02/10/2023
Grillen ist mehr als nur eine Zubereitungsart; es ist eine Leidenschaft, ein geselliges Ritual und eine Möglichkeit, Aromen zu kreieren, die einfach unvergleichlich sind. Ob in einem weitläufigen Garten oder auf einem kleinen Stadtbalkon – der Reiz des offenen Feuers und der rauchigen Noten zieht Grillmeister weltweit in seinen Bann. Selbst in einer Stadt wie Wien, die für ihre klassische Küche und gemütlichen Beisln bekannt ist, findet das Grillen seinen festen Platz und inspiriert zu neuen kulinarischen Entdeckungen. Die Vielfalt der Wiener Gastronomie, von traditionell bis modern, zeigt, wie vielseitig und anpassungsfähig unsere Essgewohnheiten sind. Wir schauen uns heute an, wie man einige beliebte Zutaten, die man auch in Wiens dynamischer Food-Szene findet, perfekt auf dem Grill zubereitet.

- Die Kunst des Bauchspeck-Grillens: Zart und Knusprig
- Huhn vom Grill: Mehr als nur Hähnchenflügel
- Vegetarische Vielfalt auf dem Rost: Tofu & Co.
- Grillen für den schnellen Genuss: Fast-Casual-Inspiration
- Die richtige Ausrüstung für den Grillmeister
- Grillen in der Stadt: Tipps für Urban Griller
- Häufig gestellte Fragen zum Grillen
Die Kunst des Bauchspeck-Grillens: Zart und Knusprig
Bauchspeck, im Deutschen oft als Schweinebauch bezeichnet, ist eine wahre Delikatesse vom Grill, wenn er richtig zubereitet wird. Seine Kombination aus Fleisch und Fett verspricht eine unglaubliche Saftigkeit und, wenn man es richtig anstellt, eine herrlich knusprige Schwarte. Viele kennen ihn vielleicht aus asiatischen Gerichten, aber auf dem Grill entfaltet er ein ganz neues Geschmackserlebnis. Der Schlüssel liegt in der Temperaturkontrolle und der Geduld.
Für den perfekten gegrillten Bauchspeck empfiehlt sich die indirekte Grillmethode. Das bedeutet, dass der Bauchspeck nicht direkt über der Hitzequelle liegt. Bei einem Holzkohlegrill schiebt man die Kohlen auf eine Seite und legt den Bauchspeck auf die andere. Bei einem Gasgrill schaltet man einen Brenner aus und platziert das Fleisch über dem ausgeschalteten Brenner. Eine moderate Temperatur von etwa 150-180 °C ist ideal. Man beginnt oft mit einer höheren Temperatur für die Schwarte, um diese aufzupuffen, und reduziert dann die Hitze für das langsame Garen des Fleisches.
Bevor der Bauchspeck auf den Grill kommt, sollte die Schwarte rautenförmig eingeschnitten werden. Dies hilft nicht nur beim Aufpuffen der Schwarte, sondern ermöglicht auch, dass Gewürze besser eindringen können. Eine einfache Salzlake über Nacht oder eine kräftige Marinade mit Knoblauch, Sojasauce, Ingwer und Honig kann Wunder wirken. Während des Grillens ist es wichtig, die Kerntemperatur im Auge zu behalten. Bei etwa 80-85 °C ist der Bauchspeck perfekt gegart und butterzart. Für die ultimative Knusprigkeit der Schwarte kann man am Ende die direkte Hitze für kurze Zeit erhöhen, aber Vorsicht: Das kann sehr schnell gehen!
Huhn vom Grill: Mehr als nur Hähnchenflügel
Hähnchen ist ein Klassiker auf jedem Grillfest, doch oft wird sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft. Ob ganze Hähnchen, Schenkel, Flügel oder Brust – jedes Teil hat seine Eigenheiten und verlangt nach der richtigen Grilltechnik. Das Ziel ist immer saftiges Fleisch und eine knusprige Haut.
