Was ist ein Fledermaus?

Das Geheimnis des Fledermaus-Steaks am Grill

30/04/2024

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Das Grillen ist eine Kunst, die von der Auswahl des richtigen Fleisches bis zur perfekten Zubereitung reicht. Während die meisten Grillmeister auf Klassiker wie Rumpsteak oder Ribeye setzen, gibt es verborgene Schätze, die darauf warten, entdeckt zu werden. Einer dieser Schätze ist das sogenannte Fledermaus-Steak, ein Cut, der in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen hat. Sein ungewöhnlicher Name mag Neugier wecken, doch es ist sein unglaublicher Geschmack und seine Zartheit, die wahre Grillenthusiasten begeistern. Wenn Sie auf der Suche nach einem besonderen Grillerlebnis sind, das Ihre Gäste beeindruckt und Ihren Gaumen verwöhnt, dann ist das Fledermaus-Steak genau das Richtige für Sie. Tauchen wir ein in die Welt dieses faszinierenden Fleischstücks und lernen Sie, wie Sie es meisterhaft auf den Punkt grillen.

Was ist ein Fledermaus?
Der Begriff Fledermaus wurde diesem Stück verliehen da es wohl fertig zugeschnitten, einer Fledermaus ähneln soll. In Deutschland wird dieser Zuschnitt auch Kachelfleisch oder Schallblattl genannt. Naja wie auch immer, das Stück "Fledermaus" stammt jedenfalls aus der Hüfte, bzw. dem Kreuzbein und kommt sowohl beim Rind, als auch beim Schwein vor.
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Fledermaus-Steak? Herkunft und Eigenschaften

Der Name „Fledermaus“ mag auf den ersten Blick verwirrend wirken, da er nichts mit dem Tier zu tun hat, sondern vielmehr mit der Form des Fleisches, die an die ausgebreiteten Flügel einer Fledermaus erinnern kann, wenn es vom Knochen gelöst wird. Dieser besondere Cut, der auch als „Bat Steak“ oder „Sirloin Flap“ bekannt ist, stammt aus der Keule des Rindes, genauer gesagt aus der Hüfte oder dem Beckenbereich. Es handelt sich um ein kleines, relativ flaches Muskelstück, das sich an der Innenseite des Beckenknochens befindet und bei der Schlachtung oft übersehen oder für Hackfleisch verwendet wurde.

Das Fledermaus-Steak ist ein Arbeitsmuskel, der jedoch nicht übermäßig beansprucht wird, was zu seiner bemerkenswerten Zartheit beiträgt. Es ist von feinen Fettäderchen, der sogenannten Marmorierung, durchzogen, die beim Grillen schmelzen und dem Fleisch einen intensiven, saftigen Geschmack verleihen. Die Textur ist fein, aber dennoch mit einer angenehmen Bissfestigkeit, die es von anderen Steaks unterscheidet. Sein Aroma ist tief und fleischig, oft mit nussigen Untertönen, was es zu einer hervorragenden Wahl für anspruchsvolle Gaumen macht. Aufgrund seiner relativ geringen Größe und der Tatsache, dass pro Tier nur zwei solcher Stücke erhältlich sind, galt es lange als Geheimtipp unter Metzgern und Kennern.

Warum das Fledermaus-Steak ein Muss für jeden Grillmeister ist

Neben seiner einzigartigen Herkunft und seinen sensorischen Eigenschaften bietet das Fledermaus-Steak mehrere Vorteile, die es zu einem herausragenden Kandidaten für den Grill machen:

  • Intensiver Geschmack: Dank seiner guten Marmorierung und der spezifischen Muskelstruktur entwickelt das Fledermaus-Steak beim Grillen ein besonders kräftiges, fleischiges Aroma, das viele andere Cuts übertrifft.
  • Bemerkenswerte Zartheit: Obwohl es ein Arbeitsmuskel ist, ist das Fledermaus-Steak bei richtiger Zubereitung unglaublich zart und saftig.
  • Vielseitigkeit: Es eignet sich nicht nur hervorragend als Steak, sondern kann auch für Spieße, Fajitas oder dünn geschnitten als Carpaccio verwendet werden.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Oft ist das Fledermaus-Steak günstiger als die klassischen Premium-Cuts, bietet aber ein vergleichbares oder sogar besseres Geschmackserlebnis. Es ist ein echtes Schnäppchen für Feinschmecker.

Vorbereitung ist die halbe Miete: Das Fledermaus-Steak vorbereiten

Wie bei jedem guten Steak beginnt der Erfolg bereits vor dem Grillen. Eine sorgfältige Vorbereitung stellt sicher, dass das Fledermaus-Steak sein volles Potenzial entfalten kann.

