Wie mache ich ein Steak am besten?

Das Perfekte Steak Grillen: Dein Ultimativer Guide

22/07/2021

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Das Grillen eines Steaks gilt für viele als die Königsdisziplin am Rost. Es ist die ultimative Herausforderung für jeden Grillmeister, das perfekte Zusammenspiel aus zarter Textur, saftigem Inneren und einer unwiderstehlich knusprigen Kruste zu erreichen. Doch keine Sorge, es ist kein Hexenwerk! Mit den richtigen Kenntnissen über Fleischauswahl, Vorbereitung und Grilltechniken wird auch dir das Steak-BBQ zum Verlieben gelingen. Dieser umfassende Ratgeber führt dich Schritt für Schritt zum Erfolg und verrät dir alle Profi-Tricks, damit du deine Gäste mit einem makellosen Steak beeindrucken kannst.

Wie grillt man ein Rinderfiletsteak?
Für Rinderfiletsteak grillen zuerst den Griller anheizen und die Holzkohle gut durchglühen lassen. Nun die Filets bei starker Hitze pro Seite für 3 Minuten auf den Griller legen.
Inhaltsverzeichnis

Steaks richtig vorbereiten: Die Basis für den Erfolg

Bevor dein edles Stück Fleisch überhaupt den Grillrost berührt, ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Selbst das beste Fleisch kann durch falsche Handhabung vor dem Grillen an Qualität verlieren. Nimm dir daher die Zeit für diese wichtigen Schritte.

Fleisch auf Zimmertemperatur bringen

Ein häufig unterschätzter Schritt ist das Akklimatisieren des Fleisches. Hol dein Steak etwa zwei Stunden vor dem Grillen aus dem Kühlschrank und lass es bei Zimmertemperatur ruhen. Dies sorgt dafür, dass die Kälte des Kühlschranks aus dem Fleisch weicht und es später auf dem Grill gleichmäßiger gart. Ein kaltes Steak würde auf dem heißen Rost einen Temperaturschock erleiden, was zu einem ungleichmäßigen Garergebnis führen kann – außen zu schnell gar, innen noch roh oder zäh.

Fettrand einschneiden: Für Aroma und Formstabilität

Besonders gut marmorierte Steaks oder solche mit einer deutlichen Fettschicht am Rand sind wahre Geschmacksträger. Das Fett schmilzt beim Grillen und dringt ins Fleisch ein, was für zusätzliche Aromen und Saftigkeit sorgt. Auch wenn du das Fett später nicht essen möchtest, schneide den Fettrand keinesfalls vor dem Grillen ab! Fett ist essentiell für den Geschmack und beeinflusst den Garprozess positiv. Bevor du die Steaks würzt, schneide den Fettdeckel mit einem scharfen Messer im Abstand von etwa einem Zentimeter leicht ein. Achte darauf, dabei nicht ins eigentliche Muskelfleisch zu schneiden. Das Einschneiden hat den großen Vorteil, dass sich das Fleisch auf dem Rost beim Angrillen nicht wölbt und dadurch optimalen Kontakt zur Hitze behält, was ein gleichmäßiges Garen und eine schöne Kruste fördert.

Salzen und Würzen: Der richtige Zeitpunkt macht den Unterschied

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Salzen ist eine der meistdiskutierten in der Grillwelt. Grundsätzlich gibt es zwei empfehlenswerte Zeitpunkte: entweder deutlich vor dem Grillen oder direkt danach. Wir empfehlen, die Steaks etwa eine Viertelstunde vor dem Auflegen auf den Grill zu salzen. Welches Salz du verwendest, ist Geschmackssache, aber feine Salzflocken wie Pyramidensalz oder Murray River Salt lösen sich besser auf der Oberfläche auf als grobes Meersalz und tragen zu einer sehr schönen Kruste bei. Mehr Würze benötigst du an dieser Stelle nicht. Pfeffer würde auf der hohen Anfangshitze verbrennen und bitter schmecken, daher pfeffere dein Steak erst nach dem Grillen. Auf das Einölen der Steaks kannst du in der Regel verzichten, denn auf einem sauberen, ausreichend vorgeheizten Rost klebt gut vorbereitetes Fleisch nicht an.

Aufheizen des Grills und Steaks grillen – So gelingt es perfekt

Der Grill ist das Herzstück des Steak-Erlebnisses. Die richtige Temperaturführung ist entscheidend für das Gelingen deines Meisterwerks.

