13/06/2022
„Kommste vonne Schicht, wat schönes gibt et nich‘ als wie Currywurst“ sang schon Herbert Grönemeyer 1982 und traf damit den Nerv einer ganzen Nation. Die Currywurst ist nicht nur ein einfacher Imbiss, sie ist ein Stück deutscher Kultur, ein Trostspender und ein kulinarisches Highlight, das Generationen begeistert. Ob nach der Arbeit, im Stadion oder einfach zwischendurch – die Kombination aus knackiger Wurst und fruchtig-würziger Sauce ist unwiderstehlich. Doch wie macht man diesen Klassiker eigentlich selbst, und wer hat ihn überhaupt erfunden? Begleiten Sie uns auf eine kulinarische Reise in die Welt der Currywurst, von ihrer geheimnisvollen Entstehung bis zum perfekten Rezept für Ihren Grill oder Herd.

- Wer hat's erfunden? Die wahre Geschichte der Currywurst
- Das Geheimnis der perfekten Currysauce: Fruchtig-würzig selbst gemacht
- Currywurst vom Grill: So gelingt sie meisterhaft
- Regionale Vielfalt: Welche Wurst für welche Currywurst?
- Die Herkunft des Currypulvers: Eine Reise nach Indien und England
- Beilagen-Klassiker: Was passt zur Currywurst?
- Currysauce wie vom Imbiss: Eine alternative Zubereitung
- Fazit: Dein Weg zur perfekten Currywurst
Wer hat's erfunden? Die wahre Geschichte der Currywurst
Die Frage nach dem Ursprung der Currywurst gleicht fast einer Glaubensfrage, die Berlin und Hamburg mit Inbrunst für sich beanspruchen. Doch die am weitesten verbreitete und anerkannte Version schreibt die Erfindung einer Frau namens Herta Heuwer zu. Sie soll am 4. September 1949 an ihrem Imbissstand in der Kantstraße im Berliner Ortsteil Charlottenburg die erste Currywurst zubereitet haben. In einer Zeit des Mangels und der Kreativität mischte sie das damals noch seltene Currypulver mit Tomatenmark, Worcestershiresauce und weiteren Zutaten zu einer völlig neuen Sauce, die sie über gebratene Brühwurst gab. Ihr Imbiss trug stolz die Aufschrift „1. Currywurst Braterei der Welt“, und sie ließ sich sogar die Wort- und Bildmarke „Chillup“ schützen – eine Fusion aus Chili und Ketchup. Zwischen 2009 und 2018 würdigte das Berliner Currywurst-Museum diese Sichtweise und zementierte Herta Heuwers Rolle in der Geschichte dieses ikonischen Gerichts. Es ist eine Geschichte von Improvisation, Geschmackssinn und dem Mut, etwas Neues zu wagen, das sich als absoluter Volltreffer erwies.
Das Geheimnis der perfekten Currysauce: Fruchtig-würzig selbst gemacht
Eine wirklich gute Currywurst steht und fällt nicht nur mit der Qualität der Bratwurst, sondern vor allem mit der Currysauce. Sie ist die Seele des Gerichts, der unverwechselbare Geschmacksträger. Unsere Currysauce ist fruchtig-würzig, tomatig und besitzt eine leichte, angenehme Schärfe – genau so, wie eine perfekte Currywurst sein muss. Für unser Rezept verwenden wir eine hochwertige Gewürzmischung, die alle Komponenten für den authentischen Geschmack vereint.
Zutaten für 4 Portionen:
- 4 Bratwürste (nach Wahl, siehe unten)
- 600 g stückige Tomaten (aus der Dose)
- 250 g Aprikosenkonfitüre
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 3 TL Ankerkraut Currywurst Gewürz (oder eine vergleichbare Mischung)
- ½ TL 9 Pfeffer Symphonie (oder frisch gemahlener schwarzer Pfeffer)
- ¼ TL Chili Flocken (Menge nach gewünschter Schärfe anpassen)
- 1 Prise Meersalz
- 1 TL Olivenöl
Zubereitung der Currysauce: Schritt für Schritt zum Genuss
Die Zubereitung unserer Currysauce ist einfacher, als Sie vielleicht denken, und das Ergebnis ist ein wahrer Gaumenschmaus, der jede Imbissbude in den Schatten stellt. Ob auf dem Herd oder direkt auf dem Grill – die Methode ist flexibel.
