24/08/2021
Faschiertes, in anderen Regionen auch als Hackfleisch bekannt, ist ein wahrer Alleskönner in der Küche und aus der österreichischen Kulinarik kaum wegzudenken. Ob als saftiges Faschiertes Laberl, herzhafter Faschierter Braten, raffinierte Hascheeknödel oder als Basis für internationale Klassiker wie Lasagne – die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Es bringt nicht nur Abwechslung auf den Teller, sondern ist auch schnell zubereitet und äußerst vielseitig einsetzbar. Doch welche Geheimnisse birgt dieses beliebte Fleischprodukt, und wie gelingt es, aus jedem Gericht eine echte Delikatesse zu zaubern?
- Was ist Faschiertes und welche Sorten gibt es?
- Die Bedeutung der Frische: Einkauf und Lagerung
- Schnelle Küche leicht gemacht: Die Vorteile von Faschiertem
- Klassiker und neue Interpretationen: Eine kulinarische Reise
- Tipps und Tricks für die perfekte Zubereitung
- Vergleichstabelle der Faschierten Sorten
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Was ist Faschiertes und welche Sorten gibt es?
Faschiertes ist zerkleinertes Fleisch, das durch einen Fleischwolf gedreht wird. Die Konsistenz ist dabei entscheidend für die spätere Verarbeitung und den Geschmack des Gerichts. Je nach Tierart und Fettgehalt variieren nicht nur der Geschmack, sondern auch die idealen Einsatzgebiete:
- Rindsfaschiertes: Es ist in der Regel magerer und hat einen kräftigeren, charakteristischen Fleischgeschmack. Es eignet sich hervorragend für Saucen wie Bolognese, Chili con Carne, aber auch für Beef Tatar, Frikadellen oder als Füllung. Sein geringerer Fettanteil bedeutet, dass es beim Braten weniger schrumpft.
- Schweinsfaschiertes: Dieses ist fetthaltiger und dadurch saftiger. Es hat einen milderen Geschmack und ist ideal für Faschierte Laberl, Würste, Füllungen oder in Kombination mit Rindfleisch für gemischtes Faschiertes. Die höhere Saftigkeit sorgt für besonders zarte Ergebnisse.
- Gemischtes Faschiertes: Eine Kombination aus Rind- und Schweinefleisch (meist zu gleichen Teilen). Es vereint die Vorteile beider Fleischsorten: den kräftigen Geschmack des Rindes und die Saftigkeit des Schweins. Dies macht es zum absoluten Favoriten für eine breite Palette an Gerichten, von Lasagne bis zum Braten.
- Kalbsfaschiertes: Als wahre Delikatesse unter den Faschierten Sorten zeichnet sich Kalbsfaschiertes durch seinen sehr feinen, milden Geschmack und seine zarte Textur aus. Es ist magerer als Schweinefleisch und wird oft für edle Gerichte wie feine Frikadellen, Königsberger Klopse oder als Füllung in exquisiten Teiggerichten verwendet.
- Lammfaschiertes: Es besitzt einen sehr ausgeprägten, charakteristischen Geschmack, der gut zu orientalischen oder mediterranen Gerichten passt. Köfte, Moussaka oder gefüllte Weinblätter sind typische Anwendungen.
- Wildfaschiertes: Eine saisonale Besonderheit, die aus Wildschwein, Hirsch oder Reh hergestellt wird. Es hat einen intensiven, erdigen Geschmack und ist perfekt für herzhafte Wildgerichte, Pasteten oder deftige Saucen.
Die Bedeutung der Frische: Einkauf und Lagerung
Faschiertes ist ein leicht verderbliches Lebensmittel und sollte daher immer mit besonderer Sorgfalt behandelt werden. Die Frische ist hier das A und O, um nicht nur den besten Geschmack, sondern auch die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Hier sind einige wichtige Punkte:
- Einkauf: Kaufen Sie Faschiertes immer bei einem Metzger Ihres Vertrauens oder in gut sortierten Supermärkten. Achten Sie auf eine leuchtend rote Farbe bei Rindfleisch und ein helles Rosa bei Schweinefleisch. Es sollte frisch riechen, nicht säuerlich oder gar unangenehm. Vermeiden Sie Packungen, in denen sich viel Flüssigkeit gesammelt hat.