Temperatur beim Angrillen: Volle Hitze voraus!

Das A und O für ein hervorragendes Steak ist die Anfangshitze beim Angrillen. Hier brauchst du extreme Temperaturen! Deshalb schwören Steak-Liebhaber auf Infrarot-Brenner oder spezielle Beefer, die schnell über 800°C erreichen können. Auch auf einem Holzkohlegrill kannst du diese Hitze erzeugen: Sorge für ein dichtes Bett aus glühenden Kohlebriketts und lege darauf noch einige Steakhouse-Kohlestücke aus Hartholz wie Quebracho. Sind diese durchgeglüht, sollte dein Thermometer im Deckel des Grills idealerweise um die 270°C oder sogar mehr anzeigen. Nur so gelingt die perfekte Kruste.

Röstaromen hervorkitzeln: Die Magie der Maillard-Reaktion

Wie schmeckt dein Steak vom Grill am besten? Ganz klar: mit einer wunderbar krossen Kruste und einem saftigen Inneren. Damit das gelingt, ist die hohe Hitze beim Angrillen unerlässlich, denn nur dann findet die sogenannte Maillard-Reaktion statt. Diese komplexe chemische Reaktion zwischen Aminosäuren und reduzierenden Zuckern bei hohen Temperaturen ist verantwortlich für die Entstehung der köstlichen Röstaromen und die appetitliche braune Farbe auf der Oberfläche deines Steaks. Heize deinen Grill also zu Beginn ordentlich ein und stelle dir am besten gleich eine feuerfeste Schale oder ein Holzbrett bereit, in die du die Steaks nach dem Angrillen zum Ruhen legen kannst.

Steaks auf den Rost auflegen: Das 90-90-90-90 Prinzip

Sobald die erforderliche Temperatur erreicht ist, geht es ans Eingemachte. Das perfekte Grillmuster und eine gleichmäßige Kruste erzielst du am besten nach dem 90-90-90-90 Prinzip. Lege deine Steaks auf den heißen Rost und drücke sie kurz an, damit das Fleisch guten Kontakt zum Rost bekommt. Lass sie 90 Sekunden auf dem Rost, drehe sie dann um 45 Grad und grille weitere 90 Sekunden. Wende das Steak nun auf die andere Seite und wiederhole den Vorgang: 90 Sekunden grillen, um 45 Grad drehen, und nochmals 90 Sekunden grillen. So erhältst du ein perfektes, rautenförmiges Grillmuster. Nimm die Steaks anschließend vom direkten Bereich und lege sie zum kurzen Ruhen in die bereitgestellte Schale.

Temperatur absenken und Garziehen: Perfekte Kerntemperatur erreichen

Während die Steaks kurz ruhen und sich die Säfte verteilen, schließt du die Lüftungsregler deines Grills, um die Temperatur deutlich abzusenken. Maximal 120°C sind jetzt optimal. Dann dürfen die Steaks im indirekten Bereich deines Grills zu ihrer perfekten Kerntemperatur garziehen. Benutze dafür unbedingt ein zuverlässiges Grillthermometer. Nur so kannst du die Temperatur im Inneren des Fleisches präzise überwachen und den gewünschten Gargrad exakt treffen. Hole die Steaks jetzt aus der Schale und lege sie in den indirekten Bereich auf den Rost.

Steak mit Knochen grillen: Zartheit durch den Knochen

Wenn du ein dickes Steak mit Knochen, wie ein T-Bone oder Tomahawk, grillst, beachte, dass das Fleisch direkt am Knochen eine etwas längere Garzeit benötigt. Insgesamt hast du aber den Vorteil, dass der Knochen als Hitzepuffer fungiert und das Steak schonender und langsamer bis zur Kerntemperatur gebracht wird. Achte beim Auflegen darauf, dass die Knochenseite zur Kohle oder zur direkten Hitzequelle zeigt. Lasse die Steaks nun zu ihrer optimalen Kerntemperatur von beispielsweise 54°C für medium-rare garziehen. Jetzt brauchst du noch einige Minuten Geduld für die Ruhephase, denn das Steak muss noch kurz ruhen. Anschließend etwas salzen und nach Belieben pfeffern, und dann – genieße das perfekte Steak vom Grill!

Die Kunst der Fleischauswahl: Das Fundament deines Steaks

Das Steakgrillen beginnt nicht am Grill, sondern schon beim Fleischeinkauf. Nur ein perfektes Fleischstück kann zu einem perfekten Steak werden. Scheue dich nicht, ein paar Euro mehr in hochwertige Qualität zu investieren – es zahlt sich geschmacklich aus.

