04/01/2022
Fisch auf dem Grill – das ist für viele Grillliebhaber der Inbegriff sommerlicher Leichtigkeit und kulinarischer Raffinesse. Doch während Steaks und Würstchen fest zum Repertoire gehören, scheuen sich einige davor, Fisch auf den Rost zu legen. Zu Unrecht! Mit dem richtigen Wissen und ein paar einfachen Tricks wird gegrillter Fisch zu einem wahren Gaumenschmaus, der mit seinem zarten Fleisch und den vielfältigen Aromen begeistert. Er ist nicht nur lecker, sondern auch eine gesunde Alternative zu rotem Fleisch, reich an Omega-3-Fettsäuren und Proteinen.

Die Vielfalt der Fische, die sich zum Grillen eignen, ist beeindruckend. Es gibt jedoch einige grundlegende Überlegungen, die man anstellen sollte, um das beste Ergebnis zu erzielen. Nicht jeder Fisch ist gleich gut für jede Grillmethode geeignet. Die Wahl des richtigen Fisches ist der erste Schritt zum Erfolg.
Welche Fische eignen sich besonders gut zum Grillen?
Grundsätzlich lassen sich viele Fischarten auf dem Grill zubereiten, doch einige sind aufgrund ihrer Textur und ihres Fettgehalts besonders gut geeignet. Man unterscheidet hierbei oft zwischen fettreichen und mageren Fischen.
Fettreiche Fische: Die unkomplizierten Stars auf dem Rost
Fettreiche Fische sind oft die erste Wahl für den Grill, da ihr höherer Fettgehalt sie saftig hält und sie weniger anfällig für das Anhaften am Rost sind. Das Fett schützt das Fleisch vor dem Austrocknen und sorgt für eine schöne Kruste.
- Lachs: Der absolute Klassiker! Ob als Filet mit oder ohne Haut, Lachs ist dank seines hohen Fettgehalts sehr saftig und aromatisch. Die Haut wird auf dem Grill wunderbar knusprig. Er ist reich an Omega-3-Fettsäuren und nimmt Marinaden hervorragend auf.
- Makrele: Ein oft unterschätzter Fisch mit intensivem Geschmack. Makrelen sind sehr fettreich und eignen sich hervorragend für das direkte Grillen, oft im Ganzen. Ihr kräftiges Aroma harmoniert gut mit mediterranen Kräutern.
- Forelle: Eine Süßwasser-Ikone. Forellen werden meist im Ganzen gegrillt, oft gefüllt mit Kräutern und Zitronenscheiben. Ihr zartes Fleisch bleibt saftig und entwickelt ein feines Raucharoma.
- Sardinen: Kleine, aber feine Fische, die in vielen Mittelmeerländern eine Grillspezialität sind. Sie werden im Ganzen gegrillt und entwickeln ein wunderbar würziges Aroma. Perfekt als Vorspeise oder kleiner Snack.
- Thunfisch: Vor allem als Steaks gegrillt, ist Thunfisch eine exzellente Wahl. Er hat eine fleischige Textur, die an Rindfleisch erinnert und sollte nicht zu lange gegrillt werden, um innen noch leicht rosa zu bleiben.
Magere Fische: Mit Bedacht grillen
Magere Fische sind ebenfalls köstlich vom Grill, benötigen aber etwas mehr Aufmerksamkeit, da sie schneller austrocknen oder am Rost kleben bleiben können. Hier sind Hilfsmittel wie der Grillkorb oder die Fischplanke Gold wert.
- Dorade (Goldbrasse): Ein sehr beliebter Mittelmeerfisch, der meist im Ganzen gegrillt wird. Ihr zartes, weißes Fleisch ist fein im Geschmack und bleibt saftig, wenn man die Haut leicht einschneidet und gut ölt.