- Transport: Transportieren Sie Faschiertes, besonders im Sommer, in einer Kühltasche direkt nach Hause.
- Lagerung im Kühlschrank: Faschiertes sollte idealerweise noch am Kauftag verarbeitet werden. Im Kühlschrank hält es sich maximal einen Tag bei einer Temperatur von 0°C bis 4°C. Lagern Sie es in der kältesten Zone des Kühlschranks, am besten auf einem Teller, um eventuell austretende Flüssigkeit aufzufangen.
- Einfrieren: Wenn Sie Faschiertes nicht sofort verarbeiten können, frieren Sie es ein. Gut verpackt (luftdicht in Gefrierbeuteln oder -dosen) hält es sich im Gefrierschrank bei -18°C bis zu drei Monate. Beschriften Sie die Packungen mit dem Einfrierdatum.
- Auftauen: Tauen Sie Faschiertes immer langsam im Kühlschrank auf, niemals bei Raumtemperatur, da sich sonst Bakterien schnell vermehren können. Dies kann mehrere Stunden dauern, planen Sie also entsprechend. Einmal aufgetautes Faschiertes sollte nicht wieder eingefroren werden.
Schnelle Küche leicht gemacht: Die Vorteile von Faschiertem
Einer der größten Vorteile von Faschiertem ist seine kurze Garzeit. Im Gegensatz zu ganzen Fleischstücken, die oft stundenlang schmoren müssen, ist Faschiertes in wenigen Minuten gar. Dies macht es zur idealen Zutat für schnelle Abendessen oder wenn es einfach mal fix gehen muss.

- Zeitersparnis: Durch die feine Zerkleinerung ist die Oberfläche des Fleisches größer, was die Hitzeübertragung beschleunigt und die Garzeit drastisch verkürzt.
- Vielseitigkeit in der Formgebung: Faschiertes lässt sich hervorragend formen – zu Kugeln, Laiben, Pasteten oder als Füllung. Diese Eigenschaft eröffnet unzählige kreative Möglichkeiten in der Küche.
- Geschmacksaufnahme: Faschiertes nimmt Gewürze und Aromen hervorragend auf, was es leicht macht, ihm immer wieder neue Geschmacksrichtungen zu verleihen.
- Wirtschaftlichkeit: Im Vergleich zu hochwertigen Fleischstücken ist Faschiertes oft kostengünstiger und ermöglicht es, auch mit kleinerem Budget nahrhafte und schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten.
Klassiker und neue Interpretationen: Eine kulinarische Reise
Die Bandbreite an Gerichten mit Faschiertem ist beeindruckend. Von traditionellen Hausmannskost-Gerichten bis hin zu internationalen Spezialitäten – Faschiertes ist ein Chamäleon in der Küche.
Österreichische Spezialitäten
- Faschiertes Laberl: Der Inbegriff der österreichischen Hausmannskost. Diese saftigen Fleischbällchen, oft mit Kartoffelpüree und Rahmsauce serviert, sind ein echter Genuss. Traditionell aus gemischtem Faschiertem, mit Ei, Semmelbröseln, Zwiebeln und Petersilie gewürzt.
- Faschierter Braten: Ein Klassiker, der oft mit hartgekochten Eiern oder Gemüse gefüllt wird. Ein saftiger Hackbraten, der im Ofen gebacken wird und sich hervorragend für Sonntagsessen oder als Resteverwertung eignet.
- Hascheeknödel: Eine herzhafte Füllung aus Faschiertem, oft mit Majoran und Knoblauch gewürzt, umhüllt von Kartoffel- oder Semmelknödelteig. Ein deftiges Gericht, das besonders gut in der kalten Jahreszeit wärmt.