Welches Steak soll ich grillen? Eine Übersicht der beliebtesten Cuts

Die Welt der Steaks ist vielfältig, und jeder Cut hat seine eigenen Besonderheiten. Die wichtigsten sind:

Steak-CutBeschreibungBesonderheiten für den Grill
Rumpsteak (Striploin)Edelstück aus dem Roastbeef, oft mit einem Fettrand.Sehr beliebt, zart, saftig. Der Fettrand sorgt für Aroma. Direkt grillen.
T-Bone / PorterhouseAus dem Roastbeef, mit T-förmigem Knochen und Filetanteil. Porterhouse ist größer.Beeindruckend, gart dank Knochen gleichmäßig und saftig. Knochenseite zur Hitze.
Hüftsteak (Round)Aus der Keule geschnitten, vergleichsweise mager und günstig.Braucht Fingerspitzengefühl, um nicht zäh zu werden. Mager, kann schnell austrocknen.
Filet (Tenderloin)Der zarteste Cut, sehr mager, aber dennoch saftig.Sehr edel und teuer. Trotz fehlendem Fett wunderbar saftig. Kurz und scharf angrillen.
Entrecôte / Rib-EyeAus der hohen Rippe, mit dem charakteristischen Fettauge (Rib-Eye).Das Fettauge schmilzt und sorgt für buttrigen, kräftigen Geschmack und tolle Kruste. Sehr aromatisch.
Nuss (Sirloin)Ähnlich dem Hüftsteak, aus der Keule, mager.Günstiger, aber ebenfalls mager. Ähnliche Herausforderungen wie Hüftsteak.
Flank SteakAus der Bauchdünnung, langfaserig.Relativ neu. Am besten Sous-Vide vorgegart oder gesmokt, dann scharf angrillen. Quer zur Faser schneiden.

Für Experimentierfreudige gibt es beim spezialisierten Metzger weitere spannende Cuts wie das Bürgermeisterstück (Tri Tip) oder das Hanger Steak. Diese erfordern oft eine spezielle Vorbereitung wie Sous-Vide oder Smoken, um zart und saftig zu werden.

Was ist besser: Steak mager oder mit Fett?

Die ewige Debatte: mageres Steak oder doch lieber mit Fetteinlagerungen? Für Genießer ist die Antwort klar: Fett ist unverzichtbar für den Geschmack! Es ist nicht nur ein ausgezeichneter Geschmacksträger, sondern selbst reich an Aromen, die sich beim Grillen entfalten. Die teuersten Kobe-Steaks der Welt sind berühmt für ihre feine Marmorierung, also das intramuskuläre Fett, das ihnen eine unvergleichliche Saftigkeit und Geschmacksintensität verleiht. Gib dem Fett eine Chance! Wer es kalorienärmer bevorzugt, aber trotzdem zartes Fleisch möchte, greift zum Filet. Hier kann ein dünn aufgeschnittener Speckmantel wahre Wunder als Schutzschicht wirken und zusätzliche Aromen liefern.

Welches Fleisch für Steaks? Die Rasse macht den Unterschied

Das klassische Steak ist Rindfleisch. Doch Rind ist nicht gleich Rind. Die Qualität unterscheidet sich je nach Rasse, Alter des Tieres, Reifung und vor allem den Haltungsbedingungen. Eine artgerechte Haltung sorgt nicht nur für Tierwohl, sondern auch für einen einzigartigen, intensiven Geschmack auf dem Teller.

RinderrasseHerkunft / EigenschaftenBesonderheiten für Steaks
WagyuJapanische Rinderrasse, bekannt für extreme Marmorierung (Kobe ist eine Wagyu-Marke).Höchste Preise weltweit, unvergleichliche Saftigkeit und intensiver, buttriger Geschmack.
Black AngusBeliebt in den USA und Südamerika. Kräftiges Aroma, intensive Farbe.Hervorragende Steak-Qualität, gut marmoriert, sehr beliebt wegen seines kräftigen Geschmacks.
Simmentaler RindOft aus deutscher Zucht. Bekannt für Robustheit und gutes Fleisch.Guter Ruf für Steaks, besonders Weidehaltung sorgt für kräftiges Aroma.
Txogitxu (Alte Kuh)Keine Rasse, sondern eine Marke aus dem Baskenland für Fleisch von alten Kühen.Kräftiger gefärbt und deutlich intensiver im Geschmack als Fleisch von jungen Tieren. Eine teurere, aber lohnende Wahl für Liebhaber.

