Welche Farbe hat eine Gasflasche?

Gasdruck: 30 mbar vs. 50 mbar am Grill?

12/05/2023

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Die Sonne lacht, der Duft von Gegrilltem liegt in der Luft – ein Traum für jeden Camper und Grillfreund. Doch bevor das erste Steak auf dem Rost landet, tauchen oft Fragen zur Kompatibilität von Gasgeräten auf. Insbesondere die unterschiedlichen Druckstufen von Gasgrills und mobilen Gasanlagen in Wohnmobilen und Caravans sorgen immer wieder für Verwirrung. Während Ihre mobile Kochstelle im Camper meist mit 30 Millibar (mbar) arbeitet, sind die meisten Gasgrills in Deutschland für einen Flüssiggasdruck von 50 mbar ausgelegt. Kann man einen 30 mbar Gasgrill einfach an ein 50 mbar System anschließen? Oder umgekehrt? Was passiert, wenn man einen Gasgrill aus dem Ausland mitbringt? Dieser Artikel beleuchtet die komplexen Zusammenhänge und gibt Ihnen die wichtigsten Antworten für sicheres und genussvolles Grillen unterwegs und zu Hause.

Kann man einen 30 mbar Gasgrill an einen 50 mbar Grill anschließen?
Nein, das ist nicht möglich und in Deutschland verboten. Grund dafür ist, dass 50 mbar Gasgrills nur für den Betrieb mit entsprechend hohem Gasdruck geprüft und zugelassen sind. Unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben würde dem Grill bei zu geringem Druck auch Leistung fehlen. Kann ich einen 30 mbar Gasgrill an eine 50 mbar Gasregler anschließen?
Inhaltsverzeichnis

Das Dilemma der Druckstufen: Warum 30 mbar nicht gleich 50 mbar ist

In Deutschland haben sich für den Einsatz von Gasflaschen im Freizeitbereich zwei primäre Druckstufen etabliert. Auf der einen Seite finden wir mobile Anlagen in Campern, Caravans und Wohnmobilen, die standardmäßig mit einem Gasdruck von 30 mbar arbeiten. Dies ist eine Vorgabe, die der Sicherheit dient und die Leistung der daran angeschlossenen Geräte optimal reguliert. Auf der anderen Seite stehen die Gasgrills, die hierzulande für einen Flüssiggasdruck von 50 mbar ausgelegt und geprüft sind. Diese Unterscheidung ist nicht willkürlich, sondern das Ergebnis strenger deutscher Normen und Vorschriften, insbesondere des DVGW Arbeitsblattes G 612. Diese Norm regelt die Anforderungen an Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen und legt fest, welche Druckstufen für welche Anwendungen zulässig sind. Im Ausland zeigt sich oft ein anderes Bild: Dort sind häufig auch Gasgrills für 30 mbar erhältlich, was Reisende vor die Frage stellt, ob diese Modelle hierzulande problemlos betrieben werden können. Die Antwort ist komplexer, als man auf den ersten Blick meinen könnte, und berührt wichtige Aspekte der Sicherheit und Leistung.

50 mbar Gasgrill am 30 mbar Gasnetz: Ein No-Go aus gutem Grund

Es wäre so bequem: Einfach den geliebten 50 mbar Gasgrill an die Gasanlage des Wohnmobils anschließen und losgrillen. Doch die Realität sieht anders aus. Ein 50 mbar Gasgrill an einem 30 mbar Gasnetz zu betreiben, ist in Deutschland nicht nur nicht erlaubt, sondern auch aus praktischer Sicht wenig sinnvoll. Der Hauptgrund liegt in der fehlenden Leistung. Gasgeräte sind präzise auf eine bestimmte Druckstufe ausgelegt, um die optimale Verbrennung und damit die volle Heizleistung zu erzielen. Schließt man einen für 50 mbar konzipierten Grill an ein 30 mbar Netz an, erhält der Brenner nicht genügend Gas. Das Ergebnis ist ein deutlicher Leistungsverlust. Die Flamme wird schwach, das Aufheizen dauert ewig, und das Grillgut erreicht nur mühsam oder gar nicht die gewünschte Temperatur. Ein scharfes Anbraten (Searing) wird nahezu unmöglich, und das Grillerlebnis wird zur Geduldsprobe. Selbst wenn der Brenner unter diesen Bedingungen in Betrieb gehen sollte, wäre das Ergebnis enttäuschend. Es ist, als würde man versuchen, einen Sportwagen mit zu wenig Kraftstoff zu betreiben – er fährt vielleicht, aber er erreicht niemals seine volle Leistung. Abgesehen von der mangelnden Performance ist der Betrieb eines nicht für die jeweilige Druckstufe zugelassenen Gerätes auch ein Verstoß gegen die geltenden Sicherheitsvorschriften und kann im schlimmsten Fall zu gefährlichen Situationen oder zum Erlöschen des Versicherungsschutzes führen.