- Fleischlaibchen: Ähnlich den Laberln, oft flacher geformt und in der Pfanne gebraten, serviert mit Blattsalat oder Erdäpfelsalat.
Internationale Favoriten und moderne Interpretationen
- Lasagne al Forno: Die italienische Schichtnudel-Delikatesse mit einer reichhaltigen Bolognese-Sauce aus Faschiertem, Béchamel und Käse. Ein Gericht, das Geduld erfordert, aber jede Minute wert ist.
- Spaghetti Bolognese: Der wohl bekannteste Klassiker, bei dem Rindsfaschiertes die Basis für eine aromatische Tomatensauce bildet, die stundenlang köcheln darf, um ihren vollen Geschmack zu entfalten.
- Chili con Carne: Ein feuriger Eintopf aus Faschiertem (meist Rind), Bohnen, Tomaten und vielen Gewürzen. Perfekt für gesellige Abende.
- Moussaka: Die griechische Antwort auf Lasagne, mit Faschiertem (oft Lamm), Auberginen und einer cremigen Béchamelhaube.
- Shepherd's Pie: Ein herzhafter Auflauf aus Großbritannien mit einer Schicht Lamm- oder Rindsfaschiertem, das mit Gemüse in einer Soße gegart und mit einer Kartoffelpüreehaube überbacken wird.
- Königsberger Klopse: Eine preußische Spezialität aus Kalbsfaschiertem, das in einer Brühe gar gezogen und mit einer Kapernsauce serviert wird. Ein Beweis für die Vielseitigkeit von Kalbsfaschiertem.
- Gefülltes Gemüse: Ob Paprika, Zucchini, Tomaten oder Kohlrouladen – Faschiertes ist die perfekte Füllung für eine Vielzahl von Gemüsesorten. Diese Gerichte sind nicht nur lecker, sondern auch optisch ansprechend.
- Beef Tatar: Obwohl es sich um rohes Faschiertes handelt, ist Beef Tatar eine hochgeschätzte Spezialität. Hierfür ist höchste Fleischqualität (reines Rindfleisch) und absolute Frische unerlässlich. Es wird meist mit Ei, Zwiebeln, Kapern und Gewürzen angemacht und auf Toastbrot serviert.
Tipps und Tricks für die perfekte Zubereitung
Damit Ihre Gerichte mit Faschiertem immer gelingen und maximalen Genuss bieten, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:
- Nicht überarbeiten: Beim Formen von Laberln oder Braten das Faschierte nicht zu lange kneten. Sonst wird es zäh. Einfach kurz vermischen, bis alle Zutaten verteilt sind.
- Die richtige Würzung: Faschiertes braucht kräftige Gewürze, um seinen vollen Geschmack zu entfalten. Zwiebeln, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Majoran, Petersilie, Paprikapulver oder Kreuzkümmel sind nur einige Beispiele. Experimentieren Sie mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen, um neue Geschmackserlebnisse zu schaffen.
- Bindung: Um zu verhindern, dass Laberl oder Braten auseinanderfallen, verwenden Sie Bindemittel wie Ei, eingeweichte Semmelbrösel, altbackenes Brot oder Haferflocken. Die Menge hängt von der Saftigkeit des Fleisches ab.
- Richtig anbraten: Braten Sie Faschiertes immer in einer heißen Pfanne an, um Röstaromen zu entwickeln. Brechen Sie es dabei mit einem Kochlöffel immer wieder auf, um eine gleichmäßige Bräunung zu gewährleisten. Erst dann kommen weitere Zutaten wie Zwiebeln oder Gemüse hinzu.
- Saftigkeit bewahren: Bei der Zubereitung von Braten oder größeren Fleischstücken aus Faschiertem kann eine Flüssigkeitszugabe (Brühe, Tomatenpassata) helfen, das Gericht saftig zu halten. Auch das Hinzufügen von geriebenem Gemüse wie Zucchini kann Feuchtigkeit spenden.
- Fettgehalt beachten: Bei sehr fettreichem Faschiertem kann es sinnvoll sein, nach dem Anbraten überschüssiges Fett abzuschöpfen, um das Gericht leichter zu machen.