Sind Dry-Aged Steaks besser?

Nach der Rasse und dem Cut stellt sich die Frage der Reifung. Hier hast du die Wahl zwischen Nass- und Trockenreifung. Letztere liefert die begehrten Dry-Aged-Steaks. Beim Dry-Aging wird das Fleisch an der Luft unter kontrollierten Bedingungen gereift. Dabei verdunstet Flüssigkeit, was Proteine, Fett und Aromen im Fleisch intensiviert. Zudem sorgt die Reife in speziellen Reifekammern dafür, dass sich Molekülketten abbauen, wodurch das Fleisch zarter wird. Dry-Aged Steaks sind in der Regel mindestens vier Wochen alt. Die Vorteile sind ein kräftigerer Geschmack und ein zarterer Biss.

Im Gegensatz dazu ist die Nassreife schneller und kostengünstiger. Hierzu wird das Fleisch vakuumverpackt, wobei sich im Laufe der Reife Säuren bilden können, die nicht jeder mag. Nassgereifte Steaks sind aber oft saftiger und günstiger.

Vorbereitung und Grilltechniken vertiefen: Vom Rohling zum Meisterstück

Nachdem du das perfekte Steak ausgewählt hast, geht es an die Feinheiten der Vorbereitung und die Wahl der richtigen Grillmethode.

Wie würzt man Geflügel auf dem Grill?
Da die Temperaturen niedrig gehalten werden, verbrennen die Gewürze nicht, sondern entfalten das volle Aroma auf dem Grill. Um Geflügel zu würzen setzt man Gewürze wie Ingwer, Majoran und Zitronengras ein. Wer es etwas kräftiger mag kann auch Paprika und Pfeffer verwenden.

Wie dick sollte ein Steak sein? Die optimale Stärke

Die Dicke deines Steaks ist entscheidend für das Grillergebnis. Grundsätzlich gilt: Steaks sollten mindestens drei bis vier Zentimeter dick sein. Ist ein Steak dünner, dringt die Hitze des Grills sehr schnell ein, und es wird schwierig, das Fleisch medium zu garen, ohne dass es durchgart oder austrocknet. Zu kleine Steaks garen ebenfalls zu schnell durch. Ein perfektes Steak vom Grill sollte daher üppig bemessen sein. Ein Geheimtipp ist, ein großes Steak (4 cm und mehr Dicke) zu grillen und es dann am Tisch in Tranchen zu schneiden, anstatt jedem Gast ein kleines, dünnes Steak zu servieren. Das ist nicht nur einfacher in der Zubereitung, sondern das Ergebnis ist auch deutlich saftiger und zarter.

Wann salze ich Steaks? Ein für alle Mal geklärt

Die Frage, wann man Steaks salzen sollte, ist Gegenstand vieler Debatten. Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten: vor oder nach dem Grillen. Beides ist möglich, muss aber richtig gemacht werden.

  • Salzen vor dem Grillen: Wenn du dein Steak vor dem Grillen salzen möchtest, verwende am besten grobkörniges Salz oder Meersalzflocken. Das Salz entzieht dem Fleisch zunächst durch Osmose Feuchtigkeit. Dieser salzige Fleischsaft enthält Aromen und muss wieder zurück ins Steak. Feine Risse im Fleisch ermöglichen es, dass das Aroma quasi ins Steak einsickert. Dieser Vorgang dauert jedoch länger als die reine Osmose. Daher heißt es: Warte mindestens eine Stunde nach dem Salzen. Dann ist dein Steak bereit für den Grill. Du kannst es sogar schon morgens salzen und abends grillen, zwischendurch natürlich im Kühlschrank lagern.
  • Salzen nach dem Grillen: Alternativ grillst du dein Steak pur und gibst dann im Anschluss Salz auf das fertige Steak. Der Bonuseffekt ist der leichte Crunch der Salzkristalle. Zudem ist es geschmacklich spannend, wenn das Salz nicht gleichmäßig verteilt ist, sondern in Form von kleinen Aromenexplosionen – nicht zu verwechseln mit versalzen! Wie viel Salz richtig ist, hängt von deinem Geschmack ab. Beginne lieber mit wenig Salz, der Eigengeschmack eines guten Steaks ist oft kräftig genug.