Für ein ganzes Hähnchen ist die Spatchcock-Methode (Schmetterlingsschnitt) ideal. Dabei wird das Rückgrat entfernt und das Hähnchen flachgedrückt. Dies ermöglicht eine gleichmäßigere Garung und eine durchweg knusprige Haut. Auch hier ist die indirekte Hitze die beste Wahl. Eine Temperatur von 180-200 °C ist empfehlenswert, bis eine Kerntemperatur von 74 °C in der dicksten Stelle des Schenkels erreicht ist. Regelmäßiges Bestreichen mit einer Marinade oder Glasur kann zusätzliche Geschmacksdimensionen hinzufügen.
Hähnchenschenkel und -flügel profitieren von einer Kombination aus direkter und indirekter Hitze. Man beginnt mit direkter Hitze, um eine schöne Bräunung und Knusprigkeit zu erzielen, und verschiebt sie dann in den indirekten Bereich, um sie durchzugaren. Hähnchenbrust hingegen neigt dazu, schnell trocken zu werden. Hier ist eine schnellere Garzeit bei mittlerer Hitze oder die Verwendung einer Lake vor dem Grillen sinnvoll, um die Saftigkeit zu bewahren. Marinaden auf Joghurtbasis oder mit Zitrusfrüchten können das Fleisch zarter machen und vor dem Austrocknen schützen.
Ein Tipp für extra Knusprigkeit bei Hähnchenhaut: Trocknen Sie die Haut vor dem Grillen gründlich ab und reiben Sie sie eventuell mit etwas Backpulver ein. Das hilft, die Feuchtigkeit zu entziehen und die Haut noch knuspriger zu machen.
Vegetarische Vielfalt auf dem Rost: Tofu & Co.
Grillen ist längst nicht nur Fleischliebhabern vorbehalten. Die vegetarische Küche bietet eine Fülle an spannenden Möglichkeiten für den Grillrost, wobei Tofu eine herausragende Rolle spielt. Tofu ist ein wahrer Verwandlungskünstler und nimmt Marinaden hervorragend auf, wodurch er zu einem Geschmacksträger par excellence wird.
Der Schlüssel zum perfekten gegrillten Tofu liegt in der Vorbereitung. Da Tofu viel Wasser enthält, sollte er vor dem Marinieren gründlich gepresst werden. Dies kann durch Einwickeln in Küchenpapier und Beschweren mit einem schweren Gegenstand für etwa 30 Minuten geschehen. Danach den Tofu in Scheiben oder Würfel schneiden und mindestens eine Stunde, besser aber über Nacht, in einer kräftigen Marinade einlegen. Marinaden auf Sojasaucen-, Ingwer-, Knoblauch- oder Erdnussbasis passen hervorragend. Auch rauchige Gewürze wie geräuchertes Paprikapulver können den Grillgeschmack verstärken.
Beim Grillen selbst ist es wichtig, den Rost gut zu ölen, um ein Anhaften zu verhindern. Tofu sollte bei mittlerer direkter Hitze gegrillt werden, bis er goldbraun und knusprig ist. Jede Seite braucht etwa 3-5 Minuten. Neben Tofu eignen sich auch Gemüsespieße mit Paprika, Zucchini, Champignons und Kirschtomaten hervorragend. Auch Maiskolben, Süßkartoffelscheiben oder Halloumi-Käse sind beliebte vegetarische Grillalternativen. Die Vielseitigkeit der vegetarischen Grillküche ist beeindruckend und bietet für jeden Geschmack das Richtige.
Grillen für den schnellen Genuss: Fast-Casual-Inspiration
Die moderne Küche, oft inspiriert von Fast-Casual-Konzepten wie sie in urbanen Zentren wie Wien zu finden sind, zeigt, dass gutes Essen nicht immer stundenlange Zubereitung erfordert. Dieser Ansatz lässt sich wunderbar auf das Grillen übertragen. Wer sagt, dass ein Grillfest immer eine Mammutaufgabe sein muss? Mit ein paar Tricks können Sie auch unter der Woche schnell und unkompliziert Köstlichkeiten vom Grill zaubern.