Die erlaubte Lösung: Zwei Systeme parallel betreiben

Wer sowohl den Caravan als auch den Gasgrill mit Flüssiggas betreiben möchte und dabei auf einen 50 mbar Gasgrill nicht verzichten will, muss in aller Regel zwei separate Gasflaschen beziehungsweise zwei unabhängige Systeme parallel betreiben. Das bedeutet: Eine Gasflasche versorgt den Camper mit dem benötigten 30 mbar Druck für Heizung, Kühlschrank und Kochfeld, während eine separate Gasflasche mit einem 50 mbar Druckminderer speziell für den Gasgrill vorgesehen ist. Diese Lösung ist die einzig in Deutschland erlaubte und sicherste Variante, um beiden Geräten die jeweils korrekte Druckstufe zur Verfügung zu stellen. Es mag auf den ersten Blick umständlich erscheinen, bietet aber die Gewissheit, dass alle Geräte optimal und sicher funktionieren. Dies erfordert natürlich etwas mehr Platz für eine zweite Gasflasche und gegebenenfalls einen weiteren Druckminderer, ist aber die einzige Möglichkeit, den deutschen Vorschriften zu entsprechen und gleichzeitig die volle Leistung des Grills zu gewährleisten.

Es gibt jedoch eine seltene, aber wichtige Ausnahme: Alte Wohnmobile, in denen ab Werk eine 50 mbar Gasanlage verbaut ist. Solche Anlagen stehen unter dem sogenannten Bestandsschutz. Das bedeutet, sie müssen auch bei der regelmäßigen Gasprüfung nicht auf die heute üblichen 30 mbar umgerüstet werden, solange sie den Sicherheitsstandards zum Zeitpunkt ihrer Installation entsprachen und weiterhin einwandfrei funktionieren. Besitzer solch eines Modells können Camper und Grill problemlos parallel an der einen 50 mbar Anlage betreiben. Hierbei sollte man allerdings den potenziell höheren Gasverbrauch der gesamten Anlage im Auge behalten, da alle angeschlossenen Geräte für den höheren Druck ausgelegt sind.

30 mbar Gerät an 50 mbar Netz: Die Reduzierung ist möglich

Während der Betrieb eines 50 mbar Grills an einem 30 mbar Netz nicht erlaubt ist, verhält es sich umgekehrt anders. Es ist durchaus möglich und auch erlaubt, Gas aus einer Anlage mit 50 mbar mit reduziertem Druck von 30 mbar zu nutzen. Hierfür kommen spezielle Adapter und sogenannte Vordruckregler zum Einsatz. Diese Geräte werden einfach zwischen das 50 mbar System und das 30 mbar Gerät geschraubt und reduzieren den ankommenden Gasdruck präzise von 50 auf 30 mbar. Ein typisches Anwendungsbeispiel hierfür ist der Betrieb moderner Camping-Gasgeräte, wie beispielsweise eines Gaskühlschranks, der für einen Anschlussdruck von 30 mbar ausgelegt ist, in einem älteren Caravan mit einem 50 mbar System. Anstatt die gesamte Gasanlage des alten Caravans umrüsten zu müssen, ermöglicht der Vordruckregler eine einfache und sichere Anpassung des Drucks. Dies ist eine kostengünstige und pragmatische Lösung, um die Kompatibilität zwischen verschiedenen Generationen von Gasgeräten und Gasanlagen herzustellen, ohne größere Umbauten vornehmen zu müssen. Die Auswahl des richtigen Vordruckreglers ist dabei entscheidend, um eine sichere und effiziente Funktion zu gewährleisten.

Der Blick ins Ausland: 30 mbar Gasgrills als Alternative?