- Vorbereitung der Aromen: Zuerst befreien Sie die Zwiebeln von ihrer Schale und schneiden sie in kleine, feine Würfel. Auch die Knoblauchzehen werden geschält und sehr fein gehackt. Diese aromatische Basis ist entscheidend für den Geschmack der Sauce.
- Anbraten der Basis: Erhitzen Sie in einer gusseisernen Pfanne (ideal für den Grill oder Herd) etwas Olivenöl auf etwa 180-200°C. Geben Sie die gewürfelten Zwiebeln und den gehackten Knoblauch hinzu und braten Sie sie goldgelb und duftend an. Achten Sie darauf, dass sie nicht verbrennen, sondern eine schöne Süße entwickeln.
- Karamellisierung der Frucht: Nun kommt der Clou: Rühren Sie die Aprikosenkonfitüre unter. Lassen Sie sie unter ständigem Rühren leicht karamellisieren. Dies verleiht der Sauce eine wunderbare fruchtige Tiefe und eine angenehme Süße, die die Schärfe des Currys perfekt ausbalanciert.
- Ablöschen und Reduzieren: Löschen Sie die karamellisierte Mischung mit den stückigen Tomaten ab. Lassen Sie die Sauce für einige Minuten köcheln und leicht einreduzieren. Dadurch intensiviert sich der tomatige Geschmack und die Sauce beginnt, eine dickere Konsistenz anzunehmen.
- Würzen und Abschmecken: Geben Sie das Currywurst Gewürz hinzu und rühren Sie es gründlich ein, sodass es sich vollständig mit der Sauce verbindet und seine Aromen entfalten kann. Zum Schluss schmecken Sie die Currysauce mit einer Prise Meersalz, dem gemahlenen Pfeffer und den Chili Flocken ab. Seien Sie vorsichtig mit den Chili Flocken: Wenn die Sauce einmal zu scharf ist, lässt sich die Schärfe nur schwer wieder reduzieren. Wer es milder mag, lässt die Chili Flocken einfach ganz weg.
- Konsistenz anpassen: Wer eine leicht stückige Currysauce bevorzugt, ist jetzt schon fertig. Für eine herrlich sämige Konsistenz empfehlen wir, die Sauce kurz mit einem Pürierstab zu bearbeiten. So wird die Sauce schön cremig und bindet besser. Wir persönlich mögen unsere Currysauce lieber etwas dickflüssiger und nicht so dünn, wie man sie oft an Imbissbuden findet.
Currywurst vom Grill: So gelingt sie meisterhaft
Nachdem die Currysauce perfekt zubereitet ist, fehlt natürlich noch der Hauptdarsteller: die Wurst! Die Zubereitung auf dem Grill verleiht der Wurst ein unvergleichliches Aroma und eine schöne Bräunung. Wir haben sowohl die Sauce als auch die Würstchen auf unserem Gasgrill zubereitet, was die Koordination vereinfacht.
Während Ihre Currysauce im indirekten Bereich des Grills warmgehalten wird (einfach die Brenner unter der Pfanne ausschalten), konzentrieren Sie sich auf die Würstchen. Für die Currywurst vom Grill eignet sich eine Plancha hervorragend, da sie eine gleichmäßige Hitzeverteilung gewährleistet und die Wurst schön bräunt, ohne anzubrennen.
Vorbereitung und Grillen der Wurst:
- Einschnitte für Perfektion: Schneiden Sie die Würste vor dem Grillen etwa einen halben Zentimeter tief ein. Ob Sie Längsschnitte über die ganze Wurst machen oder mehrere Querschnitte, spielt keine Rolle. Diese Schnitte verhindern, dass die Wurst beim Braten oder Grillen unschön aufplatzt. Stattdessen öffnen sie sich beim Garen gleichmäßig und die Wurst gart optimal durch.
- Grillen auf der Plancha: Heizen Sie den Grill auf direkte Hitze vor und legen Sie die leicht geölte Plancha auf den Rost. Sobald die Plancha heiß ist, legen Sie die eingeschnittenen Würste darauf. Grillen Sie die Würste von allen Seiten goldbraun an, bis die Einschnitte sich schön geöffnet haben und die Wurst durchgegart ist.
- Servieren: Sobald die Wurst fertig ist, nehmen Sie sie vom Grill und schneiden Sie sie in mundgerechte Stücke. Geben Sie reichlich der selbstgemachten Currysauce darüber. Für den letzten Schliff streuen Sie noch etwas Currypulver oder Ankerkraut Currywurst Gewürz über die Wurst. Dazu passen klassische Pommes Frites oder auch Süßkartoffel-Pommes perfekt. Eine Scheibe Brot oder ein Brötchen sind ebenfalls eine hervorragende Ergänzung, um die köstliche Sauce aufzutunken.
