27/07/2021
Der Sommer ist die Zeit der geselligen Grillabende mit Familie und Freunden. Was gibt es Schöneres, als den Duft von gegrilltem Fleisch und Gemüse in der Luft, während man lacht und Geschichten teilt? Doch um dieses Erlebnis in vollen Zügen genießen zu können, braucht es den richtigen Grill. Während es unzählige Modelle auf dem Markt gibt, bietet der selbstgebaute, gemauerte Gartengrill eine einzigartige Mischung aus Stabilität, Langlebigkeit und individueller Gestaltung. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen solchen Grill selbst bauen können. Unsere Anleitung ist darauf ausgelegt, dass die Konstruktion nicht nur besonders stabil und wartungsarm ist, sondern auch relativ leicht nachzumachen und sogar an einem Wochenende fertiggestellt werden kann. Bereiten Sie sich darauf vor, zum Grillmeister Ihrer eigenen Kreation zu werden!
Warum einen gemauerten Gartengrill selber bauen?
Die Entscheidung, einen Grill selbst zu mauern, bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die über den bloßen Kostenaspekt hinausgehen. Ein gemauerter Grill ist ein fester Bestandteil Ihres Gartens, der durch seine Stabilität und Robustheit überzeugt. Im Gegensatz zu mobilen Grills, die oft rostanfällig sind oder wackelig stehen, bietet ein gemauerter Grill eine unvergleichliche Standfestigkeit. Er ist wartungsarm, da er aus langlebigen Materialien wie Ziegel und Beton besteht, die den Witterungsbedingungen standhalten. Sie müssen sich keine Sorgen um Rost oder Windböen machen, die Ihren Grill umwerfen könnten. Darüber hinaus bietet der Selbstbau die Möglichkeit, den Grill perfekt an Ihre Bedürfnisse und den Stil Ihres Gartens anzupassen. Sie können die Größe, die Höhe und sogar zusätzliche Ablageflächen genau nach Ihren Wünschen gestalten. Der Stolz, ein solch funktionales und ästhetisches Element mit den eigenen Händen geschaffen zu haben, ist unbezahlbar und wird jeden Grillabend zu einem besonderen Ereignis machen.

Die richtige Planung ist das A und O
Bevor Sie mit dem eigentlichen Bau beginnen, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Eine gute Vorbereitung spart Zeit, Nerven und stellt sicher, dass Ihr Grillprojekt reibungslos verläuft und das gewünschte Ergebnis liefert.
Der ideale Standort für Ihren Grill
Der Standort Ihres zukünftigen Grills ist von entscheidender Bedeutung – sowohl für die Sicherheit als auch für den Komfort. Wählen Sie einen Platz, der ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien wie Holzmöbeln, Sträuchern, Bäumen oder Gartenhäusern bietet. Funkenflug kann gefährlich sein, daher ist Vorsicht geboten. Berücksichtigen Sie auch die Windrichtung, um Rauchbelästigung für Ihre Terrasse oder die Nachbarn zu minimieren. Ein Standort, der gut zugänglich ist und nicht im Weg steht, ist ideal. Überlegen Sie, wie nah der Grill an Ihrer Küche sein sollte, um kurze Wege für die Vorbereitung zu gewährleisten. Informieren Sie sich vor Baubeginn über die Wettervorhersage für die nächsten Tage. Trockenes und warmes Wetter ist optimal, da es dem Beton und Mörtel ermöglicht, schnell und gründlich auszuhärten. Regen oder Frost während der Bauphase können die Qualität und die Trocknungszeit erheblich beeinträchtigen.
Größe und Design – Was passt zu Ihnen?
Die Größe Ihres Grills sollte sich nach der Anzahl der Personen richten, die Sie üblicherweise bewirten möchten. Sind Sie eine große Familie oder laden Sie oft viele Gäste ein? Dann ist eine größere Grillfläche ratsam. Für kleinere Haushalte oder als platzsparende Lösung kann auch ein kompakteres Modell ausreichend sein. Besonders komfortabel sind höhere Modelle, bei denen Sie nicht gebückt stehen müssen. Denken Sie auch über zusätzliche Funktionen nach: Möchten Sie eine integrierte Ablagefläche für Grillzubehör, Teller oder Zutaten? Oder bevorzugen Sie es, einen Beistelltisch danebenzustellen? Eine beliebte Ergänzung ist auch ein Fach für Brennholz oder Holzkohle direkt unter dem Grillrost, das nicht nur praktisch ist, sondern auch zur Ästhetik beiträgt.
Unser Tipp: Kaufen Sie den Grillrost, die passende Feuerschale und die Auffangschale bereits im Vorfeld. Messen Sie diese Komponenten genau aus und stimmen Sie Ihre Baupläne auf diese Maße ab. Das verhindert böse Überraschungen und stellt sicher, dass alles perfekt passt.