Für viele Camper und Grillliebhaber, die viel unterwegs sind, klingt die Idee eines 30 mbar Gasgrills, der direkt an das Bordnetz des Wohnmobils angeschlossen werden kann, verlockend. Und tatsächlich: Anders als in Deutschland sind Gasgrills im Ausland häufig auch für einen Anschlussdruck von 30 mbar zugelassen und somit direkt kompatibel mit den Gasanlagen in Wohnmobilen. Dies scheint die optimale Lösung zu sein, um nur eine Gasflasche für alle Verbraucher nutzen zu können. Doch auch wenn der Anschluss und Betrieb von 30 mbar Gasgrills aus dem Ausland am 30 mbar Bordnetz grundsätzlich erlaubt ist, gibt es bei dieser Variante einige entscheidende Punkte zu beachten, um Sicherheit und Konformität zu gewährleisten.

Sicherheit geht vor: Nur Grills mit CE-Kennzeichen aus dem Ausland kaufen

Um Kosten zu sparen, verzichten einige Hersteller im Ausland auf das für den europäischen Markt unerlässliche CE-Kennzeichen. Sie bieten Gasgrills für 30 mbar oder 50 mbar zu verlockend günstigen Preisen an. Das Fehlen des CE-Kennzeichens bedeutet jedoch, dass das Gerät nicht nach den in der EU geltenden Sicherheitsanforderungen geprüft und zugelassen ist. Wer solch ein Gerät betreibt, geht ein hohes Sicherheitsrisiko ein. Dies ist nicht nur strafbar, sondern kann im Falle eines Unfalls – sei es ein Gasleck, ein Brand oder gar eine Explosion – dazu führen, dass Versicherungen die Zahlung verweigern. Die entstehenden Lösch- und Folgekosten müssten Camper dann unter Umständen selbst tragen, was existenzbedrohend sein kann. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass jeder Gasgrill, den Sie im Ausland erwerben, über das offizielle CE-Kennzeichen verfügt. Nur so ist gewährleistet, dass das Gerät den europäischen Sicherheitsstandards entspricht und Sie im Ernstfall abgesichert sind.

Die richtigen Adapter für ausländische Anschlüsse an deutsche Gasflaschen

Ein weiterer wichtiger Punkt, der bei der Nutzung ausländischer Gasgrills oder Gasflaschen beachtet werden muss, ist die Vielfalt der Anschlüsse. Die Gewinde und Armaturen von Gasflaschen und Gasgeräten sind weltweit leider nicht einheitlich gestaltet. Wer beispielsweise einen Gasgrill aus den USA an eine in Deutschland erworbene Gasflasche mit Regler anschließen möchte, wird ohne die passenden Adapter schnell auf Probleme stoßen. Gleiches gilt, wenn Sie im Ausland eine Gasflasche kaufen und diese an Ihr deutsches System anschließen möchten. Für Abhilfe sorgen hier spezielle Adaptersets. Diese lassen sich einfach und sicher zwischen die heimische Gasflasche und das ausländische Gasgerät oder zwischen den ausländischen Regler und die eigene Schlauchleitung schrauben, um eine gasdichte und sichere Verbindung zu gewährleisten. Es ist ratsam, sich vor Reiseantritt oder Gerätekauf über die benötigten Adapter zu informieren und diese gegebenenfalls vorab zu besorgen. Ein gut sortierter Camping- oder Fachhandel kann hier weiterhelfen.

Expertenrat und sorgfältige Auswahl: Der Weg zum sicheren Grillvergnügen

Angesichts der Komplexität der verschiedenen Druckstufen, Anschlüsse und Sicherheitsbestimmungen ist es ratsam, bei Unsicherheiten stets Experten um Rat zu fragen. Ob es um die Auswahl eines 30 mbar Gasgrills für das Wohnmobil-Bordnetz geht oder um die passenden Adapter für ausländische Anschlüsse – Fachhändler für Campingausrüstung oder spezialisierte Gasexperten können wertvolle Unterstützung bieten. Sie helfen Ihnen nicht nur dabei, ein passendes und vor allem auch zugelassenes Gasgerät auszuwählen, sondern erklären auch, welche Adapter erforderlich sind und wie diese korrekt und sicher benutzt werden. Dies erspart Ihnen nicht nur viel Ärger und potenzielle Probleme im Urlaub, sondern gewährleistet auch, dass Sie Ihr Grillvergnügen jederzeit sicher und unbeschwert genießen können. Investieren Sie lieber einmal in fundierte Beratung und die richtigen Komponenten, als später ein hohes Risiko einzugehen.

