Wie bereitet man Schweinsmedaillons zu?

Schweinsmedaillons: Zartheit auf dem Teller

26/09/2021

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Schweinsmedaillons, oft aus dem zartesten Stück des Schweins, dem Lungenbraten oder Filet geschnitten, sind ein Inbegriff für schnelles, elegantes und vor allem unglaublich saftiges Fleisch. Sie sind nicht nur einfach zuzubereiten, sondern auch äußerst vielseitig und lassen sich hervorragend mit den unterschiedlichsten Saucen und Beilagen kombinieren. Doch die Kunst, sie perfekt zuzubereiten, liegt in einigen wenigen, aber entscheidenden Schritten, die das Geheimnis von trockenem zu himmlisch zartem Genuss ausmachen. Tauchen wir ein in die Welt der Schweinsmedaillons und entdecken Sie, wie Sie dieses Gericht zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Wie bereitet man Schweinsmedaillons zu?
Für die Schweinsmedaillons den Schweinslungenbraten in Stücke schneiden und mit Kümmel, Salz, Pfeffer sowie Knoblauch würzen, in Öl anbraten und zur Seite stellen. Schweinsfilet zuputzen, d.h. Fett und Stränge wegschneiden und gut mit Salz sowie frisch gemahlenem Pfeffer, nach Wunsch auch mit gehacktem Knoblauch...
Inhaltsverzeichnis

Das perfekte Ausgangsprodukt: Qualität zahlt sich aus

Bevor wir mit dem Braten beginnen, ist die Auswahl des Fleisches entscheidend. Schweinsmedaillons werden aus dem Schweinefilet geschnitten, einem Muskel, der kaum beansprucht wird und daher besonders mager und zart ist. Achten Sie beim Kauf auf frisches, hellrosa Fleisch ohne unangenehmen Geruch. Das Filet sollte fest, aber elastisch sein. Oft sind die Medaillons bereits vorgeschnitten, aber Sie können auch ein ganzes Filet kaufen und es selbst in etwa 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Entfernen Sie vor der Zubereitung unbedingt die Silberhaut und überschüssiges Fett, da diese beim Braten zäh werden könnten.

Vorbereitung ist die halbe Miete: Würzen und Vorbereiten

Die Vorbereitung der Medaillons ist denkbar einfach, aber wichtig für das Endergebnis. Nehmen Sie das Fleisch etwa 30 Minuten vor dem Braten aus dem Kühlschrank, damit es Raumtemperatur annehmen kann. Dies gewährleistet ein gleichmäßigeres Garen. Tupfen Sie die Medaillons gründlich mit Küchenpapier trocken. Feuchtigkeit auf der Oberfläche verhindert eine schöne Bräunung und Kruste.

Anschließend werden die Medaillons großzügig mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer gewürzt. Hier können Sie bereits erste geschmackliche Akzente setzen: Eine Prise Knoblauchpulver, Paprikapulver oder getrocknete Kräuter wie Thymian oder Rosmarin verleihen dem Fleisch zusätzliche Tiefe. Weniger ist hier oft mehr, da die natürliche Zartheit des Fleisches im Vordergrund stehen soll.

Das Anbraten: Der Schlüssel zur perfekten Kruste

Das Anbraten ist der erste und vielleicht wichtigste Schritt, um den Medaillons eine schöne goldbraune Kruste und intensive Röstaromen zu verleihen. Erhitzen Sie eine schwere Pfanne (am besten Gusseisen oder Edelstahl) bei hoher Hitze. Geben Sie erst dann etwas Butter oder ein hitzebeständiges Öl (z.B. Rapsöl, Butterschmalz) hinzu. Die Pfanne und das Fett müssen richtig heiß sein, aber nicht rauchen. Ein einfacher Test: Wenn ein Tropfen Wasser in der Pfanne sofort verdampft und zischt, ist die Temperatur ideal.

Legen Sie die Medaillons vorsichtig in die heiße Pfanne. Achten Sie darauf, die Pfanne nicht zu überladen, da sonst die Temperatur sinkt und das Fleisch zu kochen statt zu braten beginnt. Braten Sie die Medaillons auf jeder Seite etwa 2-3 Minuten scharf an, bis sie eine schöne goldbraune Farbe haben. Diese kurze, intensive Hitze versiegelt die Oberfläche und hilft, die Säfte im Inneren zu halten.

