19/06/2022
Ein gemauerter Außenkamin oder eine Outdoor-Küche ist das Herzstück vieler Gärten und Terrassen. Doch diese baulichen Schönheiten sind das ganze Jahr über den Elementen ausgesetzt: wechselnde Temperaturen, Regen, Schnee und die intensive Hitze des Feuers setzen ihnen Tag für Tag zu. Um die Langlebigkeit, die Funktionalität und nicht zuletzt die Ästhetik Ihres Grillkamins zu gewährleisten, ist ein fachgerechter Verputz unerlässlich. Dieser Artikel führt Sie detailliert durch den Prozess des Verputzens, von der Auswahl der richtigen Materialien bis zur Anwendung, und stellt sicher, dass Ihr Kamin den Herausforderungen standhält.

- Besondere Anforderungen an den Außenkamin-Putz
- Der richtige Putz für jede Zone des Kamins
- Schäden erkennen und den Grillkamin richtig vorbereiten
- Schritt-für-Schritt: Den Grillkamin richtig verputzen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Warum ist spezieller Putz für den Außenkamin wichtig?
- Kann ich normalen Fassadenputz für den gesamten Kamin verwenden?
- Wie bereite ich den Kamin optimal auf den Verputz vor?
- Welche Werkzeuge benötige ich zum Verputzen?
- Wie oft muss ich den Putz am Außenkamin erneuern?
- Was ist Schamottemörtel und wofür wird er verwendet?
- Kann ich den Kamin streichen statt verputzen?
- Fazit
Besondere Anforderungen an den Außenkamin-Putz
Ein Außenkamin ist kein gewöhnliches Gartenobjekt. Seine Hülle muss extremen Bedingungen standhalten können. Zwei Eigenschaften sind dabei von größter Bedeutung: Sie muss absolut wasserfest und gleichzeitig hitzebeständig sein. Im Fachhandel finden Sie eine Vielzahl von Produkten, die diesen speziellen Anforderungen gerecht werden. Es ist jedoch entscheidend zu verstehen, dass nicht jeder Bereich des Kamins gleichermaßen beansprucht wird, weder durch die Witterung noch durch die Hitzeentwicklung des Feuers.
Warum Hitzebeständigkeit und Wasserdichtigkeit entscheidend sind
Die Notwendigkeit dieser speziellen Materialeigenschaften lässt sich leicht erklären. Dringt Wasser in das Mauerwerk Ihres Kamins ein, wird dies in der kalten Jahreszeit zu einer ernsthaften Gefahr. Gefriert das eingedrungene Wasser, dehnt es sich aus und kann zu Rissbildungen und schweren Schäden im Mauerwerk führen. Diese Schäden beeinträchtigen nicht nur die Optik, sondern gefährden auch die Statik und die Sicherheit des Kamins. Eine Kaminabdeckung auf dem Rauchabzug ist hierbei ein einfacher, aber effektiver zusätzlicher Schutz vor dem Eindringen von Feuchtigkeit durch Regen oder Schnee.
Im Inneren des Kamins, wo das Feuer brennt, entwickeln sich beim Heizen enorme Temperaturen, die schnell mehrere Hundert Grad Celsius erreichen können. Normale Putze würden diesen Belastungen nicht standhalten, abplatzen oder sogar brennbare Gase freisetzen. Nur spezielle, hitzebeständige Materialien verhindern Brände oder gefährliche Gasbildungen und gewährleisten einen sicheren Betrieb. Die richtige Wahl der Materialien ist also nicht nur eine Frage der Haltbarkeit, sondern auch der Sicherheit.
Der richtige Putz für jede Zone des Kamins
Wie bereits erwähnt, sind die Anforderungen an den Putz je nach Bereich des Kamins unterschiedlich. Eine genaue Unterscheidung hilft Ihnen, die passenden Produkte effizient und sicher einzusetzen.
Der Sockelbereich: Robust und witterungsbeständig
Der Sockel Ihres Grillkamins wird zwar den Witterungseinflüssen ausgesetzt, aber nicht der direkten, hohen Hitze des Feuers. Daher reicht hier ein normaler, witterungsresistenter Roll- oder Fassadenputz aus. Der Rollputz ist besonders benutzerfreundlich und kann mit einer einfachen Schaumstoffrolle aufgetragen werden. Ein praktischer Tipp: Rühren Sie Abtönfarbe in den Putz, so erledigen Sie das Streichen und Verputzen in einem Arbeitsgang. Achten Sie darauf, dass der gewählte Putz auch für den Außenbereich geeignet und frostsicher ist.
