Wie kann man Fisch vom Steckerl befreien?

Steckerlfisch: Vom Grill zum Gaumen – Perfekt Abgelöst

11/05/2025

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Der Steckerlfisch, eine bayerisch-österreichische Delikatesse, ist weit mehr als nur gegrillter Fisch. Er ist ein Erlebnis, ein Stück Tradition und für viele der Inbegriff eines gelungenen Sommertages. Doch die Zubereitung birgt ihre Tücken, und das Ablösen des perfekt gegarten Fisches vom Stock kann zur Herausforderung werden. In diesem umfassenden Leitfaden lüften wir alle Geheimnisse, von der sorgfältigen Vorbereitung bis zum fachgerechten Servieren, damit Ihr nächster Steckerlfisch nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch ein optischer Genuss wird.

Wie kann man Fisch vom Steckerl befreien?
Fisch vom Steckerl befreien : Der Fisch wird in Papier eingeschlagen , und dann das Steckerl aus der Makrele entfernt . Durch leichtes Rechts drehen und gleichzeitigen Druck auf das Steckerl in Richtung Schwanz , kann man das Steckerl am Schwanzteil dann aus dem Fisch ziehen, und er bleibt meist unbeschadet,bzw. ansehnlich .
Inhaltsverzeichnis

Die Kunst der Vorbereitung: Der Weg zum perfekten Steckerlfisch beginnt im Kühlschrank

Der Grundstein für einen hervorragenden Steckerlfisch wird bereits am Vortag gelegt. Geduld und Präzision sind hier die Schlüsselwörter. Beginnen Sie am Abend vor dem geplanten Grillfest mit dem Auftauen Ihrer Makrelen. Es ist entscheidend, dass die Fische langsam und schonend auftauen, idealerweise über Nacht im Kühlschrank. Sobald sie vollständig aufgetaut sind, geht es ans Waschen und Säubern. Entfernen Sie dabei gründlich alle Innereien. Ein Tipp für Perfektionisten: Obwohl es beim Steckerlfisch nicht zwingend notwendig wäre, empfehle ich prinzipiell auch das Entfernen der Kiemen. Dies trägt zur Reduzierung von Bitterstoffen bei und sorgt für einen noch reineren Fischgeschmack.

Nach der Reinigung folgt das Würzen. Hier kommt Ihre persönliche Note ins Spiel. Eine gut abgestimmte Würzmischung ist das A und O. Reiben Sie die Mischung großzügig in die Bauchhöhle und auf die Außenhaut der Fische ein. Achten Sie darauf, dass die Gewürze gut verteilt sind und in alle Winkel gelangen. Sind die Fische gewürzt, werden sie sorgfältig in einen Kübel oder ein ähnliches Gefäß geschichtet. Dieses Gefäß sollte groß genug sein, damit die Fische nicht gequetscht werden. Anschließend heißt es warten: Die Fische sollten mindestens 12 Stunden lang ziehen können. Bewahren Sie sie während dieser Zeit unbedingt im Kühlschrank oder an einem anderen kühlen Ort auf, um die Frische zu gewährleisten und den Aromen genügend Zeit zum Eindringen zu geben. Diese lange Marinierzeit ist entscheidend für den intensiven Geschmack und die Saftigkeit des späteren Steckerlfisches.

Das Aufspießen: Präzision ist der Schlüssel zur Stabilität

Der Grilltag ist gekommen, und die marinierten Makrelen warten darauf, ihren Platz am Feuer einzunehmen. Doch bevor es so weit ist, müssen sie fachgerecht aufgespießt werden. Dies ist ein kritischer Schritt, der maßgeblich darüber entscheidet, wie gut der Fisch später auf dem Grill hält. Nehmen Sie sich für diesen Vorgang Zeit und gehen Sie behutsam vor.

Beginnen Sie damit, das Steckerl (den Holzstab) durch das Fischmaul zu führen. Von dort aus führen Sie es vorsichtig entlang der Mittelgräte des Fisches. Das Ziel ist es, das Steckerl so nah wie möglich an der Wirbelsäule entlang bis zur Schwanzwurzel der Makrele zu schieben. Eine gewisse „Treffsicherheit“ ist hier von Vorteil, aber Übung macht den Meister. Der Grund, warum diese Präzision so wichtig ist: Ein korrekt aufgespießter Fisch behält seine Lage auf dem Griller bei und dreht oder kippt nicht weg. Dies ist unerlässlich für ein gleichmäßiges Garen.

