09/05/2022
Das Brutzeln von saftigem Fleisch, knackigem Gemüse und aromatischem Fisch gehört für viele zu den schönsten Momenten des Sommers. Doch die Frage nach dem richtigen Grillgerät spaltet die Grillgemeinde: Holzkohle oder Gas? In der Schweiz haben sich Gasgrills längst als Favoriten etabliert, denn rund 80 Prozent der Grillfans schwören auf die bequeme und schnelle Art des Grillierens. Aber welche Modelle überzeugen wirklich? Und was macht einen guten Gasgrill aus? Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der Gasgrills und erfahren Sie, worauf es wirklich ankommt.

- Warum ein Gasgrill? Die unschlagbaren Vorteile
- Gasgrill vs. Holzkohlegrill: Welcher Grilltyp sind Sie?
- Der grosse Gasgrill-Test: Was die Experten sagen
- Die Top-Performer im Gasgrill-Test
- Was macht einen guten Gasgrill aus? Kriterien jenseits des Tests
- Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Gasgrill
- Fazit: Der beste Grill ist Ihr Grill
Warum ein Gasgrill? Die unschlagbaren Vorteile
Gasgrills sind aus gutem Grund so beliebt. Sie bieten eine Reihe von Vorteilen, die das Grillen nicht nur einfacher, sondern auch flexibler machen. Der wohl grösste Pluspunkt ist die schnelle Einsatzbereitschaft. Mit einem Knopfdruck zünden Sie die Brenner, und innerhalb weniger Minuten ist der Grill auf Betriebstemperatur. Das lästige Anheizen von Kohlen und die lange Wartezeit entfallen komplett. So können spontane Grillabende problemlos umgesetzt werden, selbst wenn der Hunger schon gross ist.
Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die präzise Temperaturkontrolle. Anders als beim Holzkohlegrill, wo die Hitzeentwicklung schwieriger zu steuern ist, können Sie bei einem Gasgrill die Temperatur exakt über die Brenner regeln. Dies ermöglicht ein vielseitiges Grillen, von scharfem Anbraten bei hohen Temperaturen bis hin zum schonenden Garen bei niedriger Hitze. Indirektes Grillen, zum Beispiel für grössere Braten oder ganze Hähnchen, ist ebenfalls mühelos möglich, indem man bestimmte Brenner ausschaltet und das Grillgut über die nicht beheizten Bereiche legt.
Ausserdem produzieren Gasgrills deutlich weniger Rauch als Holzkohlegrills. Das ist nicht nur angenehmer für den Grilleur und die Nachbarn, sondern auch ein Pluspunkt für die Umwelt. Die Reinigung ist ebenfalls einfacher, da keine Asche anfällt. Ein Gasgrill ist somit die ideale Wahl für alle, die Wert auf Komfort, Kontrolle und Sauberkeit legen.
Gasgrill vs. Holzkohlegrill: Welcher Grilltyp sind Sie?
Die Entscheidung zwischen Gas- und Holzkohlegrill ist oft eine Glaubensfrage. Beide Grillarten haben ihre Berechtigung und sprechen unterschiedliche Bedürfnisse an. Während der Holzkohlegrill oft mit dem traditionellen Grillaroma und dem besonderen Flair des Feuers assoziiert wird, punktet der Gasgrill mit Modernität und Effizienz. Hier ist ein Vergleich, der Ihnen bei der Entscheidung helfen kann:
Vergleichstabelle: Gasgrill vs. Holzkohlegrill
| Merkmal | Gasgrill | Holzkohlegrill |
|---|---|---|
| Startzeit | Sekundenschnell auf Knopfdruck | Längeres Anheizen (15-30 Min.) |
| Temperaturkontrolle | Präzise und sofort regelbar | Schwieriger zu steuern, weniger präzise |
| Rauchentwicklung | Sehr gering | Stark |
| Reinigung | Einfach, keine Asche | Ascheentsorgung notwendig |
| Aroma | Rein, kann durch Räucherboxen ergänzt werden | Typisches Raucharoma der Holzkohle |
| Betriebskosten | Gasflaschen, etwas höhere laufende Kosten | Holzkohle, meist günstigere Anschaffung |
| Sicherheit | Sehr hoch, bei regelmäßiger Wartung | Brandgefahr durch Funkenflug, offene Flamme |
| Vielseitigkeit | Sehr hoch (direkt/indirekt, Seitenkocher etc.) | Gut, aber weniger Flexibilität bei Temperaturzonen |
Wenn Sie Wert auf Tradition, das klassische Raucharoma und das Ritual des Anfeuerns legen, ist ein Holzkohlegrill vielleicht das Richtige für Sie. Doch wenn Komfort, schnelle Ergebnisse, präzise Kontrolle und Vielseitigkeit im Vordergrund stehen, dann führt kein Weg am Gasgrill vorbei.
