte im Fett „schwimmen“ können, um gleichmäßig zu garen und die Panier optimal soufflieren zu lassen. Die Brattemperatur ist ebenfalls entscheidend: Das Fett sollte heiß sein (ca. 170-180°C), aber nicht rauchen. Das Schnitzel wird dann nur wenige Minuten pro Seite gebraten, bis es goldbraun und knusprig ist.

Wiener Schnitzel vs. Schnitzel Wiener Art: Eine wichtige Unterscheidung

Oftmals werden die Begriffe „Wiener Schnitzel“ und „Schnitzel Wiener Art“ synonym verwendet, doch das ist ein Trugschluss. Es gibt einen entscheidenden Unterschied, der nicht nur die Fleischsorte, sondern auch die Tradition und den rechtlichen Schutz betrifft.

Das Original: Wiener Schnitzel

Das „Wiener Schnitzel“ ist in Österreich eine gesetzlich geschützte Bezeichnung. Das bedeutet, dass ein Schnitzel nur dann als „Wiener Schnitzel“ bezeichnet werden darf, wenn es ausschließlich aus Kalbfleisch (genauer gesagt, aus der Oberschale vom Kalb) zubereitet wird. Jede Abweichung macht es zu einem „Schnitzel Wiener Art“ oder einer anderen Schnitzelbezeichnung. Das Kalbfleisch sorgt für eine besonders feine Textur und einen milden Geschmack, der Kenner begeistert.

Die Alternative: Schnitzel Wiener Art

Wenn von „Schnitzel Wiener Art“ die Rede ist, handelt es sich in der Regel um ein paniertes Schnitzel aus Schweinefleisch. Auch wenn es nicht das „Original“ ist, gibt es viele hervorragende Betriebe, die sich mit exzellenten Schweinsschnitzeln einen Namen gemacht haben. Schweinefleisch ist oft preisgünstiger und hat einen kräftigeren Geschmack als Kalbfleisch. Auch Geflügel (Huhn oder Pute) wird häufig für panierte Schnitzel verwendet, die dann ebenfalls unter die Kategorie „Schnitzel Wiener Art“ fallen können.

Geschmackliche Nuancen

Der Hauptunterschied liegt im Geschmack und in der Textur. Kalbsschnitzel ist zarter und milder im Geschmack, während Schweineschnitzel oft eine festere Konsistenz und einen intensiveren Eigengeschmack aufweist. Beide Varianten haben ihre Berechtigung und ihre Liebhaber, aber nur das Kalbsschnitzel trägt den stolzen Namen „Wiener Schnitzel“.

Wie schmeckt Wiener Schnitzel am besten?
Am besten schmeckt das Schnitzel, wenn es in Butterschmalz herausgebacken wird und wenn die Panier schön souffliert, wenn also die goldgelbe Panier Blasen wirft und luftig aufliegt. Wenn wir von Wiener Schnitzel sprechen, dann kann nur Kalbsschnitzel gemeint sein.

Wo Wien den Schnitzel-Himmel findet – Insider-Tipps

Die Suche nach dem besten Wiener Schnitzel kann in Wien zu einer wahren Passion werden, denn die Emotionen rund um diesen Klassiker gehen hoch. Wir haben uns unter heimischen Unternehmern und Unternehmerinnen umgehört und einige der bevorzugten Lokale für den österreichischen Klassiker für Sie zusammengetragen.

Anzengruber: Knusprig und Saftig mit dem perfekten Salat

Das legendäre Café Anzengruber im Freihausviertel beim Naschmarkt ist für viele ein absoluter Geheimtipp. Kim Sohyi von „Kim kocht“ schwärmt: „Ich gehe gerne ins Anzengruber, wenn mein Mann mit seinen Freunden Fußball schaut. Ich bin immer wieder positiv überrascht, wie gut das Schnitzel ist – knusprig und zugleich saftig.“ Besonders hervorzuheben ist hier oft auch die Beilage: „Für mich fast noch wichtiger als das Schnitzel ist der gemischte Salat: super frisch und knackig, und ich kann selbst Essig und Öl dazugeben. Einfach gut!“ Das Anzengruber steht für eine authentische, unprätentiöse Atmosphäre und Gerichte, die auf Qualität und Tradition setzen.