Sobald alle Fische sicher aufgespießt sind, folgt ein weiterer wichtiger Schritt: das Einschneiden der Haut. Versehen Sie jede Makrele auf beiden Hautseiten mit sechs schräg verlaufenden Schnitten. Diese Schnitte haben mehrere Funktionen: Sie ermöglichen es der Hitze, besser in das Fischfleisch einzudringen, fördern eine gleichmäßige Garung und tragen maßgeblich zu einer herrlich knusprigen Haut bei, die das Markenzeichen eines perfekten Steckerlfisches ist. Außerdem helfen sie, überschüssiges Fett abzuleiten.

Der Grillvorgang: Hitze, Geduld und ein paar Tricks

Jetzt wird es ernst: Der Grill ist bereit, und die Fische warten auf ihre Verwandlung. Legen Sie die Makrelen vorsichtig auf den Griller. Beginnen Sie dabei mit der Bauchhöhle nach oben liegend. Dies ist eine gute Ausgangsposition, um das Garen zu starten.

Ein entscheidender Trick, um zu verhindern, dass die Fische umkippen oder ihre Position verlieren, ist die Verwendung von zusätzlichen Stöcken als Stütze. Legen Sie auf beiden Seiten des Grillraumes, parallel zu den Fischstäben, jeweils ein weiteres Steckerl. Diese dienen als seitliche Begrenzung und verhindern ein Wegkippen der Fische. Während des Grillvorgangs ist es wichtig, die Lage der Fische des Öfteren zu ändern. Drehen Sie sie regelmäßig, um eine gleichmäßige Bräunung und Garung von allen Seiten zu gewährleisten. Achten Sie darauf, dass die Haut nicht verbrennt, während das Fleisch saftig bleibt.

Bezüglich des Grillgeräts gibt es einige wichtige Punkte zu beachten: Es sollte stets genügend Platz zwischen dem Grillfisch und der Glut vorhanden sein. Dies ist entscheidend, um ein Feuerfangen durch das austretende Fett zu vermeiden. Tropft Fett direkt auf heiße Kohlen, kann es zu Flammen kommen, die den Fisch verbrennen würden. Ideal ist es, wenn sich im Griller nur noch Glut befindet, wenn Sie die Makrelen auflegen. Offene Flammen sollten unbedingt vermieden werden. Sollten dennoch Flammen lodern, ist es ratsam, eine PET-Wasserflasche mit Leitungswasser bereitzuhalten, deren Verschluss mit kleinen Löchern versehen wurde. So können Sie gezielt kleine Wasserstrahlen zum Löschen von Aufflammungen einsetzen, ohne den Grillvorgang zu unterbrechen oder den Fisch zu durchnässen.

Grilltemperatur und Garzeit (Richtwerte)

KriteriumBeschreibung
GrillhitzeMittlere bis indirekte Glut, keine offenen Flammen
Abstand zur GlutGenügend Platz, um Fettbrand zu vermeiden (ca. 20-30 cm)
GarzeitTypischerweise 20-30 Minuten, abhängig von Fischgröße und Glutintensität
Garpunkte IndikatorenAugen des Fisches sind weiß und trüb, Haut ist goldbraun und knusprig
Optionaler SchrittKurz vor Ende mit Butter-Gewürzsalzmischung bepinseln

Der Steckerlfisch ist fertig, wenn seine Augen vollständig weiß und trüb geworden sind und die Haut eine schöne, goldbraune und knusprige Textur aufweist. Ein weiterer optionaler Tipp für den letzten Schliff: Wenn Sie möchten, können Sie die Fische kurz vor dem Fertigwerden noch einmal mit einer Mischung aus geschmolzener Butter und Gewürzsalz bepinseln. Dies verleiht dem Fisch zusätzlichen Glanz, Aroma und eine noch intensivere Knusprigkeit.

Das Geheimnis des Ablösens: Fisch vom Steckerl befreien

Nach all der Mühe und Geduld ist der Moment gekommen, den perfekt gegarten Steckerlfisch vom Stock zu befreien und zu servieren. Dies ist oft der heikelste Schritt, denn niemand möchte, dass das mühsam zubereitete Meisterwerk beim Ablösen zerfällt. Doch mit der richtigen Technik ist es einfacher, als Sie denken.