Steak für den Grill vorbereiten: Trockenheit ist Trumpf

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Trocknen der Steak-Oberfläche. Dies hat zwei Hauptgründe: Erstens verliert das Fleisch dadurch etwas Flüssigkeit, wodurch sich die Aromen noch einmal konzentrieren. Zweitens und viel wichtiger: Eine trockene Oberfläche ist essenziell für die Maillard-Reaktion und somit für die Bildung einer perfekten Kruste und schöner Grillstreifen. Zu viel Flüssigkeit auf dem Steak würde wie ein Schutzschild wirken und die direkte Hitzeeinwirkung behindern. Tupfe das Steak daher vor dem Grillen gründlich mit Küchenpapier trocken.

Die Debatte, ob man das Steak vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen soll, ist eher eine Glaubensfrage. Ein dickes Stück Fleisch gart zwar etwas schneller, wenn es zuvor bei Zimmertemperatur geruht hat. Der Temperaturunterschied zwischen Kern und Oberfläche ist jedoch vorteilhaft für den richtigen Garpunkt. Ob du das Fleisch vorher aus dem Kühlschrank nimmst oder es direkt auf den Rost legst, hat einen geringen Einfluss auf das Endergebnis.

Steak richtig grillen: Methoden im Überblick

Für das Grillen von Steaks stehen dir verschiedene Methoden zur Verfügung, jede mit ihren eigenen Vorteilen.

Direktes und indirektes Grillen

Klassische Steaks wie Rumpsteak, Filet oder kleinere T-Bones werden idealerweise direkt gegrillt. Heize deinen Grill dazu ordentlich auf – volle Power ist gefragt! Wichtig ist jedoch, dass du auch eine indirekte Zone hast, in der das Fleisch nachziehen kann. Hat der Grill die gewünschte hohe Temperatur erreicht, kommt das Fleisch direkt auf den Rost. Jetzt geht es darum, ein schönes Grillmuster und eine krosse Kruste zu erzeugen. Etwa zwei Minuten pro Seite reichen in der Regel aus. Wenn du ein Rauten-Grillmuster wünschst, drehe das Steak nach der Hälfte der Zeit (nach 90 Sekunden) um 90 Grad. Nach dem scharfen Angrillen auf beiden Seiten legst du das Steak in die indirekte Zone, schließt den Deckel und lässt es dort bis zur gewünschten Kerntemperatur garziehen. Es empfiehlt sich, das Fleisch ein bis zwei Grad unter der Zieltemperatur vom Grill zu nehmen, da es in der Ruhephase noch nachzieht.

Dicke Steaks wie Porterhouse oder Club Steak grillst du am besten umgekehrt, also indirekt und dann direkt. Bereite den Grill so vor, dass die Garraumtemperatur bei etwa 120°C liegt. Bei dieser niedrigen Temperatur gart das Steak dann indirekt und bei geschlossenem Deckel, bis es etwa zehn Grad Celsius unter der gewünschten Kerntemperatur liegt. Jetzt öffnest du den Deckel und gibst das Fleisch über die direkte Hitze, wo es seine Kruste und die nötige Bräunung erhält. Dabei weiterhin die Kerntemperatur mit einem Fleischthermometer überwachen! Auch ein großes Steak sollte nach dem Grillen noch einen Moment ruhen.

Steak Sous-Vide grillen: Für ultimative Zartheit

Die Sous-Vide-Methode für Steaks ist eine Technik, die für unvergleichliche Zartheit und Saftigkeit sorgt. Dabei wird das Fleisch vakuumiert (oft zusammen mit Kräutern und Butter) und in einem Wasserbad bei einer präzise kontrollierten, niedrigen Temperatur über mehrere Stunden gegart. Der Vorteil: Das Fleisch erreicht die perfekte Kerntemperatur durch und durch, wird extrem saftig und perfekt rosa. Der Nachteil ist der höhere Aufwand und die benötigte Ausrüstung (Thermostat, Vakuumbeutel, Vakuumiergerät, Thermometer). Nach dem Niedertemperaturgaren wird das Steak dann scharf angegrillt, idealerweise mit einem Keramikbrenner, um die gewünschte Kruste und die Röstaromen zu erzeugen. Danach nur kurz ruhen lassen und servieren.