  1. Fleischqualität: Achten Sie beim Kauf auf eine gute Fleischqualität. Fragen Sie Ihren Metzger explizit nach Fledermaus-Steak vom Rind. Frisches Fleisch sollte eine kräftige rote Farbe haben und gut marmoriert sein.
  2. Zuschnitt: Das Fledermaus-Steak hat oft eine leicht unregelmäßige Form und kann eine dünne Sehne oder Fettauflagen aufweisen. Diese können bei Bedarf entfernt werden, um ein gleichmäßigeres Grillergebnis zu erzielen. Achten Sie darauf, nicht zu viel gutes Fleisch wegzuschneiden.
  3. Raumtemperatur: Nehmen Sie das Steak mindestens 30-60 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank. So kann es Raumtemperatur annehmen und gart später gleichmäßiger durch. Ein kaltes Steak würde auf dem Grill einen Temperaturschock erleiden, was die Fleischfasern verhärten könnte.
  4. Würzung: Weniger ist oft mehr. Aufgrund seines intensiven Eigengeschmacks benötigt das Fledermaus-Steak keine aufwendigen Marinaden. Grobes Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer sind meist ausreichend, um den natürlichen Geschmack hervorzuheben. Sie können es aber auch mit einer Prise Knoblauchpulver oder etwas Paprikapulver verfeinern, wenn Sie möchten. Reiben Sie das Steak unmittelbar vor dem Grillen von allen Seiten ein.

Der ultimative Grill-Guide für Ihr Fledermaus-Steak

Die Zubereitung des Fledermaus-Steaks erfordert eine Kombination aus direktem und indirektem Grillen, um eine perfekte Kruste und einen saftigen Kern zu erzielen. Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Schritt 1: Den Grill vorbereiten

Heizen Sie Ihren Grill richtig vor. Sie benötigen eine Zone für direkte, hohe Hitze (ca. 200-250°C) und eine Zone für indirekte, mittlere Hitze (ca. 150°C). Bei einem Kohlegrill schieben Sie die Kohlen auf eine Seite; bei einem Gasgrill zünden Sie nur einige Brenner an und lassen andere aus.

Schritt 2: Das Anbraten (Direkte Hitze)

Legen Sie die Fledermaus-Steaks direkt über die heiße Zone des Grills. Hier geht es darum, eine schöne Kruste zu entwickeln und Röstaromen zu erzeugen (Maillard-Reaktion). Grillen Sie die Steaks für etwa 6-10 Minuten pro Seite. Die genaue Zeit hängt von der Dicke des Steaks und der Intensität Ihrer Hitzequelle ab. Drehen Sie die Steaks nach der Hälfte der Zeit, um ein schönes Grillmuster zu erhalten. Sie sollten eine dunkle, karamellisierte Oberfläche sehen.

Schritt 3: Das Garen (Indirekte Hitze)

Sobald die Steaks auf beiden Seiten schön angebraten sind, legen Sie sie in die indirekte Grillzone. Schließen Sie den Deckel des Grills und lassen Sie die Steaks bei etwa 150°C bis zum gewünschten Gargrad weitergaren. Dies ist der entscheidende Schritt, um das Steak gleichmäßig und zart durchzugaren, ohne dass die Außenseite verbrennt.

Schritt 4: Die Kerntemperatur messen

Um den Gargrad präzise zu bestimmen, ist ein Fleischthermometer unerlässlich. Stechen Sie das Thermometer in die dickste Stelle des Steaks, ohne den Knochen zu berühren. Die Zieltemperatur hängt von Ihrem gewünschten Gargrad ab:

Kerntemperaturen für Rindfleisch:

GargradBeschreibungKerntemperatur (vor dem Rasten)
Rare (Blutig)Sehr rot innen, sehr saftig48-52°C
Medium Rare (Englisch)Rot in der Mitte, saftig52-54°C
Medium (Rosa)Rosa in der Mitte, zart und saftig55-58°C
Medium Well (Halbrosa)Leicht rosa Kern59-62°C
Well Done (Durchgebraten)Kein Rosa, festab 63°C

Für die Garstufe „medium“ beim Rindfleisch, die oft als ideal für das Fledermaus-Steak angesehen wird, streben Sie eine Kerntemperatur von 55-58°C an, bevor Sie es vom Grill nehmen. Die zuvor genannten 52-54°C sind eher für Medium-Rare. Es ist wichtig, das Steak etwas früher vom Grill zu nehmen, da die Kerntemperatur während der Rastphase noch ansteigt.