Der Trick liegt in der Kombination von Schutz und gezielter Bewegung. Wickeln Sie den fertig gegarten Fisch zunächst vorsichtig in ein Stück Papier ein. Dies dient nicht nur dem Schutz Ihrer Hände vor der Hitze, sondern hilft auch, den Fisch beim Ablösen stabil zu halten und eventuell abtropfendes Fett aufzufangen. Sobald der Fisch gut im Papier liegt, ist es Zeit, das Steckerl zu entfernen. Fassen Sie das Steckerl am Schwanzteil und drehen Sie es leicht nach rechts. Gleichzeitig üben Sie sanften, aber stetigen Druck auf das Steckerl in Richtung des Fischschwanzes aus. Durch diese Dreh- und Druckbewegung löst sich das Steckerl von der Gräte und dem Fleisch. Sie können es dann vorsichtig am Schwanzteil aus dem Fisch ziehen.

Das Ergebnis dieser Technik ist meist ein wunderschön intakter, unbeschadeter und ansehnlicher Fisch, der bereit ist, serviert zu werden. Das Fleisch bleibt fest und fällt nicht auseinander, und die knusprige Haut bleibt erhalten. Traditionell wird ein solcher Steckerlfisch mit zwei Schnitten (Scheiben) frischem Hausbrot gereicht, das perfekt dazu passt, die köstlichen Säfte aufzunehmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Steckerlfisch

Muss ich die Kiemen des Fisches entfernen?
Es ist nicht zwingend notwendig für Steckerlfisch, aber es ist eine gute Praxis. Das Entfernen der Kiemen kann dazu beitragen, den Geschmack zu verfeinern und Bitterstoffe zu reduzieren.
Welche Fische eignen sich am besten für Steckerlfisch?
Makrelen sind die klassische Wahl für Steckerlfisch aufgrund ihres Fettgehalts, der sie saftig hält. Aber auch andere Fische wie Forellen, Saiblinge oder Brassen können auf diese Weise zubereitet werden.
Wie weiß ich, wann der Fisch gar ist?
Ein zuverlässiges Zeichen ist, wenn die Augen des Fisches weiß und trüb geworden sind. Die Haut sollte zudem goldbraun und knusprig sein. Das Fleisch sollte sich leicht von der Gräte lösen lassen.
Kann ich tiefgekühlten Fisch verwenden?
Ja, absolut. Achten Sie jedoch darauf, dass der Fisch vollständig und langsam aufgetaut ist, idealerweise über Nacht im Kühlschrank, bevor Sie mit der Zubereitung beginnen.
Was tun, wenn das Fett in die Glut tropft und Flammen schlägt?
Halten Sie eine PET-Wasserflasche mit kleinen Löchern im Verschluss bereit. Bei Flammen können Sie gezielt kleine Wasserstrahlen auf die Glut sprühen, um die Flammen zu löschen, ohne den Fisch zu beeinträchtigen.
Wie verhindere ich, dass der Fisch am Rost klebt?
Der Steckerlfisch wird ja aufgespießt und liegt primär auf den Stäben, nicht direkt auf dem Rost. Wichtig ist ein ausreichender Abstand zur Glut und die Vermeidung von direkten Flammen. Das regelmäßige Wenden hilft ebenfalls, ein Anhaften an den Stützstäben zu verhindern.
Kann ich den Steckerlfisch auch im Backofen zubereiten?
Theoretisch ja, aber der typische rauchige Geschmack und die besondere Knusprigkeit, die durch das Grillen über offener Glut entstehen, lassen sich im Backofen nur schwer reproduzieren. Der Backofen ist eher eine Notlösung.

Der Steckerlfisch ist ein kulinarisches Highlight, das mit etwas Vorbereitung und den richtigen Techniken zu Hause perfekt gelingt. Von der sorgfältigen Reinigung und Marinierung über das präzise Aufspießen und den achtsamen Grillvorgang bis zum eleganten Ablösen des Fisches vom Stock – jeder Schritt trägt zum Gesamterfolg bei. Wagen Sie sich an dieses traditionelle Gericht, und Sie werden mit einem unvergleichlich saftigen, aromatischen und knusprigen Fisch belohnt, der Ihre Gäste begeistern wird. Guten Appetit und viel Erfolg beim Nachgrillen!

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