Der grosse Gasgrill-Test: Was die Experten sagen
Um Licht in den Gasgrill-Dschungel zu bringen, haben «Kassensturz» und «K-Tipp Wohnen» zwölf der meistverkauften Gasgrill-Modelle einem umfassenden Test unterzogen. Die Grills, die in einem Preissegment von 100 bis 500 Franken lagen, wurden im renommierten IPI Institute in Stuttgart auf Herz und Nieren geprüft. Dabei standen vor allem die Praxistauglichkeit und die Sicherheit im Vordergrund.
Wichtige Testkriterien und überraschende Ergebnisse
Ein zentrales Kriterium im Test war die Gleichmässigkeit der Hitzeverteilung. Denn was nützt der beste Grill, wenn Würste auf der einen Seite verbrennen und auf der anderen blass bleiben? Ein gleichmässiges Grillergebnis ist entscheidend, um ständiges Verschieben des Grillguts zu vermeiden und entspannt grillen zu können. Die Tester grillierten nach Herstelleranleitung mit direkter Hitze und stellten fest, dass die Unterschiede hier gross waren. Während einige Grills die Test-Würste perfekt bräunten, zeigten andere deutliche Temperaturunterschiede auf dem Rost.

Ein interessantes Ergebnis betraf die Anzahl der Brenner. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass mehr Brenner automatisch eine bessere Hitzeverteilung bedeuten, zeigte der Test: Die Anzahl der Brenner hat keinen Einfluss auf die Gleichmässigkeit der Hitzeverteilung. Selbst Modelle mit nur einem Brenner konnten Würste gleichmässig grillieren. Projektleiter Rudolf Heinz vom IPI Institute erklärt dazu: «Mehrere Brenner haben nur dann einen Vorteil, wenn man den Grillbereich gezielt in wärmere und kühlere Teile aufteilen will, beispielsweise dann, wenn man auf der einen Seite etwas warmhalten möchte.» Dies ist ein wichtiger Hinweis für alle, die überlegen, wie viele Brenner ihr nächster Gasgrill haben sollte.
Sicherheit geht vor: Alle Grills bestanden den Test
Ein besonders beruhigendes Ergebnis des Tests war, dass alle zwölf geprüften Gasgrills die strengen Sicherheitstests bestanden haben. Punkte wie Gasdichtigkeit, Kippstabilität und die Erhitzung von Griffen und Aussenteilen wurden sorgfältig geprüft. Zwar erhitzen sich bei einigen günstigeren Modellen wie dem Best Price Expert von Campingaz oder dem fast baugleichen Modell der Coop-Marke Prix Garantie die Griffe am stärksten, doch lagen die gemessenen Werte immer noch innerhalb der Norm. Rudolf Heinz fasst zusammen: «Generell haben wir bei der Sicherheitsprüfung nur Kleinigkeiten gefunden. Die Geräte sind ordentlich gebaut und können sicher betrieben werden.» Dies ist eine hervorragende Nachricht für alle Grillfans und zeigt, dass man sich auf die Sicherheit der gängigen Modelle verlassen kann.