Regionale Vielfalt: Welche Wurst für welche Currywurst?
Die Frage, welche Wurst die „richtige“ für eine Currywurst ist, führt oft zu hitzigen Diskussionen, denn es gibt deutliche regionale Unterschiede und Vorlieben. Es gibt nicht die eine perfekte Wurst, sondern eine Vielfalt, die den regionalen Geschmack widerspiegelt.

In Berlin, dem Geburtsort der Currywurst, wird oft eine Brühwurst ohne Darm bevorzugt, die durch ihre weiche Konsistenz die Sauce besonders gut aufnimmt. In Westdeutschland, insbesondere im Ruhrgebiet, greift man eher zu einer Rostbratwurst oder einer Bockwurst, die oft mit Darm gegessen wird und einen herzhafteren Biss bietet. In Bayern wiederum ist die „Rote“ beliebt – eine bockwurstähnliche Wurst aus Schweinefleisch, Speck und Rindfleisch, die ebenfalls oft eingeritzt wird, um ein Aufplatzen beim Braten oder Grillen zu verhindern.
Regionale Currywurst-Varianten im Überblick:
| Region | Bevorzugter Wursttyp | Besonderheit |
|---|---|---|
| Berlin | Brühwurst | Oft ohne Darm, weichere Konsistenz |
| Westdeutschland (z.B. Ruhrgebiet) | Rostbratwurst / Bockwurst | Mit oder ohne Darm, herzhafter |
| Bayern | „Rote“ | Bockwurstähnlich, aus Schwein/Rind, oft eingeritzt |
| Allgemein | Gute Qualität | Wichtig für den Gesamtgeschmack |
Die Herkunft des Currypulvers: Eine Reise nach Indien und England
Wenn man an Currypulver denkt, schweifen die Gedanken unweigerlich nach Indien, dem Land der Gewürze. Doch die Wahrheit ist überraschender: Das typische Currypulver, wie wir es kennen, wurde nicht in Indien, sondern in England erfunden! Während der Kolonialzeit im 18. Jahrhundert brachten britische Heimkehrer unzählige indische Rezepte und Gewürze mit zurück in ihre Heimat. Die indische Küche zeichnet sich durch eine unglaubliche Vielfalt an Einzelgewürzen aus, die oft frisch gemahlen und in komplexen Mischungen (Masalas) verwendet werden. Um diese Aromen für den europäischen Gaumen zu vereinfachen und die Zubereitung zu erleichtern, kreierten die Engländer eine fertige Gewürzmischung aus den wichtigsten indischen Gewürzen wie Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornklee und Chili. So war das Currypulver geboren – eine praktische Abkürzung, die heute weltweit bekannt und beliebt ist und der Currywurst ihren Namen gibt.
Beilagen-Klassiker: Was passt zur Currywurst?
Die Currywurst ist ein Star für sich, aber erst mit der richtigen Beilage wird das Gericht komplett. Unangefochten an erster Stelle stehen natürlich die Pommes Frites. In nahezu jeder Pommesbude bekommt man Currywurst mit Pommes serviert, und diese Kombination ist einfach der Klassiker schlechthin. Die knusprigen Kartoffelstäbchen sind nicht nur eine ideale Sättigungsbeilage, sondern auch perfekt, um die letzte Spur der köstlichen Sauce von der Schale zu kratzen.
Neben den traditionellen Pommes erfreuen sich auch Süßkartoffel-Pommes wachsender Beliebtheit und bieten eine interessante geschmackliche Alternative. Wer es weniger fettig mag oder eine andere Textur bevorzugt, kann auch einfach eine Scheibe Brot, ein Baguette, Toast oder ein Brötchen zur Currywurst servieren. Diese sind hervorragend geeignet, um die reichhaltige Sauce aufzutunken und keinen Tropfen davon zu verschwenden.
Currysauce wie vom Imbiss: Eine alternative Zubereitung
Die Konsistenz und der Geschmack der Currysauce können je nach persönlicher Vorliebe und regionaler Tradition variieren. Während unser obenstehendes Rezept eine eher pastöse, fruchtig-würzige Sauce liefert, die wir persönlich lieben, ist die Currywurst-Sauce aus vielen Imbissbuden oft dünnflüssiger und hat einen sehr spezifischen Geschmack. Häufig wird dort ein fertiger Ketchup oder Gewürzketchup als Basis verwendet, dem dann einfach noch eine Portion Currypulver zugesetzt wird.