Materialien für Ihr Grillprojekt
Für den Bau Ihres gemauerten Gartengrills benötigen Sie folgende Materialien. Die genaue Menge kann je nach gewünschter Größe des Grills variieren:
| Material | Menge (ca.) | Zweck |
|---|---|---|
| Ziegelsteine | 100 bis 200 Stück | Hauptbaustoff für die Grillwände |
| Zement | 30 kg (für ca. 100 Ziegel) | Bindemittel für Mörtel und Beton |
| Sand | Ca. 90 kg | Bestandteil von Mörtel und Beton |
| Wasser | Nach Bedarf | Zum Anmischen von Mörtel und Beton |
| Holzplatten (5.1x25.4cm) | 4 Stück | Für den Rahmen des Fundaments |
| Holzpfähle (5.1x10cm) | 12 Stück | Zur Fixierung des Fundamentrahmens |
| Stahlgitter / Armierung | 1 Stück (passende Größe) | Verstärkung für das Betonfundament |
| Passende Feuerschale | 1 Stück | Für das Feuer |
| Grill-Rost | 1 Stück | Zum Auflegen der Speisen |
| Auffangschale | 1 Stück | Zum Auffangen von Asche und Fett |
Sie finden all diese Materialien in jedem gut sortierten Baumarkt. Achten Sie auf hochwertige Ziegel, die für den Außenbereich geeignet sind, und auf Portlandzement für eine optimale Festigkeit.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Ihr gemauerter Grill entsteht
Jetzt geht es ans Eingemachte! Folgen Sie diesen Schritten, um Ihren Traumgrill zu bauen.
Schritt 1: Das solide Fundament legen
Ein stabiles Fundament ist das A und O für die Langlebigkeit Ihres Grills. Wenn Sie den Grill auf einer bereits bestehenden, ebenen Terrasse platzieren möchten, kann dieser Schritt unter Umständen entfallen – lassen Sie dies jedoch im Zweifelsfall von einem Fachmann überprüfen. Für einen Standort im Garten ist ein Fundament jedoch unerlässlich.
Beginnen Sie damit, einen rechteckigen Rahmen aus den Holzplatten zu bauen, der die gewünschte Grundfläche Ihres Grills umschließt. Fixieren Sie diesen Rahmen fest im Boden, indem Sie die Holzpfähle von außen einschlagen und ihn so gegen Verrutschen sichern. Als Nächstes legen Sie ein passend zugeschnittenes Stahlgitter (Armierung) in den Rahmen. Dieses Gitter ist von entscheidender Bedeutung: Es verhindert, dass der Beton bei Temperaturschwankungen und Frost Risse bekommt, und verleiht dem Fundament zusätzliche Stabilität. Das Material kann sich so ungehindert ausdehnen und zusammenziehen, was im Außenbereich ganz natürlich ist.
Nun bereiten Sie den Beton vor. Das Mischverhältnis beträgt in der Regel 1 Teil Zement, 3 Teile Sand und 1 Teil Wasser. Vermischen Sie die Komponenten gründlich, bis eine glatte, dickflüssige Masse entsteht, ähnlich der Konsistenz von Bananenbrei. Geben Sie zuerst eine dünne Schicht Beton in den Rahmen und streichen Sie diese mit einem geraden Brett glatt. Klopfende Bewegungen helfen, Luftblasen zu entfernen und eine ebene Oberfläche zu erzielen. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis der gesamte Rahmen aufgefüllt ist. Achten Sie darauf, dass die Oberfläche so eben wie möglich ist. Lassen Sie das Fundament anschließend für mindestens 48 Stunden vollständig austrocknen. Bei kühleren Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit kann die Trocknungszeit auch länger dauern.

Schritt 2: Die Kunst des Mauerns
Sobald das Fundament vollständig ausgehärtet ist, können Sie mit dem Mauern der Ziegel beginnen. Dies ist der Teil, der Ihrem Grill seine Form und seinen Charakter verleiht. Beginnen Sie mit der ersten Reihe und achten Sie darauf, einen gleichmäßigen Abstand von etwa 0,6 cm zwischen den einzelnen Ziegeln zu lassen. Verwenden Sie hierfür Fugeneisen oder Abstandhalter. Am wichtigsten ist, dass die Wände des Gartengrills absolut gerade werden. Überprüfen Sie dies nach jeder einzelnen Reihe sorgfältig mit einer Wasserwaage. Eine kleine Abweichung in der unteren Reihe kann sich nach oben hin verstärken und das gesamte Bauwerk schief werden lassen.
Bevor Sie ganz oben ankommen, müssen Sie spezielle Nischen für den Grillrost und die Auffangschale in den Seitenwänden lassen. Diese Nischen müssen auf gleicher Höhe liegen, damit der Rost waagerecht aufliegt. Eine Möglichkeit ist, einige Backsteine längs zu mauern, sodass sie hervorstehen und eine Auflagefläche bilden. Planen Sie die Höhe der Nischen so, dass der Rost auf einer angenehmen Arbeitshöhe liegt. Nachdem Sie die oberste Nische gemauert haben, sollten noch zwei oder drei weitere Backsteinreihen folgen. Gestalten Sie die Wände jedoch nicht zu hoch, damit der Rauch gut abziehen kann und die Seitenwände im Laufe der Zeit nicht durch Ruß schwarz werden. Ein guter Rauchabzug ist entscheidend für ein angenehmes Grillerlebnis.
