Was ist ein elektrischer Drehspieß?

Spieß oder Rost: Die Kunst des Holzkohlegrillens

30/05/2023

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Wenn die Temperaturen steigen und der Duft von glühender Holzkohle in der Luft liegt, schlägt das Herz jedes Grillenthusiasten höher. Doch während die meisten Hobbyköche zum klassischen Grillrost greifen, um ihre Steaks und Würstchen zuzubereiten, gibt es eine ursprünglichere, oft übersehene Methode, die ein unvergleichliches Geschmackserlebnis bietet: das Grillen am Spieß. Diese Technik, die bis in die Anfänge des Kochens über offenem Feuer zurückreicht, verspricht nicht nur eine romantische Atmosphäre, sondern auch gesündere und gleichmäßigere Ergebnisse. Aber was genau unterscheidet das Spießgrillen vom herkömmlichen Rostgrillen, und warum sollten Sie dieser alten Kunst eine Chance geben?

Der grundlegende Unterschied zwischen einem Grillrost und einem Grillspieß liegt in der Art und Weise, wie das Grillgut der Hitze ausgesetzt wird und wie überschüssiges Fett abfließt. Auf einem Grillrost liegt das Fleisch statisch auf einer Fläche, was ein regelmäßiges Wenden erfordert, um beide Seiten zu garen. Fett, das aus dem Fleisch austritt, tropft dabei oft direkt in die Glut, was zu Rauchentwicklung und der Bildung potenziell ungesunder Stoffe führen kann. Das Grillen am Spieß hingegen, besonders auf einem Holzkohlegrill, verändert dieses Prinzip grundlegend. Hier wird das Grillgut, sei es ein ganzes Hähnchen, ein Rollbraten oder sogar Gemüse, auf einem Spieß fixiert und kontinuierlich über der Hitze gedreht. Diese stetige Rotation sorgt für eine gleichmäßige Garung von allen Seiten und verhindert weitgehend das Anbrennen. Das abtropfende Fett kann durch die Drehung meist am Herabtropfen in die Glut gehindert werden oder tropft zumindest nicht punktuell, was das Grillen am Spieß zu einer gesünderen Alternative macht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Spieß und einem Grillrost?
Häufig werden insbesondere bei größeren Grillspießen sogenannte Spieß- oder Grillklammern verwendet um den Grillbraten am Spieß zu fixieren. Im Gegensatz zum herkömmlichen Grillen auf dem Grillrost ist das Grillen am Spieß wesentlich gesünder, da man je nach Umdrehungsgeschwindigkeit ein Herabtropfen des Grillsaftes ins Feuer vermeiden kann.
Inhaltsverzeichnis

Die Renaissance des Spießgrillens: Ursprünglich, gesund und vielseitig

Das Grillen am Spieß ist die wohl romantischste und ursprünglichste Art des Grillens. Einst wurden ganze Tiere oder große Tierteile auf einem Holzspieß befestigt und von Hand langsam über dem offenen Feuer gedreht. Daher stammt auch der Ausdruck Drehspieß. Diese schweißtreibende Art der Zubereitung dauerte oftmals stundenlang, bis das Fleisch vollständig gegart war. Heute erleichtern moderne Grillmotoren die Arbeit erheblich, indem sie den Spieß automatisch und gleichmäßig drehen. Häufig werden zudem spezielle Spieß- oder Grillklammern verwendet, um das Grillgut sicher am Spieß zu fixieren und ein Verrutschen zu verhindern.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass nur bestimmte Grillspezialitäten auf einem Grillspieß zubereitet werden können und beispielsweise eine Bratwurst auf einen Rost gehört. Doch das Gegenteil ist der Fall! Im Prinzip kann jede Grillspezialität, die Sie auf einem Rost zubereiten, auch gesünder und rundum knuspriger auf einem Spieß gegrillt werden. Es ist lediglich eine Frage der richtigen Technik und der passenden Spieße. Selbst empfindlicher Fisch, knackiges Gemüse und kreative vegetarische Spieße lassen sich auf diese Weise köstlich und mit weniger Bedenken hinsichtlich schädlicher Stoffe zubereiten. Die kontinuierliche Drehung sorgt für eine knusprige Kruste außen und ein zartes, saftiges Inneres, da die Säfte im Grillgut besser eingeschlossen bleiben.