Die Top-Performer im Gasgrill-Test
Der Test lieferte klare Sieger und zeigte, dass ein guter Grill nicht zwingend teuer sein muss. Hier die Highlights der Testergebnisse:
Der Preis-Leistungs-Sieger
Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Test schaffte der Primotecq Barbecue 100 von Fust. Mit einem Preis von gerade einmal 99.90 Franken erreichte dieser Grill die gute Note 5,1. Dies beweist eindrucksvoll, dass auch preisgünstige Modelle überzeugen können und eine hervorragende Option für Grillanfänger oder jene sind, die nicht viel Geld ausgeben möchten, aber dennoch ein gutes Grillergebnis erwarten.
Der Testsieger: Weber Q2000
Der unangefochtene Testsieger und das einzige Modell mit der Bewertung «sehr gut» ist der Weber Q2000. Mit einem Preis von 449 Franken gehört er zwar zu den teureren Grills im Test, überzeugte aber durch das beste Grillergebnis im Praxistest und hervorragende Noten bei Handhabung und Sicherheit. Ein praktisches Detail, das die Vielseitigkeit dieses Modells unterstreicht: Beide im Test befindlichen Weber-Grills lassen sich vom Rollwagen trennen und separat als Tisch-Grills betreiben. Dies macht sie besonders flexibel für unterschiedliche Einsatzorte, sei es auf dem Balkon, der Terrasse oder beim Camping.
Weitere bemerkenswerte Modelle
Auch andere Modelle zeigten gute Ergebnisse. Ein günstiger Campinggrill für 99 Franken wurde ebenfalls positiv hervorgehoben und bestätigt, dass es gute Optionen in allen Preisklassen gibt. Abzüge gab es hingegen für Modelle wie den Sunset BBQ Sunny 2B und den Sunset BBQ Dallas 3B, die bei der gleichmässigen Temperaturverteilung Schwächen zeigten. Migros, der Anbieter dieser Modelle, wies darauf hin, dass bei sachgemässer Anwendung von Grillrost und Flammenschutz kein Grillgut verbrennen sollte. Dennoch erreichte der Sunny 2B mit einer Note von 4,3 das Schlusslicht im Test.
Ein spezifisches Beispiel für einen leistungsstarken Gasgrill, der nicht direkt im Test war, aber die Merkmale eines Premium-Modells aufweist, ist der Gasgrill Shiny 2.0 von Grill Club. Mit seinem doppelwandigen Edelstahldeckel und der Edelstahlkonsole ist er ein Hingucker. Er bietet Platz für Grillgut bis zu 12 Personen und ist sogar für Drehspiesse geeignet. Zudem verfügt er über 2 Gussroste, eine Steak- und Gemüseplatte sowie 4 Edelstahlbrenner und einen Seitenkocher – Merkmale, die für hohe Funktionalität und Vielseitigkeit sprechen.

Was macht einen guten Gasgrill aus? Kriterien jenseits des Tests
Neben den Testergebnissen gibt es weitere Aspekte, die bei der Auswahl des perfekten Gasgrills eine Rolle spielen. Bedenken Sie Ihre individuellen Bedürfnisse und die Häufigkeit der Nutzung:
- Material und Verarbeitung: Achten Sie auf hochwertige Materialien wie Edelstahl für den Korpus und die Brenner. Diese sind langlebig und widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse. Ein doppelwandiger Deckel hilft, die Hitze besser zu speichern und sorgt für eine stabilere Temperatur im Garraum.
- Rostmaterial: Gussroste speichern die Hitze sehr gut und sorgen für schöne Brandings auf dem Grillgut. Edelstahlroste sind leichter zu reinigen und rosten nicht.
- Anzahl und Leistung der Brenner: Wie im Test erwähnt, ist die Anzahl der Brenner nicht entscheidend für die Gleichmässigkeit, aber für die Flexibilität. Wenn Sie oft für viele Personen grillen oder verschiedene Temperaturzonen benötigen, sind drei oder mehr Brenner sinnvoll.
- Zusatzfunktionen: Seitenkocher sind ideal für Beilagen oder Saucen, während ein Infrarotbrenner (Sizzle Zone) für das perfekte Steak-Branding sorgt. Ein Drehspiess-Kit erweitert die Möglichkeiten für Geflügel oder Rollbraten.