Schritt 3: Die Montage und Verkleidung
Wenn die gemauerten Wände fertiggestellt und der Mörtel ausgehärtet ist, ist es Zeit für die Endmontage. Setzen Sie die Feuerschale, den Grillrost und die Auffangschale in die dafür vorgesehenen Nischen ein. Überprüfen Sie noch einmal, ob alles fest sitzt und der Rost eben ist.
Optional können Sie die gesamte Konstruktion oder auch nur das Fundament mit Naturstein oder beliebigen Steinplatten verkleiden. Dies ist eine reine Geschmacksfrage und verleiht Ihrem Grill ein besonders edles und individuelles Aussehen. Das Verkleiden hat nicht nur ästhetische Vorteile, sondern kann auch die Fugen zwischen den einzelnen Backsteinen verschließen und eine glatte Oberfläche schaffen, die sich hervorragend als Ablagefläche für Zutaten, Grillbesteck oder Teller eignet. Stellen Sie sicher, dass die verwendeten Kleber und Mörtel hitzebeständig und für den Außenbereich geeignet sind. Eine sehr praktische Ergänzung ist auch ein Stauraum für Brennholz oder Holzkohle, der sich idealerweise direkt unter der Auffangschale befindet. Dies spart Platz und sorgt dafür, dass Ihr Brennmaterial immer griffbereit ist.
Wartung und Pflege Ihres gemauerten Grills
Ein gemauerter Grill ist im Allgemeinen sehr pflegeleicht, aber einige grundlegende Maßnahmen können seine Lebensdauer weiter verlängern und ihn stets in bestem Zustand halten:
- Reinigung: Entfernen Sie nach jedem Grillen Asche und Speisereste aus der Feuerschale und vom Grillrost. Der Rost lässt sich am besten reinigen, wenn er noch warm ist. Gelegentlich können Sie die gemauerten Oberflächen mit einer Bürste und Wasser säubern, um Ruß- oder Fettablagerungen zu entfernen.
- Schutz vor Witterung: Obwohl Ziegel sehr robust sind, kann eine Abdeckplane bei längeren Regenperioden oder im Winter sinnvoll sein, um die Struktur zusätzlich zu schützen und die Bildung von Moos oder Algen zu minimieren.
- Risse prüfen: Überprüfen Sie die Fugen und das Fundament gelegentlich auf feine Risse, die durch extreme Temperaturschwankungen entstehen könnten. Kleinere Risse können mit geeignetem Reparaturmörtel ausgebessert werden.
- Materiallagerung: Wenn Sie Holz oder Kohle unter dem Grill lagern, achten Sie darauf, dass diese trocken bleiben, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert der Bau eines gemauerten Grills?
Der Bau eines gemauerten Grills kann, je nach Erfahrung und Größe des Projekts, zwischen einem Wochenende und mehreren Tagen in Anspruch nehmen. Die längste Wartezeit entsteht durch das Aushärten des Betonfundaments (mindestens 48 Stunden) und des Mörtels. Die reine Bauzeit für das Mauern der Ziegel ist oft überraschend kurz.
Welche Art von Ziegeln sollte ich verwenden?
Für einen Gartengrill sollten Sie frostbeständige und hitzebeständige Ziegel verwenden, die für den Außenbereich und den Kontakt mit hohen Temperaturen geeignet sind. Klinker- oder Vollziegel sind hierfür eine gute Wahl, da sie besonders robust und langlebig sind.
Kann ich meinen gemauerten Grill auch als Pizzaofen nutzen?
Einige gemauerte Grillkonstruktionen können so geplant werden, dass sie auch als Pizzaofen fungieren können, oft durch den Einbau eines zusätzlichen Ofenfachs oder einer speziellen Kuppel. Dies erfordert jedoch eine spezielle Planung bezüglich der Hitzeleitung und -speicherung, die über die hier beschriebene Grundanleitung hinausgeht. Informieren Sie sich hierfür über spezielle Baupläne für Kombi-Öfen.
Was tun, wenn der Beton nicht richtig trocknet?
Sollte der Beton nicht innerhalb der erwarteten Zeit trocknen, können dies Anzeichen für zu viel Wasser in der Mischung oder ungünstige Witterungsbedingungen sein. Stellen Sie sicher, dass das Fundament vor Regen geschützt ist. Bei niedrigen Temperaturen kann der Trocknungsprozess stark verlangsamt werden. Vermeiden Sie es, das Fundament zu früh zu belasten.
Der Bau Ihres eigenen gemauerten Gartengrills ist ein lohnendes Projekt, das nicht nur Ihre handwerklichen Fähigkeiten fordert, sondern auch ein echtes Highlight in Ihrem Garten schafft. Mit der richtigen Planung, den passenden Materialien und unserer detaillierten Anleitung steht Ihrem Grillvergnügen nichts mehr im Wege. Stellen Sie sich vor, wie Sie die ersten Würstchen und Steaks auf Ihrem selbstgebauten Grill brutzeln – ein unvergleichliches Gefühl! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Bau und unzählige genussvolle Grillabende in Ihrem Garten!
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