Vergleich der Druckstufen und Kompatibilität
Merkmal30 mbar Gasgrill (z.B. Ausland)50 mbar Gasgrill (Deutschland-Standard)
Typischer EinsatzMobil (Wohnmobil, Caravan), oft im Ausland erhältlichStationär (Garten, Terrasse), in Deutschland Standard
Zulässige Druckstufe30 mbar50 mbar
Anschluss an 30 mbar Netz (Wohnmobil)Erlaubt (mit CE-Kennzeichen & ggf. Adapter)Nicht erlaubt (Leistungsverlust & Sicherheitsrisiko)
Anschluss an 50 mbar Netz (Hausanschluss/separate Flasche)Mit Vordruckregler möglichDirekt möglich
Verfügbarkeit in DeutschlandSelten, meist ImportStandardmäßig in allen Fachgeschäften
Wichtiges Merkmal für EU-BetriebUnbedingt CE-Kennzeichen erforderlichStandardmäßig mit CE-Kennzeichen versehen

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Gasdruck und Grills

Kann ich einen 50 mbar Gasgrill an einem 30 mbar Gasnetz betreiben?

Nein, das ist in Deutschland nicht möglich und auch verboten. Gasgrills, die für 50 mbar geprüft und zugelassen sind, benötigen diesen höheren Druck, um ihre volle Leistung zu entfalten. Bei einem Anschluss an ein 30 mbar Netz würde dem Grill die nötige Power fehlen, was zu sehr langen Garzeiten und unzureichenden Grillergebnissen führen würde. Zudem erlischt bei nicht vorschriftsmäßigem Betrieb der Versicherungsschutz.

Kann ich einen 30 mbar Gasgrill an einen 50 mbar Gasregler anschließen?

Ja, das ist mit einem entsprechenden Vordruckregler möglich und auch erlaubt. Dieser Regler reduziert den Druck von 50 mbar auf die benötigten 30 mbar. Diese Lösung ist besonders nützlich, wenn Sie beispielsweise einen modernen Camping-Gasgrill oder ein anderes 30 mbar Campinggerät an das Gasnetz eines älteren Caravans anschließen möchten, das noch mit einem 50 mbar System arbeitet.

Darf ich Gasgrills für 30 mbar aus dem Ausland kaufen und am Wohnmobil betreiben?

Ja, das ist grundsätzlich möglich und zulässig. Es gibt jedoch zwei entscheidende Punkte zu beachten: Der Gasgrill muss über ein gültiges CE-Kennzeichen verfügen, um den europäischen Sicherheitsstandards zu entsprechen. Außerdem benötigen Sie in der Regel spezielle Adapter, um die unterschiedlichen Gewinde und Anschlüsse zwischen dem ausländischen Grill und Ihrer deutschen Gasflasche bzw. dem Wohnmobil-Gasanschluss sicher miteinander verbinden zu können.

Kann ich einen Kartuschen-Gasgrill mit einer Gasflasche betreiben?

Ja, viele portable Gasgrills, die ursprünglich für den Betrieb mit Gaskartuschen konzipiert sind (wie z.B. der SKOTTI-Grill, Weber Q 100 oder Napoleon Travel Q), lassen sich mit den passenden Anschluss- oder Adapter-Sets auch an eine größere Gasflasche anschließen. Dies erhöht die Betriebszeit erheblich und macht den Grill im Campingalltag komfortabler.

Darf ich eine Gasflasche aus dem Ausland im eigenen Wohnmobil verwenden?

Ja, auch das ist in der Regel möglich, erfordert aber fast immer spezielle Adapter. Da die Anschlüsse von Gasflaschen und Gasdruckreglern international variieren, benötigen Sie Adapter, um eine sichere und gasdichte Verbindung zwischen der ausländischen Gasflasche und Ihrem deutschen Gasdruckregler bzw. der Schlauchleitung herzustellen. Informieren Sie sich vorab über die landesspezifischen Anschlüsse, um die richtigen Adapter dabei zu haben.

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