Was ist richtig Grillen oder Grillen?

Perfekt Grillieren: 10 Fehler, die Sie vermeiden müssen

31/05/2022

Rating: 4.84 (15717 votes)

Der Sommer ruft, und mit ihm die unwiderstehliche Lust, den Grill anzuwerfen. Doch während der Duft von Holzkohle und brutzelndem Fleisch in der Luft liegt, enden viele Grillabende leider nicht mit dem erhofften saftigen Steak, sondern mit zähen, verbrannten oder faden Resten. Grillieren ist eine Kunst, die Geduld und Wissen erfordert. Oft sind es kleine, scheinbar unbedeutende Fehler, die den Unterschied zwischen einem kulinarischen Triumph und einer Enttäuschung ausmachen. Um Ihnen den Weg zum perfekten Grillgenuss zu ebnen, haben wir die zehn häufigsten Grill-Sünden zusammengetragen, die Sie unbedingt vermeiden sollten. Machen Sie sich bereit, Ihr Grillspiel auf ein neues Niveau zu heben und Ihre Gäste mit unwiderstehlichen Kreationen zu begeistern!

Inhaltsverzeichnis

Der Holzirrtum: Vorsicht vor feuchtem Holz

Manche Grillmeister schwören auf das Grillieren mit Holz, um ihren Speisen ein unvergleichliches Aroma zu verleihen. Doch genau hier lauert eine der ersten Fallstricke: die Wahl des Holzes. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das verwendete Holz mindestens zwei Jahre lang richtig gelagert wurde. Frisch geschlagenes oder unzureichend getrocknetes Holz enthält noch zu viel Feuchtigkeit. Wenn dieses feuchte Holz auf dem Grill verbrannt wird, entsteht übermässig viel Rauch. Dieser Rauch ist nicht nur unangenehm für die Augen, sondern er überträgt auch bitter schmeckende und zähmachende Stoffe auf Ihr Grillgut. Das Ergebnis ist Fleisch, das nicht nur trocken, sondern auch von einem unerwünschten, bitteren Beigeschmack geprägt ist. Setzen Sie stattdessen auf trockenes, gut abgelagertes Hartholz oder hochwertige Holzkohle, um ein sauberes Abbrennen und ein reines Raucharoma zu gewährleisten, das Ihr Fleisch subtil verfeinert, anstatt es zu verderben.

Warum sollte man bei geschlossenen Grills den Deckel öffnen?
Vielleicht ist es die Ungeduld, vielleicht die Neugier – vor allem aber ist es ein grosser Fehler: bei geschlossenen Grills ständig den Deckel zu öffnen, um zu schauen, wie weit das Fleisch ist. Der ganze Sinn des Garvorgangs geht dabei verloren. Die Garzeit wird nach hinten geschoben, und damit wird das Fleisch schneller trocken und zäh.

Fett weg!: Der Geschmacksträger, den Sie brauchen

Oft hört man den Ausruf: „Igitt, so viel Fett esse ich aber nicht!“ und sieht, wie der Fettrand akribisch vor dem Grillieren entfernt wird. Dies ist ein grosser Fehler! Das Fett, das sich am oder im Fleisch befindet, ist ein entscheidender Geschmacksträger und sorgt für Saftigkeit. Beim Grillieren schmilzt das Fett langsam, durchdringt das Fleisch mit Feuchtigkeit und Aroma und trägt massgeblich zur Zartheit bei. Ein Stück Fleisch mit guter Marmorierung (feinen Fetteinlagerungen) oder einem gesunden Fettrand zeugt oft von höherer Qualität und artgerechter Aufzucht. Wenn Sie das Fett vor dem Grillieren entfernen, berauben Sie Ihr Grillgut eines wesentlichen Teils seines Geschmacks und seiner Textur. Die goldene Regel lautet: Den Fettrand immer erst nach dem Garen entfernen, falls gewünscht. So bleibt das Fleisch maximal saftig und aromatisch.

Der Zuckerschock: Marinaden richtig einsetzen

Marinaden sind dazu da, Fleisch zart zu machen und ihm Geschmack zu verleihen. Doch auch hier kann ein häufiger Fehler passieren: das zu frühe Auftragen von zucker- oder honighaltigen Marinaden. Zucker und Honig karamellisieren bei hohen Temperaturen sehr schnell. Tragen Sie eine solche Marinade zu Beginn des Grillvorgangs auf, führt dies unweigerlich zu dunklen, verbrannten und bitteren Stellen am Steak, lange bevor das Fleisch gar ist. Diese verbrannten Stellen sind nicht nur unappetitlich, sondern auch gesundheitlich bedenklich. Die Lösung: Tragen Sie zucker- oder honighaltige Marinaden erst im letzten Drittel des Garvorgangs auf, wenn die Hitze bereits moderater ist und das Fleisch fast die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat. Für den Anfang eignen sich salzige oder ölige Marinaden ohne Zucker besser, da diese nicht so schnell verbrennen.

