Wie macht man eine kochende Wurst?

Käsekrainer vs. Grillwurst: Ein Genuss-Vergleich

15/07/2022

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Der Duft von Holzkohle und gegrillten Köstlichkeiten liegt in der Luft – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Grillsaison in vollem Gange ist. Während die Kategorie „Grillwurst“ eine breite Palette an Würsten umfasst, gibt es eine Sorte, die in Österreich ganz besonders heraussticht und zum Synonym für sommerliches Grillvergnügen geworden ist: die Käsekrainer. Doch was genau unterscheidet sie von anderen Grillwürsten, und warum genießt sie eine so immense Beliebtheit? Dieser Artikel beleuchtet die Besonderheiten der Käsekrainer, ihre Herkunft, die Ergebnisse umfassender Qualitätstests und gibt wertvolle Tipps für den Kauf und die Zubereitung, damit Ihr nächstes Grillfest zu einem vollen Erfolg wird.

Wie viele abgepackte Käsekrainer gibt es?
Der VKI legte 28 abgepackte Käsekrainer auf den Griller und ließ den Geschmack der Würste durch Profis und Laien beurteilen. Weiters wurden die Käsekrainer vermessen, im Labor auf Zusammensetzung sowie Keime untersucht und ihr Preis erhoben.
Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Käsekrainer? Definition und Herkunft

Die Käsekrainer ist weit mehr als nur eine Wurst; sie ist eine österreichische Erfindung und gilt unangefochten als die beliebteste Grillwurst des Landes. Ihr unverwechselbarer Charakter liegt in ihrer einzigartigen Zusammensetzung begründet. Traditionell besteht sie aus einer Mischung von Rind- und Schweinefleisch oder ausschließlich aus Schweinefleisch. Was sie jedoch wirklich besonders macht, ist die Zugabe von Käse, meist Emmentaler, der beim Erhitzen schmilzt und eine unwiderstehliche, leicht knusprige Kruste bildet, während das Innere saftig bleibt. Ergänzt wird diese Basis durch Speck, Salz und eine sorgfältig abgestimmte Gewürzmischung. Diese Kombination macht die Käsekrainer zu einer deftigen, aber unglaublich schmackhaften Spezialität, die auf keinem österreichischen Grillfest fehlen darf.

Im Gegensatz zu einer generischen „Grillwurst“, die eine Vielzahl von Brüh-, Brat- oder Rohwürsten umfassen kann, die zum Grillen geeignet sind, definiert sich die Käsekrainer durch ihre spezifische Rezeptur und die charakteristische Käsefüllung. Sie ist somit eine Spezialität innerhalb der großen Familie der Grillwürste, die durch ihre Herkunft und ihre besonderen Inhaltsstoffe eine eigene Kategorie bildet.

Käsekrainer im Kontext der Grillwurst-Vielfalt

Während die Käsekrainer in Österreich zweifellos die Spitzenposition unter den Grillwürsten einnimmt, gibt es weltweit und auch in anderen Regionen unzählige Varianten von Würsten, die für den Rost bestimmt sind. Von der klassischen Bratwurst über die scharfe Merguez bis hin zu regionalen Spezialitäten – jede Grillwurst hat ihre eigenen Merkmale. Die Käsekrainer unterscheidet sich durch ihre cremige Käsefüllung, die beim Grillen oder Braten auszutreten beginnt und eine köstliche Kruste bildet. Dieser Effekt ist einzigartig und bietet ein Geschmackserlebnis, das andere Grillwürste, die oft auf reine Fleischbasis setzen, nicht bieten können. Die Beliebtheit der Käsekrainer spiegelt sich auch in der Menge wider, die jährlich konsumiert wird: Allein im Jahr 2017 wurden laut RollAMA-Marktforschung über 20.000 Tonnen Würstel im Lebensmitteleinzelhandel gekauft, wobei der Anstieg im zweiten Quartal klar die Bedeutung des Grillens unterstreicht.

Der große Käsekrainer-Test: Einblicke in Qualität und Sicherheit

Angesichts der enormen Beliebtheit der Käsekrainer hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Zusammenarbeit mit AMA-Marketing einen umfassenden Test durchgeführt. Dabei wurden 28 verpackte Käsekrainer-Produkte aus Supermärkten unter die Lupe genommen, darunter auch sechs Puten-Käsekrainer, fünf Bio-Produkte und neun Würstel mit dem AMA-Gütesiegel. Der Fokus lag auf Zutaten, Geschmack und der mikrobiologischen Beschaffenheit, um Konsumenten eine transparente Einschätzung der verfügbaren Produkte zu ermöglichen.