Vom Klassiker bis zum Exot: Vielfältige Spießgrill-Variationen

Der Variantenreichtum des Grillens am Spieß ist enorm und wird maßgeblich durch unterschiedliche Länderkulturen und Zubereitungsarten geprägt. Ein Holzkohlegrill, ausgestattet mit einem Grillmotor und einem automatischen Antrieb, nimmt Ihnen dabei das mühsame Drehen von Hand ab und eröffnet eine Welt voller kulinarischer Möglichkeiten:

  • Spießbraten (Rollbraten): Der Spießbraten ist die wohl älteste Form der Bratenzubereitung über offenem Feuer. Heute wird er zumeist aus Schweinenacken gerollt und reichlich gewürzt oder mariniert. Oftmals wird er mit Mett, Zwiebeln, Kräutern oder Gemüse gefüllt. Ein Bratennetz verhindert das Auseinanderfallen des gerollten Fleisches, während Grillklammern den Braten sicher am Spieß fixieren. Ein Grillmotor mit schneller Umdrehungsleistung verhindert das Abtropfen des Grillsaftes in die Glut und sorgt für eine schöne Kruste bei einem zarten, saftigen Kern.
  • Schaschlik: Dieser Grillspieß, je nach Region, ist eine Kombination aus verschiedenen Fleischsorten (Hammel, Lamm, Schwein, Rind, Geflügel) abwechselnd mit Gemüse wie Zwiebel, Paprika und Tomate, oder auch Speckscheiben und kleinen Würstchen. Das Fleisch wird in Würfel geschnitten und oft stunden- oder tagelang mariniert, um es zart und geschmackvoll zu machen.
  • Russisches Schaschlik (Mangal): Eine Spezialität aus dem Kaukasus, bei der Schweinefleisch aus dem Nacken in grobe Würfel geschnitten und 24-48 Stunden in einer Marinade (z.B. mit Zwiebeln, Lorbeerblättern, Essig, Zucker oder Buttermilch) eingelegt wird. Das Fleisch wird dadurch butterzart. Für Mangal-Schaschlik werden oft spezielle Spieße mit Flachprofil verwendet, die den dickeren Fleischstücken besseren Halt geben. Wichtig ist, frische Zwiebeln zum Grillen zu verwenden, nicht die marinierten.
  • Geflügel am Spieß: Eine einfache, aber äußerst leckere Zubereitungsart für Hühnchen, Pute oder Ente am Drehspieß. Der ausgenommene Vogel wird innen und außen mariniert oder gewürzt (Thymian verleiht eine besonders feine Note), auf den Drehspieß gesteckt und mit Grillklammern fixiert. Fett sollte möglichst reduziert werden, um Tropfen in die Kohle zu vermeiden.
  • Speck- und Würstchenspieß mit Gemüse: Äußerst köstlich und farbenfroh sind diese Grillspieße. Auf Edelstahlspieße werden in Stücke geschnittene Würstchen mit Speck und Paprika gespießt. Als Beilage bieten sich Gemüsespieße mit Zwiebeln, Paprika, Pilzen, Zucchini und Cherrytomaten an. Innerhalb weniger Minuten sind diese auf dem Holzkohlegrill gar und schmecken deftig und gesund.
  • Hackfleischspieß im Speckmantel: Eine besondere Kunst. Hackfleischbällchen, umwickelt mit einem Speckmantel, werden auf 3-Zack-Spieße aufgezogen und gleichmäßig kross gegrillt. Der Speck verleiht eine deftige und leicht salzige Note.
  • Vegetarischer Grillspieß: Das vegetarische Grillen wird immer beliebter. Weiche Grillspezialitäten wie Gemüse, Käse und Obst, die auf einem Rost oft schwierig zu handhaben sind, können am Spieß perfekt zubereitet werden. Achten Sie darauf, dass die Zutaten auf einem Spieß ähnliche Garzeiten haben. Ein motorbetriebener Spießgrill mit zentralem Antrieb für mehrere Spieße verhindert das Anbrennen und sorgt für köstliche Ergebnisse.
  • Churrasco Grillspieß: Die lateinamerikanische Art der Zubereitung von Fleisch (insbesondere Rindfleisch) über Holzkohle. Größere Rindfleischstücke werden mit grobem Salz bestreut, kurz vor dem Grillen abgestrichen und auf starke Grillspieße gezogen. Nach etwa 20 Minuten werden die gegarten Teile abgeschnitten und serviert, während der Rest weitergrillt. Picanha (Tafelspitz auf brasilianisch) ist eine legendäre Variante, bei der das Fleisch mit Fettrand auf einen breiten Spieß gezogen und mehrfach gegrillt und geschnitten wird.
  • Spanferkel am Grillspieß: Die Königsdisziplin. Das ausgenommene Spanferkel wird innen gewürzt und auf einen Drehspieß gezogen. Große Grillklammern, Squeezer und Nackenklemmen fixieren das Tier, und Spreizer spreizen die Beine. Ein verschiebbares Tariergewicht gleicht anatomisch bedingte Unwuchten aus.
  • Fischspieß: Ganze Fische so zu grillen, dass sie unbeschädigt auf den Teller kommen, ist eine hohe Kunst. Drei Varianten sind empfehlenswert: die Kombination aus Grillspieß und Fischklammer, ein spezieller Fischkorb aus Edelstahl oder die Zubereitung auf einem motorbetriebenen Schwenk- und Wendegrill. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer zubereitet, entsteht ein Fisch wie aus dem Restaurant.
  • Stockbrot: Nicht nur für Kinder ein Highlight. Der Teig wird um den Grillspieß gewickelt und über der Glut gebacken – ein einfaches, leckeres Vergnügen.
  • Gyros vom Grillspieß: Eine weitere Möglichkeit, Fleisch am Spieß zu garen, um es dann Scheibe für Scheibe abzuschneiden.