Steak mit dem Keramikbrenner grillen: Die Kruste für Kenner

Ein Keramikbrenner liefert extreme Hitze, oft bis zu 800°C. Diese intensive Hitze brennt förmlich eine einzigartig krosse und optisch ansprechende Kruste auf dein Steak. Das Ergebnis ist unvergleichlich röstig. Auch hier hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du grillst das Steak zuerst bei hohen Temperaturen mit dem Keramikbrenner scharf an und lässt es dann im indirekten Bereich garziehen (oft als „Reverse Sear“ bezeichnet). Oder du grillst das Steak zuerst indirekt auf die gewünschte Kerntemperatur und finalisierst es dann mit dem Keramikbrenner für die Kruste. Unabhängig von der Methode: Der Umgang mit einem Keramikbrenner erfordert etwas Übung und Vorsicht. Bei voller Leistung reichen 30 bis 45 Sekunden volle Hitze je Seite aus. Halte niemals deine Hand über den brennenden Keramikbrenner!

Das perfekte Finish und häufige Fragen

Die letzten Schritte vor dem Genuss sind genauso wichtig wie die Vorbereitung und das Grillen selbst.

Wie lasse ich Steaks ruhen?

Das Ruhen des Steaks nach dem Grillen ist ein entscheidender Schritt, der oft vernachlässigt wird. Dadurch entspannt sich das Fleisch, die Muskelfasern ziehen sich zusammen, und die Fleischsäfte, die sich durch die Hitze im Kern gesammelt haben, verteilen sich wieder gleichmäßig im gesamten Stück. Das Ergebnis ist ein zarteres und saftigeres Steak. Früher wurde das Fleisch oft in Alufolie gewickelt. Der Vorteil war, dass das Fleisch nicht auskühlte. Der Nachteil: Die Kruste wurde weich, und Aluminium kann sich lösen. Am besten ist es, das Fleisch nach dem Grillen an einem windgeschützten Platz auf einem Holzbrett ruhen zu lassen. Ein Holzbrett leitet die Wärme nicht so stark ab. Keine Sorge: Nach fünf bis zehn Minuten (für dicke Steaks 10 bis 15 Minuten) ist es im Inneren immer noch heiß genug. Alternativ kannst du das Steak in Backpapier wickeln, das ähnlich wie Alufolie wirkt, aber ohne Aluminium auskommt. Für eine perfekte Kruste kannst du das Steak vor dem Servieren noch einmal kurz mit einem Handbrenner nachbräunen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange muss ein Steak nach dem Grillen ruhen?
Ein Steak sollte je nach Dicke 5 bis 15 Minuten ruhen. Für dünnere Steaks reichen 5-7 Minuten, für dickere Cuts wie ein Porterhouse sind 10-15 Minuten ideal. Dies ermöglicht es den Säften, sich im Fleisch zu verteilen, wodurch es zarter und saftiger wird.

Was ist die Maillard-Reaktion?
Die Maillard-Reaktion ist eine chemische Reaktion zwischen Aminosäuren und reduzierenden Zuckern, die bei hohen Temperaturen abläuft. Sie ist verantwortlich für die Bildung der braunen Kruste und der komplexen, köstlichen Röstaromen auf gegrilltem Fleisch, Brot oder geröstetem Kaffee. Ohne sie gäbe es keine aromatische Kruste auf deinem Steak.

Muss ich mein Steak einölen?
Nein, in der Regel nicht. Wenn dein Grillrost sauber und ausreichend vorgeheizt ist, klebt das Steak nicht an. Das Öl auf dem Steak würde zudem bei hohen Temperaturen verbrennen und Bitterstoffe entwickeln. Es ist besser, den Rost bei Bedarf leicht einzuölen, nicht das Fleisch selbst.

Wie messe ich die Kerntemperatur richtig?
Die Kerntemperatur misst du immer in der Mitte des dicksten Teils des Steaks. Achte darauf, den Messfühler deines Thermometers nicht bis zum Knochen zu stecken (falls vorhanden) und auch nicht zu weit nach oben oder unten, da dies zu einem falschen Messergebnis führen würde. Das Thermometer sollte sich genau im Kern des Fleisches befinden, um den genauen Gargrad zu bestimmen.

Welches Salz ist am besten für Steaks?
Für Steaks empfehlen sich grobkörnige Salze oder Salzflocken wie Pyramidensalz oder Murray River Salt. Diese lösen sich gut auf der Oberfläche auf und tragen zu einer schönen Kruste bei. Grobes Meersalz ist ebenfalls eine gute Wahl, da es dem Fleisch nicht sofort die Feuchtigkeit entzieht, wenn es kurz vor dem Grillen aufgetragen wird, und für kleine Salzkristall-Explosionen beim Essen sorgt.

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