Grillgut erstechen: Finger weg von der Gabel!

Eine klassische Grillsünde, die immer wieder beobachtet wird, ist der Einsatz der Gabel zum Wenden des Grillguts. Mag sie auch noch so praktisch erscheinen, die Gabel ist der Feind eines saftigen Steaks. Jedes Mal, wenn Sie Ihr Fleisch mit der Gabel durchstechen, verletzen Sie die Fasern des Grillguts. Durch diese kleinen Löcher tritt wertvoller Fleischsaft aus. Und wo Saft austritt, wird das Fleisch trocken und zäh. Dies gilt nicht nur für Steaks, sondern auch für Würstchen, Hähnchenbrust und anderes Grillgut. Die Lösung ist einfach und effektiv: Greifen Sie stattdessen immer zu einer Grillzange. Eine Grillzange ermöglicht es Ihnen, das Grillgut sicher zu greifen und zu wenden, ohne die Oberfläche zu beschädigen und somit den kostbaren Fleischsaft im Inneren zu bewahren. So bleibt Ihr Fleisch wunderbar zart und saftig.

Ständige Offenbarung: Warum der Deckel geschlossen bleiben muss

Dies ist vielleicht der häufigste und einer der kritischsten Fehler beim Grillieren mit einem geschlossenen Grill, sei es ein Kugelgrill, ein Gasgrill oder ein Keramikgrill. Die Ungeduld oder Neugier, ständig nachzusehen, wie weit das Fleisch ist, führt dazu, dass der Deckel immer wieder geöffnet wird. Doch jedes Mal, wenn der Deckel angehoben wird, geht der gesamte Sinn des Garvorgangs im geschlossenen System verloren. Im geschlossenen Grill zirkuliert die heisse Luft wie in einem Umluftofen. Dies sorgt für eine gleichmässige Garung und eine konstante Innentemperatur. Wenn Sie den Deckel öffnen, entweicht die angesammelte Hitze sofort, und die Temperatur im Grill fällt rapide ab. Dies hat mehrere negative Konsequenzen:

  • Verlängerung der Garzeit: Der Grill muss jedes Mal wieder auf die Betriebstemperatur hochheizen, was den Garprozess erheblich verlängert.
  • Austrocknung des Fleisches: Durch die Schwankungen in der Temperatur und die verlängerte Garzeit trocknet das Fleisch schneller aus und wird zäh.
  • Ungleichmässiges Garen: Die konstante Hitzeverteilung wird unterbrochen, was zu ungleichmässig gegartem Fleisch führen kann.

Vertrauen Sie auf die Temperaturanzeige Ihres Grills und die Garzeiten, die Sie sich idealerweise vorab überlegt haben. Bei Bedarf können Sie ein Grillthermometer mit Fühler verwenden, das Ihnen die Kerntemperatur anzeigt, ohne den Deckel öffnen zu müssen. Die kontinuierliche Hitze im geschlossenen Grill ist der Schlüssel zu saftigem, perfekt gegartem Fleisch.

Das Wendemanöver: Weniger ist mehr

Die Annahme, dass häufiges Wenden des Steaks zu einem besseren Garergebnis führt, ist weit verbreitet, aber falsch. Ganz im Gegenteil: Häufiges Wenden verhindert die Bildung einer schönen Kruste und kann das Fleisch schneller austrocknen. Die Maillard-Reaktion, die für die köstlichen Röstaromen und die ansprechende Bräunung verantwortlich ist, benötigt Zeit und eine konstante Hitzeeinwirkung auf einer Seite. Das Grillgut sollte höchstens vier Mal gewendet werden. Wichtig ist, dass der Grill von Anfang an heiss ist. Lauwarme Kohle oder ein nur halb aufgewärmter Elektrogrill bringen den Garvorgang durcheinander und führen zu ungleichmässigen Ergebnissen. Legen Sie das Fleisch auf den heissen Rost, lassen Sie es bräunen, wenden Sie es einmal, lassen Sie es erneut bräunen und garen Sie es dann bei indirekter Hitze fertig, falls nötig. Dazwischen sollte jeweils mindestens eine Minute gewartet werden, damit sich die Hitze aufbauen und die Kruste bilden kann.