Der Schlüssel liegt in der Vorbereitung und der Auswahl der richtigen Zutaten. Vorgeschnittene Gemüsesorten, marinierte Fleischspieße oder schnell garendes Grillgut wie Garnelen oder dünne Fleischscheiben sind ideal für spontane Grillsessions. Auch Burger-Patties lassen sich hervorragend vorbereiten und sind schnell gar. Die Idee, dass zwei Stücke Grillgut bereits eine vollwertige Mahlzeit ergeben können, wie es in manchen Fast-Casual-Konzepten der Fall ist, lässt sich leicht auf den Grill übertragen. Ein gut gewürztes Hähnchenbrustfilet und ein gegrillter Maiskolben, oder ein Steak mit einem großen Salat, sind im Handumdrehen zubereitet.
Ein Gasgrill ist hier oft im Vorteil, da er schnell auf Temperatur ist und keine lange Vorheizzeit wie ein Holzkohlegrill benötigt. Aber auch mit einem Holzkohlegrill kann man schnell sein, wenn man einen Anzündkamin verwendet. Das Wichtigste ist, die Zutaten griffbereit zu haben und sich nicht von zu komplexen Rezepten abschrecken zu lassen. Manchmal ist das Einfachste das Beste und sorgt für die größten Aromen.
Die richtige Ausrüstung für den Grillmeister
Ein erfolgreiches Grillerlebnis hängt nicht nur von den Zutaten und der Technik ab, sondern auch von der richtigen Ausrüstung. Ob Anfänger oder erfahrener Grillprofi – das passende Werkzeug macht den Unterschied.
| Grilltyp | Vorteile | Nachteile | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Holzkohlegrill | Authentisches Raucharoma, hohe Temperaturen erreichbar | Längere Anheizzeit, Ascheentsorgung, schwerer zu regulieren | Langsames Garen (Low & Slow), Räuchern, klassisches Grillen |
| Gasgrill | Schnelles Anheizen, präzise Temperaturkontrolle, einfache Reinigung | Kein authentisches Raucharoma (außer mit Räucherbox), oft teurer in der Anschaffung | Schnelles Grillen, indirektes Grillen, häufiger Gebrauch |
| Elektrogrill | Sehr einfach zu bedienen, kein Rauch, ideal für Balkon/Wohnung | Geringere Temperaturen, kein Raucharoma, oft kleinere Grillfläche | Urbanes Grillen, schnelles Aufwärmen, Indoor-Option |
Neben dem Grill selbst sind einige Zubehörteile unerlässlich: Eine gute Grillzange, eine Grillbürste zur Reinigung, ein Fleischthermometer für präzise Garstufen, und eventuell Grillhandschuhe. Für fortgeschrittene Grillmeister können auch ein Anzündkamin, ein Pizzastein, Rotisserie-Spieße oder Räucherchips die Möglichkeiten erweitern. Eine gute Abdeckhaube schützt den Grill vor Witterungseinflüssen und verlängert seine Lebensdauer. Die Investition in hochwertiges Zubehör lohnt sich, da es das Grillerlebnis sicherer, einfacher und genussvoller macht.
Grillen in der Stadt: Tipps für Urban Griller
Auch in einer dicht besiedelten Stadt wie Wien muss man nicht auf das Grillvergnügen verzichten. Urbanes Grillen erfordert lediglich ein paar Anpassungen und Rücksichtnahmen. Viele Wiener haben keinen großen Garten, aber ein Balkon oder eine Terrasse kann durchaus zur Grillzone werden.