Der heiße Kaminbereich: Spezialputz für extreme Temperaturen
Anders verhält es sich mit den Bereichen, die der direkten Hitze des Feuers ausgesetzt sind. Hier ist ein spezieller Kaminputz unerlässlich. Diese Produkte sind so formuliert, dass sie Temperaturen von bis zu 800 Grad Celsius standhalten, ohne abzubröckeln oder ihre Struktur zu verlieren. Auch für das Streichen im Kaminbereich wird hitzebeständige Kaminfarbe verwendet. Im Fachhandel finden Sie komplette Kaminfertigputzsysteme, die speziell für Heimwerker entwickelt wurden und eine sichere und dauerhafte Lösung bieten.
Um die Materialwahl zu verdeutlichen, hier eine kleine Übersicht:
| Kaminbereich | Benötigtes Material | Wichtige Eigenschaften |
|---|---|---|
| Sockelbereich (unten) | Normaler Roll- oder Fassadenputz | Witterungsresistent, wasserfest, frostsicher |
| Heißer Kaminbereich (Feuerstelle, Rauchabzug) | Hitzebeständiger Kaminputz | Hitzebeständig (bis 800°C), abriebfest, nicht brennbar |
| Fugen im Feuerraum | Schamottemörtel | Hitzebeständig, flexibel, rissüberbrückend |
| Ausgleich von Unebenheiten (Sockel) | Witterungsbeständige Spachtelmasse | Wasserfest, frostsicher, gut haftend |
| Ausgleich von Unebenheiten (Heißer Bereich) | Pulverlackspachtelmasse | Hitzefest, elastisch, flexibel |
Schäden erkennen und den Grillkamin richtig vorbereiten
Ein Grillkamin ist in der Regel sehr robust gebaut, doch die ständige Beanspruchung durch Wetter und Hitze hinterlässt Spuren. Eine regelmäßige Wartung und Überprüfung auf Schäden ist daher unerlässlich. Bevor Sie mit dem Verputzen beginnen, müssen alle Flächen des Außenkamins sauber, trocken und vor allem eben sein. Nur so kann der neue Putz optimal haften und seine volle Schutzwirkung entfalten.
Befreien Sie den Außenkamin zunächst gründlich von losem Mörtel, alten Putzresten, Schmutz, Algen oder Moos. Eine Spachtel, eine Drahtbürste oder sogar ein Hochdruckreiniger (danach gut trocknen lassen!) können hier gute Dienste leisten. Achten Sie darauf, dass keine losen Teile zurückbleiben, die später die Haftung des neuen Putzes beeinträchtigen könnten.
Nach der Reinigung geht es an die Ausbesserung von Unebenheiten und Löchern. Hierfür kommen spezielle Spachtelmassen zum Einsatz:
- Für den Sockelbereich reicht eine witterungsbeständige Spachtelmasse, die Risse und kleinere Löcher zuverlässig schließt.
- Im heißeren Kaminbereich, insbesondere im Bereich der Feuerstelle, ist eine Pulverlackspachtelmasse die richtige Wahl. Diese ist nicht nur hitzefest, sondern auch elastisch und flexibel, was wichtig ist, da sich Materialien bei Hitze ausdehnen und wieder zusammenziehen.
- Für die Fugen im Bereich der Brennkammer bietet sich Schamottemörtel an. Dieser Spezialmörtel ist extrem hitzebeständig und sorgt für eine dauerhafte und sichere Verbindung der Schamottsteine.
Halten Sie sich bei der Anwendung aller Spachtelmassen und Mörtel unbedingt genau an die Anweisungen des Herstellers. Dies gewährleistet die optimale Aushärtung und die gewünschten Materialeigenschaften.
Schritt-für-Schritt: Den Grillkamin richtig verputzen
Nachdem der Kamin gründlich vorbereitet und alle Schäden ausgebessert wurden, kann der eigentliche Verputzvorgang beginnen. Gehen Sie dabei systematisch vor:
- Grundierung (falls nötig): Einige Putzsysteme erfordern eine vorherige Grundierung des Untergrunds, um die Haftung zu verbessern und die Saugfähigkeit des Mauerwerks zu regulieren. Prüfen Sie die Herstellerangaben Ihres gewählten Putzes.
- Auftragen des Rollputzes (Sockelbereich): Mischen Sie den Rollputz gemäß den Anweisungen des Herstellers an. Wenn Sie Abtönfarbe hinzufügen möchten, tun Sie dies jetzt und rühren Sie gründlich um. Tragen Sie den Rollputz mit einer Schaumstoffrolle gleichmäßig auf den Sockelbereich auf. Achten Sie auf eine gleichmäßige Schichtdicke.
- Auftragen des Kaminputzes (heißer Bereich): Für die heißen Bereiche verwenden Sie den speziellen Kaminputz. Dieser wird in der Regel mit einer Glättkelle oder einem Spachtel aufgetragen. Arbeiten Sie hier sorgfältig und achten Sie auf eine vollflächige Bedeckung, um die maximale Hitzebeständigkeit zu gewährleisten. Je nach Produkt kann eine Schichtdicke von 3-5 mm erforderlich sein.