- Kerntemperatur: Um sicherzustellen, dass Faschiertes durchgegart ist, sollte es eine Kerntemperatur von mindestens 70°C erreichen.
Vergleichstabelle der Faschierten Sorten
| Sorte | Fettgehalt (ca.) | Geschmacksprofil | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|
| Rindsfaschiertes | 10-20% | Kräftig, fleischig | Bolognese, Chili con Carne, Beef Tatar, Frikadellen |
| Schweinsfaschiertes | 20-35% | Mild, saftig | Faschiertes Laberl, Wurstfüllungen, Füllungen für Teiggerichte |
| Gemischtes Faschiertes | 15-25% | Ausgewogen, aromatisch | Lasagne, Faschierter Braten, gefülltes Gemüse, vielseitig |
| Kalbsfaschiertes | 5-15% | Sehr fein, mild, zart | Königsberger Klopse, feine Frikadellen, edle Füllungen |
| Lammfaschiertes | 15-25% | Charakteristisch, würzig | Moussaka, Köfte, orientalische Gerichte |
| Wildfaschiertes | 5-20% | Intensiv, erdig, wildtypisch | Herzhafte Wildgerichte, Pasteten, deftige Saucen |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich aufgetautes Faschiertes wieder einfrieren?
Nein, aus hygienischen Gründen sollte aufgetautes Faschiertes nicht wieder eingefroren werden. Es sollte direkt verarbeitet und gegart werden. Nach dem Garen kann es jedoch eingefroren werden.
Wie lange ist gekochtes Faschiertes im Kühlschrank haltbar?
Gekochtes Faschiertes oder Gerichte mit Faschiertem halten sich im Kühlschrank, gut abgedeckt, etwa 2-3 Tage. Achten Sie auf eine schnelle Abkühlung nach dem Kochen.
Was tun, wenn Faschiertes beim Braten zu trocken wird?
Um Trockenheit zu vermeiden, kann man beim Anbraten etwas Flüssigkeit wie Brühe, Tomatenpassata oder Wasser hinzufügen. Auch das Beimischen von geriebenem Gemüse wie Zucchini oder Karotten kann für mehr Saftigkeit sorgen. Achten Sie auch darauf, das Faschierte nicht zu lange zu garen.
Ist es sicher, Faschiertes roh zu essen?
Rohes Faschiertes sollte nur unter sehr spezifischen Bedingungen und nur bei absolut frischem, hochwertigem Rindsfaschiertem für Gerichte wie Beef Tatar verzehrt werden. Bei allen anderen Sorten und Gerichten, die Faschiertes enthalten, ist eine vollständige Durchgarung unerlässlich, um das Risiko von Lebensmittelvergiftungen zu vermeiden.
Wie mache ich, dass meine Faschierten Laberl nicht auseinanderfallen?
Die richtige Bindung ist entscheidend. Verwenden Sie ausreichend Ei und Semmelbrösel (oder eingeweichtes Brot). Achten Sie darauf, die Masse nicht zu trocken zu machen, aber auch nicht zu feucht. Eine gute Methode ist, die Laberl vor dem Braten kurz im Kühlschrank ruhen zu lassen, damit sich die Bindemittel festigen können.
Fazit
Faschiertes ist weit mehr als nur eine einfache Zutat; es ist ein kulinarischer Schatz, der mit seiner Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit unzählige Möglichkeiten in der Küche eröffnet. Von traditionellen Hausmannskost-Gerichten, die uns an Kindheit erinnern, bis hin zu innovativen internationalen Kreationen – Faschiertes beweist immer wieder seine Fähigkeit, uns zu überraschen und zu begeistern. Mit dem richtigen Wissen über Frische, Lagerung und Zubereitung können Sie aus diesem bescheidenen Fleischprodukt wahre Meisterwerke zaubern. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und entdecken Sie die unendlichen Geschmacksdimensionen, die Faschiertes zu bieten hat. Guten Appetit!
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