Preis vs. Qualität – Eine überraschende Erkenntnis

Ein interessantes Ergebnis des Tests war die große Preisspanne der Käsekrainer, die von 5,85 Euro bis zu 16,63 Euro pro Kilogramm reichte. Überraschenderweise ließ der Verkaufspreis keine direkten Rückschlüsse auf die Qualität oder die Platzierung im Test zu. Das teuerste Puten-Käsekrainer-Würstel belegte beispielsweise den schlechtesten Platz in seiner Kategorie, während einer der Punktesieger unter den klassischen Käsekrainern zu den günstigsten Produkten gehörte. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, sich nicht ausschließlich vom Preis leiten zu lassen, sondern auf andere Qualitätsmerkmale zu achten.

Nährwerte und Varianten: Von deftig bis leicht

Die Käsekrainer sind bekannt für ihren deftigen Charakter, doch auch hier gibt es erhebliche Unterschiede im Energiewert. Die „leichtesten“ Würste im Test lieferten 174 Kilokalorien pro 100 Gramm, während die „schwersten“ mit 388 Kilokalorien pro 100 Gramm mehr als doppelt so viel Energie enthielten. Wer es leichter mag, sollte zu Puten-Käsekrainern greifen, die deutlich weniger Fett und somit auch weniger Kilokalorien aufweisen. Auch in der Größe variierten die Testkandidaten erheblich, von nur 30 Gramm bis zu stattlichen 170 Gramm pro Würstel.

Vergleich der Nährwerte (pro 100g)

TypKalorien (kcal)Fettgehalt (Tendenz)
Klassische Käsekrainer174 - 388Hoch
Puten-KäsekrainerDeutlich wenigerNiedriger

Qualitätsprüfung im Labor: Sensorik und Mikrobiologie

Die Gesamtqualität der untersuchten Grillwürste wurde als hoch eingestuft. Experten vergaben an fünf Produkte die volle Punkteanzahl in der Verkostung. Laienverkoster waren mitunter kritischer, bemängelten beispielsweise „versalzen“ oder „Haut kaum zu beißen“. Die physikalisch-chemische Analyse im Labor bestätigte, dass die angegebenen Inhaltsstoffe den Tatsachen entsprachen. Ein kritischer Punkt war jedoch die mikrobiologische Untersuchung: Bei zwei Käsekrainern gab es Verbesserungsbedarf, und ein Produkt (von Clever) war aufgrund krankmachender Keime nicht mehr genusstauglich und hätte nicht verkauft werden dürfen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit strenger Kontrollen und die Bedeutung des Vertrauens in renommierte Hersteller.

Wichtige Kriterien beim Kauf: Worauf Sie achten sollten

Um sicherzustellen, dass Sie eine qualitativ hochwertige Käsekrainer erhalten, gibt es einige Punkte, die Sie beim Einkauf beachten können:

  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Wie der Test zeigte, ist ein hoher Preis kein Garant für exzellente Qualität. Es lohnt sich, verschiedene Marken und deren Bewertungen zu vergleichen.
  • Herkunft und Siegel: Achten Sie auf das AMA-Gütesiegel. Dieses Siegel garantiert, dass sowohl das Fleisch als auch der Käse aus Österreich stammen. Zudem schreibt es einen niedrigeren Kollagenwert vor, was ein Indikator für mehr wertvolles Muskelfleisch und somit höhere Qualität ist. Seit 2020 gibt es zudem eine neue EU-Verordnung: Nimmt das Verpackungsdesign oder ein Text Bezug auf eine bestimmte Region, muss die Hauptzutat von dort stammen. Wird diese Voraussetzung nicht erfüllt, muss die tatsächliche Herkunft angegeben werden.
  • Zutatenliste: Prüfen Sie die Inhaltsstoffe. Wenn Sie eine leichtere Variante bevorzugen, greifen Sie zu Puten-Käsekrainern.
  • Verpackung und Haltbarkeit: Achten Sie auf unversehrte Verpackungen und das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Zubereitungstipps für die perfekte Käsekrainer

Die Käsekrainer kann auf verschiedene Weisen zubereitet werden: gekocht, gebraten oder gegrillt. Jede Methode hat ihren Reiz, aber für das klassische Grillerlebnis gibt es ein paar Tricks:

  • Vorbereitung: Streichen Sie die Käsekrainer vor dem Grillen oder Braten leicht mit etwas Fett ein.
  • Anstechen: Ein entscheidender Tipp ist das Anstechen der Wurst mit einer (Spick-)Nadel. Dies verhindert, dass die Wurst platzt und ermöglicht dem Käse, sanft auszutreten und eine köstliche Kruste zu bilden. Wiederholen Sie das Anstechen während des Bratens oder Grillens einige Male.
  • Das Geheimnis der Kruste: Sobald die Wurst heiß genug ist, tritt der Käse aus und bildet eine köstliche, leicht gebräunte Kruste. Lassen Sie die Wurst danach sanft weiterbraten oder grillen, aber wenden Sie sie nicht mehr, um die Kruste intakt zu halten.
  • Achtung beim Grillen: Die meisten Käsekrainer enthalten Pökelsalz bzw. Natriumnitrit. Beim direkten Grillen über offener Flamme besteht die Gefahr, dass sich krebserregende Nitrosamine bilden können. Daher ist es ratsam, Käsekrainer nicht zu oft auf den Rost zu legen oder eine indirekte Grillmethode zu bevorzugen.
  • Beilagen: Die Käsekrainer schmeckt hervorragend mit Senf, frisch geriebenem Kren (Meerrettich) oder klassischem Ketchup. Ein Stück knuspriges Brot oder ein frischer Salat runden das Gericht ab.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Käsekrainer

Was ist der Hauptunterschied zwischen einer Käsekrainer und einer normalen Grillwurst?
Der Hauptunterschied liegt in der Füllung. Eine Käsekrainer enthält Käse (meist Emmentaler), der beim Erhitzen schmilzt und eine einzigartige Kruste bildet. Normale Grillwürste haben diese Käsefüllung nicht.
Ist Käsekrainer immer aus Österreich?
Die Käsekrainer ist eine österreichische Erfindung. Produkte mit dem AMA-Gütesiegel garantieren, dass Fleisch und Käse aus Österreich stammen. Bei Produkten ohne dieses Siegel kann die Herkunft variieren, jedoch ist der Name stark mit Österreich verbunden.
Kann ich Käsekrainer auch kochen oder braten?
Ja, Käsekrainer eignen sich hervorragend zum Kochen, Braten in der Pfanne oder natürlich zum Grillen. Jede Zubereitungsart bringt ihre eigenen Geschmacksnuancen hervor.
Warum sollte man Käsekrainer anstechen?
Das Anstechen mit einer Nadel verhindert, dass die Wurst beim Erhitzen platzt. Es ermöglicht auch dem geschmolzenen Käse, leicht auszutreten und eine köstliche, knusprige Kruste zu bilden, was ein Markenzeichen der Käsekrainer ist.
Gibt es auch gesündere Varianten der Käsekrainer?
Ja, Puten-Käsekrainer sind eine beliebte Alternative. Sie enthalten in der Regel deutlich weniger Fett und Kalorien als die klassischen Varianten aus Schweine- und Rindfleisch, bieten aber dennoch den charakteristischen Käsegeschmack.
Ist der Verzehr von Käsekrainern gesundheitlich unbedenklich?
Laut VKI-Test können Käsekrainer hin und wieder bedenkenlos genossen werden. Es ist jedoch wichtig, auf Qualität zu achten und Produkte von vertrauenswürdigen Herstellern zu wählen. Aufgrund des Pökelsalzes ist ein übermäßiger Verzehr von gegrillten Käsekrainern nicht zu empfehlen.

Fazit: Ein österreichisches Grill-Highlight

Die Käsekrainer hat sich ihren festen Platz in den Herzen der Grillfans – insbesondere in Österreich – redlich verdient. Ihre einzigartige Kombination aus deftigem Fleisch und schmelzendem Käse macht sie zu einem unverwechselbaren Genusserlebnis. Obwohl sie als „deftig“ gilt, zeigen die Tests, dass es auch leichtere Varianten gibt und dass die Qualität der am Markt erhältlichen Produkte überwiegend hoch ist. Wichtig ist es, beim Kauf auf Herkunftssiegel wie das AMA-Gütesiegel zu achten und die Wurst richtig zuzubereiten, um das volle Aroma zu entfalten und die Bildung unerwünschter Stoffe zu minimieren. Mit diesen Tipps steht einem köstlichen und sicheren Käsekrainer-Erlebnis nichts im Wege. Ob als schnelle Mahlzeit oder als Herzstück eines ausgedehnten Grillabends – die Käsekrainer ist und bleibt ein kulinarisches Highlight, das man hin und wieder mit gutem Gewissen genießen kann.

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