Das Garziehen: Für die ultimative Saftigkeit

Nach dem scharfen Anbraten sind die Medaillons außen knusprig, aber innen noch roh. Um sie auf den Punkt zu garen, gibt es verschiedene Methoden, die alle darauf abzielen, das Fleisch schonend und gleichmäßig auf die gewünschte Kerntemperatur zu bringen.

Methode 1: Garziehen in der Pfanne (für kleinere Mengen)

Reduzieren Sie die Hitze nach dem Anbraten auf mittlere bis niedrige Stufe. Sie können nun etwas Butter, einen Zweig Rosmarin oder Thymian und eine angedrückte Knoblauchzehe in die Pfanne geben. Begießen Sie die Medaillons immer wieder mit der schmelzenden Butter und den aromatisierten Säften aus der Pfanne. Wenden Sie die Medaillons regelmäßig. Diese Methode ist ideal, wenn Sie nur wenige Medaillons zubereiten.

Methode 2: Garziehen im Ofen (für größere Mengen oder dickere Medaillons)

Diese Methode ist besonders zuverlässig und stressfrei. Heizen Sie Ihren Backofen auf etwa 120-140°C Ober-/Unterhitze vor. Legen Sie die angebratenen Medaillons auf ein Backblech oder in eine ofenfeste Form. Stechen Sie ein Bratenthermometer in das dickste Medaillon, ohne dabei einen Knochen zu berühren. Garen Sie die Medaillons im Ofen, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Hier sind einige Richtwerte:

  • Rosa (Medium Rare): ca. 60-62°C
  • Rosa (Medium): ca. 63-65°C
  • Durchgebraten (Well Done): ca. 68-70°C (Achtung: Hier besteht die größte Gefahr des Austrocknens!)

Die Garzeit im Ofen hängt von der Dicke der Medaillons und der Ofentemperatur ab, liegt aber meist zwischen 10 und 20 Minuten.

Tabelle: Garstufen und Kerntemperaturen für Schweinefleisch

GarstufeKerntemperaturBeschreibung
Rosa (Medium Rare)60-62°CInnen noch sehr saftig, leicht rosa
Rosa (Medium)63-65°CPerfekt saftig, durchgehend rosa
Durchgebraten (Well Done)68-70°CLeicht trocken, kein Rosa mehr sichtbar

Die essentielle Ruhezeit: Ein Muss für Saftigkeit

Einer der häufigsten Fehler beim Garen von Fleisch ist, es direkt nach dem Kochen anzuschneiden. Doch die Ruhezeit ist absolut entscheidend für die Saftigkeit Ihrer Medaillons. Nehmen Sie die Medaillons aus der Pfanne oder dem Ofen, sobald die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Legen Sie sie auf ein Schneidebrett oder einen Teller und decken Sie sie locker mit Alufolie ab. Lassen Sie das Fleisch für mindestens 5-10 Minuten ruhen.

Während dieser Zeit verteilen sich die Fleischsäfte, die sich beim Garen durch die Hitze im Zentrum des Fleisches gesammelt haben, wieder gleichmäßig im gesamten Stück. Schneiden Sie das Fleisch zu früh an, laufen diese wertvollen Säfte einfach aus, und das Medaillon wird trocken. Diese kurze Wartezeit macht den entscheidenden Unterschied!

Saucen und Beilagen: Die Krönung des Genusses

Während die Medaillons ruhen, können Sie die perfekte Sauce zubereiten. Die Bratrückstände in der Pfanne sind eine hervorragende Basis für eine geschmackvolle Sauce. Löschen Sie die Pfanne mit etwas Wein (Weiß- oder Rotwein), Brühe oder Sahne ab. Kratzen Sie die Röststoffe vom Boden und lassen Sie die Sauce einkochen, bis sie die gewünschte Konsistenz hat. Verfeinern Sie sie mit frischen Kräutern, etwas Senf, Pilzen oder einem Schuss Cognac. Eine klassische Rahmsauce mit Pilzen oder eine cremige Pfeffersauce passen hervorragend zu Schweinsmedaillons.

Auch bei den Beilagen sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hier sind einige beliebte Kombinationen:

  • Kartoffelbeilagen: Kartoffelgratin, Rosmarinkartoffeln, Kroketten, Spätzle, Herzoginkartoffeln oder einfach Salzkartoffeln.
  • Gemüse: Grüne Bohnen im Speckmantel, Brokkoli mit Mandelsplittern, Spargel (saisonal), gedünsteter Spinat oder ein frischer Blattsalat.
  • Klassiker: Preiselbeeren oder Apfelmus bieten eine süß-säuerliche Ergänzung.

