27/06/2023
Das Grillen mit einem Drehspieß, oft auch Rotisserie genannt, hebt Ihr Grillerlebnis auf ein völlig neues Niveau. Es verwandelt alltägliche Grillabende in wahre Festmahle und ermöglicht die Zubereitung von Speisen, die auf einem herkömmlichen Grill nur schwer oder gar nicht zu realisieren wären. Stellen Sie sich ein perfekt gebräuntes, saftiges Hähnchen vor, einen knusprigen Rollbraten oder sogar zartes Lamm – alles gleichmäßig gegart und von allen Seiten mit einer unwiderstehlichen Kruste versehen. Dies ist die Magie des Drehspießes. Doch bevor Sie in dieses kulinarische Abenteuer eintauchen, gibt es einiges zu beachten, sowohl beim Kauf des richtigen Equipments als auch bei der Anwendung am Grill.

Was ist ein Drehspieß und warum ist er so effektiv?
Ein Drehspieß ist im Grunde eine motorisierte Stange, die langsam über einer Hitzequelle rotiert. Diese ständige Bewegung sorgt für eine gleichmäßige Garung des Grillguts von allen Seiten, da die Säfte im Inneren zirkulieren und das Fleisch sich quasi selbst begießt. Das Ergebnis ist ein unglaublich zartes, saftiges und aromatisch intensives Gericht mit einer rundum perfekt gebräunten Oberfläche. Im Gegensatz zum statischen Grillen, bei dem Sie das Grillgut immer wieder manuell wenden müssen, übernimmt der Drehspieß diese Aufgabe automatisch und sorgt für eine konstante Hitzeverteilung.
Die Wahl des richtigen Drehspießes: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Der Markt bietet eine Vielzahl von Drehspießen, die sich in Material, Motorisierung und Ausstattung unterscheiden. Die richtige Wahl hängt von Ihrem Grilltyp, Ihren Vorlieben und dem geplanten Einsatz ab. Hier sind die wichtigsten Aspekte, die Sie berücksichtigen sollten:
1. Kompatibilität mit Ihrem Grill
Zuerst sollten Sie prüfen, ob der Drehspieß zu Ihrem vorhandenen Grill passt. Viele Gasgrills sind bereits für die Nachrüstung mit einem Drehspieß vorbereitet und verfügen über entsprechende Motorhalterungen und Aussparungen. Für Kugelgrills gibt es spezielle Ringsysteme, die den Spieß aufnehmen. Messen Sie die Breite Ihres Grills, um sicherzustellen, dass der Spieß die richtige Länge hat und die Halterungen passen. Achten Sie auch auf die Art der Befestigung – manche Spieße werden direkt in den Grill eingesetzt, andere erfordern externe Halterungen.
2. Material des Spießes
Die meisten Drehspieße sind aus Edelstahl oder verchromtem Stahl gefertigt. Es gibt deutliche Unterschiede:
| Material | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Edelstahl | Sehr robust, rostfrei, langlebig, geschmacksneutral, leicht zu reinigen, hygienisch. | Teurer in der Anschaffung. |
| Verchromter Stahl | Günstiger. | Kann mit der Zeit rosten oder abblättern, weniger langlebig, nicht so hitzebeständig wie Edelstahl. |
Wir empfehlen dringend einen Drehspieß aus Edelstahl. Die höhere Investition zahlt sich durch Langlebigkeit, Hygiene und ungetrübten Grillgenuss aus.
3. Motorleistung und Drehgeschwindigkeit
Der Motor ist das Herzstück des Drehspießes. Er muss stark genug sein, um das Gewicht des Grillguts problemlos zu bewegen. Achten Sie auf die angegebene maximale Traglast des Motors. Ein guter Motor sollte mindestens 4-8 kg, für größere Braten oder mehrere Hähnchen auch 10-15 kg tragen können. Die Drehgeschwindigkeit ist ebenfalls wichtig: Eine langsame, konstante Rotation (etwa 2-3 Umdrehungen pro Minute) ist ideal, um das Grillgut gleichmäßig zu garen und eine perfekte Kruste zu entwickeln. Zu schnelle oder unregelmäßige Drehungen können zu ungleichmäßigem Garen führen. Es gibt batteriebetriebene und netzbetriebene Motoren. Netzbetriebene Motoren sind in der Regel leistungsstärker und zuverlässiger.