- Wolfsbarsch (Branzino): Ähnlich wie die Dorade, wird auch der Wolfsbarsch gerne im Ganzen gegrillt. Sein festes, weißes Fleisch ist sehr schmackhaft und nimmt Aromen gut auf.
- Kabeljau/Dorsch: Oft als Filet gegrillt. Um Austrocknen zu vermeiden, empfiehlt es sich, Kabeljau in Alufolie oder auf einer Zedernholzplanke zuzubereiten.
- Rotbarsch: Ein weiterer Fisch mit festem, weißem Fleisch, der sich gut für den Grill eignet, besonders in Folie oder im Grillkorb.
Meeresfrüchte: Schnell und köstlich
Nicht nur ganze Fische oder Filets, auch Meeresfrüchte sind hervorragend für den Grill geeignet und garen sehr schnell.
- Garnelen (Shrimps): Ob mit oder ohne Schale, auf Spießen oder direkt auf dem Rost (wenn groß genug), Garnelen sind blitzschnell fertig und nehmen Marinaden wunderbar auf.
- Jakobsmuscheln: Eine Delikatesse vom Grill. Sie garen extrem schnell und sollten nur kurz von jeder Seite angebraten werden, bis sie leicht karamellisiert sind.
- Tintenfisch (Calamari): Ganze Tuben oder Ringe, mariniert und kurz gegrillt, sind zart und aromatisch.
Vorbereitung ist alles: Der Schlüssel zum perfekten Grillfisch
Egal für welchen Fisch Sie sich entscheiden, die richtige Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg.
- Reinigung: Der Fisch sollte gründlich geschuppt, ausgenommen und gewaschen werden. Bei ganzen Fischen können die Kiemen entfernt werden, da sie Bitterstoffe enthalten können. Tupfen Sie den Fisch danach gründlich trocken – Feuchtigkeit lässt ihn am Rost kleben.
- Einschnitte: Bei ganzen Fischen mit fester Haut (wie Dorade oder Wolfsbarsch) können Sie die Haut quer zur Wirbelsäule zwei- bis dreimal leicht einschneiden. Das hilft dem Fisch, gleichmäßiger zu garen und Marinade besser aufzunehmen.
- Marinieren: Eine gute Marinade schützt den Fisch vor dem Austrocknen und verleiht ihm zusätzlichen Geschmack. Klassiker sind Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, frische Kräuter (Dill, Petersilie, Rosmarin, Thymian) und Gewürze. Fettreiche Fische benötigen weniger Marinierzeit als magere. Eine halbe bis eine Stunde ist oft ausreichend, bei empfindlichen Fischen reichen 15-30 Minuten.
- Salzen: Salzen Sie den Fisch erst kurz vor dem Grillen, besonders wenn Sie ihn marinieren. Salz entzieht dem Fisch Feuchtigkeit, was ihn trocken machen kann, wenn er zu lange gesalzen wird.
- Raumtemperatur: Nehmen Sie den Fisch etwa 15-30 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann. So gart er gleichmäßiger.
Die richtige Grilltechnik: So gelingt der Fisch jedes Mal
Das Grillen von Fisch erfordert etwas Fingerspitzengefühl, aber die grundlegenden Prinzipien sind einfach zu meistern.
- Rost vorbereiten: Ein sauberer, gut eingeölter Grillrost ist das A und O, um Anhaften zu verhindern. Heizen Sie den Rost gut vor und bürsten Sie ihn sauber. Dann tauchen Sie ein Küchentuch in Pflanzenöl und reiben den heißen Rost damit ein. Wiederholen Sie diesen Vorgang zwei- bis dreimal.
- Direkte oder indirekte Hitze:
- Direkte Hitze: Für Filets und kleinere Fische, die schnell garen, oder für das Anbraten von ganzen Fischen, um eine schöne Kruste zu bekommen. Die Temperatur sollte mittel-hoch sein.