Automat-Welt: Der Geheimtipp der Gastro-Experten

Im Volkertplatz in der Leopoldstadt findet sich die „Automat-Welt“, ein Ort, von dem Gastro-Experten regelrecht schwärmen. Dieses Lokal ist vielleicht nicht so bekannt wie andere Touristenmagnete, aber es hat sich in der Fachwelt einen Namen für seine hervorragenden Schnitzel gemacht. Es gilt als ein Ort, an dem die Zubereitung des Schnitzels mit größter Sorgfalt und Handwerkskunst zelebriert wird, was sich in jedem Bissen widerspiegelt.

Figlmüller: Riesig und Touristisch – Aber mit Qualität

Natürlich darf der „Figlmüller“ nicht unerwähnt bleiben, wenn es um Schnitzel in Wien geht. Obwohl er auch Kalbsschnitzel anbietet, punktet der Figlmüller vor allem bei Touristen mit seinen riesigen Schweinsschnitzeln, die oft über den Tellerrand hinausragen. Der Figlmüller ist eine Institution in Wien und bekannt für seine lebhafte Atmosphäre und die beeindruckenden Portionen. Wer ein traditionelles, deftiges Schnitzelerlebnis in einem geschichtsträchtigen Ambiente sucht, ist hier genau richtig.

Wien und sein Wiener Schnitzel – das ist eine Liebesgeschichte, die viele Facetten hat. Jeder Wiener und jede Wienerin hat wahrscheinlich eine persönliche Präferenz, und die hier genannten Lokale sind nur ein kleiner Einblick in die vielfältige Schnitzel-Landschaft der Stadt.

Die perfekte Begleitung – Mehr als nur eine Zitrone

Ein Wiener Schnitzel ist nur dann perfekt, wenn auch die Beilagen stimmen. Sie runden das Geschmackserlebnis ab und sorgen für Balance und Frische.

Die unverzichtbare Zitronenspalte

Ein Schnitzel ohne Zitronenspalte ist für viele undenkbar. Der frische Zitronensaft, der kurz vor dem Verzehr über die knusprige Panier geträufelt wird, sorgt für eine belebende Säure, die die Reichhaltigkeit des gebratenen Fleisches perfekt ausgleicht und die Aromen hervorhebt. Es ist ein kleines Detail mit großer Wirkung.

Der klassische gemischte Salat

Wie Kim Sohyi bereits betonte, ist der gemischte Salat eine oft unterschätzte, aber essentielle Beilage. Ein frischer, knackiger Salat, oft mit verschiedenen Blattsalaten, Tomaten und Gurken, bietet einen willkommenen Kontrast zum warmen, knusprigen Schnitzel. Besonders beliebt ist es, wenn man wie im Anzengruber Essig und Öl selbst dazugeben kann, um den Salat nach eigenem Gusto anzumachen und so die Frische und den Biss zu maximieren.

Wie schmeckt Wiener Schnitzel?
Ein Klassiker: Wiener Schnitzel. Vom Grill schmeckt es ebenso köstlich wie vom Herd. Dafür nimmst Du am besten eine gusseiserne Grillpfanne. Richtig zubereitet ist das Schnitzel eine Delikatesse. Was Du dafür brauchst, sind hochwertiges Kalbfleisch und die perfekte Kruste.

Der Wiener Erdäpfelsalat

Neben dem gemischten Salat ist der Wiener Erdäpfelsalat (Kartoffelsalat) eine weitere klassische Beilage. Er wird in der Regel ohne Mayonnaise zubereitet, stattdessen mit einer Essig-Öl-Marinade, Zwiebeln und oft etwas Rindsuppe. Seine säuerlich-herzhafte Note passt hervorragend zum Schnitzel und sorgt für eine ausgewogene Mahlzeit, die sowohl sättigt als auch erfrischt.