4. Spießlänge und Durchmesser
Die Länge des Spießes muss zu Ihrem Grill passen. Zu kurz, und Sie können das Grillgut nicht richtig positionieren; zu lang, und er passt nicht in die Halterungen. Der Durchmesser des Spießes sollte ausreichend stabil sein, um auch schwereres Grillgut ohne Durchbiegen zu halten. Standarddurchmesser liegen oft bei 8-10 mm.
5. Zubehör und Befestigung
Standardmäßig werden Drehspieße mit mindestens zwei Fleischgabeln (Spießgabeln) geliefert, die das Grillgut fixieren. Achten Sie darauf, dass diese stabil sind und sich gut festziehen lassen. Zusätzliches Zubehör wie Ausgleichsgewichte kann nützlich sein, um ein ungleichmäßiges Grillgut (z.B. ein Hähnchen mit größeren Flügeln auf einer Seite) auszubalancieren und den Motor zu schonen. Auch ein Fettauffangblech oder eine Tropfschale, die unter das Grillgut gestellt werden kann, ist sehr empfehlenswert, um den Grill sauber zu halten und lästige Fettbrände zu vermeiden, falls Ihr Grill keine integrierte Auffangschale besitzt.
Die Kunst des Rotisserie-Grillens: Praktische Tipps für den Erfolg
Der Kauf des richtigen Drehspießes ist nur der erste Schritt. Die wahre Magie entfaltet sich in der richtigen Anwendung. Hier sind wichtige Schritte und Tipps, die Sie beachten sollten, um perfekte Ergebnisse zu erzielen:
1. Grillgut vorbereiten und richtig aufspießen
Wie bereits erwähnt, ist die Vorbereitung entscheidend. Das Grillgut sollte nicht zu klein sein oder locker auf dem Drehspieß sitzen. Ein großes Stück Fleisch oder ein ganzes Hähnchen ist ideal. Sollte das Grillgut dennoch wackeln oder sich einzelne Teile lösen, kann man einfach mit einem hitzebeständigen Bindfaden (Küchengarn) nachhelfen. Binden Sie das Fleisch, den Fisch oder das Gemüse stramm und fest am Spieß fest, sodass es eine kompakte Einheit bildet. Dies verhindert, dass es während der Rotation verrutscht und ungleichmäßig gart. Achten Sie darauf, das Grillgut möglichst mittig auf den Spieß aufzuspießen, um eine ausgewogene Rotation zu gewährleisten und den Motor nicht unnötig zu belasten. Bei ungleichmäßig geformtem Grillgut können Ausgleichsgewichte helfen, die Balance zu finden.
2. Auftauen und Abtropfen lassen
Gerade bei tiefgefrorenem Fleisch oder anderem Grillgut ist es absolut wichtig, dass es vor dem Grillen mit der Rotisserie vollständig auftaut und kein Wasser mehr verliert. Gefrorenes Grillgut gart ungleichmäßig und kann zu einer erheblichen Reduzierung der Temperatur im Grill führen. Wasser, das vom Grillgut tropft, kann zudem zu unkontrollierten Flammen und Rauch führen. Tupfen Sie das Grillgut vor dem Aufspießen gut trocken.
3. Die Auffangschale: Ein Muss für sauberes Grillen
Egal ob Fett, Marinade oder Wasser – beim Rotisserie-Grillen tropft immer etwas vom Grillgut ab. Sollte Ihr Gasgrill keine bereits integrierte Auffangschale unter dem Drehspieß besitzen, stellen Sie unbedingt eine geeignete Schale aus Aluminium oder Edelstahl unter das Gegrillte. Dies verhindert nicht nur Fettbrände und Verschmutzungen im Grill, sondern die aufgefangenen Säfte können auch hervorragend für Saucen oder als Basis für eine leckere Gravy verwendet werden.