- Strukturierung (optional): Wenn Sie eine bestimmte Oberflächenstruktur wünschen, können Sie diese jetzt mit verschiedenen Werkzeugen wie Reibebrettern, Bürsten oder Schwämmen gestalten.
- Trocknungszeiten beachten: Jedes Produkt hat spezifische Trocknungszeiten. Halten Sie diese unbedingt ein, bevor Sie weitere Schichten auftragen oder den Kamin in Betrieb nehmen. Eine unzureichende Trocknung kann die Haltbarkeit und Funktion beeinträchtigen.
- Endbehandlung (falls nötig): Manche Putze erfordern eine abschließende Versiegelung oder einen Anstrich mit hitzebeständiger Kaminfarbe, um zusätzlichen Schutz und eine ansprechende Optik zu erzielen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist spezieller Putz für den Außenkamin wichtig?
Normaler Putz kann den extremen Temperaturschwankungen und der hohen Hitze im Feuerbereich nicht standhalten. Er würde Risse bekommen, abplatzen oder sogar gefährliche Gase freisetzen. Spezieller Kaminputz ist hitzebeständig und flexibel, während der Putz im Sockelbereich wasserfest und frostsicher sein muss, um Frostschäden zu verhindern.
Kann ich normalen Fassadenputz für den gesamten Kamin verwenden?
Nein, das ist nicht empfehlenswert. Normaler Fassadenputz ist zwar witterungsbeständig, aber nicht hitzebeständig genug für die Bereiche des Kamins, die direkt mit dem Feuer in Kontakt kommen oder sehr heiß werden. Verwenden Sie für diese Zonen unbedingt speziellen Kaminputz.
Wie bereite ich den Kamin optimal auf den Verputz vor?
Die Vorbereitung ist entscheidend. Entfernen Sie alle losen Putz- oder Mörtelreste, Schmutz, Algen und Moos. Die Oberfläche muss sauber, trocken und eben sein. Bessern Sie Risse und Löcher mit der passenden Spachtelmasse (witterungsbeständig für den Sockel, hitzebeständig für den Feuerbereich) aus.
Welche Werkzeuge benötige ich zum Verputzen?
Sie benötigen grundlegende Werkzeuge wie eine Maurerkelle, eine Glättkelle, einen Spachtel, eine Schaumstoffrolle (für Rollputz), einen Eimer zum Anmischen, eventuell eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz und Schutzkleidung (Handschuhe, Schutzbrille).
Wie oft muss ich den Putz am Außenkamin erneuern?
Das hängt von der Beanspruchung und den Witterungseinflüssen ab. Eine regelmäßige Überprüfung einmal im Jahr ist ratsam. Sobald Sie Risse, Abplatzungen oder Verfärbungen bemerken, sollten Sie über eine Sanierung nachdenken. Hochwertige Materialien und eine sorgfältige Anwendung verlängern die Intervalle.
Was ist Schamottemörtel und wofür wird er verwendet?
Schamottemörtel ist ein spezieller, hitzebeständiger Mörtel, der hauptsächlich zum Verfugen von Schamottsteinen in Brennkammern und Feuerstellen verwendet wird. Er ist so formuliert, dass er den extrem hohen Temperaturen standhält und gleichzeitig eine gewisse Flexibilität bietet, um temperaturbedingte Ausdehnungen und Kontraktionen auszugleichen.
Kann ich den Kamin streichen statt verputzen?
Streichen ist eine Option, um die Optik zu erneuern, aber es ersetzt nicht einen schützenden Putz. Wenn der Kamin bereits verputzt ist und der Putz intakt ist, können Sie ihn mit spezieller, hitzebeständiger Kaminfarbe streichen. Bei größeren Schäden oder unebenen Oberflächen ist ein Neuverputz jedoch die bessere Wahl.
Fazit
Der Gartenkamin stellt, wie wir gesehen haben, unterschiedlich hohe Anforderungen an den Verputz. Besonders die Bereiche, die beim Heizen hohen Temperaturen ausgesetzt sind, benötigen spezielle, hitzebeständige Materialien. Wenn Sie unsicher sind, für welche Bereiche Sie speziellen Putz und eine spezielle Kaminfarbe verwenden müssen, ist es am sichersten, diese Produkte einfach für den gesamten Kamin zu verwenden, da sie in der Regel auch den weniger beanspruchten Bereichen standhalten. Das Wichtigste ist jedoch, sich genau an die Anleitungen der jeweiligen Produkte zu halten und den Kamin sorgfältig vorzubereiten. Mit der richtigen Materialwahl und einer gewissenhaften Ausführung wird Ihr Grillkamin nicht nur ein optisches Highlight in Ihrem Garten bleiben, sondern auch viele Jahre lang sicher und zuverlässig für gemütliche Wärme und unvergessliche Grillabende sorgen.
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