- Grösse der Grillfläche: Überlegen Sie, für wie viele Personen Sie in der Regel grillen. Ein Grill für bis zu 12 Personen wie der Shiny 2.0 ist für grosse Familien oder Partys ideal, während ein kleinerer Tischgrill für Paare oder den Balkon ausreicht.
- Reinigung und Wartung: Ein herausnehmbarer Fettauffangbehälter und leicht zu reinigende Roste erleichtern die Pflege erheblich.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Gasgrill
Beim Kauf eines Gasgrills tauchen oft ähnliche Fragen auf. Hier beantworten wir die gängigsten:
1. Ist ein teurer Gasgrill immer besser?
Nicht unbedingt. Der Test hat gezeigt, dass auch günstige Modelle wie der Primotecq Barbecue 100 oder der Campinggrill für 99 Franken gute Noten erzielen konnten. Es kommt auf Ihre individuellen Bedürfnisse und die gewünschten Funktionen an. Ein teurerer Grill bietet oft eine robustere Bauweise, mehr Funktionen und eventuell eine längere Lebensdauer, ist aber nicht immer notwendig für ein gutes Grillergebnis.
2. Wie viele Brenner brauche ich wirklich?
Für gelegentliches Grillen kleinerer Mengen reichen oft ein oder zwei Brenner. Wenn Sie jedoch regelmässig für mehrere Personen grillen, verschiedene Grillzonen einrichten (direkt/indirekt) oder einen Seitenkocher nutzen möchten, sind drei oder mehr Brenner empfehlenswert. Die Anzahl der Brenner hat, wie der Test zeigte, keinen Einfluss auf die Gleichmässigkeit der Hitze, aber auf die Flexibilität bei der Temperaturzonen-Einteilung.
3. Sind Gasgrills sicher?
Ja, moderne Gasgrills sind bei sachgemässer Handhabung und regelmässiger Wartung sehr sicher. Alle getesteten Modelle bestanden die Sicherheitsprüfungen mit Bravour. Achten Sie auf eine korrekte Installation der Gasflasche und Schläuche sowie auf Dichtigkeit. Regelmässige Überprüfung der Schläuche und Anschlüsse auf Risse oder Beschädigungen ist ratsam.
4. Kann ich auf einem Gasgrill das typische Raucharoma erzielen?
Das direkte Raucharoma eines Holzkohlegrills ist schwer zu imitieren. Sie können jedoch spezielle Räucherboxen oder Räucherchips verwenden, die auf dem Gasgrill platziert werden, um dem Grillgut ein rauchiges Aroma zu verleihen. Die Vielseitigkeit des Gasgrills erlaubt es Ihnen, mit solchen Accessoires zu experimentieren.
5. Wie reinige ich meinen Gasgrill am besten?
Die Reinigung eines Gasgrills ist relativ einfach. Nach dem Grillen die Brenner auf volle Leistung stellen und den Grillrost ausbrennen lassen. Anschliessend die Rückstände mit einer Grillbürste entfernen. Den Fettauffangbehälter regelmässig leeren und reinigen. Aussenflächen können mit einem feuchten Tuch und mildem Reiniger gesäubert werden. Eine regelmässige, gründliche Reinigung verlängert die Lebensdauer Ihres Grills.
Fazit: Der beste Grill ist Ihr Grill
Die Suche nach dem «besten» Gasgrill ist letztlich eine sehr persönliche Entscheidung. Der Test von «Kassensturz» und «K-Tipp Wohnen» hat jedoch eindrucksvoll gezeigt, dass es hervorragende und sichere Modelle in allen Preisklassen gibt. Ob Sie sich für den Premium-Testsieger Weber Q2000 entscheiden, der durch seine Grillergebnisse und Flexibilität überzeugt, oder für den Preis-Leistungs-Sieger Primotecq Barbecue 100, der beweist, dass gute Qualität nicht teuer sein muss – wichtig ist, dass der Grill zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Budget passt.
Achten Sie auf eine gleichmässige Hitzeverteilung, die Sicherheitsmerkmale und die Funktionen, die Ihnen wichtig sind. Mit einem Gasgrill investieren Sie in Komfort, Kontrolle und unzählige entspannte Grillabende mit Familie und Freunden. Viel Spass beim Grillieren!
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