- Indirekte Hitze: Ideal für größere, ganze Fische oder wenn Sie den Fisch sanft durchgaren möchten, ohne dass er außen verbrennt. Legen Sie den Fisch hierbei nicht direkt über die Glut.
- Der Grillkorb: Eine fantastische Erfindung für Fisch! Er hält den Fisch zusammen, erleichtert das Wenden und verhindert, dass er durch den Rost fällt oder anhaftet. Besonders empfehlenswert für ganze Fische oder empfindliche Filets.
- Die Fischplanke (Zedernholzplanke): Für ein einzigartiges Aroma und schonendes Garen. Die gewässerte Holzplanke wird auf den Grill gelegt, bis sie raucht, dann der Fisch darauf platziert. Der Fisch gart im eigenen Saft und nimmt das feine Holzaroma an. Ideal für Lachs und andere fettreiche Fische.
- Alufolie: Eine einfache Methode, um Fisch saftig zu halten. Fische oder Filets werden mit Gemüse, Kräutern und etwas Flüssigkeit (Wein, Brühe) in ein Päckchen aus Alufolie gewickelt und auf dem Grill gegart. Dies ist eher ein Dämpfen als Grillen, aber sehr schonend und aromatisch.
- Wenden: Wenden Sie den Fisch nicht zu früh! Lassen Sie ihn auf der ersten Seite braten, bis er sich leicht vom Rost lösen lässt. Das verhindert, dass das empfindliche Fleisch auseinanderfällt. Verwenden Sie einen breiten Pfannenwender oder den Grillkorb. Einmal wenden reicht meistens aus.
- Garzeit und Kerntemperatur: Die Garzeit hängt stark von der Dicke des Fisches ab. Als Faustregel gilt etwa 8-10 Minuten pro 2,5 cm Dicke bei direkter, mittlerer Hitze. Die beste Methode, um die Garheit zu prüfen, ist eine Kerntemperatur von 58-62°C. Alternativ können Sie mit einer Gabel in die dickste Stelle stechen: Wenn das Fleisch leicht auseinanderfällt und innen nicht mehr glasig ist, ist der Fisch fertig.
Spezifische Tipps für beliebte Grillfische
Lachs vom Grill
Lachsfilets mit Haut auf der Hautseite bei direkter, mittlerer Hitze beginnen. Die Haut wird knusprig und schützt das Fleisch. Nach 5-7 Minuten wenden und noch 2-4 Minuten fertig garen, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Mit Zitrone und frischem Dill servieren.
Ganze Dorade oder Wolfsbarsch
Die ausgenommenen und gewaschenen Fische innen und außen salzen, pfeffern und mit Kräutern (Rosmarin, Thymian), Knoblauch und Zitronenscheiben füllen. Die Haut mehrmals einschneiden und gut ölen. Im Grillkorb bei mittlerer, direkter Hitze pro Seite 8-12 Minuten grillen, je nach Größe. Alternativ auf der Fischplanke garen.
Garnelen-Spieße
Frische oder aufgetaute Garnelen schälen (Schwanzsegment kann dranbleiben), entdarmen und marinieren. Auf Spieße stecken und bei direkter, hoher Hitze nur 1-2 Minuten pro Seite grillen, bis sie rosa und undurchsichtig sind. Übergrillen macht sie zäh.
Beilagen und Saucen: Was passt zum Grillfisch?
Zum gegrillten Fisch passen leichte und frische Beilagen hervorragend:
- Gegrilltes Gemüse: Spargel, Zucchini, Paprika, Auberginen oder Maiskolben vom Grill ergänzen den Fisch perfekt.
- Frische Salate: Ein einfacher Blattsalat oder ein mediterraner Tomaten-Gurken-Salat mit Olivenöl und Essig.
- Kartoffelbeilagen: Rosmarinkartoffeln aus der Folie, Pellkartoffeln mit Kräuterquark oder ein leichter Kartoffelsalat.