Tipps für das perfekte Spießgrillen

Um das Beste aus Ihrem Spießgrillerlebnis herauszuholen, beachten Sie folgende Tipps:

  • Der Grillmotor: Ein motorbetriebener Spieß ist fast unerlässlich, besonders bei größeren Fleischstücken. Er sorgt für eine konstante, gleichmäßige Drehung, die wiederum ein gleichmäßiges Garen und eine perfekte Kruste gewährleistet, ohne dass Sie ständig danebenstehen müssen.
  • Die Fixierung: Nutzen Sie immer geeignete Grillklammern, Spießgabeln oder Squeezer, um das Grillgut absolut sicher am Spieß zu befestigen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn sich das Fleisch während des Grillens löst.
  • Marinieren und Würzen: Die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete. Marinaden ziehen am Spieß besonders gut ein und verleihen dem Grillgut zusätzlichen Geschmack und Saftigkeit.
  • Temperaturkontrolle: Achten Sie auf eine gleichmäßige Glut. Bei Holzkohlegrills lässt sich die Temperatur durch die Menge der Kohle und die Lüftungsöffnungen steuern. Für größere Braten empfiehlt sich oft eine indirektere Hitze, um ein langsames Garen zu ermöglichen.
  • Das Abtropfen: Auch wenn das Spießgrillen gesünder ist, kann es bei sehr fettigem Grillgut immer noch zum Tropfen kommen. Eine Auffangschale unter dem Spieß kann hier Abhilfe schaffen und die Reinigung erleichtern.