4. Temperaturkontrolle und Brennereinstellung
Dies ist ein kritischer Punkt für das Gelingen Ihrer Rotisserie-Gerichte. Befolgen Sie die Temperaturangaben aus Ihrem Rezept genau. Bei Gasgrills sollten die Brenner des Grills richtig eingestellt sein. In den meisten Fällen wird mit indirekter Hitze gegrillt. Das bedeutet, dass die Brenner direkt unter dem Grillgut ausgeschaltet sind und nur die äußeren Brenner oder der Backburner (dazu gleich mehr) für die Hitze sorgen. Dies verhindert, dass Fett in die Flammen tropft und zu Flammenbildung führt, während das Grillgut langsam und schonend gart. Überprüfen Sie die Kerntemperatur Ihres Grillguts regelmäßig mit einem geeigneten Grillthermometer, um den perfekten Garpunkt zu treffen.
Der Backburner: Ihr Geheimnis für die perfekte Kruste
Der Backburner, auch als Heckbrenner oder Infrarotbrenner bezeichnet, ist ein spezieller Brenner, der sich an der Rückwand vieler hochwertiger Gasgrills befindet. Er strahlt intensive, direkte Infrarotwärme ab und ist die ideale Wärmequelle für das Grillen mit dem Drehspieß.
Was ist ein Backburner und wozu dient er?
Ein Backburner ist ein Keramikbrenner, der eine sehr hohe und gleichmäßige Hitze erzeugt. Da er sich an der Rückseite des Grills befindet und nicht direkt unter dem Grillrost, fällt kein Fett auf die Flammen. Dies ist besonders vorteilhaft beim Rotisserie-Grillen, da das Grillgut ständig rotiert und Fett oder Säfte gleichmäßig abtropfen können, ohne Flammenbildung zu verursachen. Der Backburner sorgt für eine intensive Bräunung und eine unglaublich knusprige Kruste, während das Innere des Grillguts saftig bleibt.
Wie verwende ich den Backburner in Kombination mit der Rotisserie?
Gerade bei dem sehr heißen Backburner kann es schnell passieren, dass das Grillgut verbrennt, wenn man ihn falsch einsetzt. Hier sind die besten Praktiken:
- Hauptwärmequelle: Für die meisten Rotisserie-Gerichte ist der Backburner die primäre oder sogar einzige Wärmequelle. Schalten Sie die Hauptbrenner Ihres Grills aus, um indirekte Hitze zu gewährleisten und Fettbrände zu vermeiden.
- Abstand: Das Grillgut sollte nicht zu nah am Backburner sein. Der ideale Abstand ermöglicht eine gleichmäßige Bräunung ohne Anbrennen.
- Temperaturkontrolle: Auch wenn der Backburner für hohe Hitze sorgt, ist es wichtig, die Gesamttemperatur im Grill im Auge zu behalten. Bei einigen Gerichten kann es sinnvoll sein, den Backburner nicht auf voller Leistung laufen zu lassen oder ihn in Intervallen zu nutzen, insbesondere gegen Ende des Garvorgangs, um die Kruste zu perfektionieren.
- Kombination mit indirekter Hitze: Bei sehr großen Stücken oder längeren Garzeiten kann es sinnvoll sein, zusätzlich zu den Backburner auch die äußeren Hauptbrenner auf niedriger Stufe zu betreiben (indirekt), um eine stabilere Grundtemperatur im Garraum zu halten. Der Backburner ist dann primär für die Kruste zuständig.
Der Backburner ist Ihr bester Freund, wenn es darum geht, ein Hähnchen mit einer perfekt knusprigen Haut oder einen Rollbraten mit einer schönen Kruste zuzubereiten, ohne dass das Innere austrocknet.
Beliebte Gerichte vom Drehspieß
Die Möglichkeiten mit einem Drehspieß sind nahezu unbegrenzt. Hier sind einige Klassiker, die Sie unbedingt ausprobieren sollten:
- Ganzes Hähnchen (Rotisserie Chicken): Der absolute Klassiker! Gewürzt und aufgespießt wird es unglaublich saftig mit einer fantastischen Haut.