- Saucen: Eine einfache Zitronen-Butter-Sauce, Kräuterbutter, eine leichte Dill-Joghurt-Sauce oder eine Salsa Verde unterstreichen den Fischgeschmack, ohne ihn zu überdecken.
Häufige Fehler beim Fischgrillen vermeiden
Um Enttäuschungen zu vermeiden, beachten Sie diese Punkte:
- Anhaften: Der häufigste Fehler. Rost nicht sauber genug, nicht heiß genug oder nicht ausreichend geölt. Oder der Fisch wird zu früh gewendet.
- Austrocknen: Fisch zu lange oder bei zu hoher Hitze gegrillt. Achten Sie auf die Garzeit und Kerntemperatur. Magere Fische brauchen besondere Sorgfalt.
- Auseinanderfallen: Fisch wird zu oft gewendet oder nicht vorsichtig genug behandelt. Ein Grillkorb hilft hier enorm.
- Fischgeruch: Frischer Fisch riecht nicht stark. Wenn er stark riecht, ist er nicht mehr frisch genug. Kaufen Sie Fisch immer bei einem vertrauenswürdigen Händler.
Nützliche Werkzeuge für den Fischgriller
- Grillkorb: Unverzichtbar für ganze Fische und empfindliche Filets.
- Breiter Pfannenwender: Erleichtert das Unterfahren und Wenden von Filets.
- Grillzange: Für das Handling von Spießen oder kleineren Stücken.
- Grillbürste: Für die Reinigung des Rosts vor und nach dem Grillen.
- Kerntemperatur-Thermometer: Die präziseste Methode, um den Garpunkt zu bestimmen.
- Fischplanke: Für besondere Aromen und schonendes Garen.
Häufig gestellte Fragen zum Fischgrillen
F: Wie verhindere ich, dass Fisch am Grillrost kleben bleibt?
A: Der Rost muss sehr sauber, gut vorgeheizt und anschließend gründlich eingeölt sein. Tupfen Sie den Fisch vor dem Grillen gut trocken und wenden Sie ihn erst, wenn er sich leicht vom Rost lösen lässt.
F: Sollte ich Fisch mit oder ohne Haut grillen?
A: Das hängt vom Fisch und der Vorliebe ab. Fisch mit Haut (z.B. Lachs, Dorade) lässt sich leichter grillen, da die Haut das Fleisch schützt und knusprig wird. Hautlose Filets sind empfindlicher und eignen sich besser für den Grillkorb oder die Folie.
F: Wie lange muss Fisch auf dem Grill garen?
A: Die Garzeit variiert stark je nach Dicke und Fischart. Als Faustregel gilt etwa 8-10 Minuten pro 2,5 cm Dicke bei mittlerer, direkter Hitze. Am besten verlassen Sie sich auf die Kerntemperatur (58-62°C) oder die Gabelprobe.
F: Kann ich gefrorenen Fisch grillen?
A: Es wird dringend empfohlen, Fisch vor dem Grillen vollständig aufzutauen. Gefrorener Fisch gart ungleichmäßig und kann außen trocken und innen noch roh sein. Langsames Auftauen im Kühlschrank ist ideal.
F: Welche Marinade ist am besten für Fisch?
A: Eine einfache Marinade aus Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, Salz, Pfeffer und frischen Kräutern (Dill, Petersilie, Rosmarin) ist oft die beste Wahl, da sie den Eigengeschmack des Fisches unterstreicht.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Haben Sie keine Angst vor Fisch auf dem Grill! Mit den richtigen Fischarten, einer sorgfältigen Vorbereitung und ein paar einfachen Grilltechniken zaubern Sie im Handumdrehen ein gesundes, leckeres und beeindruckendes Gericht. Experimentieren Sie mit verschiedenen Fischen, Marinaden und Beilagen, und entdecken Sie die Vielfalt, die die Welt des Fischgrillens zu bieten hat. Guten Appetit!
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