Schritt 5: Die Ruhephase (Rasten)

Dieser Schritt ist absolut entscheidend und wird oft unterschätzt. Nehmen Sie die Steaks vom Grill, sobald die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Legen Sie sie auf ein Schneidebrett oder einen Teller und decken Sie sie locker mit Alufolie ab. Lassen Sie die Steaks für 5-10 Minuten ruhen. Während dieser Rastphase verteilt sich der Fleischsaft, der sich beim Grillen im Kern des Steaks gesammelt hat, wieder gleichmäßig in den Fleischfasern. Das Ergebnis ist ein unglaublich saftiges und zartes Steak. Beachten Sie: Während der Rastphase steigt die Kerntemperatur nochmals um 1-2°C an! Dies ist der sogenannte „Carry-Over Cooking“-Effekt, der beim Planen der Zieltemperatur berücksichtigt werden muss.

Schritt 6: Anschneiden und Servieren

Nach der Ruhephase ist Ihr Fledermaus-Steak bereit zum Servieren. Schneiden Sie es am besten gegen die Faser in dünne Scheiben. Dies verkürzt die Fleischfasern und macht das Steak noch zarter. Servieren Sie es sofort mit Ihren Lieblingsbeilagen.

Beilagen und Serviertipps für Ihr Fledermaus-Steak

Das Fledermaus-Steak ist ein Star für sich, aber die richtigen Beilagen können das Geschmackserlebnis perfekt abrunden. Hier sind einige Ideen:

  • Saucen: Eine einfache Kräuterbutter, eine Chimichurri-Sauce, eine klassische Pfeffersauce oder eine kräftige Rotweinreduktion passen hervorragend.
  • Gemüse: Gegrillter Spargel, Maiskolben, Rosmarinkartoffeln oder ein frischer grüner Salat sind ideale Begleiter.
  • Kartoffelbeilagen: Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen, Kartoffelgratin, oder eine cremige Polenta ergänzen den fleischigen Geschmack.
  • Weinempfehlung: Ein kräftiger Rotwein wie ein Malbec, Syrah oder Cabernet Sauvignon harmoniert wunderbar mit dem intensiven Geschmack des Fledermaus-Steaks.

Häufig gestellte Fragen zum Fledermaus-Steak

Ist das Fledermaus-Steak immer vom Rind?
Ja, der Begriff „Fledermaus-Steak“ bezieht sich spezifisch auf einen Cut vom Rind. Es gibt keine gleichbedeutenden Cuts von anderen Tieren, die so genannt werden.
Kann ich ein Fledermaus-Steak auch in der Pfanne zubereiten?
Ja, das Fledermaus-Steak kann auch in einer sehr heißen Gusseisenpfanne zubereitet werden. Die Methode ist ähnlich: scharf anbraten und dann bei reduzierter Hitze im Ofen oder auf dem Herd fertig garen lassen, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Die Ruhephase ist auch hier unerlässlich.
Woher bekomme ich ein Fledermaus-Steak?
Da es sich um einen eher seltenen Cut handelt, ist es am besten, direkt bei Ihrem Metzger nachzufragen. Viele Metzger wissen, was ein Fledermaus-Steak ist, auch wenn es nicht immer in der Auslage liegt. Manchmal muss es vorbestellt werden.
Ist das Fledermaus-Steak zäh?
Nein, ganz im Gegenteil. Obwohl es ein Arbeitsmuskel ist, ist das Fledermaus-Steak bei richtiger Zubereitung sehr zart und saftig. Die Zähigkeit entsteht meist durch Übergaren oder das Fehlen der Ruhephase.
Kann ich das Fledermaus-Steak marinieren?
Sie können es marinieren, aber es ist oft nicht notwendig, da das Steak bereits einen reichen Eigengeschmack hat. Wenn Sie es marinieren möchten, wählen Sie eine leichte Marinade, die den Geschmack des Fleisches ergänzt, anstatt ihn zu überdecken. Eine Marinade auf Öl- und Kräuterbasis ist oft eine gute Wahl.

Das Fledermaus-Steak ist ein wahrer Geheimtipp für alle Grillfreunde, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind. Mit seinem intensiven Geschmack, seiner bemerkenswerten Zartheit und der richtigen Zubereitung wird es sicherlich zu einem Highlight auf Ihrem Grillrost. Es beweist, dass die besten Stücke Fleisch nicht immer die bekanntesten sein müssen. Wagen Sie das Experiment und entdecken Sie dieses faszinierende Stück Fleisch für sich. Der Aufwand lohnt sich, und Sie werden mit einem unvergesslichen Geschmackserlebnis belohnt, das Ihre Grillkünste auf ein neues Level hebt. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich von diesem unterschätzten Juwel begeistern!

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