- Rollbraten: Ob Schweinebauch, Rinderbraten oder Lammkeule – der Drehspieß sorgt für eine gleichmäßige Garung und eine appetitliche Kruste.
- Gyros oder Döner Kebab: Mit passenden Aufsätzen können Sie auch selbstgemachtes Gyros oder Döner Kebab vom Spieß schneiden.
- Lammkeule: Langsam gegart wird sie butterzart und aromatisch.
- Ananas (karamellisiert): Ja, auch Obst lässt sich hervorragend am Drehspieß karamellisieren und als Dessert servieren.
Reinigung und Pflege Ihres Drehspießes
Nach dem Grillen ist vor dem Grillen! Die richtige Reinigung und Pflege verlängert die Lebensdauer Ihres Drehspießes erheblich. Lassen Sie den Spieß und die Fleischgabeln abkühlen. Anschließend lassen sich grobe Speisereste oft schon mit einer Bürste entfernen. Für eine gründliche Reinigung können die Edelstahlteile in warmem Seifenwasser eingeweicht und dann mit einem Schwamm oder einer Bürste gereinigt werden. Der Motor sollte niemals mit Wasser in Berührung kommen – wischen Sie ihn bei Bedarf mit einem feuchten Tuch ab. Lagern Sie den Spieß und den Motor an einem trockenen Ort.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Drehspieß
Hier beantworten wir einige der am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Drehspieß-Grillen:
Q: Kann ich jeden Grill mit einem Drehspieß nachrüsten?
A: Nicht unbedingt jeden. Viele Gasgrills sind bereits dafür vorbereitet. Für Kugelgrills gibt es spezielle Rotisserie-Ringe. Am besten prüfen Sie die Kompatibilität vor dem Kauf oder fragen Sie beim Hersteller Ihres Grills nach.
Q: Wie lange hält der Motor eines Drehspießes?
A: Bei guter Pflege und richtiger Nutzung (Beachtung der maximalen Traglast) können hochwertige Motoren viele Jahre halten. Achten Sie auf Modelle mit robusten Metallgetrieben anstelle von Plastik.
Q: Welche Temperatur ist ideal für Hähnchen vom Spieß?
A: Für ein ganzes Hähnchen vom Drehspieß wird in der Regel eine indirekte Grilltemperatur von etwa 180-200°C empfohlen. Die Kerntemperatur sollte am Ende 82-85°C im Schenkel betragen.
Q: Muss ich mein Grillgut während des Drehens begießen oder marinieren?
A: Das ist nicht zwingend notwendig, da die Rotation das Grillgut im eigenen Saft gart. Sie können aber eine Marinade oder Glasur auftragen, insbesondere gegen Ende des Garvorgangs, um zusätzliche Aromen und eine noch schönere Kruste zu erzielen.
Q: Was tun, wenn das Grillgut ungleichmäßig bräunt?
A: Dies deutet oft auf eine ungleichmäßige Verteilung des Gewichts auf dem Spieß hin. Versuchen Sie, das Grillgut neu zu zentrieren oder verwenden Sie Ausgleichsgewichte, falls verfügbar. Auch eine zu hohe Hitze auf einer Seite kann die Ursache sein – überprüfen Sie Ihre Brennereinstellungen.
Fazit: Ihr Weg zum Rotisserie-Meister
Ein Drehspieß ist eine fantastische Ergänzung für jeden Grillmeister, der seine Fähigkeiten erweitern und beeindruckende Gerichte zaubern möchte. Mit der richtigen Auswahl des Spießes, dem Verständnis für die Funktionsweise des Motors und insbesondere des Backburners sowie ein paar praktischen Tipps zur Vorbereitung und zum Garprozess, werden Sie schon bald perfekt gebräunte und unglaublich saftige Grillklassiker vom Spieß servieren. Es ist eine Investition, die sich in unvergesslichen Geschmacks- und Grillerlebnissen auszahlt. Wagen Sie den Schritt und entdecken Sie die Welt des Rotisserie-Grillens – Ihre Gäste werden begeistert sein!
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