Das Öl-Problem: Die richtige Wahl für hohe Temperaturen

Nicht jedes Öl ist zum Grillieren geeignet. Viele Speiseöle haben einen niedrigen Rauchpunkt, was bedeutet, dass sie bei hohen Grilltemperaturen schnell verbrennen, Rauch entwickeln und bittere, unangenehme Aromen auf Ihr Grillgut übertragen. Dies kann nicht nur den Geschmack verderben, sondern auch gesundheitlich bedenklich sein. Achten Sie bei der Wahl des Öls auf einen hohen Rauchpunkt. Als Faustregel gilt: Bei Sonnenblumenöl und Rapsöl sollten Sie unbedingt die raffinierte Variante wählen, da diese hitzestabiler ist. Auf Butter sollten Sie weitestgehend verzichten, da sie schnell verbrennt. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Öle mit einem sehr hohen Rauchpunkt. Hier ist eine kleine Übersicht:

ÖltypRauchpunkt (ca.)Eignung zum Grillieren
Raffiniertes Rapsöl204-232 °CSehr gut
Raffiniertes Sonnenblumenöl232 °CSehr gut
Sojaöl232 °CSehr gut
Erdnussöl232 °CSehr gut
Avocadoöl270 °CAusgezeichnet
Natives Olivenöl Extra160-190 °CNicht geeignet (für hohe Hitze)
Butter150 °CNicht geeignet (verbrennt schnell)

Verwenden Sie Öle mit hohem Rauchpunkt zum Einölen des Rosts oder des Grillguts, um Anbrennen zu verhindern und unangenehme Geschmäcker zu vermeiden.

Pfeffrig-salzig: Der richtige Zeitpunkt für Gewürze

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das Salzen und Pfeffern des Grillguts scheidet die Geister. Grundsätzlich ist jedoch zu empfehlen, dass die Gewürze erst kurz vor dem Erreichen des richtigen Garpunkts zum Einsatz kommen. Salz neigt dazu, dem Fleisch wertvolle Feuchtigkeit zu entziehen, wenn es zu früh aufgetragen wird. Das Ergebnis kann ein trockeneres Fleisch sein. Pfeffer hingegen neigt dazu, bei hohen Temperaturen schnell zu verbrennen und bittere Aromastoffe zu entwickeln. Verbrannter Pfeffer schmeckt unangenehm und kann das gesamte Aroma des Grillguts beeinträchtigen. Würzen Sie Ihr Fleisch daher am besten kurz vor dem Wenden oder erst nach dem Grillieren, um die Aromen optimal zu entfalten und das Austrocknen zu vermeiden. Eine Ausnahme bilden Marinaden, die bereits Salz enthalten, aber hier ist die Einwirkzeit oft kurz genug, um grösseren Feuchtigkeitsverlust zu verhindern.

Das Stufenprinzip: Temperaturzonen schaffen

Ein absolutes No-Go beim Grillieren ist es, das Fleisch zu lange bei andauernder, starker Hitze oder gar inmitten von Flammen zu grillieren. Dies führt unweigerlich zu verbrannten und zähen Stellen an der Oberfläche, während das Innere möglicherweise noch roh ist. Der Trick für perfekt gegartes Fleisch ist das Schaffen von Temperaturzonen auf Ihrem Grill. Dies ermöglicht es Ihnen, das Grillgut zunächst scharf anzubraten, um eine schöne Kruste (Maillard-Reaktion) zu erzielen, und es dann bei indirekter Hitze schonend fertigzugaren. Bei einem Kohlegrill gelingt dies am besten durch eine treppenförmige Anordnung der Kohle: ein Bereich mit viel Kohle für hohe direkte Hitze und ein Bereich mit weniger oder keiner Kohle für indirekte, niedrigere Hitze. Bei Gasgrills schalten Sie einfach einen oder mehrere Brenner aus, um eine indirekte Zone zu schaffen. Eine zusätzliche Wärmeplatte kann ebenfalls Abhilfe schaffen, um fertiges Grillgut warmzuhalten, ohne es weiter zu garen.

In der Ruhe liegt die Kraft: Die essentielle Ruhephase

Die letzte und vielleicht wichtigste Regel vor dem Verzehr: Das Fleisch sollte nach dem Grillieren unbedingt eine Ruhephase von 5 bis 10 Minuten einhalten. Viele Grillmeister ignorieren diesen Schritt in ihrer Ungeduld, aber er ist entscheidend für ein saftiges und zartes Ergebnis. Während des Grillierens ziehen sich die Fasern des Grillguts zusammen, und die Fleischsäfte konzentrieren sich in der Mitte des Stücks. Würde man das Fleisch sofort anschneiden, würden diese Säfte unkontrolliert austreten, und das Fleisch würde trocken werden. Während der Ruhephase entspannen sich die Muskelfasern, und der Fleischsaft hat die Chance, sich wieder gleichmässig im gesamten Stück zu verteilen. Decken Sie das Fleisch locker mit Alufolie ab, um es warmzuhalten, aber nicht, um es weiterzugaren. Diese einfache Massnahme sorgt dafür, dass jeder Bissen ein saftiges und genussvolles Erlebnis wird. Geduld zahlt sich hier wirklich aus!