Für Balkone eignen sich besonders Elektrogrills oder kleine Gasgrills, da sie weniger Rauch entwickeln und oft keine offene Flamme haben, was in Mietshäusern oft Vorschrift ist. Informieren Sie sich immer über die Hausordnung und die lokalen Bestimmungen bezüglich des Grillens auf Balkonen. Rücksicht auf die Nachbarn ist das A und O: Achten Sie auf Rauch- und Geruchsentwicklung und vermeiden Sie laute Grillpartys bis spät in die Nacht.
Eine weitere Möglichkeit sind öffentliche Grillplätze. Wien bietet verschiedene ausgewiesene Grillzonen in Parks und an der Donau, die eine tolle Alternative sind, wenn man keinen eigenen Grillplatz hat. Hier kann man oft Holzkohlegrills nutzen und das Grillen als gemeinschaftliches Erlebnis im Freien genießen. Packen Sie eine Kühltasche mit vorbereiteten Marinaden und Grillgut ein, dazu eine Decke und ein paar Freunde – fertig ist das urbane Grillpicknick. Die Gemeinschaft beim Grillen ist ein wichtiger Aspekt, der das Erlebnis so besonders macht.
Häufig gestellte Fragen zum Grillen
- Wie verhindere ich, dass Grillgut am Rost kleben bleibt?
- Heizen Sie den Grillrost gut vor und reinigen Sie ihn gründlich mit einer Grillbürste. Ölen Sie den Rost vor dem Auflegen des Grillguts leicht ein. Auch das Grillgut selbst kann leicht geölt werden. Wichtig ist, das Grillgut nicht zu früh zu bewegen – es löst sich von selbst, sobald sich eine schöne Kruste gebildet hat.
- Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Grillen?
- Beim direkten Grillen liegt das Grillgut direkt über der Hitzequelle und gart schnell bei hohen Temperaturen (z.B. Steaks, Burger). Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut neben der Hitzequelle und gart langsamer bei niedrigeren Temperaturen (z.B. Braten, ganze Hähnchen). Dies ist ideal für größeres Grillgut, das durchgaren muss, ohne außen zu verbrennen.
- Wie erkenne ich, ob Fleisch gar ist, ohne es anzuschneiden?
- Ein Fleischthermometer ist das zuverlässigste Werkzeug. Stecken Sie es in die dickste Stelle des Fleisches, ohne den Knochen zu berühren. Gängige Kerntemperaturen: Hähnchen 74°C, Schweinefleisch 63-71°C, Rindfleisch (medium) 55-60°C. Bei Fisch ist er gar, wenn das Fleisch undurchsichtig ist und leicht zerfällt.
- Welche Marinade ist am besten für Hähnchen?
- Das hängt vom gewünschten Geschmack ab. Joghurtbasierte Marinaden machen Hähnchen besonders zart. Asiatische Marinaden mit Sojasauce, Ingwer und Knoblauch verleihen einen würzigen Geschmack. Mediterrane Marinaden mit Olivenöl, Kräutern und Zitrone sind frisch und leicht. Wichtig ist eine Marinadenzeit von mindestens 30 Minuten, besser aber mehrere Stunden oder über Nacht.
- Kann man auch Tiefkühlgemüse grillen?
- Ja, aber es ist ratsam, es vorher aufzutauen und gut abzutropfen, da der hohe Wassergehalt sonst das Grillen erschwert und das Gemüse matschig werden lässt. Danach wie frisches Gemüse marinieren und grillen.
Grillen ist eine wunderbare Möglichkeit, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen und köstliche Gerichte zu kreieren. Von traditionellen Fleischstücken bis hin zu innovativen vegetarischen Optionen – der Grillrost bietet unendlich viele Möglichkeiten. Experimentieren Sie mit verschiedenen Marinaden, Gewürzen und Techniken. Lassen Sie sich von den Aromen inspirieren und genießen Sie die Freude am gemeinsamen Essen. Egal, ob Sie sich für knusprigen Bauchspeck, saftiges Hähnchen oder aromatischen Tofu entscheiden, das Grillen wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Viel Spaß beim nächsten Grillfest!
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