Wenn Sie eine dünnflüssigere Sauce wie aus der Pommesbude bevorzugen, sollten Sie die Sauce aus unserem Rezept nicht so lange einreduzieren lassen. Sollte die Sauce zu stark eingedickt sein, können Sie sie ganz einfach mit etwas Gemüsebrühe oder sogar etwas Wasser verdünnen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ein weiteres, oft an Imbissbuden verwendetes Geheimnis für den besonderen Geschmack kann die Zugabe von Cola und Orangensaft sein, wie in einigen alternativen Rezepten zu finden. Diese Zutaten verleihen der Sauce eine zusätzliche Süße und eine leicht säuerliche Note, die den Geschmack abrundet.

Häufig gestellte Fragen zur Currywurst (FAQ)
Die Currywurst wirft viele Fragen auf – hier beantworten wir die Top 5 der am häufigsten gestellten:
Welche Wurst nimmt man für Currywurst?
Es gibt keine „eine richtige“ Wurst für Currywurst, da es regionale Unterschiede gibt. In Berlin wird oft eine Brühwurst ohne Darm bevorzugt. In Westdeutschland greift man eher zu einer Rostbratwurst oder Bockwurst. In Bayern ist die „Rote“ beliebt, eine bockwurstähnliche Wurst aus Schweine- und Rindfleisch. Wichtig ist, dass die Würste vor dem Braten oder Grillen eingeritzt werden, damit sie nicht aufplatzen.
Woher kommt eigentlich Curry?
Obwohl man Currypulver unweigerlich mit Indien verbindet, wurde das typische Currypulver in England erfunden. Britische Heimkehrer brachten im 18. Jahrhundert indische Rezepte mit nach Hause. Da die indische Küche eine Vielzahl an Gewürzen bietet, mischten die Engländer diese der Einfachheit halber zu einer fertigen Gewürzmischung – dem Currypulver.
Wer hat die Currywurst erfunden?
Herta Heuwer aus Berlin wird weithin als Erfinderin der Currywurst anerkannt. Sie beanspruchte für sich, die Currywurst im September 1949 an ihrem Imbiss in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg erfunden zu haben. Sie ließ sich auch die Wort- und Bildmarke „Chillup“ schützen und ihr Imbiss trug die Aufschrift „1. Currywurst Braterei der Welt“. Zwischen 2009 und 2018 gab es in Berlin sogar ein Currywurst-Museum, das dieser Sichtweise folgte.
Was passt zu Currywurst?
In erster Linie passen natürlich Pommes Frites zur Currywurst – sie sind die klassische und beliebteste Beilage. Aber auch Süßkartoffel-Pommes sind eine hervorragende Alternative. Häufig wird auch eine Scheibe Brot, Baguette, Toast oder ein Brötchen dazu serviert, um die köstliche Currysauce aufzutunken.
Wie mache ich eine Currywurst Soße wie aus der Pommesbude?
Eine Currywurst-Soße aus der Pommesbude ist meist sehr dünnflüssig. Oft wird ein fertiger Ketchup oder Gewürzketchup verwendet, über den einfach noch etwas Currypulver gegeben wird. Wenn Sie eine dünnflüssige Sauce möchten, lassen Sie die Sauce nicht so lange einreduzieren. Ist sie zu stark eingedickt, können Sie sie mit etwas Brühe oder Wasser verdünnen. Einige Rezepte verwenden auch Orangensaft und Cola für einen besonderen Geschmack.
Fazit: Dein Weg zur perfekten Currywurst
Die selbstgemachte Currywurst ist ein Erlebnis, das den Besuch in der Imbissbude fast überflüssig macht. Mit unserem Rezept für eine fruchtig-würzige Sauce und den Tipps zur perfekten Zubereitung der Wurst auf dem Grill haben Sie alle Werkzeuge in der Hand, um diesen deutschen Klassiker zu Hause zu zelebrieren. Es ist schnell und einfach zubereitet und schmeckt in Kombination mit einer guten Wurst einfach genial. Probieren Sie dieses Rezept unbedingt mal aus und entdecken Sie Ihre persönliche Lieblings-Currywurst. Viel Spaß beim Nachmachen und guten Appetit!
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Die Currywurst: Mythos, Rezept & Grillgeheimnisse kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Rezepte besuchen.