Spießgrillen vs. Rostgrillen: Ein Vergleich

KriteriumSpießgrillen (Holzkohle)Rostgrillen (Holzkohle)
GesundheitFett tropft weniger in die Glut; geringere Bildung von Raucharomen und potenziell schädlichen Stoffen durch ständige Rotation.Fett tropft direkt in die Glut; höhere Rauchentwicklung und potenziell schädliche Stoffe können entstehen.
GleichmäßigkeitRundum gleichmäßige Garung und Bräunung; kein Wenden notwendig.Wenden erforderlich; oft ungleichmäßige Garung und Bräunung, da nur eine Seite der direkten Hitze ausgesetzt ist.
KnusprigkeitHervorragende, gleichmäßige Krustenbildung; Säfte bleiben besser im Inneren.Knusprigkeit meist nur auf den direkten Kontaktflächen; Gefahr des Austrocknens.
VielseitigkeitSehr hoch: ganze Braten, Geflügel, Fisch, Hackfleischspieße, Gemüse, Obst, Stockbrot.Hoch: Steaks, Würstchen, Burger, kleinere Gemüsestücke; große Braten oder ganze Tiere schwierig.
AufwandAnfänglicher Fixierungsaufwand; dann motorisiert sehr komfortabel.Weniger Vorbereitung; ständiges Wenden und Überwachen notwendig.
ErgebnisOft saftiger, zarter und aromatischer durch die langsame, gleichmäßige Drehung.Schneller, aber Gefahr des Austrocknens oder Verbrennens bei ungenügendem Wenden.
ErlebnisUrsprünglich, meditativ, beeindruckend für Gäste.Klassisch, schnell, unkompliziert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Spießgrillen

F: Kann ich wirklich jede Grillspezialität am Spieß zubereiten?
A: Im Prinzip ja. Während bestimmte Lebensmittel wie Suppen oder sehr flüssige Speisen natürlich nicht geeignet sind, können die meisten festen Grillgüter, die Sie auf einem Rost zubereiten würden – von der Bratwurst über Gemüse bis hin zu ganzen Hähnchen – auch am Spieß perfekt gegrillt werden. Es ist oft nur eine Frage der richtigen Spießtechnik und Fixierung.

F: Ist das Spießgrillen gesünder als das Grillen auf dem Rost?
A: Ja, im Allgemeinen schon. Durch die stetige Drehung des Spießes tropft weniger Fett direkt in die Glut, was die Bildung von schädlichen Raucharomen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) reduziert. Das Grillgut bleibt zudem saftiger, da die Säfte im Inneren besser eingeschlossen werden.

F: Benötige ich unbedingt einen Grillmotor für das Spießgrillen?
A: Für den privaten Gebrauch ist ein Grillmotor zwar keine absolute Notwendigkeit, aber er ist sehr empfehlenswert. Er nimmt Ihnen die mühsame Aufgabe des manuellen Drehens ab, sorgt für eine konstante und gleichmäßige Rotation und damit für ein perfektes, rundum gebräuntes Ergebnis. Besonders bei größeren Grillstücken ist er unverzichtbar.

F: Wie lange dauert das Grillen am Spieß?
A: Die Garzeit hängt stark von der Art, Größe und Dicke des Grillguts ab. Ein ganzes Hähnchen kann beispielsweise 1 bis 2,5 Stunden dauern, während kleine Gemüsespieße in wenigen Minuten fertig sind. Ein Spießbraten benötigt ebenfalls mehrere Stunden. Die genaue Zeit variiert auch je nach Hitze des Holzkohlegrills.

F: Welcher Holzkohlegrill eignet sich am besten für das Spießgrillen?
A: Ideal ist ein Holzkohlegrill, der speziell für die Nachrüstung mit einem Drehspieß und Motor konzipiert ist oder bereits über eine solche Vorrichtung verfügt. Achten Sie auf eine stabile Konstruktion und ausreichend Platz, um den Spieß mit dem Grillgut über der Glut platzieren zu können. Viele Hersteller bieten entsprechende Modelle oder Zubehörsets an.

Das Grillen am Spieß auf dem Holzkohlegrill ist mehr als nur eine Zubereitungsart – es ist ein Erlebnis. Es verbindet die Ursprünglichkeit des Feuers mit der Präzision moderner Technik und liefert Ergebnisse, die den Gaumen verwöhnen und die Augen erfreuen. Wenn Sie also das nächste Mal Ihren Grill anheizen, wagen Sie den Sprung vom Rost zum Spieß. Sie werden überrascht sein, welche kulinarischen Meisterwerke Sie mit dieser faszinierenden Methode zaubern können!

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