Preiselbeeren für die Süße

Mancherorts wird das Wiener Schnitzel auch mit einem Klecks Preiselbeeren serviert. Die leicht herbe Süße der Preiselbeeren bildet einen interessanten geschmacklichen Kontrast zur deftigen Speise und wird von vielen Liebhabern geschätzt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Wiener Schnitzel

1. Was ist der genaue Unterschied zwischen einem Wiener Schnitzel und einem Schnitzel Wiener Art?

Das Wiener Schnitzel ist eine gesetzlich geschützte Bezeichnung in Österreich und muss zwingend aus Kalbfleisch (Oberschale) zubereitet werden. Ein Schnitzel Wiener Art hingegen wird in der Regel aus Schweinefleisch hergestellt, kann aber auch aus Puten- oder Hühnerfleisch bestehen. Es ist die ungeschützte Variante des panierten Schnitzels.

2. Warum wirft die Panier Blasen und hebt sich vom Fleisch ab?

Dieses Phänomen, bekannt als „Soufflieren“, ist ein Qualitätsmerkmal des Wiener Schnitzels. Es entsteht, wenn das Schnitzel in ausreichend heißem Fett gebraten wird. Der dabei entstehende Wasserdampf zwischen dem Fleisch und der Panier kann nicht entweichen und hebt die Panier vom Fleisch ab, wodurch die charakteristischen Blasen entstehen. Dies macht die Panier besonders luftig und knusprig.

3. Welches Fett ist am besten zum Braten von Schnitzeln geeignet?

Traditionell und geschmacklich am besten geeignet ist Butterschmalz. Es hat einen hohen Rauchpunkt und verleiht dem Schnitzel ein feines, nussiges Aroma, das zum klassischen Geschmack des Wiener Schnitzels gehört. Alternativ kann auch ein geschmacksneutrales Pflanzenöl mit hohem Rauchpunkt verwendet werden, dem man für den Geschmack ein Stück Butter hinzufügen kann.

4. Wie wird das Fleisch am besten für ein Wiener Schnitzel geklopft?

Das Kalbfleisch sollte sehr vorsichtig und gleichmäßig geklopft werden, idealerweise zwischen zwei Frischhaltefolien, um ein Zerreißen der Fasern zu verhindern. Ziel ist es, eine Dicke von etwa 2 bis 4 Millimetern zu erreichen, damit das Schnitzel gleichmäßig gart und seine Saftigkeit behält. Übermäßiges Klopfen kann die Zellstruktur zerstören und das Fleisch trocken machen.

5. Ist das Wiener Schnitzel wirklich aus Wien und wie alt ist es?

Ja, der Ursprung des Wiener Schnitzels wird traditionell in Wien verortet, auch wenn ähnliche panierte Fleischgerichte in verschiedenen Kulturen existieren. Die genaue Entstehungsgeschichte ist nicht vollständig geklärt, aber es ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der österreichischen Küche und hat sich zu einem weltweiten Botschafter der Wiener Kulinarik entwickelt.

Vergleichende Tabelle: Das Duell der Schnitzel

MerkmalWiener SchnitzelSchnitzel Wiener Art
FleischartKalbfleisch (Oberschale)Schweinefleisch (oft Oberschale, Karree) oder Geflügel
Gesetzlicher SchutzJa, geschützte Bezeichnung in ÖsterreichNein, allgemeine Bezeichnung
Traditionelles FettButterschmalzOft Pflanzenöl, manchmal Butterschmalz
GeschmacksprofilFeiner, milder und delikater GeschmackKräftiger, oft deftiger Eigengeschmack
Textur der PanierSoll souffliert sein (Blasen werfen)Knusprig, aber nicht zwingend souffliert
KostenIn der Regel höherIn der Regel niedriger

Das Wiener Schnitzel ist weit mehr als nur ein paniertes Stück Fleisch; es ist ein Kulturgut, das für Gastfreundschaft, Tradition und handwerkliche Kochkunst steht. Ob Sie es in einem der traditionellen Wiener Gasthäuser genießen oder sich selbst an der Zubereitung versuchen – die Freude an diesem Gericht ist unbestreitbar. Die Suche nach dem „besten“ Schnitzel mag eine ewige Diskussion bleiben, doch die Qualität des Fleisches, die Perfektion der Panier und die Wahl des richtigen Fettes sind die unumstößlichen Säulen dieses kulinarischen Meisterwerks. Lassen Sie sich von diesem Klassiker verzaubern und entdecken Sie, was das Wiener Schnitzel so besonders macht.

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