Häufige Fehler vermeiden

Um sicherzustellen, dass Ihre Schweinsmedaillons immer perfekt gelingen, hier noch einmal die wichtigsten Punkte, die Sie vermeiden sollten:

  • Kaltes Fleisch braten: Immer auf Raumtemperatur kommen lassen.
  • Feuchtes Fleisch braten: Immer gut abtupfen.
  • Pfanne nicht heiß genug: Für eine schöne Kruste ist hohe Anfangshitze essenziell.
  • Pfanne überladen: Garen Sie die Medaillons in mehreren Durchgängen, wenn Sie viele haben.
  • Überkochen: Verwenden Sie ein Thermometer und nehmen Sie das Fleisch rechtzeitig vom Herd.
  • Keine Ruhezeit: Geben Sie dem Fleisch immer Zeit zum Ruhen.

Tabelle: Vergleich der Garmethoden für Schweinefilet

MethodeVorteileNachteileIdeal für
Pfanne (Komplett)Schnell, einfache Reinigung, gute KrusteSchwieriger, gleichmäßige Garstufe zu halten, bei dicken Stücken Risiko des AustrocknensDünnere Medaillons, schnelle Zubereitung
Pfanne + OfenSehr gleichmäßiges Garen, perfekte Kruste, zuverlässigZwei Geräte nötig, längere GesamtzeitDickere Medaillons, größere Mengen, perfekt auf den Punkt
Sous-Vide + AnbratenUnübertroffene Saftigkeit und Gleichmäßigkeit, stressfreiLängste Gesamtzeit, spezielles Equipment nötigGourmet-Ergebnisse, wenn Zeit keine Rolle spielt

Häufig gestellte Fragen zu Schweinsmedaillons

Was genau sind Schweinsmedaillons?

Schweinsmedaillons sind dünn geschnittene Scheiben vom Schweinefilet (auch Lungenbraten genannt). Das Filet ist das zarteste und magerste Stück vom Schwein, wodurch die Medaillons besonders saftig und kurzfaserig sind.

Wie lange brate ich Schweinsmedaillons an?

Braten Sie die Medaillons bei hoher Hitze auf jeder Seite 2-3 Minuten scharf an, bis sie eine schöne goldbraune Kruste haben. Danach werden sie bei niedrigerer Hitze oder im Ofen fertig gegart.

Wie bleiben Schweinsmedaillons saftig?

Die wichtigsten Schritte für saftige Medaillons sind: 1. Das Fleisch auf Raumtemperatur bringen. 2. Scharf anbraten, um die Oberfläche zu versiegeln. 3. Nicht überkochen (Kerntemperatur beachten!). 4. Unbedingt eine ausreichende Ruhezeit nach dem Garen einhalten, damit sich die Säfte verteilen können.

Welche Kerntemperatur ist ideal für Schweinsmedaillons?

Für rosa (medium) Medaillons ist eine Kerntemperatur von 63-65°C ideal. Wenn Sie sie durchgebraten bevorzugen, gehen Sie auf 68-70°C, aber seien Sie vorsichtig, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Kann ich Schweinsmedaillons vorbereiten und später fertig garen?

Sie können die Medaillons scharf anbraten und dann abkühlen lassen. Wenn Sie sie servieren möchten, erwärmen Sie sie langsam im Ofen bei niedriger Temperatur (ca. 100-120°C), bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist, oder braten Sie sie kurz in einer Pfanne mit etwas Flüssigkeit an.

Welche Beilagen passen gut zu Schweinsmedaillons?

Klassische Beilagen sind Kartoffelgratin, Spätzle, Rosmarinkartoffeln, Kroketten, aber auch frisches Gemüse wie grüne Bohnen, Brokkoli oder Spargel sowie ein frischer Salat.

Fazit: Ein Genuss, der immer gelingt

Die Zubereitung von Schweinsmedaillons mag auf den ersten Blick anspruchsvoll erscheinen, doch mit den richtigen Techniken und etwas Aufmerksamkeit gelingt dieses Gericht immer. Die Qualität des Fleisches, das korrekte Anbraten, die präzise Garmethode mit Kerntemperatur und die unverzichtbare Ruhezeit sind die Säulen für ein perfektes Ergebnis. Schweinsmedaillons sind nicht nur ein schnelles Abendessen für den Alltag, sondern auch ein beeindruckendes Gericht für besondere Anlässe, das durch seine Vielseitigkeit und seinen unwiderstehlichen Geschmack überzeugt. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich von der Zartheit dieses Klassikers begeistern!

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