Häufig gestellte Fragen zu Grillfehlern

Warum wird mein Fleisch auf dem Grill immer trocken?

Trockenes Fleisch kann viele Ursachen haben. Oft liegt es am zu häufigen Wenden, dem Durchstechen des Fleisches mit einer Gabel, dem zu frühen Salzen oder dem ständigen Öffnen des Grilldeckels, wodurch Feuchtigkeit entweicht und die Garzeit verlängert wird. Auch zu lange Garzeiten bei zu hoher Hitze trocknen das Fleisch aus. Achten Sie auf eine kurze scharfe Anbratphase und garen Sie das Fleisch dann bei indirekter Hitze fertig.

Wann sollte ich mein Fleisch marinieren?

Das hängt von der Marinade ab. Zucker- oder honighaltige Marinaden sollten erst im letzten Drittel des Garvorgangs aufgetragen werden, um ein Verbrennen zu verhindern. Salzige oder ölige Marinaden können länger einwirken, aber auch hier gilt: Nicht übertreiben, um dem Fleisch nicht zu viel Feuchtigkeit zu entziehen. Für die meisten Marinaden reicht eine Einwirkzeit von einigen Stunden bis über Nacht im Kühlschrank.

Welches Öl ist am besten zum Grillieren geeignet?

Für das Grillieren eignen sich Öle mit einem hohen Rauchpunkt, da sie hohen Temperaturen standhalten, ohne zu verbrennen oder Rauch zu entwickeln. Dazu gehören raffinierte Raps- oder Sonnenblumenöle, Sojaöl, Erdnussöl und insbesondere Avocadoöl. Natives Olivenöl Extra oder Butter sind aufgrund ihres niedrigeren Rauchpunktes weniger geeignet.

Muss ich den Deckel beim Gasgrill immer geschlossen halten?

Ja, unbedingt! Bei einem Gasgrill funktioniert das Garen ähnlich wie in einem Umluftofen. Der geschlossene Deckel sorgt für eine konstante Temperatur und eine gleichmässige Hitzeverteilung. Jedes Öffnen des Deckels lässt die Hitze entweichen, verlängert die Garzeit und kann das Fleisch austrocknen. Verwenden Sie ein Grillthermometer, um die Kerntemperatur zu überwachen, ohne den Deckel öffnen zu müssen.

Wie oft darf ich ein Steak wenden?

Ein Steak sollte idealerweise nur ein- bis maximal viermal gewendet werden. Wichtig ist, dass der Grill sehr heiss ist, wenn das Steak aufgelegt wird. Lassen Sie es auf der ersten Seite eine schöne Kruste bilden, bevor Sie es wenden. Häufiges Wenden verhindert die Bildung dieser gewünschten Kruste und der Maillard-Reaktion.

Warum ist die Ruhephase nach dem Grillieren so wichtig?

Die Ruhephase ist entscheidend, damit sich die Fleischsäfte, die sich während des Grillierens in der Mitte des Stücks konzentriert haben, wieder gleichmässig im gesamten Fleisch verteilen können. Dadurch bleibt das Fleisch saftig und zart. Ohne Ruhephase würden die Säfte beim Anschneiden austreten, und das Fleisch würde trocken.

Fazit: Mit Geduld und Wissen zum Grillmeister

Grillieren ist mehr als nur Fleisch auf den Rost legen. Es ist eine Kunst, die mit ein wenig Wissen und Aufmerksamkeit für Details gemeistert werden kann. Die Vermeidung dieser zehn häufigen Fehler wird Ihr Grillvergnügen revolutionieren und Sie zum gefeierten Grillmeister in Ihrem Freundeskreis machen. Erinnern Sie sich an die Bedeutung der richtigen Holzqualität, die Rolle des Fettes als Geschmacksträger und die Notwendigkeit, den Deckel geschlossen zu halten, um die optimale Hitzezirkulation zu gewährleisten. Üben Sie sich in Geduld, insbesondere beim Wenden des Grillguts und während der essentiellen Ruhephase nach dem Garen. Mit dem richtigen Öl, dem passenden Zeitpunkt für Gewürze und der Schaffung von Temperaturzonen auf Ihrem Grill werden Sie bald Meisterwerke zaubern, die Ihre Gäste begeistern werden. Ran an den Grill – und guten Appetit!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Perfekt Grillieren: 10 Fehler, die Sie vermeiden müssen kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Grillen besuchen.

Go up